Handy Sucht - wie komm ich da raus?

P.s.
Die Frage die sich doch für die Zukunft der Menschheit stellt, ist ob wir es wirklich zulassen wollen, dass WIR, die MENSCHEN, akzeptieren wollen, dass uns bald eine KI beherrscht, die uns ALLES nimmt, was UNS Menschen eigentlich schon immer ausgemacht hat.

Heisst WIR MENSCHEN uns zugunsten von KI als denkende, fühlende, und echte Spezies aus Fleisch und Blut "zurück entwickeln sollen?.

Und UNSER SEIN zugunsten einer hochentwickelten Technologie „aufgeben wollen“, indem diese künstliche Intelligenz in Zukunft „all diese Bereiche, die UNS MENSCHEN bis heute einen Sinn in unserem Leben gegeben hatte“, wirklich und ernsthaft " „aufgeben wollen“, sei es im Bereich der Forschung und Wissenschaft, oder sei es im Bereich der Geisteswissenschaften wie Psychologie oder Philosophie, oder sei es im Bereich der Kunst, egal ob es dabei um die Zukunft von Schauspielern, Musikern, Autoren, Tänzern und so weiter und so fort geht, heisst wo auch immer Menschen kreativ tätig waren, oder noch sind, oder auch z.B. im Bereich der Medizin, oder in juristischen Gebieten, die wichtig für uns alle sind, oder unsere eigenen Rechte und allen Errungenschaften der letzten Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, und für die sogar Menschen gestorben sind, „einfach so“ und ohne Gegenwehr aufgeben sollten?.

Und während sich dann KI fröhlich weiter entwickelt, und wir, die Menschheit, immer mehr unsere Aufgaben abgeben, und demzufolge immer mehr zurück entwickeln, und dann im Grunde genommen „überflüssig werden“, uns selbst ins Abseits befördern.

Während die Superreichen immer reicher werden, und die Menschheit währendessen immer mehr „verblöden wird“, weil die Menschheit NICHTS MEHR HAT wo sie dazu anniemiert sich „weiter zu entwickeln“, ist es dann irgendwann nur noch eine Frage der Zeit, jedenfalls nach meiner persönlichen Einschätzung, dass es sich so entwickeln wird, dass die Mehrheit der Menschheit nur noch ein Leben wie Sklaven leben werden, welche sich einer über sie herrschenden Klasse von Superreichen unterwerfen muss.

Wo soll all das hin wo selbst schon unsere Vorfahren das Bedürfnis dazu hatten in Form von Bildern ihres Alltags für die Nachwelt zu hinterlassen?, wo frühe Menschen bereits ihre Handabdrücke verewigten?, oder später Pyramiden bauten?, welche uns selbst bis heute noch vor Rätsel stellen, wie diese „primitiven Menschen“ überhaupt solche Monumentale Bauten errichten konnten?.

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Delete you back to live :slight_smile:

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@AbrissBirne

Du hast mich komplett richtig verstanden und es ist sehr schön irgendwie, dass das jemand so sieht wie ich :slight_smile:

@ alle (Zum Thema mobiles Internet)

Ich hab mit Fernsehen oder Lesen prokrasiniert. Wenn’s dumm läuft prokrastiniere ich sinnvolle mit sinnlosen Aufgaben. Ich werde immer einen Weg finden zu prokrastinieren.

Natürlich hat auch das Internet Tücken, Schwächen und Fallen. Das hat jedes Medium. Jeeep, auch Bücher.

Aber es hat auch wahnsinnig gute Seiten. Diese Unterhaltung hätte ich vor 30Jahren nicht führen können. Ich wäre auf mein direktes soziales Umfeld angewiesen gewesen. Außerdem muss ich ehrlich gesagt manchmal direkten sozialen Kontakt mit schriftlichem substituiren, weil mich das sonst in den Zeiträumen zu viel Energie kostet. Und ich bin extrem auf mobiles Internet angewiesen, weil ich oft über längere Zeiträume nicht Zuhause bin.

Für mich ist es eine Frage der eigenen Medienkompetenz und der eigenen Grenzen. (Und da bin ich absolut kein Profi!)

