Escitalopram nach Geburt

Hallo Zusammen

Ich lese schon seit langer Zeit immer wieder mal interessante Beiträge hier mit, jetzt hab ich eine Frage:

Ich bin seit rund 13 Jahren mit Lamotrigin und Ritalin unterwegs… und mehr oder weniger stabil (für ADHS-Verhältnisse, Ihr versteht schon…) . Die Jobwechsel lasse ich mal aussen vor.

Seit 7 Jahren in einer Beziehung und jetzt kommts.
Ich hab vor 6 Wochen einen Sohn geboren, das Kind war gewollt und eigentlich könnte es schön sein… nur
bin ich komplett überfordert, hab keine Nerven mehr und bekunde grösste Mühe mit der neuen Situation.

Mir ist bewusst , dass es die grösste Umstellung des Lebens sein kann- nur bin ich halt wiedermal am Ende meiner Kräfte. Meine Ärztin hat mir Escitalopram verschrieben. Der Grund , warum
ich Lamotrigin nehme ist der; dass ich aus Angst vor einer Gewichtszunahme nie AD‘s nehmen wollte. Eine bipolare Störung hab ich nicht.

Mir ist bewusst, dass sich Leute fragen, ob ich spinne, wenn ich deshalb Angst hab aber mit dem Hintergrund einer Essstörung in der Vergangenheit hab ivh einfach Panik.

Lange Rede kurzer Sinn- habt Ihr Erfahrung mit Escitalopram? Ja, wir sind nicht alle gleich … aber ich erlsube mir trotzdem, nachzufragen :slight_smile:

Mein Sohn schreit sehr viel… ich gebe mein Bestes aber bin mit den Nerven am Ende. Trotz Eltern und Schwiegereltern, welche ihn stundenweise hüten.

Ich freu mich auf Eure Rückmeldung,
liebe Grüsse

Ja, hier :raising_hand_woman:

Ich habe nicht zugenommen und keine Anomalien bzgl. Meines Essverhaltens beobachtet.

Das Einzige, was mich immer genervt hat, ist, dass sobald ich mehr wie 5mg genommen habe, Einschlafprobleme präsent waren. Wie es aber derzeit aussieht, reichen mir die 5mg.

Es hilft mir bei der Überforderung, von daher wäre es vielleicht ein Versuch Wert?

Neben Escitalopram nehme ich aber auch Elvanse.

Warum denn Citalopram und nicht Methylphenidat (wäre ja während des Stillens schon möglich)?

Oder wenigstens Bupropion?

Escitalopram ist doch eher ungeeignet für ADHSler. :thinking:

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Hello🤓
Ohh okay, tönt aber gut, wenn Dir schon 5mg helfen :smiling_face: nimmst Du es schon länger?

Elvanse hab ich leider nicht vertragen.

Liebe Grüsse

Ich stille nicht. Daher spielt es keine Rolle…

Bupropion sei stärker , daher wollte sie es mir noch nicht geben und zuerst mit Escitalopram versuchen

Liebe Grüsse

Warum nimmst du denn dann keine Stimulanzien??? Vor allem Elvanse kann sehr stabilisierend und auch etwas antidepressiv wirken - und macht deutlich weniger Probleme als ein Antidepressivum??

Warst du mit Lamotrigin und Ritalin schlecht eingestellt?

Die Überforderung nach der Geburt hängt ja mit der ADHS Symptomatik zusammen - dann würde ich genau da auch ansetzen.

Oder hast du möglicherweise jetzt einen Facharzt der sich nicht gut auskennt?

Ja, ich habe es immer wieder mit Pausen eingenommen.

Am längsten ohne Pause habe ich es ca. 1 Jahr eingenommen.

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Bei vorliegender ADHS-Diagnose eine in keiner Weise nachvollziehbare Entscheidung.
Arzt wechseln.

Man kann die beiden ADs echt schlecht miteinander vergleichen. O.o

Hat sie verstanden, dass Bupropion nix mit Serotonin zu tun hat?

Bei dir ist gerade akut Stress. Mann kann natürlich mit Medikamenten dagegen helfen.
Ich würde jedoch versuchen, noch andere Hilfen in Betracht zu ziehen. Der Stress wird nicht weniger werden, sondern sich lediglich verändern. Daher würde ich eher unterstützende Maßnahmen in Betracht ziehen von der Familienhilfe.
In erster Linie geht es ja auch darum, dass du mit der Überforderung klar kommst und die reduziert wird. In zweiter Linie darum, dass das Kindeswohl nicht gefährdet wird. Ergo, präventive Maßnahme. Sowas unterstützt die Familienhilfe, weil die ein Anliegen haben, dass das Kindeswohl nicht gefährdet wird.

Für die akute Problematik ist es sicher eine Möglichkeit mit Medikamenten.
Finde aber Citalopram jetzt nicht unbedingt die beste Idee. ADs sind ohnehin bei bekannter Diagnose keine wirkliche Lösung.
Stimulanzien würde ich am ehesten vorschlagen. Die können einen großen Teil für Entlastung sorgen. Also wieder mit Ritalin anfangen, wenn es gut geholfen hat.

Auf Dauer würde ich jedoch die Familienhilfe mit ins Boot holen. Ich kann gut verstehen, wenn man massive Hemmungen hat und das eigentlich nicht will. Am Ende tust du dir, deinem Kind und deinem Partner einen Gefallen damit.

Ich drücke dir echt die Daumen!

Und… herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Sohnes. :smiling_face_with_three_hearts:

Du schaffst das. :heart:

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Kann man Methylphenidat und Bupropion kombinieren?
Ritalin nehme ich ja seit 13 Jahren.

Ja, ein Arztwechsel ist schon länger fällig, nur bin ich gerade dermassen gefordert, dass ich fast keine Zeit habe dafür (Im Moment)

Ja kann man. Das machen Manche. Bitte beachte, dass Bupropion ein NDRI ist und daher sowohl in den Dopamin und Noradrenalinhaushalt eingreift. Methylphenidat muss daher evtl. in der Dosis angepasst werden.

Trotz allem würde ich nach wie vor mit Ritalin anfangen, ehe man Bupropion in Erwägung zieht. Es ist halt nen Spiegelmedikament und wirkt erst frühestens nach 2 Wochen. :wink:

Habe jahrelang Elontril und MPH zusammen bekommen - und Lamotrigin, habe nur das Elontril irgendwann nicht mehr vertragen und Ausschlag davon gekriegt, das kann man gut zusammen nehmen. Vor allen Dingen stabilisiert das Lamotrigin eben insgesamt und das Elontril wirkt aufs Adhs gut

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Habe 8 Jahre Escitalopram genommen.
Es wirkt erst nach mehreren Wochen.
Ausser Verstopfung habe ich kaum Nebenwirkungen gehabt.
Ach ja, ist eher für Männer: das Gefühl geht schon ordentlich weg… die Erregbarkeit ist gedämpft.

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