Hi, vielleicht kann mir jemand von euch weiterhelfen…
Bei mir wurde 2024 ADS diagnostiziert war mein ganzes leben immer antriebslos und konnte mich nicht um meine eigenen Sachen kümmern gehschweigenden davon bei einem Thema zu bleiben, war grundsätzlich in einen Tiefenloch und hab meistens mit Alkohol ‚überdeckt‘.
Nach der ADS Diagnose hab ich Elvanse verschrieben bekommen damit war eigentlich erstmal alles gut, Depressionen weg und plötzlich konnte ich mein Zimmer aufräumen und für Bürokratischen alltags Schrott konnte ich mich auch mehr oder weniger interessieren.
Leider verlor Elvanse meines Erachtens relativ schnell an Wirkung also mussten wir die Dosis steigern irgendwann kam Attentin mit dazu und ich kam gut über den Tag, schlaf hat auch geklappt.
Anfang des Jahres hab ich beides abgesetzt, ich finde einfach das man nicht sein leben lang auf Amphetaminen rumlaufen sollte ?
Ich h mach jeden Tag Sport, ernähr mich meines Erachtens Top, Anfang hat alle ohne die Medikamentation noch recht gut geklappt, klar die erste Woche Müdigkeit aber dann ging’s .
Seit ungefähr ang März bin ich wieder bzw erstmals in einem Loch in dem ich noch nie war, alles ist schlimmer als je zuvor. Antrieb ist bei 0, ich Interessiere mich für überhaupt nichts und jeder Tag fühlt sich so an als währe er ein absoluter Endkampf, wenn ich andere Menschen allein schon sehe bekomme ich das Kotzen. Ich will nicht machen, allein jeden Tag ins Training ist eine absolute Herausforderung, ich hab das Gefühl das leben hasst mich, ich habe plötzlich überhaupt keine Sozialkontakte mehr und alles ist ich kann es nur zu oft wiederholen so anstrengen wie noch nie.
Es würde mich freuen ( bitte nicht falsch verstehen ) wenn welche von euch bereits in dieser Situation waren und es erfolgreich herausgeschafft haben und mir Tipps geben könnten
Ich hab bereits alles durch sämtliche Bücher etc. nicht hilft bzw. scheitert an der Umsetzung…
Hab grade eben aus Gründen eine Pause machen müssen von den Medis und bin relativ zügig psychisch instabil geworden.
Natürlich wäre es toll, wenn es ohne geht, aber ist es nicht auch toll, dass es etwas gibt das uns hilft? Ein bisschen wie der Diabetiker sein Insulin nunmal braucht?
Ich rede da jetzt so schlau daher, bin aber auch immer wieder am Punkt wie du.
Aber ich glaub es liegt auch bisschen daran, dass der Fokus in der Forschung bisher oder noch nicht lange auf dem Thema emotionale Dysregulation bei AD(H)S liegt. Und gerade bei uns AD(H)S’lern ohne sichtbares H, scheint diese sich oft in Form von Depressionen/ Ängsten zu äußern.
Zudem kannst du ja jederzeit wieder aufhören mit den Medis, du hast es ja schonmal geschafft.
Finde den Fehler…
Du hast durch die Medis erlebt, wie gut dein Leben sein kann. Ohne Depri, ohne Chaos. Nachdem du deinem Gehirn die Zufuhr von Dopamin wieder abgedreht hast, kickt dein ADHS umso deutlicher.
Hast du das Absetzen der Medikation vorher mit deiner PsychiaterIn besprochen?
Denn wenn du sie gut vertragen hast und eine ausreichende Wirkung vorlag, ist es ein ziemlich seltsamer Move, damit einfach aufzuhören.
Hast du die Medis aus dem Gefühl heraus abgesetzt, dass es dir ja gut geht und du ausreichend gesunde Verhaltensweisen etabliert hast?
ADHS ist eine Art deines Gehirns zu sein Michael8. Es ist keine Frage von Sport, gesunder Ernährung und sich Mühe geben, weil man (mittlerweile) viel dazu gelesen hat. All das kann unterstützen, aber nicht vollständig kompensieren.
Stand der Forschung ist: Nichts ist so wirksam gegen die ADHS Symptome wie Medis.
Ja. Vor der Medikation hast du es auch nicht hinbekommen, erinnere dich.
Was erwartest du denn ohne Stimulanzien quasi Drogen wie du das nennst?
Wenn du alle Bücher durch hadt wieso hadt du dir das Thema Stimulanzien nicht selbst erklärt?
Vielleicht wäre sich zu beschäftigen waren Stimulanzien bei Adhsler (Ads ist eine Form der Adhs) Stimulanzien verordnet bekommen und warum sie deutlich anders wirken wie bei „Normalos“ für die es typisch Drogen eben nur aufpuschend ist.
Wenn du dich da wirklich durchgearbeitet hast bekommst du vielleicht den sachlicheren und umfassenderen Sichtwinkel auf Stimulanzien und warum gerade sie seegen und nicht wie du meinst stimpfe Drogen ist.
Doch das mußt du dir halt selbst erarbeiten sonst wirst du es wahrscheinlich nicht zu schätzen wissen, weil es eben so umfassend und weitreichend sein kann
Es hat Anfangs aber super Funktioniert? es kann doch nicht sein das Wochen alles glatt läuft und erst einige Zeit nach dem Absetzen alles schlimmer zurück kommt
Ich hätte gedacht das man es quasi ‚erlernt‘ hat sich um alles zu kümmern, aufzuräumen und was halt zu einem anscheinend ‚normalen Leben‘ alles dazugehört , Funktioniert auch alles bis jetzt nur ist alles eine extreme Anstrengung, ich lass bewusst wieder Dinge liegen weil es mir relativ egal ist und wenn ich was erledige ist alles unglaublich anstrengend. Zudem hass ich mich und die Welt
Ich mache zwischendurch Auslassversuche und bekomme es einige Tage gut hin. Sicherlich spielt bei mir der Dopaminkick es schaffen zu wollen/müssen da auch eine Rolle.
Spätestens wenn ich unseren Humorthread hier wieder mit Missgeschicken füllen kann und wenn ich immer gestresster zu spät kommen, dann weiß ich wieder welch ein Segen , die Medis sind.
Ich habe seit der Kindheit ADHS und werde es trotz Medis bis zum Lebensende haben, egal wieviel Mühe ich mir gebe es nicht zu haben.
Das du Phasen mit Alkohol überdeckt hast , ist oft ein Zeichen , dass ein Gehirn nach etwas sucht. Es ist nicht nur psychisch.
Mich hat es 2x PTBS bedingt in den Burnout gehauen und war jeweils für fast ½ Jahr raus , ich glaube ohne die Medikation zusätzlich zur Therapie hätte ich es nicht geschafft.
Natürlich bin ich nicht unbedingt glücklich darüber Medis nehmen zu müssen , aber es ist mein Glück von der Wirkung profitieren zu dürfen . Ohne wäre ich wohl nicht so arbeitsfähig.
Was bringt es mir es ohne Medis zu schaffen , wenn zugleich das Leben mich schafft.
Ein Kurzsichtiger sieht auch nicht besser ohne Brille, nur weil er weiß, wie es aussehen müsste.
Hast du denn auch gelernt, wie du mit deinem Dopamin Ungleichgewicht zurecht kommst?
Hast du auch gelernt, wo du vergblich versucht hast dich anzupassen oder wieviel Kraft es dich kostet zu funktionieren?
Hast du auch gelernt, dich nicht mehr abzuwerten, weil du nicht einfach funktionierst?
Ich habe auch schon davon gehört, dass durch das Erlernen es irgendwann auch ohne Medikation funktionieren kann. Aber diese Personen waren in Therapie und oder wurden zumindest dabei begleitet.
Viele von uns hatten die Hoffnung, die Medikamente würden das Adhs verschwinden lassen. Ich eingeschlossen. Mein Adhs kam mit der Zeit auch wieder mehr zum Vorschein. Die Medikamente wirken nicht auf alle Bereiche. Die Medikamente helfen mir, einen Umgang zu finden und mich , auch mit meinen Fehlern, besser anzunehmen.
Wenn du dich mit der Medikation nicht anfreunden kannst, dann ist Sport das Beste, was du machen kannst. Ebenso würde ich dir eine Therapie/ oder Ergotherapie empfehlen, damit du lernst, wie du mit deinen Energiehaushalt zurecht kommst und wo du freundlicher/verständnisvoller mit dir werden darfst.
Da wäre ich manchmal tatsächlich froh wenn meine ADHS mir weniger zukünftigen Überlastungsschmerz und sonstiges bereiten würde beim übertriebenen Sport machen, wenn denn ich welchen mache. Das Sport anschließend natürlich sehr Wirkungsvoll ist, gegen die Symptome, steht außer Frage. Das davor und währenddessen ist aber ein echtes Problem, geht zumindest mir des Öfteren so.
das ist deine Entscheidung. Ich habe im Gegensatz dazu entschieden, dass ich mein Leben lang nicht mit unbehandelter ADHS rumlaufen möchte. Die ersten 37 Jahre haben mir gereicht.
Einschließlich deutlich erhöhter Unfallgefahr, mehr Streit mit meiner Frau, weniger Geduld für meine Kinder, mehr Ärger durch viele verlorene Gegenstände, ich könnte noch mehr aufzählen.
Methylphenidat und Amphetamin kann man (in den für ADHS vorgesehenen Dosierungen) jahrzehntelang nehmen.
Ja, man kann schon eine Menge lernen. Das Gelernte umsetzen ohne Medikament ist nur sehr begrenzt möglich. Da hilft es, realistisch zu sein. Es ist immer ein Abwägungsprozess.