Hier setzt so ein bisschen für mich die Problematik ein:

Medienkompetenz sollte mehr thematisiert werden und es sollte mehr Unterstützung in dem Bereich geben!

Manche Dinge werde nicht weggehen und ich finde es gut einen sinnvollen Umgang damit zu suchen. Wie in diesem Thread ^^

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Ist echt so. 2019 habe ich meinen Facebook-Account offiziell gelöscht. Das war ein richtig feierliches Hochgefühl. :partying_face: Ich hatte aber auch nie verstanden, warum man allen Leuten gleichzeitig seine aktuelle Gemütslage verkünden soll, und warum sich auf der Plattform ehemalige Mitschüler, Arbeitskollegen und Familienmitglieder vermischen. :confused:

Ich will überhaupt nicht sagen, das Internet sei pauschal schlecht. Ist ja auch Quatsch, weil es sich in vielen Gestalten und Formen zeigen kann, genau wie im RL. Man kann es aber mehr oder weniger menschenfreundlich gestalten. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir das durch reine Medienkompetenz hinkriegen. Beim Thema Ernährung hat das seit 30 Jahren nur mäßig gut funktioniert. Ihr merkt ja auch, dass wissen und machen zwei Dinge sind. Ich bin eher kein Freund davon, mühsame Gewissensentscheidungen aufs Individuum abzuwälzen, nur um die Industrie nicht in die Pflicht zu nehmen. Ohne mehr politischen willen, unser Recht gegenüber den großen Plattformen auch durchzusetzen, und ohne unsere eigene digitale Wirtschaft nachhaltiger zu unterstützen, wird das Problem schwierig zu lösen sein.

Da habe ich neulich mal ein Proposal für ein Entwicklungsprojekt hingeschickt, vielleicht habe ich ja Glück. :four_leaf_clover:

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Liebe @abrissbirne, bitte vergiss nicht, dass dieses „KI entwickelt sich exponentiell immer weiter und wird in fünf Jahren die Welt übernehmen“ weitgehend ein Marketingnarrativ ist, damit möglichst viel an das Thema geglaubt und investiert wird. Ansonsten sehe ich das ähnlich wie du, dieser extremen Vision kann ich nichts abgewinnen.

Zumindest im Programmierbereich wäre meine Einschätzung, dass ein paar Firmen auf die Schnauze fallen werden, nachdem sie versuchen, alles nur mit KI und ohne Menschen coden zu wollen. Dann kommt das Erwachen und ein realistischerer Umgang mit diesem Werkzeug.

Ich nutze das z.B. hin und wieder, um mir kleine Beispielprojekte generieren zu lassen, die ein sehr schwieriges und abgründiges Problem lösen, also wo es um tieferes Zusammenspiel mit dem Betriebssystem geht. Diese Art von Problem löst man nicht durch Denken, sondern durch nerviges Herumprobieren, bis es funktioniert. Das darf der Bot machen. Entsprechend schlampig sieht der Code dann auch aus, aber es ist ein funktionierender Startpunkt, den man als Mensch umstrukturieren und aufräumen sollte.

Dieses Bild von „KI sitzt dauerhaft auf deiner Schulter beim Coden“ funktioniert für mich hingegen nicht besonders gut, weil ich bei vielen Aufgaben schon schnell bin und mich so ein Copilot mit seinen Vorschlägen eher ablenkt (zu viel Taskwechsel). Ist halt ein assistent, der durch deine Anweisungen noch nicht wirklich gut dazulernt, im Gegensatz zu einem Junior, den du einarbeiten kannst.

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Apps wurden schon genannt. Ich hab mal mit “Digital detox: Focus and life” geliebäugelt. Da legst du Sperrzeiten fest und musst die App nur zahlen, wenn du deinen Entzug abbrichst.

Alle Benachrichtigungen ausstellen, besonders Messenger. Und nur noch zu bestimmten Zeiten gezielt reinschauen.

