Eure Wirkung bei Koffein/Nikotin

Mooin, i bims nochmal

Wollte mal fragen wie Koffein und Nikotin bei euch wirkt. Wird ja oft gesagt, dass es bei ADHS oft paradox wirkt.
Werdet ihr davon müde? Oder wirkt es bei euch wie bei „normalos“?

Hab oft den Eindruck, dass ich nach paar Zügen an der E-Zigarette erstmal 3 Stunden schlafen könnte… :smiley:

Danke schonmal ihr Lieben :slight_smile:

Das mit der paradoxen Wirkung bei ADHS-lern ist auch so eine Legende, glaube ich.

Es setzt voraus, dass Kaffee alle Nicht-ADHS-ler nur wach und aktiv macht. Das ist aber viel komplexer. Es gibt doch eine Menge Leute, die durch Kaffee oder andere Stimulanzien ruhig und konzentrierter werden, das sind weit mehr als nur wir ADHS-ler. Auch abends Kaffee trinken ist durchaus verbreiteter als man denkt.

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Moin,
zum Thema Nikotin kann ich glücklicherweise nichts mehr sagen.

Koffein: Paradoxe Reaktion - nein auf keinen Fall. Aber Koffein zu diesen Medikamenten führt schon dazu, dass ich da ab und zu eine Schlenker im HR habe. Palpationsgefühl, Extrasystolen oder auch mal einen Aussetzer - aber alles im Rahmen.

Wahrscheinlich ist es klug, gerade beim Einschleichen auf Koffein zu verzichten, aber 30 Jahr sozialisation im Krankenhaus machen den Koffeinverzicht für mich unmöglich :smiley:

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Koffein: Muss viel sein damit ich zittrig werde. Macht mich eher gemütlich.

Nikotin: Nur gelegentlich Nikotinpflaster (ein kleiner Zuschnitt). Bin Nichtraucher. Nikotin macht zusammen mit Elvanse aus meinem ADHS-I einen ADHS-HI.

Ich mag den Effekt der Nikotinpflaster manchmal.

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Bei wirkt Kaffee wie er soll :smiley: seit Elvanse jedoch maximal 1 Tasse am Vormittag.
Eine paradoxe Wirkung hat bei Baldrian, putscht mich auf wie meine Katzen.

Außerdem erinnere ich mich dunkel, dass es vor einer OP im Kindesalter ein Problem gab mit einer Beruhigungsspritze vor der OP - ich bekam extremen Bewegungsdrang und wurde mit Gewalt am Aufstehen und herumlaufen gehindert.

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Kaffee ohne Medis macht mich halbwegs funktionstüchtig. Viel Kaffee. Ohne geht gar nichts.
Kaffee mit Medis macht mich hibbelig. Ja, ich konnte es nicht sein lassen in der Eindosierung und musste es ausprobieren. :upside_down_face:

Nikotin macht mich ruhiger. Keine Ahnung, ob das „normal“ ist - für mich schon.
Bin quasi nikotinsüchtig auf die Welt gekommen (Mutter rauchte in der Schwangerschaft), habe meine Kindheit in einem Raucherhaushalt verbracht, früh selbst angefangen und bin bis heute nicht von los gekommen.
Mit Medis kein Unterschied in der Wirkung.

Vielleicht paradox: Betablocker putschen mich auf, während ich von anderen immer nur höre, dass sie davon müde werden.

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Rückblickend auf meine Zeit der Rauchzeichen, hat mich die erste Zigarette des Tages immer furchtbar müde gemacht, weshalb ich gleich eine zweite im Anschluß rauchen musste.

Kaffee hat mich nie wach gemacht. Während der Frühschicht damals, haben die Kollegin & ich exzessiv die Kannen eingeatmet :see_no_evil: natürlich immer unter Begleitung vom Kippchen.

Wir sind dann irgendwann auf entkoffeinierten umgestiegen, weil das zittern anfing :woozy_face:

Kaffee vertrage ich heute nicht mehr.
Ich habe damals auch bewusst den Genuss weggelassen, da Kaffee & Zigaretten für mich eine feste Einheit waren und ich von den Zigaretten weg wollte.

