Eure Erfahrungen ADHS und Burnout

Liebe Leute,

ich versuche, mich kurz zu fassen, weil ich gerade kaum die Kraft habe, viel zu schreiben.

Seit Anfang des Jahres habe ich die Diagnose ADHS. Durch Zufall habe ich eine Psychiaterin gefunden, worüber ich bis heute froh bin. Allerdings habe ich oft das Gefühl, dass sie mich nicht richtig aufklärt, und sie wirkt auf mich eher streng und manchmal auch etwas patzig, wenn ich Fragen stelle.

Zuerst sollte ich mit Ritalin 10 mg beginnen und in der zweiten Woche auf 30 mg steigern. Ich hatte jedoch zu viele Nebenwirkungen, deshalb hat sie mir anschließend Elvanse 30 mg verschrieben.

Gleichzeitig befinde ich mich aktuell in einer depressiven Phase und kämpfe mit den Folgen eines Burnouts. Deshalb fällt es mir ohnehin schwer, mich zu motivieren oder Dinge anzupacken.

Bei Elvanse hatte ich das Gefühl, dass es nicht wirklich das gebracht hat, was ich mir erhofft hatte. Mein Hauptwunsch war ein ruhigerer Kopf und mehr Konzentration. Andererseits hatte ich schon einige positive Effekte: Ich war ruhiger und weniger impulsiv.

Heute merke ich allerdings, wie extrem müde ich bin. Nach etwa fünf Stunden Wirkzeit könnte ich stundenlang schlafen. Ist das normal? Kann diese Müdigkeit von Elvanse kommen?

Außerdem frage ich mich, warum meine Psychiaterin direkt mit 30 mg angefangen hat und nicht mit 20 mg.

Inzwischen hat sie mir Atomoxetin verschrieben, das ich aber noch nicht genommen habe. Sie meinte wohl deshalb, weil ich gesagt habe, dass Elvanse nicht so wirkt, wie ich es erwartet hatte, und weil ich mir mehr Konzentration wünsche.

Jetzt frage ich mich die ganze Zeit:

  • Liegt das alles vielleicht an mir?

  • Bilde ich mir die Probleme nur ein?

  • Sollte ich Atomoxetin ausprobieren?

  • Ist die Müdigkeit eine normale Nebenwirkung?

  • Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ich bin seit sechs Wochen krankgeschrieben, weil im Job alles zu viel geworden ist. Im Moment fühle ich mich ziemlich aussichtslos und überfordert. Manchmal frage ich mich sogar, ob ich selbst das Problem bin.

Ich würde mich über eure Erfahrungen oder Tipps sehr freuen.

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Hallo,

Sofern du gut und ausreichend nachts schläfst, keine sonstigen schweren Nebenwirkungen hast wäre eine Möglichkeit, die Dosis ( LDX/ Elvanse) der einmal Einnahme zu erhöhen für eine längere Wirkung oder zusätzlich eine kleinere zweite Dosis ( Elvanse/ LDX) Zeitversetzt ca. 6+ nach der ersten zu nehmen. Wichtig wäre aber wirklich darauf zu achten das du nicht in eine Überdosierung rutschts ( z.B. der Steady State) und dich noch mehr ausbrennst.

Ich meine mich noch erinnern zu können, das aber MPH besser bei der Konzentration hilft, man kann mich dahingehend aber gerne Korrigieren. Von Atomoxetin, habe ich überhaupt keine Ahnung.

Alles gute Dir! :four_leaf_clover:

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Ich danke dir, nicht mal mein Arzt hat mir so viel Input gegeben! sehr nett von dir.

Aber durch Methylphenidat hatte ich viele Nebenwirkung bzw das schlimmste mit dem Rebound Effekt, habe mich sehr schlecht gefühlt es war quasi zu meiner jetzigen Situation nicht passend.

Hatte auch nur diese normalen,kein Ritalin Retard.

Vllt mal dahingehend nachfragen bei meinem Arzt, ich weiß es nicht.

Nimmst du die denn so oder löst du die BTM im Wasser

Vor oder nach dem Essen? Ich weiß nicht, ob es auch eventuell daran liegt?

Gerne,

Ich nehme nur LDX und löse es in Wasser auf, zumindest die zweite Dosis. Zum schlafen nehme ich aber Zeitweise Pipamperon bei bedarf.

Alles immer mit dem Behandler besprechen. :four_leaf_clover:

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Es gibt x Sachen woran das liegen kann. Fettige Nahrung verzögert die Anflutung, der PH Wert des Urins verändert auch die Wirkung ( kann u.a. auch vom Essen kommen), dazu kommt noch ob du Koffein, Nikotin oder sonstiges zu dir nimmst, Sport ebenso, Supplements.

