HILFE! Elvanse …. Bitte Erfahrungen

Hallo zusammen,

ich weiß, dass ein Forum keinen Psychiater ersetzt. Da ich Selbstzahlerin bin und jeder Termin für mich mit hohen Kosten verbunden ist, wollte ich erst einmal nach euren Erfahrungen fragen.

Ich nehme seit einer Woche 30mg Lisdexamfetamin (ratiopharm) 30 mg.

Verlauf:

  • Tag 1: war richtig gut. Ich war fast schon euphorisch.

  • Tag 2: war noch okay.

  • Tag 3 - 7 waren furchtbar

    Seitdem bin ich etwas verunsichert.

Positive Effekte:

  • Meine Konzentration und mein Fokus sind auf jeden Fall besser.
  • In den ersten Tagen war mein Kopf unglaublich ruhig – das kannte ich so gar nicht
  • Ich habe deutlich mehr geschafft als sonst, konnte besser zuhören
  • Am Abend bin ich normalerweise mental extrem erschöpft, das war unter der Einnahme gar nicht so. (Ich konnte abends zum Beispiel noch gut mit Freunden telefonieren, ohne abzuschweifen)

Nebenwirkungen:

  • leichte Kopfschmerzen
  • trockener Mund
  • Appetitlosigkeit

Ich habe die ersten Tage die Kapsel gegen 9 Uhr genommen. Weil ich abends aber kaum einschlafen konnte, nehme ich sie inzwischen schon um 5:30 Uhr.

Mein Eindruck ist, dass sie trotzdem bis in den Abend hinein wirkt bzw. im Blut ist. Die Konzentration lässt allerdings am Nachmittag (ca. ab 16 Uhr) deutlich nach.

Was mir aber wirklich Sorgen macht, ist etwas anderes:

Ich bin selbstständig und arbeite gerade daran, mir langfristig etwas Größeres aufzubauen. Ich möchte später promovieren und habe viele berufliche Ziele, auf die ich mich eigentlich immer sehr gefreut habe.

Seit der Einnahme passiert aber fast jeden Nachmittag etwas Merkwürdiges. Ich komme plötzlich ins Grübeln und habe eine Art depressive Verstimmung. Es ist keine klassische Traurigkeit, sondern eher eine latente Hoffnungslosigkeit und Gedanken wie: „Das schaffst du sowieso nicht.“ Oder ich denke plötzlich, dass meine Träume völlig unrealistisch oder absurd sind.

Das passt überhaupt nicht zu mir. Ich bin normalerweise ein sehr optimistischer Mensch und habe immer fest an meine Ziele geglaubt. Diese Gedanken hatte ich vor Elvanse nicht.

Dazu kommt noch mein Schlaf:

Vor Elvanse hatte ich zwar Einschlafprobleme, aber so gut wie nie Durchschlafprobleme. Da ich verhindern möchte. , zu wenig Schlaf zu bekommen, gehe ich um 20:30 ins Bett und schlafe meistens gegen 21:30 ein. Seit der ersten Einnahme wache ich fast jede Nacht gegen 2 Uhr auf. Danach kreisen meine Gedanken und ich kann meistens nicht mehr einschlafen. Heute Nacht war das bereits zum fünften Mal. Ich hab sehr wilde Träume und wache dann mitten im Traum auf.

Heute Morgen habe ich um 5:30 Uhr die Kapsel genommen und mich danach noch einmal hingelegt. Ich bin überraschend schnell wieder eingeschlafen und habe bis etwa 7:30 Uhr geschlafen. Obwohl ich merke, dass Elvanse wirkt, bin ich den ganzen Tag extrem müde und fühle mich körperlich ausgelaugt und traurig.

Deshalb meine Fragen an euch:

  • Hattet ihr am Anfang auch so eine depressive Verstimmung oder Hoffnungslosigkeit?
  • Kann das mit Schlafmangel zusammenhängen?
  • Ist das etwas, das sich nach der Eindosierung wieder legt?
  • Kann so etwas auf eine zu niedrige oder vielleicht sogar zu hohe Dosierung hindeuten, oder lässt sich das gar nicht so pauschal sagen?
  • Kennt jemand diese dauernde Müdigkeit trotz Elvanse?

