Fragen zu Medikinet

Hallo liebe Leute,

Ich nehme nun den dritten Tag Medikinet ein. 5 mg und zweimal täglich. Das ist natürlich nicht viel, allerdings verspüre ich nach der Einnahme einen starken Druck im Kopf. Das sind keine Kopfschmerzen sondern wirklich mehr ein Druckgefühl das sich unangenehm anfühlt. Habe daher etwas schiss nach einer Woche hochzudosieren.

Geht dieses Gefühl wieder weg?

Ansonsten kann ich bisher keine Steigerung der Konzentrantion etc erkennen.

Wie war das denn bei euch?

Leide außerdem an Rejection sensitive dysphoria. Kennt ihr das? Wenn ja kann hierbei Medikinet helfen?

Gibt es außerdem ein Medikament das über den ganzen Tag wirkt. Finde es etwas schwierig dass dieses Medikament nur ca 4 Std wirken s

Was würde passieren wenn ich es über den ganzen Tag nehmen würde?

Fragen über Fragen… Freue mich aber über jede einzelne Antwort…!

Hallo @Ring

Herzlich willkommen im Forum.

Hast du Medikinet (unretardiert) oder Medikinet adult? Falls es letzteres ist, sollte dir bewusst sein, dass der Wirkstoff nicht auf einmal freigegeben wird sondern erst die Hälfte (in dem Fall 2.5mg) und später dann die andere Hälfte.

Zur Wirkdauer: es ist bei jedem unterschiedlich wie lang es wirkt. Retardierte Medis wirken länger als unretardierte.
Bei mir persönlich war Elvanse am längsten Wirksam mit knapp 10 Stunden.

Das mit den Kopfschmerzen kann ich nicht genau beurteilen. Aber da weiß jemand anders sicher mehr dazu.

Lg, Daydreamer

Halo Ring,

Kopfdruck und Dysphorie kenne ich auch. Der Druck war bei mir auch in der Wirkszeit anfangs vorhanden. Mittlerweile nicht mehr.
Und unregelmässigen Abständen habe ich nach der Wirkzeit, also kwasi als rebound Kopfdruck, Dysphorie oder atarke Geräuschempfindlichkeit.
Eine Regelhaftigkeit oder eine erkennbare Ursache konnte ich bislang nicht ausmachen.
Die Wirkung, Nebenwirkungen und rebounds sind bei allen anders. Deshalb würde ich Dir raten das gut zu beobachten, Geduld zu haben (hihi) und Deine
Notizen mit der medizinischen Fachperson zu besprechen, die das Rezept ausgestellt hat.
Bei mir ist unter der Wirkzeit mittelweile kaum noch was Unangenehmes feststellbar. Ausser als ich mal 2 Wochen im Urlaub pausierte. Danach hatte
ich auch vermehrt Kopfdruck und Dysphorie.
Die genannten Nebenwirkungen und rebounds vergehen bei mir nach 20 bis 40 Minuten.

Danke für die Infos.

Kann man Medikinet adult egtl auch den ganzen Tag über einnehmen? Bisher wurde mir nur empfohlen zwei mal pro Tag einzunehmen.

Kann das gesundheitliche Probleme geben?

Wie lange hat dass denn gedauert bis der Druck weg ist?

Was meinst du mit den ganzen Tag über? Du willst sagen, dass bei zweimaliger Einnahme die Wirkung nicht lange genug reicht?

Du hattest die Frage noch nicht beantwortet, ob du unretardiertes Medikinet, also Tabletten, oder retardiertes, also Kapseln (dann steht hinter dem Wort Medikinet Adult oder Retard) bekommen hast.

Falls Tabletten, die wirken natürlich nicht lange genug. Ich habe, als ich noch ausschließlich unretardiertes MPH genommen hatte (denn die Adult-Kapseln gibt es erst seit 2011), fünfmal am Tag Tabletten genommen. Jetzt nehme ich morgens eine Kapsel, mittags eine Kapsel und abends eine (halbe) Tablette.

Kopfschmerzen hatte ich ca. zwei Monate, danach nicht mehr.

Ich nehme morgens 20 mg und wenn nötig und wenn ich dran denke nach ca. 4-5 Stunden 10 mg.
Damit komme ich gut klar.
Im Urlaub an Wochenenden nehme ich nur 1x 20 mg oder lasse es ganz weg.
Wüsste nicht warum ich ein drittes Mal Medikinet einnehmen sollte.

Für das Phänomen auf Parties (finden derzeit ja eher nicht statt) nicht klar zu kommen, wurde mir unretardiertes Ritalin empfohlen, was ich
bei Gelegenheit auch mal ausprobieren werde. Medikinet braucht ja auch länger bis es wirkt. Das kann bei einer Party zu lange dauern oder ich
müsste es vorher einnehmen, ohne zu wissen, ob ich es brauchen werde.

Zum Druckempfinden schaut ich nachher mal in meinen Notizen nach.
Ich hatte die ersten Wochen detailliert beobachtet und notiert.

Das hatte ich zu beginn auch, ging nach ein paar Tagen weg und kehrte kurz bei jeder Erhöhung wieder und danach nur noch sehr sehr selten.

Bei mir wirken die etwas länger und Ich nehme es ja nach Tagessitutation auch dreimal oder beim dritten Mal eine unretardierte. Wenn es bei dir nur 4h wirkt wäre vielleicht 4x auch eine Option, dass müsstest du aber mit deinem Arzt abklären.

Länger wirkt Concerta.
Elvanse wirkt auch länger ist aber ein anderer Wirkstoff.


Ich glaube das haben wir alle mehr oder weniger stark. Bei mir hilft es , weil man einfach die Dinge dann etwas klarer sieht und dann relativieren und sortieren kann oder es kommt gar nicht erst so nah an einem ran. Im Rebound ist es jedoch kurz mal wieder stärker da.

unretardiertes gibt es auch von Medikinet. Wenn ich auf eine Party gehe oder Essen gehe, dann habe ich eine unretardierte Tablette dabei und entscheide dann vor Ort ob ich noch was nehme. Je nach dem wie Reizüberflutet es dort ist.

So habe nun nachgesehen. Ich hatte in den ersten 7 Wochen der Medikinet-Einnahme eine Art Tagebuch dazu geschrieben, wo ich alles Bemerkenswerte festgehalten habe.

Der Kopfdruck war bei mir stets im Stirn/Vorderhirnbereich, manchmal gefolgt von einem Schwindelgefühl, wenn er als Nebenwirkung auftrat.
Kopfdruck trat auch nach der Wirkszeit, also kwasi als rebound auf.

In den ersten 4 Wochen hatte ich bei 17,5% der Einnahmen Kopfdruck als Nebenwirkung und zu 10% trat es nach der Wirkzeit auf.

Nach der 6.Woche hörte der Kopfdruck nahezu komplett auf.

Ich kenne das nun nur noch, wenn ich mal 14 Tage pausiere oder sich Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme (vergessen) ergeben.

Die Akutphase des Kopfdruckempfindens lag meistens bei 30 Minuten war dann aber sehr dominant und unangenehm v.a., wenn in Folge auch noch ein Schwindelgefühl einsetzte.

Komplett unklar, ob das in irgendeiner Art hilfreich ist, ausser zu wissen, dass das kein Dauerzustand sein muss und ein Auftreten in den ersten Wochen möglich ist.

Wie verträgt sich das denn mit Alkohol?
Vielleicht trinkt ihr ja auch ar nicht, aber bei Party und Essen gehen sind 1-2 Gläser Wein nicht weit…
Bei meinem Neuroappointment hatte mir der Arzt nur gesagt, es sei kein Problem Abends ein Bier zu trinken, weil das MPH dann schon nicht mehr wirkt.

Es liegt ja daran wie oft du unretradiertes oder retardiertes MPH am Tag einnimmst. Nehme ich dreimal am Tag MEdikinet Adult dann wirkt es natürlich noch Abends.

Erstmal gilt immer dass was auf der Packungsbeilage steht:

Möchte ich am Abend vielleicht was trinken nehme ich dementsprechend vorher nichts mehr ein wenn der Tag es mir ermöglicht und ich entscheide dann Abends ob ich die Medikation oder eine gesellige Menge an Alkohol bevorzuge. Oft gewinnt dann doch die Medikation oder aber es geht ohne Medikation und manchmal dann auch kein Alkohol.

Ich habe aber auch schon die Erfahrung gemacht das ich am Tag nichts eingenommen habe um Abends ein paar Bierchen zu trinken und dann war ich zugleich viel zu spät im Bett. Morgens habe ich dann normal meine Medikation genommen und das war gar nicht gut, da hatte die Medikation dann kontra gewirkt.

Meist entscheide ich mich aber lieber für die Unterstützung am Tag durch die Medikation und verzichte da lieber auf Alkohol es ist halt meist ein abwägen.

Bin gerade beim Wegsortieren von Artikeln und in Juvemus Nr.36/2016 schrieb Dr.Helga Simchen zum Thema, dass Kopfschmerzen als Nebenwirkung von Methylphenidat Folge eines Gylkosemangels sein können.

Methylphenidat stimmuliert das Frontalhirn. Der Glykoseverbrauch steigt dort an und der Blutzuckerspiegel sinkt. Folge dieser Hypoglykämie mit Kopfschmerzen können auch Müdigkeit (vermehrtes Gähnen), Blässe,
Schindelgefühl und Zittrigkeit sein.

Wenn die Kopfschmerzen längerandauern (einige Stunden), dann ist durch den Gykosemangel bereits ein Milchsäurestoffwechsel aktiviert worden. Die Zwischenprodukte dieser Stoffwechselart können zu einem leichten Hirnödem führen. Dieses Hirnödem verursacht durch seinen Druck auf die Hirnhaut die eigentlichen Kopfschmerzen.

War mir entfallen. Gab befreundete Menschen mit AD(H)S, die mir gerade in der Anfangszeit rieten, den ein oder anderen Schokoriegel in Reichweite zu haben, falls solche Kopfschmerzen auftreten sollten. Traubenzucker oder Bananen empfiehlt auch Dr.Helga Simchen in dem genannten Artikel, den ich leider online nicht gefunden habe.

Unter der Überschrift „Umgang mit Nebenwirkungen ADS“ ist der Artikel bei gesundheitsseiten.de nachzulesen. (Hab keinen Nerv herauszufinden, ob ein link angemessen wäre oder nicht erwünscht sei)

Das ist kein Problem, gerne, dieser Artikel von Helga Simchen ist in diesem Forum auch nicht unbekannt.

Die „offizielle Meinung“ ist klar, und wir sollten sie in diesem Forum auch nicht aufweichen (wir könnten in Verruf kommen, abgesehen von eventuellen juristischen Problemen), denn niemand weiß vorher, wie er/sie reagiert: Alkohol und Stimulanzien gehen zusammen nicht.

(Bei mir trifft das auch zu, ich vertrage es nicht, wobei mir der Abschied nicht schwer fiel, meine Lebensqualität durch Methylphenidat hat sich so stark verbessert, das ist überhaupt kein Vergleich. Einen ganzen Tag auf MPH zu verzichten, nur um abends etwas Alkohol zu trinken, erscheint mir (!) abwegig und ein ganz schlechtes Geschäft.

Ich bin ohne MPH ja nicht nur verpeilt, sondern emotional unausgeglichen, reizbar, grummelig. Muss ich nicht haben.

Und da ich schon immer jemand bin, der Kontrollverlust panisch meidet, wie meine Frau es ausdrücken würde, was bedeutet ich habe auch früher fast nie mehr als ein Glas Wein oder zwei Flaschen Bier getrunken, war Alkohol kein großer Teil meines Lebens.)

Aber okay, das ist meine Sicht, natürlich gibt es andere. Wer eine andere Herangehensweise findet, kein Problem, aber das geht erst wenn man sich mit und ohne MPH gut kennt, also nach der Einstellungsphase.

Stimmt da habe ich gar nicht mehr dran gedacht . Ich hatte oft Problem nach der Hälfte der Wirkzeit und da war es viel trinken, Traubenzucker , Banane oder irgendein Riegel der dann half.
Ich habe fast immer wenn ich länger unterwegs bin Traubenzucker und einen Riegel dabei, meister auch was zu trinken vor allem wenn ich es mal nicht schaffe zur zweiten Einnahme direkt zu essen , ist das sehr hilfreich.

Jedoch die Kopfschmerzen mit Beginn der Medikation und dann bei jeder Erhöhung fühlten sich noch etwas anders an wie die beim Wirkloch, bzw. vielleicht wusste ich von der Möglichkeit auch erst später ?

Hi,

erstmal vielen Dan für alle Antworten. Jede einzelne ist echt interessant.

Zu deiner Frage: Es handelt sich um retardiertes Medikinet adult.

Was mich aktuell sehr wundert ist, dass ich nach der ersten Einnahme (5ter Tag) keinerlei Besserung in der Konzentration merke. Eher im Gegenteil. Kann mich schwerer Konzentrieren und verliere manchmal den Faden.

Ist das normal am Anfang?


Von 5mg hatte ich noch so gut wie gar keine Wirkung… also Ja :wink:

Du bist erst am 5. Tag. Bleib einfach dran und dosiere langsam nach Plan weiter hoch… ist blöd, ich weiß, aber da muss am Anfang jeder durch! Das schaffst du auch… ::sunglasses:

:winken

Danke dir.

War das bei dir auch so dass du Anfangs eher unkonzentriert warst?


Zu Medikinet direkt kann ich nicht viel sagen da es bei mir kaum gewirkt hat. Aber generell bei verschiedenen Medis habe ich die Erfahrung gemacht, solang ich noch nicht richtig eingestellt bin, war ich auch eher unkonzentriert (einmal hatte ich deshalb sogar einen Auffahrunfall). Gleiches gilt aber auch bei Überdosierung (also bei mir halt).

Gut zu wissen. Danke für die Info!