Ethnie relevant für Diagnose?

Ich finde die Frage nach Ethnien in der Test schon bedenklich

Es steht auf diesem Erklärseite von AdxS: (den ich nicht verlinken kann, es heisst ‚Häufigkeit von ADHS‘, unter Punkt 2.) ‚Es gibt keine unterschiedlichen Menschenrassen‘ und ‚Der englische Begriff Race (Rasse) benennt nicht eine genetische Definition, sondern ein soziales Konstrukt,‘ was stimmt.
Daraus soll sich schliessen lassen, dass diese Frage nach ‚Ethnien‘ (Optionen: kaukasisch ('weiss), afrikanisch, asiatisch) kein Sinn macht, denn ‚kaukasisch, afrikanisch, asiatisch…‘ sind keine Ethnien, sondern… ‚Rassen‘. Also ziemlich genau die ‚Rassen‘, die der wissenschaftliche Rassismus im 18. Jhd so formuliert hat. Bei der wissenschaftliche Rassismus geht es darum, dass weisse Wissenschaftler ein System aufgestellt haben, um die Menschheit in Kategorien zu sortieren, nach für den als für besonders wichtig gehaltene äußerliche Merkmale, v. a. Hautfarbe.
Die Probleme damit sind
a) Diese Kategorien sind, wie es da steht, ‚keine genetische Definition‘. Diese Kategorisierung anhand wenige Merkmale entspricht nicht die tatsächliche genetischen Bild der Menschheit. Afrika z.B ist ein sehr genetisch vielfältiges Kontinent (mit gaaanz viele ethnische Gruppen) und Bevölkerungsgruppen in verschiedene Teilen Afrikas können sich mehr genetisch voneinander unterscheiden als z.B eine Bevölkerungsgruppe in Indien vs. Skandinavien.
b) Diese ‚Rassen‘ wurden so Sachen zugeschrieben wie Intelligent/dumm, Fleißig/faul, Zivilisiert/ unzivilisiert, mit die ‚weisse Rasse‘ als die zivilisiertesten, intelligentisten, besten. = Rassismus. Dies geschieht nicht irgendwie aus neutrale wissenschaftliche Erkundung, sondern im Kontext von Kolonisierung und den Bestrebung, krassere Formen von Ausbeutung z.B die transatlantischen Sklavenhalten zu ‚gerechtfertigen.‘ Dies ist heute noch wirksam.

In der USA weiss man z.B das Schwarze Kinder mit ADHS öfters nicht diagnostiert werden als weisse Kinder. Das ist ein Problem mit ungleiche Zugang zu medizinische Versorgung und mit Bias (Also z.B die Probleme von Schwarze Kinder mit ADHS werden eher als schlechtes Verhalten interpretiert, die Probleme von weisse Kinder eher als mögliche ADHS.) Und weltweit in verschiedene Länder sieht gesellschaftliche Bewusstsein für ADHS und Zugang zu Diagnostik sehr unterschiedlich aus. Deshalb wurde es mir schwer fallen zu glauben, dass Statistiken ADHS-Diagnose bei ‚weissen, Asiaten, usw.‘ den tatsächlichen Prävalenz von ADHS in diese Gruppen akkurat abbilden.

Ich finde also, diese Frage soll rausgenommen werden, da die gesammelten Daten können a) eher ein falsches Bild abbilden als nützlich sein b) rassistische Ideen reproduzieren können.

Uund ich habe keine Konzentration mehr, aber ich hoffe auf konstruktive Diskussion usw,

tldr; 'Kaukasisch, Afrikanisch usw. (wie in der testfrage) sind doch keine Ethnien, sondern ‚Rassen‘ (nach schlechte alte Rassentheorien); ‚Rassen‘ sind ja nicht biologisch real, sondern konstruiert; das sind in der Form also keine nützliche Daten für uns zu sammeln und können für Menschen schädlich sein; sollen wir also rauslassen.

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Hallo und willkommen im Forum!

Sehe ich ähnlich. Ich verstehe auch nicht was die Frage in dem Test soll.

Hier der Link zu der Seite:

Anmerkungen zu den Begriffen Population und Rasse:58

  • Der Begriff Rasse kennzeichnet die Menschheit insgesamt. Es gibt keine unterschiedlichen Menschenrassen.
  • Der englische Begriff Race (Rasse) benennt nicht eine genetische Definition, sondern ein soziales Konstrukt.
  • Die genetischen Unterschiede zwischen Kontinenten sind graduell. Beispielsweise gibt es Menschengruppen in Afrika (z.B. die San), die hellere Haut haben als Menschengruppen in Europa (z.B. in Andalusien). Die helle Hautfarbe der Europäer hat sich erst vor wenigen tausend Jahren ausgebildet. Davor waren alle Menschen mehr oder weniger “schwarz”.
  • Über einen Stammbaum von 4000 Jahren ist jeder Mensch mit jedem anderen Menschen blutsverwandt.

Die Quelle welche als 58 angegeben ist führt zu einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Johannes Krause - welcher hinter einer Bezahlschranke liegt. Wenn man etwas googelt finden man andere Artikel von ihm welche frei zugänglich sind.

Finde ich super :+1:. Ist auch ein interessantes und wichtiges Thema!

Vielleicht macht die Erhebung solcher Daten aus folgendem Grund Sinn:

Die absolut meisten Daten in der Medizin sind von „weißen“ Menschen. Und Menschen mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft werden nach wie vor aufgrund von z.B. rassistischen Stereotypen medizinisch falsch behandelt.

Aber auch falsch diagnostiziert, denn es gibt gehäuft auftretende Dispositionen und Erkrankungen bei denen die Ethnie eine Rolle spielen kann. Grund dafür ist aber nicht die Hautfarbe o.ä. sondern Umwelt, familiäre/erbliche Faktoren, sozio-ökonomischer Status, blablubb.

Zusammengefasst: Die Medizin ist von weißen Menschen für weiße Menschen. Darunter leiden alle anderen, weil sie nicht relevant sind für Statistiken. Das sollte nicht so sein!

Generell sollte es natürlich irrelevant sein, welche Ethnie jemand hat.
Ich sehe das eher so wie Quoten in der Politik: Männer und Frauen sollten auch gleichwertig überall vertreten sein, sind sie aber nicht. Durch Quoten kann man das Ziel erreichen, um diese Quoten dann nicht mehr zu brauchen…

Macht das Sinn?

(Vielleicht verrenn ich mich auch, keine Ahnung. Das sind sensible Daten bei einem sensiblen Thema und ich verstehe die Bauchschmerzen, denn die sind ja zu Recht da!)