Wenn diese Verstimmung so bleibt, macht mir das ehrlich gesagt große Sorgen. Ich habe Angst, dass ich irgendwann aufgebe und dadurch meine beruflichen Ziele gefährde. Das wäre für mich wirklich schlimm….

Ichaa freue mich über jede Erfahrung.

Also aufjedenfall sollte das nicht so sein.

Ich tippe darauf das 30mg aktuell noch zu viel sind. Vor allem die Unruhe beim schlafen klingen nach zu hoher Dosis,.

Auch das es am ersten Tag top war und dann schlechter wurde, sieht man häufig bei einer Überdosierung, aufgrund des steady state.

Ich würde eine Woche 20mg empfehlen.

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@hypo Danke dir für deine Einschätzung! Ehrlich gesagt kenne ich mich mit der Dosierung und Themen wie dem Steady State noch kaum aus. Ich werde mich dazu auf jeden Fall mal einlesen.

Ich habe die letzten Tage – und vor allem Nächte :sleeping_face: – sehr viel hier im Forum gelesen und war zwischenzeitlich sogar eher überzeugt, dass ich vielleicht unterdosiert bin. Umso spannender finde ich jetzt deine Einschätzung.

Ich könnte meinen Psychiater mal kontaktieren und nach 20mg Kapseln fragen. Die brauche ich zum hochdosieren später wahrscheinlich eh…

Ich habe generell das Gefühl, dass ich auf Medikamente oft sehr lange bzw. sehr stark reagiere. Ich weiß nicht, ob das etwas mit der Verstoffwechselung zu tun hat …

Ein Beispiel ist Vomex…Viele werden davon wohl einfach etwas müde. Bei mir wirkt eine Tablette wie ein Schlafmittel. Ich bin dann kaum noch wach zu bekommen und die Müdigkeit hält oft sogar noch den ganzen nächsten Tag an.

Vielleicht ist das bei Lisdexamfetamin ja auch relevant? Ich kenne mich damit leider noch nicht gut genug aus.

Gerne. Bzgl steady State einfach mal bei der Lupe eingeben, da findest du viel dazu :slight_smile:

Und das es sich wie eine Unterdosierung anfühlt, ist verständlich. Das liegt oft daran, weil der schlaf zu wenig oder schlecht war.

Hatte das auch schon oft, das eine Dosis sich erst gut angefühlt hat, ich dann aber weniger schlaf bekommen hab, und das dadurch die Vorteile verschwunden sind

Ja, oder falls es dauert mit neuem Termin, kannst du auch eine 30mg Kapsel in Wasser auflösen, und daraus 20mg bekommen.

Wie das funktioniert siehst du im Video. Die Methode wird hier auch oft genutzt

@hypo Danke dir! Das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.

Ich hoffe wirklich, dass es sich irgendwann bessert. Der Zustand ist echt ungut und beeinflusst meinen Tag sehr… Ich vertraue mir selbst nicht mehr, weil ich nachmittags und nachts so stark am Grübeln bin und das überhaupt nicht von mir kenne. :confused:

Methylphenidat Retard habe ich auch schon mal probiert… (off Label) da fand ich den rebound abends unangenehm und wollte erstmal Elvanse probieren.

Hattest du ähnliche Symptome bei der Eindosierung? Und verschwindet das wieder???

Also bei den meisten Menschen die mit Elvanse beginnen treten erstmal Nebenwirkungen auf und es dauert bis man die passende Dosis gefunden hat.

Ob sich das mit dem Schlaf, was ich bei dir grade als Hauptproblem sehe bessert, kann ich dir nicht versprechen. Theoretisch könntest du auch noch abwarten mit den 30mg, bei manchen bessert der Schlaf sich auch erst nach einigen Wochen. Ich persönlich habe das nie lange durchgehalten, weil ich bei Schlafmangel ziemlich Probleme bekomme.

