Gedankenkarussel Einschulung und aktuelle Situation

Moin ihr Lieben,

ich muss jetzt einfach mal meine Gedanken und Sorgen aufschreiben. Ich gehe schon eine ganze Weile mit Ihnen schwanger, und besser wird es so auch nicht. Könnte etwas länger werden.

Meine Tochter (Wirbelwind) ist im Sommer 5 geworden, nächstes Jahr steht die Einschulung an. Und genau das macht mir Bauchschmerzen.

Kurz zu ihr: Sie ist frei, wild und wunderbar :smiling_face_with_three_hearts: Aber auch verträumt, laut, Gefühlsstark. Sehr sehr stark extrovertiert, geht auf jeden zu ( was mir manchmal auch unheimlich ist), Kontakte knüpfen fällt ihr nicht schwer, die Grenzen der anderen zu erkennen aber oft schon. Aktuell trifft Mangel an Frustrationstoleranz und Selbstregulierung auf Wackelzahnpubertät ( was ist das bitte für ein Update mit 5 ;_; ), heißt, falsch angucken, was falsch verstehen führt zu weinen, schreien und Türen knallen…

Die Diagnostik steht noch aus. Wir sind letztes Jahr aufs Land gezogen und es ist wirklich schwierig, teilweise kommt kaum Rückmeldung und die errichbaren Möglichkeiten gehen mir so langsam aus. Würde das gern vor der Einschulung noch in Angriff nehmen, denn mittlerweile kommen auch Rückmeldungen aus dem Kindergarten:

  • Sie ist immer die letzte beim essen. Sie erzählt so viel, ist immer überall nur nicht bei sich
  • wenn sie rausgehen, in der Garderobe, ist sie ebefalls immer die letzte, weil sie zwischen den Kindern hin und her hüpft.
  • Geduld und Abwarten fallen ihr nicht leicht.

Davor war in den Entwicklungsgesprächen immer alles super, altergerecht entwickelt, klug, lustig, hilfsbereit. Manchmal erkannte ich in den Geschichten mein Kind gar nicht. Aber ich weiß, das sie gut maskieren kann.

Warum ich glaube, neben dem was ich geschrieben habe, dass sie ADHS hat, ist, weil sie, bis auf das starke extrovierte ( wobei meine Mutter meint, ich war ihr da schon ähnlich, erinnere ich mich aber nicht) , weil sie einfach meine exakte Kopie ist.

Ich erlebe mich selber in Klein, nur das ich meien Gefühle nicht so zeigen durfte wie sie.

und hier kommt ein Problem. ( Meines, denn es wurde aus meinen Erfahrungen dun Erlebten geboren)

Ich hatte eine beschissene Schulzeit. In der Grundschule ging es teilweise noch, Dorfgrundschule, nur zweo Klassen pro Jahrgang, übersichtlich und meine Klassenleherin ein Traum, ich mochte sie wirklich.

aber ich merkte schnell, dass ich anders bin als die anderen Kinder. Ich war länger Kind. Ich hatte keine Ahnung von den Backstreetboys, Kleidung usw. Ich will da gar nicht so weit drauf eingehen nur, das Ergebnis war, dass ich nicht mehr dieses fröhliche, aufgeweckte Kind war.

Ich wurde verschlossen, ruhig, zog mich zurück, am ende meiner Schulzeit hatte ich werder Selbstbewusstsein( mobbing), Selbstwert oder ein gesundes Körperbild.

Und je mehr ich mich mit der Schulzeit meiner Tochter beschäftigen muss, desto mehr bekomme ich Panik. Ja aktuell ist es schwierig zu Hause, die Phasen gibt es immer. Aber sie ist so ein tolles Kind, so kreativ, so voller Phantasie, so echt und so fröhlich.

Und ich habe Angst, dass ihr das genommen wird, weil sie in ein System muss, dass für uns nicht passt….

Es gibt hier keine freien Schulen, gar nichts in der Richtung, erst ab 50 km aufwärts.

Es muss nich so kommen, vielleicht ist sie taffer als ich, findet die richtigen Kinder mit denen sie gerne zur Schule geht. Sie ist wissbegierig und lernt gern, aber halt auch nur, was sie interessiert.

Ich kann nur da sein, begleiten, stark machen und hoffen.

Und trotzdem ist mir in letzter Zeit oft schlecht und zum weinen zu Mute…

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Vermutlich ist es deine eigene Geschichte, die dir mit so zu schaffen macht.

Nichts von dem was du erlebt hast muss bei deiner Tochter so eintreten. Sie ist en anderer Mensch und es ist eine andere Zeit. Zugleich hat man es nicht in der Hand wie die Mitschüler werden und wie die Lehrkräfte agieren .
Das es für deine Tochter schwieriger werden kann ist wiederum leider möglich und man kann die Kinder auch nicht vor allem schützen.

Der große Unterschied zu dir früher ist jedoch . Das du es bei ihr im Blick hast und dich jetzt schon kümmerst.
Auch wenn es aktuell schwierig ist an Termine zu kommen gibt es jedoch bestimmt mehr Möglichkeiten als zu deiner Zeit.
Du nimmst die Sache ernst und kümmerst dich jetzt schon . Mehr kannst du fast gar nicht tun.
Wenn es möglich ist , und ihr gut tun würde lässt du sie notfalls noch ein Jahr länger im Kindergarten .

Hättest du den mehrer Grundschulen zur Auswahl?

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Hallo @Nelumba_Nucifera

Danke für deine Rückmeldung :blush:

Ja, das Versuche ich mir auch ständig zu sagen. Und eigentlich weiß ich das ja. Ich weiß aber auch wie verletzlich sie ist, Kritik ist ganz fies und aktuell ist Ablehnung auch so ein Ding.

Kann es nicht so wirklich ablegen.

Ich gebe mein bestes. Das hat meine Mutter auch getan, allerdings war das Wissen und Verständnis da ja noch ein ganz anderes. Ich wünsche mir einfach nur für meine Tochter, dass sie es besser hat als ich.

Groß beeinflussen kann ich es nicht, nur da sein, Rücken stärken und wenn es sein muss, mich für sie einsetzen. Kinder können fies sein, Lehrer aber auch.

Aber wie ich schon schrieb, es muss nicht so kommen. Es kann ganz anders sein, eine andere Zeit, wie du schon sagtest, andere Menschen, andere Umstände und sie macht das schon.

Das ist schwierig und wäre glaube ich auch nicht förderlich. Unteranderem, weil sie will. Im Kindergarten haben sie einen Tag in der Woche wo sie etwas Vorschule machen ( Arbeitsheft, Themen wie Zeit, Zahlen usw, üben zu melden, den Tisch organisieren usw inkl Hausaufgaben, sie sie meist am selben Tag noch macht) und freut sich auf die Schule. Mit 3 1/2 schrieb sie ihren Namen, jetzt schreibt sie alles ab, zählt vorwärts rückwärts, der Kindergarten würde es auch nicht unterstützen denke ich. Denn ihre Entwicklungsbeobachtung ist immer top top.

Ich hatte zwei zur Auswahl. Leider geht die, die am nächsten dran ist und auch etwas kleiner ist, nur bis 12:30 und hat keinen hort. Da wir beide arbeiten mussten wir uns für den Ganztag entscheiden ( klappt im Kindergarten aktuell gut, Kindergarten und Eingewöhnung war sowie nie ein großes Thema).

3 Tage wird sie den Ganztag in Anspruch nehmen müssen. Vorteil natürlich, Hausaufgaben bleiben dann in der Schule. Sie ist auch integrativ, das war immerhin ein Pluspunkt, wie ich finde, falls es doch noch mal Baustellen geben sollte.

Hab vielleicht auch ne Tendenz zur Hochbegabung mit im Blick. Vielleicht ist sie unterfordert ?

(Ich war zu doof auf eine Antwort zu antworten und löschen kann ich die Antwort nicht, einfach lächelnd dran vorbei scrollen :joy:)

Hm ne das glaube ich nicht. Zumindest nichts was ich jetzt so beobachtet hätte oder von außen zugetragen wurde, bis auf das sie früh schon klar gesprochen hat. Also nie Probleme mit der Aussprache hatte, es gab wenig kindliche Verbindlichungen. Wie zum Satanje satt Kastanie ( das war eines der wenigen Beispiele und ich hab’s gefeiert :joy:)

Und zum Thema schreiben: sie schreibt ab. Aber wirklich selber schreiben, eher weniger. Also ich schreib ihr was auf was sie möchte, sie schreibt ab, aber merken tut sie sich die Sätze nicht. Es ist eher so ein Hyperfokus Buchstabenschreiben. Fing mit unserem Weihnachtswichtel an damals, weil sie ihm schreiben wollte. Also ihr Repertoire sind Mama, Papa , Opa , Oma, Tomte ( Wichtel) ihr Name und der des besten Freundes.

Und zählen tut mein Mann schon seit der Babyzeit mit den Kindern immer spielerisch, und so, durch Wiederholung blieb es, und immer weiter aktuell glaub ich bis 50.

Ich sehe da jetzt keine Unterforderung oder so, aus meiner Sicht.

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Wegen eines Kinderpsychiaters für eine Diagnose: Könntet/würdet Ihr auch privat zahlen? Dann gibt es nämlich oft mehr Möglichkeiten.

Was die Schulzeit angeht, hat Deine Tochter einen ganz großen Vorteil und der bist Du. Du weißt, wie es Dir womit geht/gegangen ist. Du hast vermutlich auch schon einiges über ADHS gelesen und kannst Verhaltensweisen und Problematiken einordnen.

Falls Du als Kind keine Diagnose bekommen hast, wusste Deine Mutter ja gar nicht, was sie aus Deinen Problemen machen sollte und woher die kamen. Ich bin Jahrgang 1975. In meiner Kindheit hatten Mädchen kein ADHS. Das hatten nur Jungs, die über Tische und Bänke gingen. Punkt. Meine, ebenfalls sehr bemühten, Eltern hatte keine Chance, da irgendwas abzufangen oder zu verstehen.

Falls Du damals eine Diagnose bekommen hast, ist das Thema bei Mädchen heute trotzdem sehr viel besser erforscht als in Deiner Kindheit.

Heute ist es zwar so, dass die meisten Lehrer zwar immer noch keine Ahnung von ADHS haben, aber zumindest offen sind, wenn Kinderpsychiater ihnen Handlungsanweisungen zukommen lasse. Die werden auch viel eher geglaubt, als wenn wir Eltern das gleiche sagen.

Außerdem ist man heute mehr hinter Mobbern her als früher. Du solltest Deine Tochter ermuntern, Dir zu sagen, wenn sie geärgert wird, und nicht zu glauben, dass das irgendwie ihre Schuld wäre.

Meine Vorschreiberin erwähnte ja schon das Thema Unterforderung. Da würde ich auch drauf achten, denn gerade ADHS können sehr unleidlich werden, wenn sie unterfordert sind. (Unser Sohn hatte damit ein Thema in der Grundschule.)

Eine Garantie, dass es läuft, ist das natürlich trotzdem nicht, aber Deine Tochter ist nicht Du, heute ist nicht Deine Schulzeit und ihre Klassenkameraden und Lehrer sind nicht Deine Klassenkameraden und Lehrer von früher. Ich würde versuchen, das erstmal auf mich zukommen zu lassen und nicht in Panik verfallen.

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Hey, danke für deine ausführliche Antwort!

Ich selber bin spät Diagnostiziert, mit 24. Allerdings hat meine Mutter schon getan, was zu der Zeit möglich war, Ergotherapie wegen Konzentrationsproblemen, die Diagnose lautete damals auditive Wahrnehmungsstörung. Hat alles nicht so viel gebracht, die Problematik lag ja wo anders, wie ich heute weiß.

Nein, Selbstzahler ist aktuell leider keine Option. Hatte ich auch schon überlegt, aber schwierig.

Ich hoffe. Da die Grundschule meines Wissens nach integrativ ist, habe ich Hoffnung, dass man da auch auf Verständnis trifft, sollte es tatsächlich zu Schwierigkeiten kommen.

Bisher gibt es ja keine. Und das liegt auch einfach daran, das sie im Kindergarten nicht ewig lange am Stück sitzen bleiben muss, bisher muss sie keine Sachen durchziehen, die sie nicht interessieren, kann sich frei bewegen. Es ist einfach eine ganz andere Situation, die zu Frust usw führen kann.

Ich neige leider dazu, mir zu viele Gedanken zu machen, über alles und jeden Situation. So war ich schon immer. Natürlich bekommt sie das nicht mit. Sie freut sich aktuell noch so auf die Schule, ihre Freundinnen sind dieses Jahr schon dort und meine Sorgen sind meine, und nicht ihre, das will ich ihr lassen. :blush:

Ich finde es aber auch so krass, was für Gefühle und Situationen man als Elternteil noch mal durchlebt, von denen man dachte, sie liegen weit hinten einem. Und wie man wohl merkt, Schule war ein dunkles Kapitel bei mir.

Besuch doch jetzt schon mal die Schule und bitte um ein kurzes Gespräch auch bezüglich deiner Sorgen. Vielleicht ist es sehr positiv und dann kannst du dir monatelang Kopfkino ersparen .

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