Hab ich mich falsch verhalten?

Geht nur um eine Kollegin, mit der ich mich echt gut verstehe. Es ging ihr Donnerstag echt mies und ich hab mir dann gedacht sie einmal kurz in den Arm zu nehmen damit sie sich besser fühlt.
Danach, 30 Minuten später ca., hat sie mir gesagt dass sie am liebsten mit mir in meinem Büro sitzen würde.

Heute kam von ihr eine Nachricht, dass ihr die Umarmung viel zu nahe ging, und sie jetzt nur noch auf Abstand gehen wolle/sich nur noch über Sachen die mit der Arbeit zu tun hätten reden wolle, weil ich so gewirkt hätte als würde ich auf sie stehen (was absolut nicht stimmt, da sie 10 Jahre jünger ist als ich).
Ich frag mich halt jetzt,wie groß mein Fehler tatsächlich war und ob ich mich, wie sie verlangt hat, bei ihr entschuldigen soll.

Guten morgen @Bernd_Knipperdolling
Ich weiß nicht wie gut ihr euch so generell versteht. Aber wenn ihr euch sonst immer gut verstanden habt würde ich mich einfach entschuldigen und ihr sagen was du dir dabei gedacht hast:
Dass du sie nur trösten wolltest. Und halt eben wie du dich fühlst. Und in Zukunft vorher sowas fragen wie „darf ich dich in den Arm nehmen?“ Oder sowas. Es klang eigentlich so als hätte es ihr gut getan.
Mehr kann ich dazu leider nicht sagen

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Bitte respektiere unbedingt ihre Grenzen. Und immer den Consent einholen, bevor es eine körperliche Berührung gibt.
Am besten entschuldigst du dich mit den Worten „es tut mir leid, dass ich deine Grenze überschritten habe. Das wird nicht wieder vor kommen. Ich möchte, dass du dich bei mir sicher fühlen kannst. Dennoch respektiere ich deine Ansage und werde mich daran halten.“

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Die wird doch eh keine Lust mehr auf mich haben.
Da sieht man mal wie gut ich bei Frauen (und als totaler Einzelgänger) ankomme.

Hasse es…

Das muss ja nicht an Dir liegen, es war vermutlich mehr die Umarmung als dass es um Dich geht.

Und ich glaube Männer haben es da nochmal schwerer als Frauen. Gesellschaftlich bedingt.

Ich hatte mal eine Kollegin, die kam beim Erzählen immer ganz nah und hat einen dann auch angefasst. An den Unterarmen oder am Rücken.
Sie war Afrikanerin und das ist einfach nur Herzlichkeit gewesen.
Mich hat das aber extrem genervt, ich mag es nicht, wenn man mir so auf die Pelle rückt.
Und das hatte nichts mit ihr zu tun, ich fand sie richtig toll!!!
Aber diese Fummelei…boah ne…
Hat sie dann irgendwann gemerkt und dann war gut :slight_smile:

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das würde ich so nicht sagen. Ich kann mir vorstellen (bin selber eine Frau :wink: ), dass es ihr im Nachhinein vielleicht unangenehm war mit der Umarmung (das muss nicht mal im eigentlichen Moment so gewesen sein) und dass sie es deshalb so gesagt hat…? Ich denke, du solltest nochmal mit ihr reden. Ihr einfach sagen, dass es dir leid tut, dass du eine Grenze überschritten hast und in Zukunft halt fragen, ob es ihr recht ist, wenn du sie in den Arm nimmst etc.

Ich finde zwar, man sollte die (wie ich es gern nenne) „persönliche Komfortzone“ der jeweiligen Person respektieren, aber diese muss dann auch kommunizieren, wo diese Komfortzone sich befindet. Bei manchen Menschen, wie zum Beispiel die Afrikanerin von @Irrlicht , ist die Komfortzone vielleicht wenige Millimeter Umkreis oder nicht vorhanden - bei mir persönlich ist diese Komfortzone durchaus auch mal ein Meter Umkreis. Mindestens. Kommt aber auf die Person an. Mein Partner zum Beispiel. Was ihn betrifft habe ich keine Komfortzone, bei fremden Menschen im Supermarkt beträgt sie allerdings eher schon 2 Meter statt einem… wisst ihr, was ich meine?

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@Bernd_Knipperdolling schwierige Situation.
Ich gehe mal davon aus das Du in erster Linie aus einem spontanen Affekt herraus die junge Frau trösten zu wollen gehandelt hast, Du keinen einzigen Gedanken daran verschwendet hast das dass übergriffig sein könnte, warum auch?, denn Du hast ja keine bösen Absichten verfolgt, wolltest nicht die Situation ausnützen um die Frau zu begrapschen.
Aber vielleicht denkst Du jetzt in Zukunft daran Dich mit solchen spontanen Tröst Aktionen lieber zurück zu halten, nicht das Dir irgend jemand dann mal was anhängt was Du garnicht gemacht hast.