Edit: Ich trinke heute Matcha :tea: aber ist wie damals zu KaffeeTantenZeit, macht mich nicht wach.

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Bei mir wirkt Kaffe extrem paradox! In der Regel fühle ich mich davon benebelt, unruhig und ganz leicht panisch. Nicht immer, aber wie ein Fass was zum überlaufen kommt, wenn ich davon zu viel trinke.

Bei Nikotin (Rauche nicht, aber nehme ab und an snus (Beutel die man sich unter die Lippe schiebt), welches extremst hohe Mengen an Nikotin hat) werde ich sofort klar, entspannt und konzentriert. Da aber auch nur so lange ich es nicht übertreibe.

Ich hab erst vor kurzem Kaffee abgesetzt vor den Termin beim Psychiater, weil man ja (mindestens) zum ein dosieren darauf verzichten soll.

Ich hab einen Tag lang Kopfschmerzen gehabt (vielleicht auch nur Zufall) ansonsten keinen Unterschied gemerkt.

Jetzt bekomme ich erstmal Antidepressiva und dann evtl. später noch Stimulanzien.

Daher hab ich wieder mit Kaffee angefangen.

Die ersten Tage war ich tatsächlich viel fitter, bin aber nicht ganz sicher ob das vom Kaffee oder Bupropion kam.

Mittlerweile bin ich wieder im Status quo.

Ich trinke Kaffee einfach gerne, fühle mich danach aber kein bisschen mehr wach als vorher.

Auch wenn ich Nachmittags die zweite Tasse nicht trinke (weil unterwegs, oder vergessen) merke ich keinerlei Unterschied.

Zu Nikotin kann ich nichts sagen, ich hab zum Glück nie mit rauchen angefangen.

Ich bin überzeugt, dass mir Nikotin mein Abi gerettet hat. War damals „Genußraucher“ und hatte k.A. von ADHS. Irgendwie war das die perfekte Selbstmedikation. Hab die Glimmstängel aber vor 25 Jahren aufgegeben.

Kaffee konnte ich früher zu jeder Tages- und Nachtzeit in beliebiger Menge trinken. Heutzutage muss ich aufpassen. Brauche früh 1-2 Tassen. Eine dritte merke ich dann schon . Dann werde ich zittrig. Das geht richtig aufs Herz. Espresso vertrage ich etwas besser. Schwarzen Tee noch besser.

Ich würde sagen, das ist für mich (AuDHS) eine gesunde Reaktion auf die Wirkstoffe. An die Unmengen Kaffee hatte ich mich halt über Jahre gewöhnt. Bin dann auf Tee umgestiegen. Vmtl. als „Entwöhnung“.

Ich trink jetzt auch wieder Koffein, Morgens und Abends aber irgendwie. Zu wenig glaube ich. Mio Mio Mate ist der Beste kann aber auch mal eine Dose Dr. Pepper sein.

Also mich macht Koffein noch Hyperaktiver und chaotischer. Mit so einem richtig kratzigen Gefühl das nur noch widerlich ist.

Nikotin ist ähnlich wie Medis aber da ist nicht so diese Ruhe im Kopf.

Ich wär da eher für Ritalinwasser, wird aber in dieser Welt schwer :grinning_face:

Wie jetzt- du kriegst noch immer kein Stimulans?

Nein, wegen eine zuletzt wieder sehr starken Depression und allgemein starken Stimmungsschwankungen will der Psychiater erstmal das stabilisieren und dann weiter sehen, ob ein Stimulanz noch nötig ist.

Er meinte, das beim abklingen der Wirkung von Stimulanzien die Stimmung noch stärker ins negative gehen könnte .

Als Antidepressiva bekomme ich Bupropion, das auf Dopamin und Noradrenalin wirkt. So sollte es auch geringfügig auf die ADHS wirken (wird wohl auch offlabel als ADHS Medikament benutzt).

