Erste Schritte mit Medikinet

Hi *,

wie ja schon im Titel steht, fange ich gerade mit Medikinet an. Wir steigen langsam ein und so nehme ich seit Donnerstag jeweils morgens/mittags 5mg.
Sofern ich damit keine Probleme / Nebenwirkungen / etc. habe, solle ich nach ein paar Tagen einfach auf 10mg hochgehen und das habe ich heute gemacht.

Soweit so gut. Jetzt tue ich mich total schwer zu Beurteilen, ob es überhaupt wirkt. Bei der ersten Einnahme konnte ich überhaupt nicht zwischen potentieller Wirkung und (pos.) Aufregung unterscheiden.

Ich bin irgendwie total hyped, jetzt endlich Medikamente ausprobieren zu können, so dass ich mir oft denke, ist es einfach dieses hype-Gefühl (+ Hoffnung mein Leben in den Griff zu kriegen), oder tut das MPH etwas mit mir?

Versteht ihr, was ich meine?
Man hört jetzt so genau in sich hinein und versucht, alles irgendwie zu bewerten und zu (über?)interpretieren…

Ich muss schon sagen, dass ich meine, schneller zu bemerken wenn ich Abdrifte und dann auch besser gegensteuern kann. Es fühlt sich auch ein bisschen so an, eher geradeaus denken zu können und nicht mehr im totalen Zickzack-Kurs.

Ich habe zB. am Freitag alle Böden gesaugt + gewischt und dann den Wäscheberg in den Schrank geräumt, ohne während dessen nur ein einziges Mal auf mein Handy geschaut, oder zwischendurch am Rechner (obwohl ich an diesem sogar kurz die Playlist gewechselt hab’) oder auf der Couch versackt zu sein. Das gab’s quasi noch nie.

Allerdings war das schon etwa 10min nach Einnahme. Wirkt das überhaupt so schnell?

Aber so einen richtige WOOOW-Effekt hab’ ich bisher nicht. Wobei die Dosis wahrscheinlich auch noch etwas weiter hochgefahren wird?

Meine Neurologin meinte auch, ich solle besonders von den 5mg nicht zu viel erwarten.

Dennoch hab’ ich jetzt total Sorge, dass das jetzt alles so passiert weil NEU und nicht, wegen einer Wirkung. Und das dann nicht mehr funktioniert, wenn es in den Alltag übergeht.

Auch habe ich das Gefühl, dass die Mittags-Dosis so gut wie gar nichts bringt.

Aaaah, schwierig…

Wie lief/läuft das bei euch? Merkt ihr so richtig, wenn die Wirkung einsetzt?

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Huhu, mittlerweile wirst du ja die Dosis weiter erhöht haben und vll hat sich dein Anliegen inzwischen erledigt…:blush:Aber ich kann es sehr gut verstehen, da ich dieselben Bedenken bei der Einstellung hatte. Schließlich war aber der WOW- Effekt da, allerdings auf eine andere Art als ich es erwartet habe (oder auch befürchtet habe…der manchmal beschriebene Tunnel).
Die Umstellung auf Retardkapseln erfortderte dann auch nochmal Geduld, dann noch als Frau Zyklusgedöns einschätzen und berücksichtigen…aber dass es wirkt, merkt man finde ich daran, dass man nicht mehr Spielball ist -sondern Spieler/in!
Wenn man Placeboeffekt sprechen will dann vll so: „Nö, da komme ich klar, weil nachher wenns wirkt, komme ich damit auch klar“ man könnte es auch Dazulernen nennen.:blush:

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@metamodel ganz am Anfang hatte ich mit meinen Medis, allerdings andere als Du nimmst, tatsächlich ein extremes Hochgefühl, ich glaube ich habe mich noch nie so gut gefühlt wie am Anfang meiner Medikation.
Ich dachte das ich nun wortwörtlich in der Lage sei Bäume auszureissen, war aber trotzdem ruhig, entspannt, meine Impulsivität und das Gefühl 100 Sachen auf einmal anfangen zu wollen aber nichts davon bis zum Ende durchziehen zu können, wich einer Klarheit, sogar Entschlossenheit und Durchhaltevermögen, wie ich es in meinem ganzen Leben noch nie erlebt hatte.
Aber selbstverständlich darf man nicht erwarten das so ein Gefühl für immer so bestehen bleibt, mit der Zeit sollten die Medikamente einfach so wirken, dass man einen positiven Effekt spürt, aber nicht als sei man High oder sowas, sondern einfach nur konzentriert und ausgeglichen. Aber eben, die Medikamente helfen normalerweise nachweislich gut bei Adhs, wie man zum Beispiel hier im Forum immer wieder lesen kann, allerdings muss man auch an sich selbst arbeiten, und die Arbeit an sich selbst, hört eben trotzdem, auch mit den besten Medikamenten, nie vollständig auf.
Einfach deshalb, weil man sich sehr viele Dinge angewöhnt hat mit denen man sich wiederholt immer mal wieder selbst im Wege steht, man Verhaltensmuster entwickelt hat mit denen man sich selbst ein Bein stellt, und so. :wink:

