@Chaos-Koordinator , Nein ist schon gut, schreibe über was Du schreiben möchtest, und über was Du lieber nicht schreiben möchtest behalte für Dich.
Ich muss jetzt sowieso ins Bett, gute Nacht und schlafe gut.
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Gibt es irgendwas anderes in ihrem Leben, was sie früher gerne gemacht hat oder vielleicht immer noch gerne machen würde? Irgendein Hobby, Freundinnen treffen…?
Und was ich mich frage - müsste sie auf der Arbeit nicht auch Probleme kriegen? Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie da die Handynutzung auf 0 fährt.
Also vielleicht gibt es noch irgendwo anders einen Nachteil für sie, außer dass sie ihre Familie damit belastet? Kann mir vorstellen, dass die Fronten inzwischen verhärtet sind, und Du quasi “der Böse” bist, der ihr ihre “wohlverdiente Handypause” madig machen will, einfach aus Prinzip, wo es doch sonst niemanden stören würde. Oder so ähnlich.
Was man dagegen jetzt machen könnte… Keine Ahnung, fand den Vorschlag von @Kathy mit Zettel auf den Tisch und für ein Wochenende oder so verschwinden ziemlich gut. Wenn dann Einsicht folgt, wäre Paartherapie ein guter nächster Schritt, um dem ganzen auch Taten folgen zu lassen.
Vielleicht erfüllt oder verdrängt sie mit der exzessiven Handynutzung ja irgendein anderes Bedürfnis? Das andere Menschen mit Freunden, Essen, Hobbys erfüllen oder in Schach halten, wo ihr aber die Strategien zu fehlen?
Sie macht das sicher nicht, um Dich zu ärgern. Was nichts daran ändert, dass Du (absolut nachvollziehbarerweise!!) unter ihrem Verhalten leidest und das keine Basis für eine schöne Familie ist.
Ich finde in eurem Fall vor allem schwierig, dass sie es überhaupt nicht als Problem anerkennt - nichtmal, wenn sie diese immensen Handynutzungszeiten vor sich sieht. Es wäre eine andere Situation, wenn sie selbst eigentlich nicht 24/7 am Handy sein möchte, aber einfach nicht anders kann (aus Suchtgründen). Wenn diese Einsicht da wäre, wäre gebe es Mittel und Wege, um von der Handysucht weg zu kommen.
Aber wenn sie das Problem nicht einsieht, selbst wenn du sie mehrmals sehr ernsthaft darauf ansprichst, wer oder was soll dann noch helfen? Ein Wille zur Änderung muss immer von der Person selbst kommen - sonst wird es von ihr nur als übergriffig empfunden, wie es hier der Fall ist.
Ich finde dabei auch das Argument, man sollte sich nicht wegen „nur“ einer Handysucht vom Partner trennen, weil ein Kind im Spiel ist, sehr schwierig und spielt die Problematik runter. Die Partnerin ist scheinbar nicht erst seit ein paar Wochen „etwas mehr am Handy“, sondern kann schon länger nicht mehr am Familienleben teilnehmen. Inwiefern ist das denn gut fürs Kind? Das Kind wird auch die Spannung zwischen den Eltern wahrnehmen.
Klar, eine Trennung sollte nie leichtfertig ausgesprochen werden, insbesondere wenn ein Kind in der Welt ist. Allerdings können Ehen, die nur der Kinder wegen bestehen, häufig auch nicht so gut sein fürs Kind, wie eine saubere Trennung.
Und man stelle sich mal vor, es wäre andersrum: Ein Ehemann, der den ganzen Tag lang nur am PC hockt, nicht am Familienleben teilnimmt und die Frau muss die ganze Hausarbeit machen. Egal wie sehr sie ihn darauf anspricht, er blockt nur ab und empfindet ihr „Reingerede“ übergriffig und lehnt Paartherapie ab. Dazu hätte ich auch eine sehr klare Meinung, Kind hin oder her. Warum sollte es umgekehrt anders sein?
Man muss aber auch kurz anmerken, dass wir natürlich nur deine Perspektive kennen und nicht die deiner Frau.
Was mich noch interessieren würde (musst du auch nicht beantworten, falls du es nicht öffentlich machen möchtest):
In welchem Alter ist euer Kind und stört es auch, dass die Mutter ständig am Handy ist?
Und was macht deine Partnerin eigentlich die ganze Zeit am Handy - spielen, durch Social Media scrollen, mit anderen Leuten schreiben oder auch berufliches?
Das ist wirklich viel.
Eben habe ich so überlegt, ob sie süchtig ist. Es gibt ja auch Spielsucht und sowas. Wenn sie süchtig ist, dann sprechen wir von einer Erkrankung, die geheilt/therapiert werden muss.
Jetzt ist es aber so, dass ein Süchtiger immer erstmal selbst das Problem erkennen muss und oft auch an einem echten Tiefpunkt angekommen sein muss, bevor man helfen kann.
Wenn du wirklich schon an dem Punkt bist, dass es reicht, dann solltest du konsequent sein. Aber mit Hintertür… lässt sie sich professionell helfen, wirst du zu ihr stehen… so in der Art.
Wer hat eigentlich den kompletten Haushalt geschmissen vor der Handysucht oder habt ihr beide das schon immer aufgeteilt?
Seven bringt es auf den Punkt.
Für mich (ich war selbst bereits wegen problematischen Medienkonsums in der Suchtberatung und habe in der Verwandschaft gerade aktuell einen Fall von Alkohol/Cannabis-Abhängigkeit) sind gemäss deiner Schilderung mehrere Kriterien einer Abhängigkeit ‘erfüllt’. Und Sucht ist nun mal leider eine häufige eine Komorbidität von ADHS.
Ob es ihr gar nicht bewusst ist, würde ich in frage stellen. Selbst kenne ich das so, dass alles von Vorwürfen bis lieb gemeinten Aufforderungen einem den Spiegel vorhält, während man selbst viel Energie aufwendet, die Realität auszublenden/zu ignorieren. Das hat jedenfalls bei mir zu negativen, aufbrausenden Reaktionen, wie du sie beschreibst geführt.
Im Moment gibt es wahrscheinlich nicht viel das du direkt tun kannst. Wie schon erwähnt muss die Motivation von der Person selbst ausgehen. Versuche dich auf die guten alten ‘Ich-Botschaften’ zu beschränken,wenn du es nicht aushältst, nichts zu sagen. Also ‘es macht mich traurig, dass wir so wenig Zeit miteinander haben’ statt ‘jetzt warst du wieder den ganzen Tag nur am Handy’. Lass sie wissen, dass du sie immer unterstützt, wenn sie Hilfe braucht. Lebe ihr vielleicht vor, wie es sein könnte. Unternimm schöne Dinge mit eurem Kind, lade sie dazu ein aber dränge nicht.
Wenn es ganz schlimm wird, darfst du auch sagen: ‘ich halte das nicht mehr aus. Ich gehe für eine Woche mit unserem Kind zu meinen Eltern (o.ä.)’ und das dann auch durchziehen.
Es gibt auch Selbsthilfegruppen und Unterstütztungsangebot für Angehörige von Süchtigen. Das könnte sicher helfen!
Das haben wir schon immer untereinander aufgeteilt.