Man kann Schnellverstoffwechsler sein, irgendwelche Erkrankungen haben, als Frau spielt auch die (mir fällt der name nicht ein) eine Rolle. Dies das jenes. Stress sowieso, zu wenig schlaf erst recht.

Zusätzliche andere Komorbiditäten kommen auch noch dazu, wie z.B. ASS, PTBS+, Dissoziation sowieso…

Ich denk mir aber, ich versuch möglichst gleichbleibend alles beizubehalten und tüftel nur an der Dosis rum und bete einfach mal das jeder Tag dann auch gleich bleibt. :person_shrugging:

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Hi.

Ich habe mich in einer vielleicht etwas ähnlichen Situation befunden wie du.

Ich habe Ende letzten Jahres die ADHS Diagnose bekommen.

Zudem hatte ich auch Anfang des Jahres eine sehr sehr starke depressive Episode und extreme Erschöpfung (ich hab es gerade mal noch so irgendwie durch meine Tage geschafft).

Nach 4 Wochen Krankschreibung bin ich wieder zur Arbeit, weil ich mir das Krankengeld nicht leisten konnte… Temin beim Psychiater stand da noch aus (ich hatte 6 Monate Wartezeit nachdem ich überhaupt einen gefunden habe).

Mein Psychiater hat mich jetzt erstmal mit Bupropion behandelt (hauptsächkich gegen Depression, offlabel bei ADHS, weil es auf Domamin und Noradrenalin wirkt).

Nach etwas „Startschwierigkeiten“ merke ich langsam dass ich mich auf jeden Fall stabilisiert habe. Es braucht halt ein paar Wochen, bis es richtig wirkt.

Ich hab noch immer schlechte Tage, aber ich falle nicht mehr so tief ins Loch und vor allem sind die meisten Tage mittlerweile irgendwie OK. Manche sogar gut.

Ich komme auch wieder besser durch den Tag, ohne mich einfach nur noch durch zu schleppen. Energie ist auf jeden Fall gestiegen.

Eine deutliche Steigerung zur Ausgangslage!

Anfängliche Nebenwirkungen sind bisher eigentlich komplett abgeklungen. Das war aber auch eher Verdauungstechnisch (Sodbrennen starke Blähungen).

Insgesamt geht es mir auf jeden Fall deutlich besser jetzt.

Ich weiß nicht, ob sowas vielleicht für dich auch in Frage käme.

Allerdings und das ist vielleicht wichtig, wirkt es bei mir nicht auf die ADHS Symptome. Durch den gesteigerten Antrieb, habe ich sogar eher das Gefühl, es ist etwas schlimmer geworden (Impulsivität, gedankliches abschleifen/Konzentration)

Vorher war ich einfach zu erschöpft für ADHS (macht das Sinn?!?) und die „Stimme“ die mich selbst und alles andere auf der Welt nieder und schlecht gemacht hat, war die dominante Kraft. Da diese jetzt meist weg/ruhiger ist, herrscht wieder mehr durcheinander.

Ich starte in etwa 2 Wochen erst mit Stimulanzien, da ist mein nächster Termin. Daher kann ich hier noch nichts über Erfahrungen schreiben.

Es ist vielleicht etwas viel zu lesen, aber ich habe in dem Thread etwas mehr über meine Erfahrung mit. Bupropion geschrieben, falls es doch interessiert.

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Liebe @roseak, ich kann alles gut aus eigenem Erleben nachvollziehen, von der „strengen“ Psychiaterin (die 10 Minuten Zeit für jeden Patienten hat), über die flaue Wirkung (bitte etwas mehr Konzentration, bitte!), die Müdigkeit am Nachmittag (kein Problem, ich liebe ein Nickerchen, aber danach ist es nicht besser).

Meine Perspektive insgesamt etwa „toll, es gibt eine Diagnose und man hilft mir. Aber ich würd jetzt auch gerne mal wieder was auf die Reihe kriegen.“ Gewürzt mit einer ordentlichen Prise „jetzt reiß dich mal zusammen, anderen Menschen geht es viel schlimmer und die schaffen das mit dem Leben doch auch.“

Hast du Freude an Wortspielen? Dann würde ich deine Fragen kurz beantworten mit:
Du bist nicht normal. Du bist nicht falsch.
Du bist nicht allein. Du bist hier richtig. Hier bist du normal.