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Bei mir war es so das ich im kimderalter die Dosis Medikinet in Nacken bekam die meine Mutter für gut befand :upside_down_face:

Zitat von Kraftklub:
Wenn er sagt er hat Matsch im Kopf (Matschkopf)
Dann erhöhen wir die Dosis
Weil der Junge quatscht ja immer noch

So hab ich die 30mg als kleiner 72kg Bub bekommen.

Das war nich so prickelnd :upside_down_face: schlechte Erfahrungen gemacht und Medikinet sein gelassen.

Nu mit 30 geh ich es selber an. 10mg zum Start.

Die ersten Tage war natürlich super geil. Auf Dauer flachte es ab…
Aber welcher Mensch is jederzeit, jeden Tag konzentriert und ne Maschine?

Es flach ab und man kann die Dosis nach und nach erhöhen.

Aber der erste Tag oder die erste Woche is halt Hyperfokus auf die Medikamentation.

Das spielt sich alles ein :v: auch damit zufrieden sein wenns mal n Tag nich läuft :+1: is halt so :full_moon_with_face:

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Deine Mutter hat einen Liedtext als Dosierungsanleitung genommen? Ohne zu merken dass der ironisch gemeint war?

Welcher „kleine Bub“ wiegt denn 72 kg??

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Hi *,

und danke für’s Teilen eurer Erfahrungen!

Die Anfangs-Euphorie ist nun weg und ich meine, die Tatsächliche Wirkung so besser einschätzen zu können.

Wie schon von @klarundklipp vermutet, habe ich die Dosis – in Absprache mit meiner Neurologin – nun etwas erhöht.
Aktuell versuche ich mich mit 20mg morgens/mittags und muss sagen, das funktioniert soweit gut! Ich kann jetzt endlich mal bei der Sache bleiben und mein Hirn folgt nicht automatisch sofort jedem Gedanken, der einem so in den Kopf schießt, für die aktuelle Situation aber völlig irrelevant ist.

Ich kann endlich wieder arbeiten. Ich entwickle Software, das heißt, ich muss sehr strukturiert vorgehen und mir währenddessen eig. permanent Querverweise auf verschiedenen Ebenen im Hinterkopf behalten.
In den letzten Jahren dachte ich immer mehr, meine Leidenschaft dafür verloren zu haben (früher klappte das ein wenig besser), aber es funktioniert wieder!

Also das ist schon krass. Funktioniert so ein neurotypisches Gehirn? Ist das der Normalzustand für andere?!
Einfach Dinge (und sei es nur die Wohnung Saugen/Wischen) ohne Unterbrechnung in einem Rutsch durchziehen?
Habe das Gefühl, bisher ging mind. 50% meine Energie einfach nur durch Versuche der Selbstregulation drauf…

Da fragt man sich schon, wo man heute stünde, wenn man vor 20 Jahren Diagnostiziert worden wäre. Ich will gar nicht drüber nachdenken…

Aaaaber: Irgendwie fühlt sich mein Kopf schon irgendwie anders an, wenn ich „auf MPH bin“. Also keine Frage, funktionieren tut er super. Irgendwie ein wenig „schwammig“. Umherblicken wirkt irgendwie „smoother“. Es ist vllt. ein wenig vergleichbar mit ganz leicht angetrunken sein. Also nur das rein physische Gefühl, ansonsten sehe ich da keine Parallelen…

Wie ist das bei euch? Kennt ihr das? Gibt sich das mit der Zeit?

Auf jeden Fall hat dieses Gefühl zu Folge, zu denken, man werfe Drogen ein, um Arbeiten zu können. Und ob das auf Dauer so gesund ist?

