ich brauche euren Rat, da ich aktuell nicht wirklich weiterweiß und meine Situation gern besser einordnen würde.
Bei mir wurde bereits im Kindesalter ADHS diagnostiziert, das damals jedoch nie konsequent behandelt wurde („das verwächst sich noch“). Dieses Jahr habe ich das Thema erneut aufgegriffen. Im Herbst wurden bei mir sowohl ADHS als auch eine ASS (Asperger) diagnostiziert.
Seit Anfang November nehme ich Elvanse. Zunächst begann ich mit 20 mg. Am Anfang ging es mir damit sehr gut: Ich konnte mich deutlich besser konzentrieren und der Fokus fühlte sich angenehm und ruhig an.
Im Laufe des Dezembers ließ diese Wirkung jedoch gefühlt stark nach. Ich entwickelte fast täglich eine ausgeprägte, plötzliche Müdigkeit am Nachmittag, meist zwischen 14 und 16 Uhr, und war in dieser Zeit kaum noch zu gebrauchen. Einschlafprobleme am Abend habe ich zwar nicht, allerdings fällt es mir seit Elvanse zunehmend schwer, nachts wieder einzuschlafen, wenn ich einmal aufwache. Meine Gedanken kreisen dann häufig ein bis zwei Stunden. Durchschlafprobleme bestanden allerdings bereits schon vor der Einnahme von Elvanse.
Da ich ohnehin ein neues Rezept benötigte, ging ich erneut zu meinem Psychiater, bzw. in dessen Vertretungspraxis (Urlaub). Ich sprach mit dem Psychiater über eine Steigerung auf 30 mg Elvanse. Seit dem 20.12. nehme ich nun diese Dosierung.
Unter 30 mg fällt mir auf, dass ich mich insgesamt wieder unfokussierter fühle. Meine Gedanken sind schwer greifbar, teilweise fühle ich mich innerlich leer. Ich bin deutlich schreckhafter und habe gelegentlich Angstgefühle. Dafür habe ich unter 30 mg keinen starken Einbruch am Nachmittag mehr und schlafe nachts sogar besser bzw. finde nach dem Aufwachen problemlos wieder in den Schlaf. Auf der anderen Seite gibt es dafür Tage, an denen ich mich extrem erschöpft und völlig ausgelaugt fühle (so wie heute).
Ich nehme Elvanse 30mg nun seit 7 Tagen und frage mich, ob ich es weiter nehmen sollte oder ob ich zurück auf 20mg wechseln sollte - ich weiß gerade nicht weiter.
Ich freue mich sehr über eure Erfahrungen und Einschätzungen. Vielen Dank fürs Lesen.
So einfach ist das das nicht, denn Elvanse hat einen Steady-state von 5 Tagen erst dann führst du so viel zu wie der Körper nimmt, denn vereinfacht hält Elvanse 1 1/4 Tage. bei mir konnte 1 Woche nach Einnahme bei annähernd guter Dosis noch ca. 3 Wochen etwas psychisch passieren.
Unterdosierungen lönnen schlimmer als Überdosierungen sein und ich kenne inkl. mir einige die mit 30mg nicht gut zurecht kommen und es wäre mit Absprache vom Arzt sinnvoll 1 Erhöhung zu versuchen ist die nicht optimal dann würde sich in Absprache auch nochmal eine weitere Erhöhung lohnen zu versuchen.
Aber ds ist leider alles mit versuchen und ausprobieren und dann immer min 7 Tage und mehr Geduld verbunden.
Eindosierung bedeutet ja auch das du in dieser Phase Dosishöhe und je nach Stimulanz auch die Zweitdosis der Mehrfacheinnahmen wie bei Ritalin, Medikinet und Co herausfinden mußt.
Unterdosiert kann auch gefählt eine verkürzte Wirkung gefühlt sein sowas kann auch theoretisch bei einer Überdosierung sein.
Da lohnt sich auch oft trotz nochmal genau hinzuschauen wenn die erste Dosis länger gut vertragen, gut und lange wirksam war ob ggf. sich die Umstände so verändert haben das du auch nur den Eindruck hast das es nicht mehr gut war, eeil du ggf. denkst das alle Adhs Symptome komplett verschwinden müssen, denn solch einem Fehler war ich auch aufgesessen und hatte dann einiges für mich zu hoch aufdosiert… und irgendwann hab ich doch von mir aus einige Medikamente wieder deutlich runterdosiert, weil mir erst da wirklich auffiel das ich z.B. emotional hochkoche doch nicht wie früher Stunden oder Tage darauf festhing sondern ein paar min und mich dann wieder gut runterregulieren konnte und mir persönlich zu hohe Dosen auf längere Zeit nicht gutgetan haben.
Könnte auch sein, dass du die einmalige Einnahme nicht gut verträgst und mit morgens 20mg und gegen Mittag nochmal 10mg gut zurecht kommen könntest.
Ich bin mit 50mg eindosiert, aber vertrage die als morgendliche Einmalgabe nicht so gut. Meine neue Psychiaterin hat dann von sich aus die Aufteilung empfohlen und verschreibt mir 30er und 20er, damit ich es versetzt einnehmen kann. Damit komme ich auch länger über den Tag, werde nicht schon am Nachmittag wieder fusselig im Kopf.
Das sollte man aber mit der Behandlerin abstimmen.
Danke schon mal für eure Antworten. Mein nächster Termin ist Mitte Januar und ich weiß gerade nicht, wie ich es bis dahin mit 30mg schaffen soll (was ich jetzt seit 7 Tagen nehme). Elvanse 20 war ja grundsätzlich gut, lies nur eben offenbar am Nachmittag stark nach, sodass ich da einfach komplett müde werde. EIne Zweitdosis könnte sinnvoll sein, das werde ich auf jeden Fall ansprechen.
Ich wollte gerne nochmal ein Update geben, nachdem ich heute wieder beim Psychiater war.
Die Elvanse 30mg wurden über die Zeit etwas besser (erste Einnahme 20.12). Es fühlt sich nicht mehr so gezwungen an wie am Anfang, aber ich fühle mich weiterhin eher nervös, manchmal sogar ängstlich und leicht schreckhaft. Grundsätzlich fühle ich mich vormittags eher angestrengt, dafür nachmittags klar. Ich schlafe weiterhin gut, wenn ich mal schlecht schlafe, merke ich das am Folgetag leider sehr stark.
Insgesamt fühlt es sich erträglich an, auch wenn es Tage gab, wo es mir gefühlt schlechter ging, als ohne Medikamente und ich mich gefragt habe, warum ich sie überhaupt nehme. Mittlerweile gibt es mal (sehr) gute und schlechte Tag, es bleibt tagesformabhängig.
Heute war ich wieder beim Psychiater und schilderte ihm davon, als Mittelweg schlug er jetzt 2x 20mg vor, eine am Morgen, eine am Mittag. Ich bin gespannt