Ganztags-Retardpräparate mit MPH bei Senioren?

Hallo in die Runde,

direkt meine Kurzfassung: Kennt ihr MPH- Retard-Präparate, die für einen 74jährigen passen könnten? Es geht um die Fachinfo, meistens steht drin „nicht zugelassen“.

Die ausführliche Problemschilderung:

Ich frage für meinen 74jährigen Vater, der mit Elvanse einfach zu starke Schwankungen hat (leicht manisch / depressiv wirkt, nimmt es seit 1,5 Jahren trotzdem weil besser als ohne) und bei der anfänglichen Medikamenteneinstellung auf Medikinet auch viel besser reagiert hatte, bis auf den Rebound (von dem ich denke, dass er mit einem langwirksamen Medi zu umgehen wäre. Ich nehme selbst Kinecteen und mache gute Erfahrungen).

Zweites Problem: Die Traurigkeiten erzeugen Leidensdruck, ein AD dazu scheint angebracht, das geht aber nicht mit Elvanse. Eine Kombi von MPH und zum Bsp. Sertralin wäre aber möglich, gibt Studien.

Ich würde beim behandelnden Psychiater gern nach einer Änderung der Medikation fragen (in Absprache mit dem Vater, logisch, ich helfe nur…)

PROBLEM: Kinecteen und Concerta sind laut Fachinfo nicht zugelassen für ältere Menschen. Gibt es irgendwo positive Erfahrungen, dass Ärzte im Off-Label-Use verordnen, wenn die Krankenkasse die Kosten-Erstattung zugesichert hat (der Regress muss vermieden werden, ist ja klar). Genau dieses Verfahren empfiehlt ein Arzt in diesem Podcast (ab Minute 19’11):

https://open.spotify.com/episode/5fh1aeK2W0egcKU8So9sdJ?si=de565c80ed5a42ad

Jedoch knüpft er es an Formulierungen in der Fachinformation. Es muss dort heißen „liegen keine Erfahrungen vor“, NICHT: „nicht zugelassen“. Kennt ihr Retard-Präparate, die hier passen könnten? Oder soll man es halt einfach probieren bei der Krankenkasse? Es ist traurig, dass es an Studien wiedermal hängt. Weil das Wissen so lange nicht da war…

Danke für eure Erfahrungswerte und Unterstützung. Oder das Mut machen.
Viele Grüße,
Ryke

Fas w irat du nicht micht finden! Das ist bei allen Medikamenten so weil die Pharmahersteller nur bis zu einem gewissen Alter Menschen in die Studienversuche genommen haben und deshalb die Menschen ausschließen um nicht in die Haftung genommen werden zu können.

Ich braucht eine Adhs Schwerpunktpraxis die sich auskennt und offlableuse verordnet.
.Wie gesagt wurde von Fachärzten immer wieder auf Symposien und Tagungen auch diese Praxis bemängelt haben weil man ja diese Menschen nicht im Stich lassen kann und auch teils weiterversorgen muß.

Ess bleibt offlable zur Not hilft nur ein Lfflableuse Antrag der Krankenkasse und wenn Medikinet zu heftige Rebounds hatte dann würde ich Ritalin versuchen die Wahrscheinlichkeit das es gut vertragen wird ist recht hoch und mit 2 Einnahmen wäre die Tagesabdeckung gegeben. Zweite Kapsel nach 5,5 bis 6 std funktioniert bei mir gut

Alter ist ja relativ. Bei manch einem 74-jährigen funktionieren die Stimulanzien nicht anders als bei einem 54-jährigen, andere hätten vielleicht mit 40 schon ein Problem. Starre Altersgrenzen sind da nicht sinnvoll, finde ich.

Ganztagspräparate mit MPH gibt es nicht! Medikinet und Ritalin Adult bzw. deren Generika wirken bis zum Mittag und man braucht eine zweite Kapsel, Concerta/Kinecteen und deren Generika bis zum Nachmittag, dann ist auch noch ganz schön viel Tag übrig.

Rebound kann man abmildern, indem die letzte Dosis niedrig genug ist. Ich selbst nehme morgens und mittags je eine Kapsel und am frühen Abend 5 mg unretardiertes Methylphenidat. Wichtig ist natürlich auch, dass keine Lücke entsteht, also nicht zu lange warten mit der Folgedosis.

Hallo @Ryke ,

leider steht bei concerta, kinecteen und medkinet adult ein Satz in der jeweiligen Fachinformation, über den ich echt sauer bin.

„Methylphenidat darf nicht bei älteren Patienten angewendet werden. Sicherheit und Wirksamkeit von Methylphenidat in dieser Altersgruppe wurden nicht nachgewiesen“.

Eine saublöde Formulierung nur zur Absicherung der Hersteller. Man hat die Alten einfach nicht in die Zulassung mit einbezogen. Mit Älteren lässt sich wohl nicht genug Profit machen

Ich (männlich, 76 Jahre) nehme seit 6 Monaten trotzdem Kinecteen. Mag sein, dass sich meine Psychiaterin an der Fachinfo nicht stört und mir das dennoch verordnet (Privatrezept). Wie eine gesetzliche Krankekasse damit umgeht, weiß ich nicht.

Ich nehme zweimal 27 mg (morgens gegen 7 Uhr und mittags gegen 13 Uhr), denn die Wirkungsdauer ist bei mir nur etwa 7 - 8 Stunden. Ich möchte den ganzen Tag abgedeckt haben. Mit der Dosierung kome ich gut zurecht.

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Herzlichen Dank, ja, nehme ja selbst Kinecteen und morgen erstmal unretardiert für genügend lange Wirkung. Kinecteen selbst läuft sanft aus. Die Verschreibung für Ü65 ist halt das Problem, aber siehe Iwan… es läuft vielleicht auf Privatrezept hinaus.

Lieber Iwan, danke sehr für diese persönlichen Einsichten, sie helfen weiter. LG

Vielen Dank.

Hatte ich erklärt das die Fachärztinnen gesagt hatten, daß der älteste Studienteilnehmer die angegebene Altersgrenze hatte und sie nicht hafzen wollen und sl die Haftung auf den Arzt verschoben werden, weshalb viele Ärzte kein Offlable verordnen wollen aber auch juristisch nicht checken, daß wenn jemand mit kardiologischen Problemen das erste Jahr alle 2 bis 3 Monate zum Kardiologen und vor Verordnung vom Kardiologen sehr gründlich untersucht wurde bzw. er nichts gegenteiliges berichten kann bzw. die entsprechende kardiologische Medikation gut eingestellt ist gar nicht in Haftung genommen werden können, weil sie weder vorsätzlich noch grobfahrlässig und selbst nicht mal fahrlässig gehandelt haben sondern dann alles erdenkliche voraisschauend mitbedacht haben und ihnen dann für nicht erkennbate und nicht vorauszuahnende Komplikationen etwas können und es dann das Restrisiko des Patienten bleibt, der sich mit der Behandlung ja auch bereit erklärt das eben gewisse medizinische Vorkommnisse, die unerwartet plötzlich aus unbekannten Gründen auftreten können, quasi einverstanden erklärt hat bzw. sagt daß man alles erdenkliche zur Verhinderung tut und das was nicht zu verhindern war dann in Kauf nimmt um Lebensqualität zu gewinnen.

Juristisch ist das mit allen die altersbedingt in die zugelassene Gruppe an zu behandelnden Patienten gehören und Stimulanzien nehmen übernehmen auch jetzt jegliches Behandlungsrksiko, sofern der Arzt alles erdenkliche getan hat mögliche Risiken zu minimieren (Vorgehen laut Leitlinie z.B.)

Klingt söerrig und ich stelle fest, daß sei durch Kassen und Kassenärztliche Vereinigung so hart alke in Regress nimmt jnd Ärzte so in Existenzkrisen bringt/ gebracht hat traut sich kaum noch ein Arzt irgendwas zu entscheiden und ein ‚bedingtes Risiko‘ zu übernehmen, was wenn man ein bisdchen alles abklären lässt ja nicht einfach zur Verantwortung gezogen werden kann

Da haben sie sehr viel Engagement von Ärzten zerstört