Ich werde auf jeden Fall mal schauen, wie 15mg so funktionieren. Habe extra 5er und 10er, um hier ein wenig „experimentieren“ zu können.
Meine körperlich bedingte Maximaldosis liegt bei 57mg/Tag. Die 2x20mg sind also auch gar nicht sooo wenig? Habe jedenfalls kein Zittern/Aufgedreht sein, etc., was laut meiner Neurologin dann auf eine Überdosierung hinweisen würde :smiley:

Schön, dass es sich so gut bei dir entwickelt hat, das freut mich. Wir sind ja fast parallel beim Eindosieren.
Ich finde das mühelose oder pragmatische Dranbleiben können gut.
Jede Menge Energie wird dabei eingespart.

-Aber auch das hin und her schalten, etwas anderes dazwischenschieben können, ohne komplett aus der Sache rauszufliegen. Kommt mir bei meiner Arbeit absolut zugute.

Hab ich mich auch gefragt: funktioniert so das neurotypische Hirn?

Das smoothe Gefühl kenne ich nicht, aber dein Arzt kann dir bestimmt etwas dazu sagen.

@metamodel Ich bin beruflicher Excel-Freak (entwickle hochkomplexe Formellösungen, im Schwerpunkt ohne VBA) und ehrlich gesagt der Ansicht dass ich durch ADXS erst die erforderliche Kreativität und die Möglichkeit des „um die ecke denken“ in der Intensität habe, ohne die ich meinen Job gar nicht erst ausüben könnte :wink:

Zugegeben: Was das angeht will ich gar nicht NT sein. ND ist für mich da der bessere Weg :smiley:

@klarundklipp Ja klar. Es steht eh noch ein Termin in ca. 2-3 Wochen aus. Da werde ich das natürlich ansprechen…

Ja, kann ich durchaus nachvollziehen :smiley:. Ich selbst bekomm’ das aber nicht auf die Straße gebracht quasi. Ich hatte schon so viele Ideen und unfassbar viele angefangene Projekte/Geschäftsideen. Alles entweder nie angefangen, oder aber nie zu Ende gebracht. (Einige sogar, womit später andere dann erfolgreich wurden…)

Ich hoffe jetzt also auf best of both worlds sozusagen :sweat_smile:

Da drücke ich dir die Daumen :wink:
Bin optimistisch dass du das hinbekommen wirst.
Wenn du Motivation brauchst kannst du mich gerne auch direkt anschreiben. vll bekommen wir das dann ja hin :thinking:

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Hallo, ich bin ca ende Mai wieder mit MPH angefangen.

Aber der erste Tag oder die erste Woche is halt Hyperfokus auf die Medikamentation.
[/quote]
Das war bei mir auch so. da hab ich mir erst Sorgen gemacht ob es in die falsche Richtung wirkt. Inzwischen geht das. Bin im Moment bei 20/10 hab aber die beste Dosis noch nicht gefunden.

Ich würd für mich das angetrunken durch andere Rauschzustände erstetzen, aber im Prinzip gehts mir genauso, wirklich nur so gaanz leicht. Ich kann mir vorstellen, es liegt an der beruhigenden Wirkung, die kennt man ja ohne MPH nur durch andere Medikamente, Drogen oder Alkohol.

[quote=„metamodel, post:6, topic:8059“]
Habe das Gefühl, bisher ging mind. 50% meine Energie einfach nur durch Versuche der Selbstregulation drauf…[quote=„Stefan91, post:4, topic:8059“]

Jepp, jepp, jepp , trotz dieses leicht schwammigen Gefühls kann ich auch nicht wirklich eine Wirkeinsetzung bemerken, da muß ich immer gucken wie ich mich in den jeweiligen Sizuationen ohne Medis verhalten habe, auch der Rebound kommt bei mir schleichend- den hab ich bei 10mg noch nicht so gemerkt.
Den Gedanken mit der Mittagsdosis hatte ich auch-bis ich sie mal weggelassen habe, da war ich schon bei 20 morgens, kam nicht so gut, von 20 auf 0.
Ich hoffe das schwammige Gefühl geht nach ner Weile weg, ich hab eh immer sonne Art „Nebel“ in dem ich mich bewege und hatte eigentlich gehofft, der geht weg durch MPH.

Naja. Sie war in dem Thema schichtweg unwissend…
War ich zu anstrendend gabs halt 10mg mehr.

Ich mach da kein vorwurf.

ADHS is n Thema für mich seit ich 11-12 bin und habe mich mit 30 erst selber damit befasst :full_moon_with_face:

Narurlich har meine Mutter den Somdgtext nicht genutzt aber mein Humor ist ausgeprägt und teilweise dunkel :sweat_smile: