Moin zusammen,
sorry falls ich das Forum vollstopfe, ich muss das gerade einfach irgendwo rauslassen, und gleichzeitig bitte ich auch aktiv um Hilfe. Auch bitte ich zu Verzeihen wenn der Text sehr unstrukturiert oder durcheinander ist…
Kurz zu mir und meinen Kernsymptomen
Was mich am meisten belastet: Vergesslichkeit (Termine existieren ohne Kalender nicht, ich kaufe regelmäßig Sachen ein, die ich schon zuhause habe, ich suche jedes Mal meinen Schlüssel), Konzentrationsunfähigkeit, Schwierigkeiten Gesprächen zu folgen die mich nicht brennend interessieren, und vor allem Exekutionsstörungen – Aufgaben anzufangen fühlt sich manchmal unmöglich an, selbst bei Dingen, auf die ich eigentlich Bock habe.
Meine bisherige Medikations-Geschichte (ca. 2 Monate)
Anfang Januar, erster Termin beim Neurologen. Er fragte ob ich einen Favoriten hätte ich nannte Elvanse wegen des sanfteren Profils. Bekam 20mg.
Der Start war wirklich gut. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als es das erste Mal wirkte: Ich stand in der Küche, schaute raus, und es war einfach ruhig im Kopf. Aufgaben erledigen, Dinge anfangen – es hat einfach funktioniert. Über ein paar Wochen habe ich das so erlebt.
Was dann passierte:
Mein Arzt hatte mich vor Kaffee gewarnt, aber nicht gesagt ich soll ihn komplett weglassen (ein bis zwei Tassen seien in Ordnung). Also hab ich morgens weiter meine eine Tasse getrunken. Mit 20mg hat sich das noch okay angefühlt, mit 30mg schon merklich zu viel. Mit 40mg hab ich nach 2–3 Tagen abgebrochen, das war schlicht zu heftig.
Dann hab ich hier im Forum gelesen, dass man Kaffee anfangs meiden sollte. Also hab ich den weggelassen und gemerkt, dass die Gesamtwirkung schwächer wurde. Daraufhin hab ich angefangen, die Dosis alle 5 Tage um 10mg zu steigern, bis auf 60mg. Bei 60 war klar: zu viel.
Rückblickend über die ungefähr 8 Wochen hab ich also: 20 → 30 → 40 (abgebrochen) → 30 → 20 → Kaffee weggelassen → schrittweise hoch bis 60 → zurück auf 30 → zurück auf 20. Keine davon hat sich mehr so angefühlt wie die erste Phase.
Gestriger Arzttermin + Wechsel auf Medikinet
Ich hatte zwischenzeitlich immer wieder Kontrolltermine, wo ich mich zunehmend weniger gehört fühlte. Das war mehr so ein “jaja du machst das schon Probier rum”. Für den gestrigeb Ternub habe ich eigentlich überlegt, ob eine kurze Pause (ein Wochenende oder eine Woche) und ein Neustart (also x Tage pause und dann wieder mit 20mg anfangen) mit Elvanse sinnvoll wäre, habe aber natürlich beim Termin selbst vergessen es anzusprechen. Auch weil ich mir Sorgen gemacht habe, ob das schnelle Rauf-und-Runter irgendwas „durcheinandergebracht“ hat.
Er meinte, es gibt keinen Gewöhnungseffekt bei Elvanse und schlug direkt einen Wechsel auf Medikinet vor. Auf meine Fragen dazu ging er kaum ein. Keine Hinweise auf Unterschiede zwischen den Präparaten, keine Infos zum Umstieg (dass man z.B. frühstücken sollte, musste ich selbst rausfinden).
Ich habe heute zum ersten Mal 10mg Medikinet genommen. Kein spürbarer Einstieg wie man es von Ritalin-artigen Präparaten hört. Dafür ein echt mieses Nachmittagstief, das bis jetzt anhält. Mental bin ich gerade echt unten.
Wo ich gerade stehe
Ich vermisse nicht das „High“ der Anfangsphase, da war auch sicher ein Honeymoon-Effekt dabei . Was ich vermisse, sind die abgeschächten bis kaum vorhandenen Sympthome. Der ruhige Kopf. Das einfache Anfangen-können. Vieles ist wieder so chaotisch und anstrenged geworden…
Gerade fühle ich mich wieder fast wie vor der ersten Medikation. Und das obwohl sich zuletzt äußere Umstände gebessert haben, es sollte mir also eigentlich noch leichter fallen.
Was mich zusätzlich frustriert: Ich bin mir nicht sicher ob der Wechsel auf Medikinet überhaupt die richtige Entscheidung war – nicht weil ich das Medikament grundsätzlich ablehne, sondern weil die Entscheidungsbasis sich falsch anfühlt. Ich habe nach dem ganzen hin und her 2 Wochen lang 30mg genommen, dann jetzt 5 Tage 20mg und ich soll jetzt auch noch nen komplett anderen Wirkstoff ausprobieren?
Mein eigentliches Kernproblem dabei: Mein Neurologe ist in einer anderen Stadt, macht keinen Eindruck als wäre er an engmaschiger Betreuung interessiert, und ein lokaler Psychiater mit ADHS-Schwerpunkt – da kann ich mich wenn ich Glück habe im März auf eine Warteliste setzen lassen.
Was ich mir erhoffe
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, insbesondere mit dem Thema „nach viel Herumprobieren wirkt das Medikament plötzlich nicht mehr wie am Anfang“? Und habt ihr Ideen, wie man da methodisch wieder einen sauberen Ausgangspunkt findet? Wäre ein neustart vielleicht wirklich sinnvoll?