Euer Gefühl vor der Diagnose

Hallo liebes Forum,:blush:

Mich würde mal brennend interessieren wie ihr euch vor eurer endgültigen Diagnose gefühlt habt?

Wart ihr euch sicher nach dem ersten Gespräch oder hattet ihr noch Zweifel?
Grade wenn wen man im ersten Gespräch nur eine schwammige Antwort erhält finde ich macht das nur mehr Stress zumindest geht es mir so.

Ich bin noch nervöser als sonst (falls das möglich ist):sweat_smile:

Zumal wieviel Termine hattet ihr bevor Medikamente verschrieben wurden?
Oder hat man euch sogar erst eine Alternative Therapie anbieten wollen?

Tut mir leid für die vielen Fragen…aber ich bin so unnormal zappelig vor meinem zweiten Termin in 3 Wochen.:see_no_evil:

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Hey,
Ich kann deine Gefühle voll gut nachvollziehen - habe nächste Woche meinen 1. Diagnosetermin und bin dementsprechend nervös. Bin gespannt auf die Antworten zu deinen Fragen und drücke dir die Daumen, dass alles gut geht bei deinem nächsten Termin. :slight_smile:

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Hallo Missmutig,

Schön zu wissen das es nicht nur mit so geht :blush:

Es freut mich das bei dir auch der erste Schritt so nah ist!
Ich kann dir wirklich nur den Tipp geben sei einfach absolut ehrlich in allen Dingen so wie du dich auch wirklich fühlst. Ich musste in meinem ersten Gespräch erst auftauen weil ich Angst hatte die Wahrheit zu sagen🙈

Ich drücke dir auch ganz doll die Daumen das du Gewissheit bekommst :blush:!

Ich freue mich auch darauf zu erfahren was du uns hoffentlich berichten wirst :blush:

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Ja, das mit der Ehrlichkeit ist (leider) mein normaler Modus. Aus mir blubbert eigentlich immer alles ungefiltert raus. Beim ersten Verdachtsgespräch mit meiner Hausärztin hab ich auch direkt angefangen heftig zu weinen obwohl mir das sonst schon lange nicht mehr passiert. Ich hoffe ich kann mich bei der Psychiaterin einigermaßen fokussieren und vergesse meine Notizen nicht. :see_no_evil:

Wenn du Lust hast, kannst du ja mal von deinem ersten Termin erzählen, ich weiß noch gar nicht so richtig was da genau auf mich zukommt…

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Hallo,

nein, für mich war es schon vorher absolut plausibel dass ich ADHS habe, mein Sohn hatte die Diagnose drei Jahre vor mir und es ergab alles plötzlich Sinn. Ich war rückblickend ein typischer ADHS-Junge mit vielen verlorenen Gegenständen, immer chaotischem Zimmer, Lernen für Arbeiten erst am letzten Tag, (Beinahe-)Unfällen und Klassenclownverhalten.

Ich sah auch wie verblüffend gut die Medikamente meinem Sohn taten, und selbst welche zu bekommen gleich nach der Diagnose war natürlich mein Ziel. Auch wenn man die damals, 2003, als Erwachsener noch voll selbst zahlen musste.

Kenne ich tatsächlich auch…früher war ich auch der Typ der einfach drauf los redet egal was allerdings bin ich damit jedesmal so dermaßen angeeckt das ich mich irgendwann gezwungen habe nichts mehr zu sagen (oder nicht viel)…

Deshalb viel es mir wohl auch so schwer :frowning:

Also mein erster Termin lief so ab:

Es hat vorab erstmal gedauert den Mut zu fassen das Thema anzugehen da ich (besser meine Eltern) es seid meiner Schulzeit obwohl es mehr als deutlich war nie für nötig hielten etwas zu tun…naja besser spät als nie.

Zuerst hat mich der Arzt gefragt wieso ich glaube AD(H)s zu haben.

Habe dann eher vorsichtig angefangen von meinen Sorgen und Problemen zu erzählen sprich es ging anfangs eher um das was im Erwachsenen so ausgeprägt ist.

Bei mir ist es beispielsweise die absolute Vergesslichkeit sehr starke Prokrastination ( ich schiebe wirklich alles extrem auf) meine schlimme Impulsivität gerade auch im Bezug auf Freundschaften und Beziehungen, ich bin auch in hohem Maße Kritikunfähig nehme alles persönlich und habe auch heute nach wie vor starke Probleme damit mich überhaupt annähernd auf etwas zu konzentrieren.

Wir sind dann auf meine Kindheit/Jugend eingegangen weil die selben Probleme ja dann damals schon vorhanden waren also habe ich meine gesamte Schulzeit nochmals erzählt. Ich war der klassische Störer im Unterricht schlechte Noten sich nie beteiligt nicht ausdauernd und so weiter.

Dann ging es um die Familie

Gibt es Fälle bei Geschwistern Eltern usw
Da ist mir leider nichts bekannt.
Ich musste ihm dann auch sagen dass meine Mutter während sie mit mir schwanger war geraucht hat ( ja dafür schäme ich mich das zu sagen)

Wir haben dann abschließend einen klassischen Fragebogen gemacht bei dem sehr schnell feststand dass ich viele Kriterien erfülle.
Zusätzlich hat er einen Konzentrationstest gemacht in dem ich mir Dinge merken sollte, zahlen rückrechnen und Wörter rückwärts buchstabieren…
Was soll ich sagen habe überall total versagt kam mir vor wie ein idiot…

Er hat mir auch gesagt er glaubt sehr stark das da etwas in die Richtung ist aber die Diagnose stellt man nicht sofort.

Habe dann nochmal einen Fragebogen mit nachhause bekommen den ich für meinen zweiten Termin mitnehmen soll inklusive Schluzeugnisse.

So ich hoffe ich habe dir da jetzt nicht die Lust am lesen oder dem Termin verdorben :see_no_evil:

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Überhaupt nicht, das ist total interessant, danke für deine Offenheit! Es klingt ja wirklich positiv bei dir (also in dem Sinne, dass ADHS wohl eine Erklärung für deine Probleme sein könnte), so dass du hoffentlich bald Wege einschlagen kannst, die dir das Leben etwas erleichtern und mehr Klarheit bringen.

Ich erkenne mich auch in vielen Dingen die du benannt hast stark wieder, aber ich glaube so geht es mir hier bei 80% aller Beiträge.

Wir packen das schon! :wink:

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Hey @Dreamer,
meine Diagnose ist auch noch nicht so lange her und ich fühle das sehr!

Vor allem das mit den schwammigen Antworten - nach etlichen Zweifeln, einem Imposter Anfall, der sich gewaschen hat und totaler emotionaler Verwirrung musste ich mir dann irgendwann selber sagen, dass die Ärzt*innen das schon am besten einschätzen können und auch Unsicherheiten in ihre Beurteilung einfließen lassen - meine hat die Fragen vom Fragebogen irgendwann für mich beantwortet :smiley:

„Sind Sie gesprächig? - Ja, sind Sie!“ oder „zappeln Sie mit den Füßen?“ „Nein, eigentlich selten" „Ja, aber jetzt grade knacken Sie ihre Finger und spielen mit Ihren Haaren“ etc :clown_face:

Will meinen - die sehen dich (hoffentlich) als ganze Person, da bin ich mir sicher!

Moin @Dreamer
Meine Diagnose zog sich ein bisschen in die Länge da zwischen den einzelnen Terminen immer etwas Zeit verging (paar Tage oder auch Mal ein / zwei Wochen). Hatte glaube ich, inkl. Erstgespräch, 5 oder 6 Termine in denen ich verschiedene Tests absolvieren musste und nach denen ich jedes Mal sehr froh war, dass ich mir für den jeweiligen Tag freigenommen hatte…

Ich bin dem ganzen aber irgendwie… Mit so einer „fuck of“ Mentalität gegenüber gestanden. Also in der Hinsicht dass, wenn es das nicht ist, will / muss ich wissen was es stadtdessen ist.

Aber, bevor jetzt ein falscher Eindruck entsteht, ich war latent nervös und Unruhig :wink:

Mir wurde dann empfohlen Verhaltenstherapie zu machen und optional Medikamente dazu zu nehmen.

Da der Platz für eine Therapie etwas ist, was nicht so schnell ging und ich auch Medikamenten gegenüber aufgeschlossen war / bin habe ich mit Medikamenten angefangen und halt nebenbei nach einem Therapieplatz gesucht.

Drücke dir die Daumen dass bei dir alles gut verläuft :slight_smile:

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