finde keine Freundin

Mein Hauptproblem liegt in der Einsamkeit.

Ich fühle mich alleine auf dieser Welt. Ich vermisse soziale Kontakte. Ich würde sehr gerne dazugehören.
Aber: Durch meine Impulsivität schaffe ich es immer wieder aus einer Gruppe herauszufallen.
Wird das bei Frauen besonders negativ angerechnet? Ich weiß es nicht.

Ich gelte als arrogant (ohne, dass mir bewusst ist, was mich arrogant wirken lässt).
Im Beruf habe ich durch das Wörterverwechseln und Konfabulieren häufig Probleme: die Leute nehmen mich dann nicht ernst.
Mir ist meistens gar nicht bewusst, wenn ich über eine Denklücke gerade hinwegrede und andere das als sehr störend empfinden. Mir fällt es nur auf, weil ich dann eben nicht ernst genommen werde bzw. die Leute mich meiden.

Besonders, wenn ich mich anstrenge um bei gewissen Personen gut anzukommen geht es schief. Gruppen sind sowieso immer schwierig, weil ich dann gar nichts mehr kapiere.
Die Freunde meines Partners mögen mich nicht.
Ich finde keine Freundin.

Es ist immer das selbe:
Ich mache einen sehr guten ersten Eindruck und dann ziehen sich die Menschen (für mich plötzlich) von mir zurück.
Es ist mir gerade eben wieder passiert, bei einem Menschen, den ich sehr mochte. Und wieder bekomme ich keine Rückmeldung, was ich eigentlich falsch gemacht habe.

Als Frau sollte man die empathische soziale Seite in der Beziehung einnehmen. Und ich falle regelmäßig raus und durch. Ich bin wie ein antisoziales Alien.

Nur was kann ich konkret tun?
Mir ist es in dem Moment, wo ich andere Menschen vor den Kopf stoße gar nicht bewusst. Habt ihr die gleichen Probleme?

Neptune

Das tut mir wirklich sehr leid…ich kenne das aber auch sehr gut. Ich werde auch sehr oft als hochnäsig wahrgenommen, was ich aber überhaupt nicht so meine. Dadurch habe ich aber gelernt die Menschen erst einmal richtig kennen zu lernen, statt direkt ein Urteil zu fällen. Gruppen sind mir meistens viel zu viel, ich komme da einfach nicht mit und ziehe mich daher oft zurück. Aktuell habe ich auch kaum Kontakte. Eine Freundin mit der ich hin und wieder telefoniere, aber das wars im Grunde genommen schon. Von meinem partner die Freunde sind sehr nett, doch ich bin eher der durchgeknallte Typ und finde einfach keinen Ansatz.
Ich weiß nicht ob man hier auch private Nachrichten senden kann, aber wenn du möchtest können wir uns gerne mal austauschen.

Ach, wie finde ich mich wieder…
Ich denke, den meisten von uns ist das Problem vertraut - sich selbst als anders wahrzunehmen…
Ein Gutteil davon halte ich tatsächlich für eingeredet und / oder übertrieben stark wahrgenommen.
Durch die starke Wahrnehmung jeder krausgezogenen Stirne oder jeder hochgezogener Augenbraue schrecken wir zurück, sind verunsichert und verhalten uns nicht mehr entspannt - was m.E. letztlich das ist, was uns „anders“ und „kompliziert“ macht.
Manchmal versucht man dann, es anderen besonders recht zu machen, das wirkt dann noch angestrengter… bei mir ist es z.B. die Mimik, die dann angestrengt ist, das wirkt dann arrogant.

Woher weißt Du denn, dass die Freunde Deines Partners Dich nicht mögen?

Nö. Hau Dir das gleich mal aus dem Kopf, das war und ist ein Märchen. Schau Dich lieber um, wie es tatsächlich aussieht.


Ja, WENN das tatsächlich so ist. Seit ich weiß dass ich ADHS habe, stört mich das nicht mehr. Ganz im Gegenteil.

Freundin suchen … ja, das kenne ich auch. Letztlich hatte ich immer Freundinnen, etappenweise. Unglücklicherweise hatten die (rückblickend gesehen) meist auch ADHS… daher bleibts immer bei „Quartalsfreundschaft“ oder „Lebenseabschnittsfreundschaft“. Eine von beiden hat sich dann immer über die andere aufgeregt…
Muss man nehmen und pflegen, solange es gut ist - und wenn es vorbei ist, nicht lang hadern. Menschen kommen und gehen. Auch wenn es weh tut - ich hatte in letzter Zeit auch ein paar „Verluste“ in dem Bereich. Mir fehlen die Menschen sehr, aber es hilft ja nichts. Ich bin mir auch sicher, nicht in jedem Fall für den Abbruch der Beziehung verantwortlich zu sein. Andere Menschen haben auch Fehler…

Am besten „fahre“ ich mit KollegInnen oder Bekannten z.B. aus irgendwelchen Arbeitsgemeinschaften. Da gebe ich mich emotional nicht so rein, dann gehts meist auch nicht nach hinten los.
Das mag daran liegen, dass ich mit mir selbst im reinen bin wie eigentlich nie zuvor. Ja, und dass ich weiß, dass ich empfindlicher auf soziale Signale reagiere, vor allem auf die, die irgendwie im Entferntesten mit Kritik oder Abwehr zu tun haben KÖNNTEN. Seitdem versuche ich bewusst, ein wenig wurstiger zu sein, nicht mehr so genau hinzuhören… eher in mich reinzuspüren, wie es MIR in der Situation geht. Das hilft, denn das nimmt den Fokus von den Reaktionen des Gegenübers…

Freundschaft mit ADHS - könnte man Bände mit füllen.

Ja auch ich erkenne mich sehr stark wider. Stark versuchen dazugehören und sich dann bei jedem Stirnrunzeln der anderen Personen abgelehnt zu fühlen und mir dann stundenlangen den Kopf darüber zu zerbrechen. Lange habe ich nicht begriffen, dass dies ein Symptom von ADHS ist. Es wird mir erst jetzt richtig bewusst. Ich befinde mich auch gerade Lage, an welcher ich mir überlege mich von Freunden zu distanzieren, das treibt mich um. Ich finde da den Gedanken schön (wie auch an anderer Stelle im Forum schon geäussert), sich zu überlegen welche schönen Zeiten und Momente man mit den Personen erlebt habe… MIt ADHS läuft man dann ja schnell Gefahr, dass man auf die „schwierigen Momente“ überfokussiert. I

Es ist aber auch tröstend zu wissen, dass es anderen ähnlich geht und es okay ist ein eher zurück gezogenes Leben zu führen. Ich drück euch alle <3

@Neptune20201

SAGA: You`re not, you’re not, you’re not alone…
(Hach, wer erinnert sich an den Rockpalast 1981 ??? Seufz… Und wenn man es heut ankuckt - so was von letztes Jahrtausend :wink:)