Allerdings bist du ganz am Anfang bei der Eindosierung und es gibt bisher keinen Grund zur Sorge.

Es kann gut sein, dass du einfach niedriger starten musst, und du langsam steigerst, oder vielleicht sogar eine niedrigere Dosis gut passt.
Da hilft nur ganz viel Geduld und ausprobieren.

Auf koffein verzichtest du komplett?

Ja ich hab eh nie Kaffee getrunken und muss daher nicht verzichten.

Das einzige, was etwas schwierig geworden ist, ist natürlich das Essen… da muss ich noch stark kämpfen, um was reinzubekommen. Auf Trinken achte ich aber sehr und versuche auf meine 2-3 Liter zu kommen.

da ich die Pille durchnehme, hab ich auch da nie Stimmungsschwankungen oder Probleme. Aber diese negativen Gedanken sind schon unangenehm. Ich weiß aktuell nicht ob das ich bin oder ob das die Medikamente sind.

Ne ganz blöde Frage: "Hast du jemals den Beipackzettel mit den Nebenwirkungen gelegen?
Hast du mal das Thema Schlaf bei Eindosierung Stimulanzien in eine Suchmaschine gegeben und dir die Antworten durchgelesen?

Die erste Zeit schlaflos oder fast schlaflos ist eher sehr typisch für Stimulanzien und verschwindet eher erst der körperlichen Gewöhnung nach einer Dosiserhöhung kann das dann wieder viel schlechter werden.

Wie oft ißt du vor und nach der Einnahme von Elvanse?

Bist du sicher das diese schlechten/ komischen Gedanken nicht mit zu lange nichts gegessen und ggf. im Beginn der Unterzuckerung?

Der Körper braucht auch ohne Hunger regelmäßige Mahlzeiten und Kalorien mit Stimulanzien eher mehr statt weniger Kalorien weil er gerade am Anfang sehr viel mehr verbrennt

Sollte davon nichts helfen wird wohl eher eine Erhöhung mit dem Arzt besprochen werden müssen wenn er dir keine Range mit Erhöhungsintervallen gesagt/ erlaubt hat

Hey Kathy,

Das mit dem Schlaf war mir durchaus bewusst.:see_no_evil_monkey: Mir geht es darum, zu erfahren, ob es mit der Zeit besser wird…. Wenn es so wie jetzt für mehrere Monate anhält, halte ich das auf keinen Fall durch. Ich hab eh schon große Probleme mit dem Einschlafen und sorge zumindest dafür, DASS ich einschlafen kann, indem ich eine gute Abendroutine habe. Nur wenn ich dann jede Nacht um 2 Uhr hellwach bin, ist das auf Dauer zu viel Belastung.

Ich esse morgens mittlerweile nach der Einnahme gegen 8:00 Uhr was. Proteinreich und sehr ausgewogen. Auf Trinken achte ich auch.

Die negativen Gedanken ist das, was mich am meisten besorgt. Ich möchte keinesfalls in Depressionen abrutschen, oder was mitschleppen, was ich irgendwann nicht mehr los werde. Ich hatte noch nie so negative Gedanken in Bezug auf meine Träume und berufliche Laufbahn und gerade in Bezug auf Promotion wäre das fatal, wenn ich das aufgeben würde, nur weil ich ADHS Medikamente nehme…. Ich bin halt etwas verzweifelt aktuell, weil ich eh schon so Hoffnungslos innerlich bin… Ich hoffe einfach, das wird bald besser.

Hallo Berfuchs,

fast alles an deiner Beschreibung kommt mir sehr bekannt vor. Außer, dass ich die depressiven Verstimmungen nicht erst seit der Eindosierung hatte (heute sehe ich diese als Symptom der ADHS). Die Verstimmungen gingen mit der Zeit der Eindosierung aber deutlich zurück.