Bisher merke ich davon allerdings nichts. Also was die ADHS angeht. Ganz im Gegenteil.

Durch den leicht gesteigerten Antrieb kommt das sogar noch viel mehr raus. Vor allem im gedanklichen abdriften und auch verbal kommt wieder viel mehr raus, was mir so im Hirn Rum spukt.

Ich hab am Dienstag den nächsten Termin, gehe davon aus, es dass Bupropion erhöht wird, da es stimmungs und antriebsmäßig auf jeden Fall in die richtige Richtung geht, aber die Wirkung auf jeden Fall noch stärker sein könnte/sollte.

Ja, die Begründung hatte ich gelesen, finde sie aber nicht überzeugend.

Es stimmt zwar, dass bei Stimulanzien Stimmungsschwankungen im Rebound verstärkt sein können. Deswegen versucht man auch, durch den richtigen Einnahmeabstand und stufenweise absteigende Dosierung im Tagesverlauf die Rebounds abzufangen.

Insgesamt sollte bei ADHS ein Stimulans aber Stimmungsschwankungen verbessern. Für mich war das die positive Überraschung, als ich anfing, Ritalin zu nehmen. Weniger zerstreut und mehr Überblick, das hatte ich erwartet, aber viel ausgeglichener, das war so ein Bonus.

Ich glaube auch nicht, dass Bupropion auf die ADHS-Symtomatik eindrucksvoll wirken wird. Das Gerücht kriegt man offenbar nicht aus der Welt.

In all den Jahren habe ich noch nicht in diesem und im Vorgängerforum gelesen, dass Bupropion allein ausreichend bei ADHS wirkt.

Ich verstehe schon, dein Arzt sagt, die Depression steht im Vordergrund und da will er als Erstes ran. Aber sehen, ob ein Stimulanz noch nötig ist?

Du schreibst, du hast die Diagnose seit November, hast dann lange auf den Termin gewartet und jetzt versucht der Arzt seit April mit Bupropion herum und beim nächsten Termin kriegst du immer noch kein Stimulans? Das ist deine Lebenszeit, die du nicht unbegrenzt hast.

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Er sprach davon, dass er gute Erfahrungen mit Bupropion bei ADHS und Depressionen gemacht hat. Und dass sie in der Praxis einige ADHS Patienten haben.

Ich (hab?!?) dem Fachmann dann halt mal vertraut.

Ich hatte Ende letztes Jahr/ Anfang dieses Jahr die mit Abstand heftigste depressive Episode seit sicher 10+ Jahren hatte. Und erstmals seit so langer Zeit wieder mit Suizidgedanken.

Vielleicht hat er Sorge vor Kurzschlusshandlungen im Rebound :man_shrugging:

Gelesen hatte ich das auch, dass die Stimmungsschwankungen besser werden können.

Und dass bei Elvanse z.B. der rebound nicht so stark sein soll wie bei Methylphenidat.

Momentan würde ich tatsächlich erstmal eine Erhöhung von Bupropion probieren, da ich insgesamt auf jeden Fall wieder besser dudch den Tag komme, aber stimmungstechnischbteiksweise schon noch ziemlich tief fallen kann.

Aber ich glaube auch, dass es gegen die ADHS Symptome nicht allein ausreichen wird.

Wie gesagt, ist vor allem die ablenkbarkeit und die Impulsivität sogar noch stärker geworden seit der Einnahme.

So werde ich es ihm auch mitteilen und dann Mal sehen was er sagt.

Eine Alternative hab ich nicht. Das ist der einzige Psychiater in sehr großem Umkreis, bei dem ich überhaupt einen Termin bekommen habe.

Hab heute den Termin gehabt.

Bupropion wird von 150mg auf 300mg erhöht.

In 4 Wochen kann man drüber sprechen, ob ich dann noch ein Stimulanz zusätzlich möchte.

Methylphenidat wäre dann das Mittel der (ersten) Wahl seitens des Psychiaters.

Medication choice – adults

1.7.11

Offer lisdexamfetamine or methylphenidate as first-line pharmacological treatment for adults with ADHD.