Ansonsten würde ich social media vom Handy schmeißen bzw Account löschen, und alles was du beruflich brauchst auf den Laptop verlegen. Während der Arbeitszeit Timer nutzen, um Dich regelmäßig zu deinem eigentlichen Auftrag zurück zu holen.

Außerdem solltest Du hinterfragen, warum Du versinkst (also was brauchst Du eigentlich, bei mir war es oft Unterstimulation) und genau drauf achten was das mit Dir macht. Bei mir kam irgendwann so ein Ekel davor, als ich verstand wie es mich beeinflusst, das hat geholfen. Inzwischen kann ich sinnloses Gedaddel als zeitlich begrenztes Belohnungssystem nutzen und verliere mich nicht so schnell.

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Ganz herzlichen Dank für den Tipp mit Lock me out. Habe ich mir sofort aufs Handy geladen und und nutze den Appblocker seit einigen Tagen. Super hilfreich! Ich kann darin morgens für den Tag entscheiden, von wann bis wann ich die Apps blocken möchte. Das hat in den letzten Tagen wirklich wirksam verhindert, dass ich ständig tagsüber über WhatsApp reinschaue, wenn ich nicht bei der Arbeit bin. So bleibe ich viel stringenter bei der Hausarbeit und bin auch ansonsten nicht so abgelenkt. Das spart super viel Zeit! Klasse an der App ist, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, sie auszutricksen. Ich bin dir sehr dankbar für deinen Tipp!

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In meinem Fall wäre das eher „Delete you to unemployment“ :woozy_face:

Ich habe es pragmatisch gehalten:

Bewusst geworden das ich erstmal keine neuen Inputs bezüglich persönlichkeitsentwicklung oder Optimierung benötige.

Dann social media Apps außer Youtube gelöscht und mich bei den üblichen Plattformen ausgeloggt, so das der Aufwand sich über den Browser anzumelden erhöht wurde.

Wenn das nichts hilft, Account löschen.

Bei Youtube so gut es geht die Kurz Videos und Einträge auf der Hauptseite reduziert und alle Accounts die nicht “wichtig” sind oder nerven entfolgt oder geblockt.

Zudem alle Nachrichten Apps, und Möglichkeiten mich zu nerven deinstalliert / blockiert.

Bei WhatsApp und Co eine Bildschirm sperre ab 1,5h rein gesetzt.

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Danke :slight_smile:

Ich hab oft das Problem, das ich in die “Das muss ich/das Individuum selber lösen”-Falle tappe.

Ohne Konzerne in die Verantwortung zu nehmen (auch um mehr Transparenz zu schaffen), kämpft man sich sehr müde ohne genügen zu bewegen.

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Früher ging man mal online.

Heute geht man eventuell Mal kurz offline.

Ich bin zwar totaler Fan von Technik und Informationen, aber mittlerweile vollkommen überfordert und im Dauerstress.

War das schön mit Schallplatten und 2-3 TV Sendern. Heute kommt man vor lauter Auswahl in den Streaming Diensten gar nicht mehr zum Schauen. Erstmal 3 Stunden Stöbern und Trailer gucken.

Früher war man froh, wenn endlich Mal ein guter Film um TV kommt.

Eigentlich bräuchte man 5000 Stunden Tage.

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Ich kenne das, dass man aus dem Smartphone auftaucht wie aus einem tiefen Brunnen und sich dann ärgert wie viel Zeit verstrichen ist, oder man sich dabei erwischt dass man es entsperrt und in dem Moment schon vergessen hat was man eigentlich machen wollte, weil einige Apps sehr auf sich aufmerksam machen oder womöglich noch irgendwas altes auf dem Bildschirm offen ist. Am meisten hat mich allerdings gestört, dass man das Ding nicht mehr aktiv anschaltet, sondern gewissermaßen schon unbewusst in der Hand wiederfindet…

Ich habe auch schon ein Klapphandy gehabt aber da funktionieren praktisch alle Messenger nicht und ich konnte auch noch nie mit der T9-Tastatur umgehen.