Meine Eindosierung (noch im Gange): Ich habe mit 30 mg im März begonnen und bin mittlerweile bei 70 mg (könnte jetzt aber zu viel sein). Das Megagefühl am ersten Tag hat sich so nie wieder eingestellt und die Tage danach waren kacke. Zwischendurch gab es Dosen bei denen ich einige Wochen Kopfschmerzen hatte. Ist mittlerweile aber komplett weg. Ich dachte auch oft, dass ich schon überdosiert bin und war über lange Strecke der Eindosierung frustriert. Irgendwann habe ich aber insbesondere in der Rückschau gecheckt, dass das Medikament eher subtil seine Wirkung zeigt. Mit zunehmende Dosiserhöhung bin ich deutlich stabiler im Umgang mit Menschen geworden, kann Dinge durchziehen und Spaß dabei haben. Habe abends noch Energie für meine Kinder, etc.

Zum Schlaf: Anfangs habe ich besser geschlafen wie schon lange nicht mehr, hatte zu Beginn der Eindosierung aber nicht mehr Energie über den Tag und war eben auch viel müde. Und vor ca 3 Monaten haben Durchschlafprobleme begonnen (einschlafen kann ich weltmeisterlich). Ich wache auch regelmäßig ca 2 Uhr nachts auf und habe dann allerdings eher restless legs als Gedankenkino. Das hatte ich früher phasenweise schon, aber nicht so beständig wie aktuell. Interessanterweise hatte ich gute Nächte, wenn ich über den Tag eine leichtere zusätzliche Dosis eingenommen hatte (allerdings nicht immer). Teils nerfen mich die Durchschlafprobleme hart und teilweise denke ich mir „scheiß drauf“. Ich bekomme aktuell mit weniger Schlaf wie ich es gewohnt war mehr auf die Reihe. Womöglich war das ADHS früher so Kräfte zährend, dass ich mehr Schlaf gebraucht habe, als mit medikamentierter ADHS nötig ist. Ich will dazu aber kein abschließendes Fazit ziehen.

Zu deiner depressiven Verstimmung: Die könnte bei dir mit der Zeit ja auch wieder nachlassen und aktuell eine Nebenwirkung der Eindosierung an sich sein und weniger überdosisabhängig. Ohne weiteres Dranbleiben an der Eindosierung wirst du es aber nicht herausfinden :wink:

Hey @Bergfuchs und willkommen im kreis der eindosierenden :slight_smile:

Ich bin aktuell in Woche 5, weiterhin mit 20mg.

Da es mir darunter eigentlich ziemlich gut geht, ich aber immer ein Mega Loch am Nachmittag und nachts (auch mitten in der Nacht!) hatte, nehme ich 2x am Tag 20mg.

Das mit dem Schlaf fühle ich total, habe mir die letzten Jahre eine super Routine aufgebaut, konnte gut ein- & auch durchschlafen, konnte die ersten 2 Wochen aber mega schlecht schlafen, bin nachts teilweise mehrfach wach geworden und hatte auch mit ganz schön starken dröhnenden Kopfschmerzen/Druck im Kopf zu kämpfen.

Ich kann nur von mir sprechen, aber nach 2-3 Wochen haben sich, bis auf Appetitlosigkeit, alle Nebenwirkungen vollständig eingestellt. Der Schlaf wurde besser & ich wurde teilweise zwar noch wach, aber nur 1x in der nach, wenn überhaupt.

Um das Nachmittagsloch zu überbrücken haben wir dann auf 2x 20mg (7:30 und ca. 15:00) umgestellt - seitdem schlafe ich so viel besser, bin nachmittags entspannter & habe sogar abends Energie für Unternehmungen und so!

Ich kann dir nur raten, dran zu bleiben & nicht nur auf eine höhere/niedrigere Dosis zu schauen, sondern auch vielleicht auf eine mehrfache oder aufgeteilte Dosis zu schauen (zB vormittags höher, nachmittags niedriger). Ich wurde einfach immer nach wirkende total müde & dann unruhig, das gleiche passiert jedoch auch, wenn ich zu lange nichts gegessen habe. Da vielleicht auch nochmal schauen, dass du regelmäßig kleinere , aber sättigende Portionen zu dir nimmst (Vollkorn, Proteine)!

Dran bleiben und, wenn du einen guten Arzt hast, weiter probieren, es dauert! :slight_smile: