Genervt von Kommentierungen durch nahestehende Personen

So geht es mir auch. :+1: Es sind halt Sätze für einen Gesprächseinstieg. Ich rede auch gerne über’s Wetter. So hat man immer ein Thema und kommt besser in ein Gespräch.

2 „Gefällt mir“

Hallo ihr lieben,

vielen Dank für alle Eure Einschätzungen und Sichtweisen auf das von mir geschilderte Problem.

Und ich finde mich in jedem wieder.

Das Thema Schwiegermutter hatte ich schon vor Jahren beackert, nachdem meine Tochter geboren wurde, und ich komme inzwischen gut mit ihr klar, habe gelernt Grenzen zu setzen, die auch akzeptiert werden. Auf der sachlichen Ebene ist mir auch bewusst dass ihre Kommentare nicht böse gemeint sind bzw eher etwas mit ihr zu tun haben als mit mir.

Genauso mit meinem Mann. Er will halt einfach gute Laune verbreiten wenn er heim kommt. Wir hatten darüber auch schon gesprochen und ich habe ihm gesagt dass er mich einfach nicht auf diese Art ansprechen soll wenn er heimkommt, was er auch macht.

Ja, wie schon von euch erkannt wurde, spielt wahrscheinlich das viele Denken, das permanent schlechte Gewissen, weil ich nicht richtig funktioniere, das innere Chaos, Stress, Hunger, Hormone, alte Muster und Glaubenssätze aus einer nicht ganz einfachen Kindheit (bei uns Zuhause wurden Konflikte auch mit Schreien gelöst statt mit Zuhören) in das Ganze mit rein und lassen mich dann ausflippen. Trotz dass es der rational denkende Mensch in mir besser weiß.

Dass ich meine Mitmenschen dadurch verletzte setzt nochmal eins obendrauf :face_with_spiral_eyes:

Ein Patentrezept, wie man diese Ausbrüche rechtzeitig erkennt und dann stoppt scheint es nicht zu geben. Außer es sich immer wieder bewusst zu machen.

Dass ich damit nicht alleine bin hilft mir jedoch ein wenig. Deshalb nochmals vielen Dank an Euch für Eure Rückmeldungen :heart_exclamation:

3 „Gefällt mir“

Nimmst du denn Medikamente? Sie könnten dir helfen dich etwas geschützter zu fühlen und ruhiger zu bleiben und nicht auszuflippen.

Sowas konnte mich auch immer nerven . Am besten dann auch noch ein „mhmmm wie lecker“ oder „und so gesund gekocht“.

Mich hat auf Dauer dann genervt, dass er nicht für sich selbst auch so kocht , wenn ihn das doch so glücklich macht und das so bemerkenswert ist. Auch hatte es mich genervt, dass es automatisch auf mich zurückfiel dass ich koche, weil ich eher zu Hause bin. Ich bin aber aus gesundheitlichen Gründen eher zu Hause weil ich nicht Vollzeit schaffe und nicht um für jemanden zu kochen. War irgdwie automatisch ins alte Rollenverhältnis gerutscht ,

Wir kochen mittlerweile meist jeder für sich selbst , dass hat weniger Konfliktpotenzial und schenkt beiden mehr Freiheit.

4 „Gefällt mir“

Hallo Pippilotta,

ich nehme Medikinet 20 mg morgens und 20 mg am frühen Nachmittag.

Wahrscheinlich ist die Wirkung abends dann schon abgeflacht, was zusätzlich zu meiner Gereiztheit beiträgt. Später möchte ich es aber nicht nehmen weil ich sonst Probleme beim Schlafen bekomme.

LG

1 „Gefällt mir“

Mich hat auch vieles getriggert - bis ich Seneca “Über die Wut” gelesen habe. 2000 Jahre alt und topaktuell. Es hat mir wahnsinnig geholfen, meine Einstellung zu ändern, ich kann es dir nur empfehlen! Ich hab immer vor dem Schlafen 1-2 Seiten gelesen, sonst ist es zu trocken. Das war für mich die perfekte Dosis, um die Herangehensweise richtig zu verinnerlichen.

Liebe Grüße

3 „Gefällt mir“

Hi!

Das sind natürlich alles blöde Kommentare und ich reagiere auch manchmal über in solchen Situationen. Ich kann solche Personen ganz gut erstarren lassen. Wie Medusa :smiling_face_with_sunglasses:

Ich glaube tatsächlich auch, dass das in den Situationen missglückte Versuche sind, mit dir in Kontakt zu gehen, was so natürlich nicht läuft.

Interessanter für dich ist vielleicht, woher deine Reaktivität ursprünglich kommt. Das geht eigentlich immer auf alte Muster zurück. Denn manche Dinge triggern einen und andere Dinge halt nicht…

Bei mir ist es z.B. so, dass meine Eltern beide, aber insbesondere mein Vater, emotional auf der Entwicklungsstufe von Kindern sind und waren. Er kriegt, insbesondere im Haushalt, nichts geregelt. Sein ganzes Leben nicht. Ist völlig abhängig von meiner Stiefmutter, würde vorm vollen Kühlschrank verhungern und ist generell der Auffassung, Frauen sind dafür da, die Bedürfnisse von Männern zu erfüllen. Meine Mutter hatte da keinen Bock mehr drauf und ist abgehauen. Ich war also recht früh als Kind schon die Erwachsene (an ihrer Stelle). Nennt sich Parentifizierung. Das hat zur Folge, dass ich bei so Tätigkeiten, die für mich ‚Erwachsenentätigkeiten‘ sind, immernoch aggressiv reagiere. Ich will sie nicht machen, weil das für mich auch keiner gemacht hat. Ich durfte nie das Kind sein und jetzt soll ich schon wieder alles für andere Erwachsene machen, die das auch selber können sollten. Stattdessen hör ich noch blöde Kommentare. Und dann schreit da so ein kindlicher Teil in mir rum und will das halt nicht. Nicht erwachsen werden. Der will auch keine Rechnungen bezahlen, irgendwo anrufen, dumme Fragen beantworten, die jeder ganz leicht selbst rausfinden könnte und Behörden-Termine erledigen. Nö!

Ich mache die Sachen natürlich alle, aber halt nicht gern, schon gar nicht für andere Erwachsene.

Das wird wahrscheinlich bei dir total andere Gründe haben. Bei mir ist es halt so :woman_shrugging:t3:

3 „Gefällt mir“

Hallo,

ich gehöre hier ja mit meinen 50 schon zu den älteren Semestern, möchte aber trotzdem mal meine 2 Cents in den Ring werfen.

Ich bin absolut bei denjenigen, die das als “normalen Versuch einer Gesprächseröffnung” einstufen.

Grade von älteren Generationen ist oft vieles gar nicht so übergriffig gemeint, wie wir es heute empfinden.
”Gehaltvoll” kann auch als Kompliment gemeint sein, denn je nachdem wie alt, ist die Sprecherin durchaus in “mageren” Jahren aufgewachsen und “gehaltvoll” gab es nur selten an Feiertage oder Sonntags, weil einfach Sahne z.B. deutlich teuer war im Vergleich zu heute (nicht in Euro, aber gemessen am Einkommen).

Als ich Abitur gemacht habe, konnte ich keinen Smalltalk, es war für mich das schlimmste der Welt, blödsinnige Konversation zu machen. Ich habe das nie gelernt, meine ADHS Mutter ist da auch wirklich nicht gut drin.

Im Laufe meines Arbeitslebens und auch durch eine Freundin (ebenfalls ADHS, aber sprachlich brilliant) habe ich mir einiges anerzogen, um meine eigentlich vorhandene Schüchternheit zu überspielen und mit Leuten zu quatschen, ohne direkt super viel von mir persönlich preiszugeben.

Denn dazu dient Smalltalk doch auch - wenn ich meinen Nachbarn bei Edeka am Kassenband treffe, erzähle ich ja nicht von meinem furchtbaren Arbeitstag oder wie meine Ehe läuft, sondern wir quatschen darüber was wir kochen mit dem Zeug und dass meine Kinder Brokkoli, den er dabei hat, furchtbar finden.

Smalltalk ist entweder ein Gespräch mit einer Person, die mir nicht nahesteht oder mit einer mir nahestehenden Person, wenn mir mal nicht nach tiefschürfenden Gesprächen ist (einfach keine Lust, Stress, Müdigkeit, Hunger - die drei “Diven-Faktoren für Unzurechnungsfähigkeit).

Smalltalk muss ja auch gar nichts negatives sein - wer läuft denn durch die Welt und spricht 100% des Tages wichtiges Zeug?

Smalltalk ist auch Beziehungspflege.

Trotzdem kommt bei allem immer wieder das 4 Ohren Modell von Schulz von Thun zum Tragen.
Wenn man sich damit mal in Ruhe beschäftigt, dann stellt man fest, dass man ganz schön viel hineininterpretiert, wo vielleicht gar nichts so gemeint ist.

Ich mache das Modell immer und ständig in der Schule mit meinen Schülern, weil ich unfassbar wichtig finde, dass man sich klar macht, dass jede Botschaft eine Sachebene hat, eine Beziehungsebene, einen Apell und eine Selbstkundgabe.

Eine Aussage “Das Essen ist kalt” hat

  • die Sachebene (Temperatur des Essens)
  • einen Apell (z.B. “Stell den Topf noch mal auf den Herd”)
  • eine Beziehungsebene (z.B. "ich bin dir nicht wichtig genug, auf meinen Wunsch Rücksicht zu nehmen
  • Selbstkundgabe (z.B. “ich mag nur heißes Essen”)

Man hört einen Satz und interpretiert ihn für sich. Wenn man den anderen direkt fragen würde, was er meint, würde das oft nicht übereinstimmen.

Seitdem ich mir das regelmäßig klar mache, lasse ich viel öfter Dinge unkommentiert stehen (wenn mir derjenige egal ist) oder ich versuche die Sache zu klären (z.B. bei meiner Mutter).

Das ist natürlich eine sehr technische Betrachtung von Kommunikation, die bei den meisten von uns ganz natürlich abläuft. Aber mein Sohn z.B. ist Asperger, mit ihm gehe ich die einzelnen Schritte gerne durch, damit er besser einschätzen kann, was seine Mitmenschen von ihm wollen.

5 „Gefällt mir“

Meine Thera hat mit mir geübt, nachzufragen „Wie genau meinst du das?“. Neutral, nicht argwöhnisch oder genervt.

Gerade weil es viele Ebenen gibt, wie man es interpretieren kann, wie @R2D2 schreibt.

Manchmal klappt‘s, manchmal nicht, oft vergesse ich es auch.

5 „Gefällt mir“

Ja, die Strategie habe ich auch versucht. Sokratesche Herangehensweise. Mich haben dann alle für sozial inkompetent gehalten, weil ich zu doof wäre und nix abraffe :woman_shrugging:t3:

Immer überall Mobbing, wie ich es auch mache, ist es falsch. Die wollen halt einfach nur Hass verstreuen. Aber vielleicht ist das auch eine Projektion meinerseits. Muss ich mal fragen :smiling_face_with_sunglasses:

2 „Gefällt mir“

Hallo. Das kenne ich leider nur zu gut aus dem bekannten und Freundeskreis.

Ein Beispiel : wollte jetzt bei meiner Firma kündigen habe es dann aber nicht gemacht weil ich ein ungutes bauchgefühl hatte. Dann kam sofort warum ich das jetzt gemacht habe und alle wollten ins Detail wissen wieso. Bin so genervt davon das ich garkeine Lust habe mich nochmal mit denen zu treffen.

1 „Gefällt mir“