Ich bin immer noch am rätseln, ob ich ADHS haben könnte oder nicht. Deswegen meine Frage: Bei welchen Kategorien ist man denn bei einem Gedächtnistraining oder IQ Test schlechter, wenn man ADHS hat?
Da sich ADHS nicht über den IQ oder die Gedächtnisleistung eingrenzen lässt und solche Bereiche individuell sehr unterschiedlich ausfallen dürften, wird es auf diese Frage wahrscheinlich keine wirklich aussagekräftige Antwort geben, befürchte ich.
Ob ADHS vorliegt wird wohl nur eine umfassende Diagnostik zeigen können
um eine Idee zu bekommen, ob, wie stark und mit welcher Ausprägung du ADHS haben könntest, kannst du den ADHS-Symptomtest auf ADxS.org machen. Es handelt sich um ein Onlinescreening. Eine richtige Diagnostik kann immer nur ein erfahrener Arzt oder Therapeut machen.
Viele User hier im Forum kennen den Test, sodass das Ergebnis hilft, deine Beschreibung besser einzuordnen.
Vielen lieben Dank dir, den hab ich jetzt schon 4x gemacht aber ich bin mir da auch immer total unsicher, was ich anklicken soll. Meine Therapeutin hat mich ja erst auf ADHS gebracht, ich hätte daran nie gedacht. Ich habe aber,laut ihrer Aussage, nur eine leichte Form und habe deswegen in vielen Bereichen keine “Symptome” bzw merke davon nichts. Ich denke ich muss jetzt einfach davon ausgehen, dass ich es habe und an mir arbeiten. Ich habe derzeit nur kein anderes Thema mehr im Kopf und das belastet mich sehr. Naja das wird sich hoffentlich auch bald bessern.
Vielen lieben Dank dir! Danach hast du natürlich recht. Ich beschäftige mich derzeit immer noch sehr viel mit dem Thema und bin immer noch dabei herauszufinden, was evtl durch mein ADHS Gehirn kommt und was nicht bzw woran ich eben arbeiten kann und was ich vll akzeptieren muss und andere Lösungen für mich finden muss. Bin ja auch immer noch in Therapie und möchte mich auch noch an einen ADHS Coach wenden. Medikamente möchte ich erstmal nicht nehmen, weil ich denke, dass ich es auch ohne schaffe und sehr viel Unterstützung und Möglichkeiten habe mein Leben so zu gestalten, dass es für mich gut passt. Außerdem habe ich ja noch keine offizielle Diagnose und weiß auch nicht, ob ich mir diese überhaupt einholen möchte.
@Schlingelprinz sagt es treffend! Jeglicher neuropsychologischer Test kann nur Hinweise geben, wie es individuell bei der betroffenen Person aussieht. Für eine Diangnostik im Sinne eines “Beweises” sind diese Test für mich nicht ausschliesslich zu gebrauchen, können aber einen Hinweis geben.
Wenn Veränderungen auftreten, dann so, wie @Schlingelprinz es sagte. Ich hatte aber auch schon komplett unauffällige, ja sogar im hochbegabten Bereich liegende IQ-Tests gehabt (WAIS, WISC), dann aber z.B. Auffälligkeiten im TAP oder KiTap gehabt (bei Klienten, nicht bei mir). Es kann aber auch alles blande sei, da jemand unter Testbedingungen (ruhiger Raum, kaum ablenkende Reize, 1:1 Zuwendung / Anleitung oder auch individuelle hohe Motivation auf den Test) super performt, aber in einem Alltagssetting (Schule, Arbeit, Familie,…) durch Reizüberflutung und innere Ablenkung, etc. dann Auffälligkeiten hätte…
Ich sage immer, ich schaue mir verschiedene Puzzlestücke an, setze sie zusammen, um dann irgendwann ein möglichst gutes Bild zu bekommen…. beim einen reichen 3-4 essentielle Puzzlestücke aus, bei einem anderen brauche ich 10 weniger aussagekräftige Puzzlestücke, welche dann das Bild klar machen…
Ja , genau dass macht ja eine differenzierte Diagnostik auf , wenn sich jemand Zeit nimmt und fehlende Puzzelteilchen erkennt, bzw dazu bereit ist zu erkennen.
Hatte mal ne Psychotherapeutin die im Erstgespräch schon ADHS pauschal ausschloss ohne überhaupt gezielter nachzufragen oder zuzuhören.
Als ich erzählte das Medikinet Adult zyklusbedingt nicht immer gleich wirkt sagte Sie .“ Ritalin wirkt immer gleich und wenn nicht dann hat man kein ADHS!“ als ich dann erklärte das es nachweislich bei Frauen so ist war ich plötzlich ne Patientin mit PS , die nicht in der Lage ist das Wissen von Fachpersonen anzunehmen.
Mittlerweile bin ich mir auch sicherer, dass ich doch Probleme mit dem Arbeitsgedächtnis habe, weil mir viele Dinge gar nicht klar waren, dass das nicht “normal” ist. Meine Lebensumstände können diese “Probleme” ziemlich gut kaschieren bzw ich leide nicht zu stark darunter, eher unter anderen Symptomen. Da ich sehr wahrscheinlich nur eine leichte Form von ADHS habe und ich sehr “privilegiert” aufgewachsen bin, habe ich nicht ganz so viele Einschränkungen wie andere und ich bin immer noch am überlegen, ob ich mir eine offizielle Diagnose einholen soll.
Oh je, das hört sich echt nach einem längeren Weg für dich an. Hoffentlich war es dann bei einem anderen Therapeuten besser.
Meine Therapeutin hat selbst ADHS und ich wäre selbst nie darauf gekommen, dass das mein “Problem “ sein könnte. Deswegen bin ich umso dankbarer, dass ich durch Zufall bei ihr gelandet bin und sie das bei mir erkannt hat, obwohl es bei mir echt nicht so eindeutig bzw eben stark daherkommt.
War ne doofe Geschichte die alles komplizierter gemacht hat als es schon war, aber mit der Hilfe guter Fachleute ging dann alles doch noch alles in die richtige Richtung
Sehr schwer zu sagen, da es nicht diese eine Form von AD(H)S gibt, alle Menschen unterschiedlich sind und meistens kommt eine Störung nur selten alleine (ASS, Zwangsstörungen, Schlafstörungen, Lernstörungen…). Viele ADHSler haben einen durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen IQ, oft werden nach Konzentrationsspannen geschaut, also bearbeitest du Aufgaben sorgfältig und hintereinander, lässt du dich ablenken, verändert sich mit der Zeit das Schriftbild (bei mir wird es zum beispiel immer kleiner, schiefer und unleserlicher) u.s.w., aber auch hier können “paradoxe” Werte auftreten, als ich beim Neurofeedback war (kann ich nur empfehlen) war mein Therapeut erstaunt über den ruhigen Muskeltonus obwohl (oder eher weil) ich Kaugummi gekaut und mit den Beinen gewippt habe. Neurodiverse Gehirne sind so krass komplex, dass es (leider) nicht diesen einen Test gibt, sondern ein langer Diagnoseprozess nötig ist, der bei allen anders aussieht.