Naja long Story longer:
Ich hatte immer ein Produkt im Kopf das ich als Ideale Lösung für dieses Problem gesehen hab, aber diese Produkt gab es leider einfach nicht. Dann wurde es Tatsächlich vorgestellt aber nur auf dem asiatischen Markt d.h. Kein GooglePlay, Maps, Whatsapp.
Trozallem hab ich das dann auch gekauft und sofort gemerkt, dass das genau das ist was ich suche, wenn es denn nicht für alle möglichen Apps die man hierzulande nutzt gesperrt gewesen wäre.
und dann kam endlich ein Gerät weltweit heraus und ich habe es sofort gekauft und bin sehr happy!

Die Rede ist vom Bigme Hibreak Pro. Das ist ein vollwertiges Smartphone allerdings besitzt es statt dem klassischen OLED Display ein EInk Display. Das ist so ein Bildschirm wie ein Kindle, Tolino oder Remarkable hat.
Für mich trifft das Gerät genau in die Perfekte Kerbe! Whatsapp, Telegram, Signal, Telefon, Bankapp (zur not auch FB oder Instagram Messenges) funktionieren wunderbar, aber es raubt dem Scrollen und dem Videos gucken allen Reiz. Es lässt gewissermaßen nur die nützlichen Sachen zu aber verdirbt einem das Zeug das eh nur nutzlos Zeit frisst.
Ein bisschen gelogen ist es allerdings, da ich durchaus viel am Handy bin auch mit diesem neuen Gerät, aber ich habe für mich entschieden, dass ich die Zeit in der ich ein eBook lese nicht als “Handy”-Zeit werte für mich. :wink:
Ich habe als Kind eine Lesestörung diagnostiziert bekommen und ich lese aktuell so enorm viel, einfach, weil das Buch statt Insta auf einen klick da ist! :blush:

Falls ich bei jemandem Interesse geweckt habe möchte ich noch erwähnen, dass es das Gerät in schwarz/weiß und inzwischen auch mit EInk Farbbildschirm gibt. Ich empfinde diese Farb-Technology als bei weitem noch nicht ausgereift, dabei ist der Bildschirm viel dunkler und hat wesentlich grobere Pixel. Ich find es total schrecklich darauf zu schauen.
Das schwarz/weiße Gerät hat tolle Kontraste und seien wir doch mal ehrlich, ich habs gekauft um weniger am Handy zu sein und alle Apps die ich wirklich brauche funktionieren auch in schwarz/weiß (selbst maps).
Farbe ist ein mächtiges Werkzeug Aufmerksamkeit zu erhalten, und dieses Werkzeug nehme ich den Apps gerne weg.

Normale Handy Screens haben mir grundsätzlich schon eine totale Reizüberflutung gegeben, auch das wurde mir erst so richtig klar als ich sie für mich abgeschafft hab.

Fazit: Es hat für mich sehr gut geklappt. Ich würde sogar behaupten dass es so eine Art schwacher Entzugs-Erscheinungen gab. Man hat das Ding in die Hand genommen und wusste dann nix damit anzufangen, ist dann deswegen sogar leicht wütend geworden, weil man nicht kriegt was man da irgendwie grade wollte, aber in dem Moment habe ich mir immer gesagt, “Geil, das funktioniert irgendwie genau wie geplant, gerade!”
Ich habe das Handy jetzt seit einem Jahr und hatte davor schon 2 Jahre (schätze ich) das Gerät aus China mit der selben Display Technik und ich habe echt gemerkt wie der Griff zu Handy, diese Übersprunghandlung ziemlich schnell seltener wurde und vor 2 Wochen ist es dann passiert. Ich bin in den Supermarkt gegangen und habe dann Vorort erst gemerkt, ich hab mein Handy gar nicht dabei! Ich hab mich in dem Moment dann gefragt wann ich wohl das letzte Mal ohne Handy aus dem Haus war… Ich kanns euch nicht sagen aber es ist sehr sehr lange her.

PS.
Hab an meinem Handy noch ein bisschen rumoptimiert.
Final habe ich den Startbildschirm (Launcher) des Handys noch so eingestellt, dass ich nicht die klassischen Icons habe, sondern einfach eine Tastatur und da dann den App-Namen eingeben muss, dieses Konzept hat mir schon vor dem schwarz/weiß Handy ziemlich geholfen am Ende auch das zu machen weswegen ich das Handy eigentlich eingeschaltet habe. Beispiele für solche Launcher sind OLauncher oder KISS Launcher.

PPS.
Ich hoffe das wirkt jetzt nicht wie Produktwerbung, aber es ist echt aktuell das einzige Produkt seiner Art auf dem Markt :stuck_out_tongue:

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Das klingt mega gut! Ich versuch das für mich auf dem Schirm zu behalten!

Ich feier es ziemlich, dass du etwas problematische durch etwas weniger problematisches ersetzt hast. Bücher können auch Zeit fressen, aber es hat bei mir nicht den unangenehmen Sucht Beigeschmack ^^. (Obwohl man meinen könnte, ich bin auf Entzug, wenn ich den nächsten Teil einer Serie nicht weiterlesen kann :smiley: )

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Das ist wahr, aber Leseschwäche bedingt habe ich den Vorteil, dass ich das als Üben verbuchen kann dafür aber den Nachteil, das lesen für mich noooch mehr Zeit frisst als bei den Meinsten. :sweat_smile:

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Hi, bin vielleicht etwas spät dran damit aber:

Mediensucht ist mein Hauptproblem mit ADHS und hat mich so sehr am Leben gehindert, dass ich auch die Diagnose durchgezogen und mit Medis angefangen habe.

Daher habe schon sehr viel auf eigene Faust ausprobiert, um diese Sucht endlich in den Griff zu bekommen und könnte mich als subjektive Expertin zu diesem Thema bezeichnen.

[tl;dr: die meisten öffentlich zugänglichen Tipps hierzu sind nutzloser Bullshit. Benutze die OneSec-App in der Pro-Version fürs Handy und ColdTurkeyBlocker in der Pro-Version für den PC. Die sind wirklich wasserdicht]

Oft wird dieses Problem null ernst genommen und die meisten Ratschläge zu dem Thema sind unglaublich lax, fühlen sich fast höhnisch an und lassen sich super leicht umgehen, wenn man wirklich ein Problem hat.

Was wirklich funktioniert:

  1. Sehr vielen Menschen geht es so. Ob ADHS oder nicht. Vielleicht merken ADHSler*innen das mehr, da wir öfter unser eigenes (selbstschädigendes) Verhalten sehr kritisch betrachten. Das bedeutet aber nicht, dass die Sucht deshalb ein kleineres Problem ist, sondern eher, dass wir sie gesellschaftlich normalisiert haben.

  2. An Tagen, an welchen ich Medis nehme, ist der “Suchtdruck” oft viel weniger ausgeprägt.

  3. Willenskraft funktioniert nicht. Regeln selbst aufzustellen, bedeutet, sie selbst einfach wieder zu brechen. Bau dir wasserdichte Systeme.

  4. Ich habe schon eine ganze Armarda an Apps und Extensions ausprobiert, die meine Sucht verhindern sollten. Hier die zwei, die wirklich halten, was sie versprechen:

    a) OneSec Pro fürs Handy: hier lassen sich Apps und Websites mit Stundenplan blockieren. Bei mir z.B. alles mit Internet von 21:00 Uhr bis 5:00 Uhr. Man kann einstellen, dass die OneSec-App selbst sich während eines aktiven Blocks nicht vom Handy löschen lässt. Außerdem interveniert OneSec, wenn man es so einstellt, bei bestimmten Apps. Dann kann man erst nach einer gewissen Zeit, einer Atemübung oder einer Aufgabe fortfahren. Das gibt Zeit zum Überdenken und nervt so sehr, dass man Instagram dann doch nicht öffnen will. OneSec kann außerdem nach einer Weile re-intervenieren, z.B. muss man dann alle 20 Minuten wieder 5 Minuten Pause machen oder ein Rätsel lösen, bevor es mit Instagram weitergehen kann.

