Sorry, ich bin zu dem Thema echt sehr frustriert.
Ohne mir das angeschaut zu haben - meine persönliche Erfahrung/Realität:
Was bringt es mir beim Vorschulkind eine LRS möglichst früh festzustellen, wenn die Kinder dann eh nicht gefördert werden? Hier bei uns die Realität. Man hat ja nicht mal Ressourcen das absolut notwendigste im Förderbereich abzudecken. LRS ist reiner „Luxus“ damit…
Bei ADHS bin ich mir momentan nicht sicher, wie viel es bringt… wenn sie es schwer genug haben, fallen sie auch so auf. Und ansonsten reicht es, es bei Bedarf festzustellen - meine Meinung. Aber ja, da könnte es noch Sinn machen.
War jetzt nicht konstruktiv, ich weiß… Aber so eine Diagnose allein, bringt echt wenig bis nix.
Tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen mit der Versorgungslage bei dir hast und ihr eigentlich eher praktische Hilfen im Alltag benötigt.
Ich habe keine Ahnung von LRS. Klingt auch eher, als wollten sie es für ihre Forschung allgemein erstmal abchecken und ergründen, ob und wie es sich vorab zeigt. Wie das einschätzen vor der Schule realistisch ist, weiß auch nicht.
Vielleicht ist es ein wenig tröstlich, dass mit guter Forschung die Problematik einfach deutlicher wird und das im Ergebnis zu einer besseren Versorgungslage führt, weil mehr fundiertes Problembewusstsein vorhanden ist? Bzw. heute ja die Möglichkeiten einfach schon (zumindest theoretisch) bestehen und eine gewisse Sensibilisierung besteht.
Für unsere Situation fände ich es perfekt: Ein unkompliziertes Feedback zum Stand meines Kindes im kleinen „Längsschnitt“ hätte ich schon gerne. Einfach, um das „Problem zu bewundern“ und frühzeitig Handlungsoptionen entwickeln zu können und nicht erst reagieren, wenn es zu handfesten Schwierigkeiten kommt. Ich finde, mein Kind darf einen erheblich leichteren Lebenslauf als ich haben. Zumal ich die Probleme des Kindes schon sehe, einfach verpeilt ohne Ende, impulsiv, kann sich schlecht konzentrieren, wenn nicht gerade der eigene Fokus drauf liegt und ist dann unendlich ablenkbar. „Zieh dich bitte an“ ist grundsätzlich viel zu pauschal und kann nicht umgesetzt werden. Er vergisst es dann. Manchmal, wenn man nicht hinterher ist, ist auch: „Zieh dir bitte Socken an“ schnell vregessen. Das nervt ihn selbst und er schämt sich dafür. Mein Mann sagt immer, dass es bei uns so sei: „Guck mal, ein Eichhörnchen!“ und zack! abgelenkt.
Andererseits ist er den ganzen Tag konzentriert dabei, wenn ihn was interessiert (btw: ich hasse Kniffel… )
Das finde ich echt traurig, dass wir im 21.Jhdt auf dem Niveau sind. Abgesehen davon, dass ich ehrlich von Online Arbeiten mit Fragebögen einfach nix halte… Das ist für mich nicht wissenschaftlich. Sorry, für alle Wissenschaften, die so arbeiten.
Also in Ö kam gerade die Tage in den Nachrichten, dass es zu wenig Plätze gibt für Kinder mit Sonderförderbedarf. Und zwar eklatant zu wenig. Das wird jetzt über mehrere Jahre angehoben…
Ich sehe dann schon, dass man die Ressourcen da mal schleunigst hinbündeln muss.
Dann kommen viiiiiele Kinder, die nicht gut genug Deutsch können und sonstige Probleme… ganz hinten kommt so etwas wie LRS. Das sehe ich ja selber ein, dass das im aktuellen Schulsystem einfach nur „Luxusproblem“ ist. Nur, das bringt meinem Kind halt leider nix…
Aber mal ganz unter uns: Schau dir einfach Schulbücher an. Sogar ich als Laie sehe, dass die oft nicht dazu geeignet sind Kindern möglichst einfach und effektiv(!) Rechtschreibung beizubringen. Und ich habe mir - aufgrund von Betroffenheit meiner Kinder - nur die absoluten Basics bisher angeeignet.
Mal ehrlich von einer besseren Art das zu lernen, würden ALLE Kinder profitieren. Sorry, bitte die Ressourcen da dringend hinlenken.
Übrigens aus meiner Erfahrung: Eine LRS erkennst du eh recht schnell auch selber. Noch vor den Lehrern… ich musste immer auf die Lehrerschaft einreden, bis die es auch mal gesehen haben. Man möchte ja naiverweise denken, dass man das in der Ausbildung lernt… Noch dazu bei Integrationskräften, die mein Kind unterrichten.
Dieses Forschungsprojekt hat doch gar keine Online-Arbeiten mit Fragebögen?
Ich verstehe, dass es bei euch eher ums überleben in der Schule geht, allerdings geht es darum garnicht bei diesem, sie ich das sehe, seriösem, Forschungsprojekt.
Das ist kein „Ich baller für meine Bachelorarbeit halt einige Fragen in einen Onlinekatalog zum ankreuzen“ sondern scheint eine Art Studie zu sein.
Ich habe drüber gelesen, ich sähe für uns Mehrwert, wenn es denn hier in der Nähe wäre.
Ich sehe so einiges fehllaufen im Bildungsbereich und hoffe, dass wir einen Schulplatz bekommen, wo es solche Bücher garnicht braucht. Hilft nur halt nicht allen Kindern, wenn Privilegierte sich dem entziehen können. Bildung hat halt keinen Stellenwert.
Bildung ist wirklich nur für Privilegierte und das wird eher ständig verschärft, statt verbessert.
Hätte ich hier irgendeine brauchbare Privatschule in der Nähe, würde mein Kind auch in eine solche gehen…
Tja, es ist leider zum Haare raufen. Hinten nach kostet es uns sehr viel Geld, was in der Schule verbockt wird. Es würde sicher weniger kosten, die Schule mal auf Vordermann zu bringen…
Wie sehr sich die frühkindliche Bildung lohnt, stellten die Berater von McKinsey bereits vor einigen Jahren in einer internationalen Metastudie fest: Jeder Euro, der in die frühen Jahre investiert wird, würde laut McKinsey für den Einzelnen und für die Gesellschaft mit zwölf Prozent verzinst. Ein akademisches Studium hingegen bringt nur acht Prozent. Dem Institut der Deutschen Wirtschaft kamen die McKinsey-Zahlen etwas hoch vor. Man rechnete nach und kam für die frühen Jahre sogar auf eine Rendite von 13 Prozent.
geht den meisten in der Politik dennoch am Arsch vorbei.