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Ich würde mich kurz bei ihr entschuldigen und sagen, dass sie dich missverstanden hat und es nie wieder vorkommt. Und ab da selbst auf Abstand gehen, vielleicht kommt sie selbst später wieder auf dich zu.
Ich selbst mag es absolut nicht, wenn mich egal Mann oder Frau einfach so in den Arm nimmt, egal ob gute Kollegen* oder Bekannten*. Von sehr guten Freundinnen und meinem Mann natürlich lasse ich mich sehr gerne umarmen, meistens.

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Also „wie groß“ der Fehler war, ist eine bewertende Frage und erstmal egal. Aber Fakt ist, dass du einen Fehler gemacht hast. Denn einer Person körperlich nahe zu kommen, mit der man keine etablierte körperliche Beziehung hat (Partner, vllt beste Freunde ect) erfordert nun mal, dass die andere Person gefragt wird - und das hast du nicht getan.
Insofern ist eine Entschuldigung auf jeden Fall angebracht. Die anderen hier haben ja schon gute Beispiele geschrieben.

Was mir Sorgen bereitet, ist deine Reaktion:

„Die“ klingt für mich ziemlich abwertend. Ich dachte du magst sie und ihr versteht euch gut? Warum ist dann dein erster Impuls dich zu fragen, ob du überhaupt was falsch gemacht hast und ihre Reaktion darauf zu beziehen, dass du nicht „gut bei Frauen ankommst“?
Ich kenne (leider) ein paar Männer, die, wenn Frauen ihre emotionalen oder körperlichen Grenzen kommunizieren mit „war ja klar, Frauen mögen mich halt nicht“ reagieren, anstatt die Gefühe der Frau einfach zu respektieren. Wenn dann die Frage kommt „Warum mögen mich Frauen nicht?“ ist die Antwort dann leider häufig „Weil Frauen zu hohe Ansprüche haben / nur bad boys wollen / weil man sie nicht verstehen kann ect“.
Die Lösung ist, das eigenen Ego aus dem Weg zu räumen und sich zu fragen, warum man scheinbar „bei Frauen“ allgemein schlecht ankommt und was am eigenen Verhalten ändern. Nämlich zum Beispiel Grenzen erfragen und sie dann respektieren.
Tut mir leid, wenn das etwas hart klingt, aber ich glaube, du musst deine Perspektive mal hin zu der anderen Person verschieben.

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Hallo,

Beziehungen mit Kollegen sind zu vermeiden. Frei nach dem Motto:
don’t shit where you eat.

Es gibt immer irgendwann Ärger deswegen.

Ich würde mich erklären, dass du sie trösten wolltest und es dir leid tut, wenn es ihr zu viel war.

Und ermutige sie ruhig, dir nächstes Mal gleich ehrlich zu sagen, wenn sie etwas stört.

Es kann unterschiedliche Gründe haben, warum sie da auf Abstand gehen will. Einer davon könnte auch sein, dass sie die „don’t shit where you eat“- Regel kennt.

Der Grund ist aber eigentlich auch egal. Such dir lieber außerhalb seines Jobs engere Kontakte.

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Blockzitat

Ja, das ist toxische Männlichkeit in Reinkultur. INCELS „argumentieren“ gerne so. Da gehen mit alle Alarmglocken an.

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Oder einfach schüchtern und unerfahren. Und Frauen hauen auch gerne Sprüche wie "alle Männer sind Schweine, denken nur mit dem … " usw. wenn sie nicht bekommen was sie wollen oder enttäuscht wurden. Ist es dann toxische Weiblichkeit? Denn machen wir uns nichts vor, Frauen können genau so toxisch (meiner Meinung nach sogar deutlich toxischer) sein als Männer.

Ich finde es einfach nicht ok in welche Richtung sich mansche Sachen gesellschaftlich entwickeln, dass man Menschen einfach so zu einer Gruppe zuordnet, ohne sie wirklich zu kennen.

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Ich verstehe das „toxische“ bei „toxische Männlichkeit“ in erster Linie eher als ein Anerkennen, dass es innerhalb mancher Männergewohnheiten, Haltungen, Werten etc. für Männer selbst zum Leid kommt. Dass z.B. Emotionalität nicht gesund ausgelebt/verarbeiten werden kann (denn „Männer weinen nicht“), sondern eher runtergeschluckt werden soll, oder aggressiv (selbst oder fremd) ausgelebt wird. Es kann dann auch Nachteile für das andere Geschlecht geben, muss aber nicht.
Genauso gibt es ungesunde Wertsysteme, Haltungen etc., die eher frauentypisch sind, ja. Ist dennoch sozialisationsbedingt bei beiden Geschlechtern unterschiedlich darin, wie es sich zeigt.

Kurzum, verstehe beides nicht als abwertende Beschimpfung, sondern eher als Benennen dessen was schief läuft in manchen Teilen der Gesellschaft, die auf manch traditionellen, vor allem dichotomen Geschlechtsbildern beharrt.

(*edit, Ergänzung: incels ist ein von incels selbst gewählter Begriff und verdeutlicht, für mich, dass sie sich selbst ins Bein schießen.)

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Hmm schwieriges Thema, ich kann hier bei einigen Argumenten in verschiedene Richtungen mitgehen.

Von der Situation mit der Kollegin pauschal den Rückschluss zu ziehen „kein Wunder, Frauen hassen mich immer“ erscheint mir auch etwas komisch. Vielleicht muss hier niemand zum Opfer gemacht werden, du nicht, sie nicht.

Es scheint ein Missverständnis gegeben zu haben. Und Misverständnisse könnten auch in einer Welt ohne Patriarchat unter dem Männlein, Weiblein und alle dazwischen oder darüber hinaus leiden vorkommen.
Das Missverständnis könnt ihr aus dem Weg räumen. Allerdings eben mit sensibler Wortwahl und ohne gut/schlecht, Opfer/Täter, Scham/Beschämung Narrative.

Und weil wir eben nicht in einer Welt ohne Patriarchat leben, lohnt es sich durchaus nochmal hinzusehen und zu überlegen, welche Faktoren in eurem Verhältnis eine Rolle spielen. Du schreibst von einem Altersunterschied, vielleicht habt ihr unterschiedliche Erfahrungsschätze. Ich weiß nicht in welchen Positionen und welcher Art von Betrieb ihr angestellt seid, aber für sie als jüngere Frau, die am Arbeitsplatz Schwäche gezeigt hat, kann es sich nach einem höheren Risiko anfühlen dann auch noch persönliche Beziehungen zu Kolleg:innen aushandeln zu müssen.
Und auf jeden Fall nochmal genau hingucken, ob es irgendwas von deiner Seite gab, das vielleicht Verlegenheit ausgelöst hat. Welche Dinge bringst du mit in diese Beziehung, die so ein Missverständnis begünstigen?

Ich denke auch, dass du ihre Grenzziehung respektieren musst. Dich für das Missverständnis entschuldigen kannst. Vielleicht findet ihr irgendwann wieder common ground…

Du bist kein Arschloch, wenn du Trost anbietest. Sie ist keine Männerhasserin, wenn sie im Nachhinein kommuniziert, dass etwas unangenehm war.

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Danke @theunfedmind dass du das so toll formuliert hast :heart:

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Ich habe auch nie behauptet, dass sie ein Arschloch ist.
Ich habe auch nie behauptet, dass ich eines bin.

Ich sage natürlich, dass es ein Fehler meinerseits war, ihr zu nahe gekommen zu sein, keine Frage!
Aber ich denke mir auch irgendwie (aus externer Sicht, da ich nicht in ihr stecke) dass sie etwas übertreibt.

Pardon! Die Wortwahl war etwas drastisch.
Habe mich ein wenig an den oberen Beiträgen orientiert und dann die Phrase „Bin ich das Arschloch?“ von einschlägigen Subreddits aufgegriffen :slight_smile:

Und wie schon gesagt: aneinander vorbei zu kommunizieren, kann einfach mal vorkommen!

Jo, kannste denken … musst Du aber nicht.
Du könntest einfach auch akzeptieren, dass diese Person das so wahrnimmt und dass das damit schon seine Richtigkeit hat. Sowas braucht eigentlich keinen zweiten Gedanken und Du musst Dir nicht ihren Kopf zerbrechen.

Wenn sie das Signal braucht, dass Du gemerkt hast, dass es für sie nicht ok ist und dass Du das akzeptieren kannst (gemeinhin „Entschuldigung“ genannt) - kannst Du Dir überlegen ob Du ihr das gibst oder nicht.

Hier bei Neurodiversens sind diese Empfindlichkeiten ja sowohl gang als auch gäbe - und das gehört zu den Dingen, die ich hier immer und immer wieder lerne: dass jeder und jede komplett unterschiedlich reagiert und dass meist Not und nicht Rechthaberei oder Schikane dahintersteckt.

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Ich habe mich schon längst bei ihr entschuldigt, direkt als sie das erste Mal danach wieder im Büro war, mit den Worten „Noch einmal sorry, dass ich dir letztens zu nahe gekommen bin. Ehrlich tut mir leid!“ .
Sie meinte daraufhin nur, dass sie mir überhaupt nicht böse und nicht sauer sei, wo bei mir schon klar war, dass sie stinksauer auf mich ist.
Sie redet seitdem nicht mehr mit mir :man_shrugging: