Guter Überblick dank ADHS?

Kommt drauf an.

Es gibt das, was Lachenmeier sehr gut beschreibt in seinem Filtermodell. Man hat durch die Reizoffenheit eine andere Lernkurve, kommt damit ggf. später an, aber sieht unterwegs viel mehr.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Es kann sein, dass man im Ergebnis dieser Lernkurve dann eine besser und breiter angefütterte Intuition und Urteilskraft hat im jeweiligen Kontext. Das scheint mir schon schlüssig. Ist ja auch hart genug erworben.

Mir ist allerdings auch schon passiert, dass ich in einem sehr verworrenen Kinofilm weggepennt war. Als ich mich wieder zugeschaltet hatte, wusste ich aus unserer Gruppe als erste, wer der Mörder war. Das lag aber nur daran, dass ich die ganze Zusatz-Komplexität nicht mitbekommen hatte…

Wenn man komplexe Zusammenhänge ADHS-bedingt eben gerade nicht wahrnimmt, dann halte ich überragende ADHS-Urteilskraft für einen gefährlichen Mythos.

Ähnliches gilt für Empathie. Es gibt auch genug Symptome, die Empathie und Perspektivübernahme gerade entgegenwirken können…

NeuroMin ist also genauso drin wie NeuroMax, fürchte ich. Kommt darauf an, was wir aus der Reizoffenheit machen.

4 „Gefällt mir“