    Achtung: wenn du einmal den “strengen Block” eingestellt hast, lässt sich daran nichts mehr verändern. Probier erst aus, was klappt, und raste dann das Schloss für immer ein!

    b) Cold Turkey Blocker Pro für den PC: ähnlich. Eine App mit Browser-Extensions. Man kann Websites&Apps für bestimmte Zeiten blockieren, man kann sich ein Zeitlimit setzen (z.B. 45min YouTube am Tag), man kann whitelisten (z.B. nur dein eigener Insta-Kanal ist zugänglich), man kann Websites nur periodisch freigeben (z.B. nach 20min Pause bekomme ich 45min Instagram) Die Extensions lassen sich nicht vom Browser entfernen. Entfernt man die Extension, schließt sich der Browser. Man kann die App während eines aktiven Blocks nicht vom PC löschen.

    Achtung: auch hier: wenn du einmal den Block “verschlossen” hast, lässt sich daran nichts mehr verändern. Probier erst aus, was klappt, und raste dann das Schloss für immer ein!

  5. Ich habe eingesehen, dass ich ein Problem habe. Deshalb habe ich mir vorgenommen, die meisten Social-Medias nie wieder zu benutzen. (Eine Ausnahme ist YouTube: das darf ich nur sehr limitiert, 30min/Tag zwischen 5 und 21 Uhr). Tatsächlich brauche ich sie nicht. Und nachdem ich Reddit seit 1 Jahr und Instagram seit über 4 Jahren nicht mehr besucht habe, habe ich auch nicht mehr das Gefühl, dass irgendwas, was dort passiert, mit mir etwas zu tun haben könnte. Ich habe nicht mehr das Gefühl, etwas zu verpassen.

  6. Es schadet nicht, sich einen Wecker zuzulegen und festzulegen, dass eine Maschine, die Mobiltelefon, Arbeits-PC und Spielhalle in einem ist, nichts im Schlafzimmer zu suchen hat.

    Hope this helps :heart_hands:t2:

    LG Josie

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Danke, ich finde deinen Beitrag sehr nützlich, deine Erfahrungen und die Tipps. Ja, es ist eine gesellschaftlich normalisierte psychische Abhängigkeit, nichts anderes. Bei mir war es weniger die Abhängigkeit, sondern Social Media & Co haben mir psychisch nicht gut getan (k-PTBS).

Das klingt nach einem wichtigen Punkt. Wenn man sich fragen kann: „Was hat das mit mir zu tun?“, ist das so etwas wie die Überwindung von FOMO, oder? Falls das Suchtverhalten maßgeblich mit FOMO zu tun hat, wäre dieser Punkt ein wichtiges Arbeitsziel.

Vielleicht bin ich mit Ende 30 einfach zu alt dafür, aber mir hat noch kein Mensch begreiflich machen können, wie man mit einem Smartphone produktiv arbeiten soll. Für mich ist produktives Arbeiten PC/Mac, Tastaturkurzbefehle, leichtes Wechseln zwischen Programmen, Tabs etc., Copy&Paste, schnelles Zehnfingertippen, eben Usability, Effizienz. Mit einem Touch-Gerät ist mir das alles viel zu langsam und fummelig, und ich mag dieses Gefühl nicht, einen Tab nicht blitzschnell schließen zu können. Von den Abläufen her ist es mir auf dem Touch-Gerät immer einen Schritt zu viel oder zu umständlich. Am Computer habe ich das Gefühl, dass mein Geist das Gerät steuert. Beim Smartphone ist es umgekehrt, da fühle ich mich durch das Gerät behindert/gesteuert/kontrolliert..

Hi Josie,

das ist toll, danke :slight_smile:

Ich habe deine Infos in ADxS.org aufgenommen:

Möchtest du als Quelle genannt werden? Wie du magst, namentlich, mit Pseudonym oder auch gar nicht…

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Smartphone ist für mich so ein Ding für Zwischendurch. Geld überweisen, etwas bestellen…ansonsten bin ich bei dir.

Ich merke bei der aktuellen Azubi-Generation, dass sie mit PC zunehmend überfordert sind. Monitore im Querformat scheinen ungewohnt zu sein. Ich merke aber auch ganz gut, wer von denen am PC zockt. Das sind zwei Welten,

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