Hochbegabt und jetzt ADHS Diagnose

Hallo zusammen,
ich möchte mich nur mal kurz melden, da ich mich neu angemeldet habe.
Ich bin hochbegabt und habe jetzt aktuell eine ADHS Diagnose erhalten, bzgl. deren Feststellung ich noch gar nicht so sicher bin :wink:
Ich frage mich noch immer, ob ich nicht beim Ausfüllen von den Fragebögen irgendwie doch zu kritisch alle möglichen Punkte betrachtet habe und hier evtl. zu viel dann falsch gesehen habe.
Wie auch immer - ich nehme jetzt Medikinet.

Ich wollte mal fragen, ob es hier noch mehr hochbegabte Forumsnutzer sind?

weiblich, 53

LG Susanne

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Hallo und :heart: Willkommen @Susanne
Ich bin zwar nicht hochbegabt, nur angeblich überdurchschnittlich intelligent, was übrigens erst bei meiner Adhs Diagnose ans Licht gekommen ist.
Vorher wusste ich nicht mal was davon, habe mich selbst mein Leben lang eigentlich immer für dumm gehalten.
Und irgendwie tue ich das immer noch, denn wirklich viel genützt hat mir meine angeblich überdurchschnittliche Intelligenz ja eigentlich nichts, jedenfalls nicht in beruflicher Hinsicht.
Obwohl das zwar hauptsächlich vor allem daran liegt das ich spät diagnostiziert bin, nämlich erst mit knapp 50 meine Adhs Diagnose bekommen habe.
Wäre mein Adhs in meiner Jugend diagnostiziert worden, dann hätte es vielleicht was genützt, dann hätte ich es dank Medikamenten und Therapie vielleicht schaffen können eine Ausbildung durchzuziehen, und würde dann heute finanziell und so vermutlich besser dastehen als es bei mir der Fall ist.
Aber es nützt ja alles nichts, bei mir ist halt im Prinzip sozusagen eh alles zu spät, die Perlen vor die Säue geworfen wenn man so will.
Aber genug von mir erzählt, ich wollte Dich jedenfalls Willkommen heissen.
Und ja hier im Forum gibt es Hochintelligente und Hochbegabte Menschen.

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Vielleicht ein Startpunkt, @Susanne:
https://adhs-forum.adxs.org/t/idee-landkarten-linksammlung-die-besten-threads-zum-thema-xyz/15599/25?u=elementary

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Hallo!
Ich bin im Alter von 5 oder 6 Jahren zu einem Hochbegabten Test geschleppt worden, Ergebnis positiv. Ich tue mich immer noch sehr schwer mit dem ganzen Thema Hochbegabung, ich habe sehr unter den „angenommenen Vorteilen“ einer solchen Begabung gelitten („die ist doch intelligent der brauch man nicht helfen“, „warum ist das schwer für dich du bist doch intelligent“, „gib dir mehr Mühe, du bist schlau genug“, „du musst schneller und besser sein als alle anderen, denn du bist hochbegabt“) und habe eine ganze Weile gebraucht, mich von bestimmten Glaubenssätzen zu trennen.

Die ADHS Diagnose kam letztes Jahr und hat niemanden überrascht, außer meiner Mutter. Wir haben eine sehr sehr gute Beziehung, aber ihre erste Reaktion auf meine Ankündigung nun einen Diagnose Prozess zu beginnen war „Du hast kein ADHS du bist hochbegabt“.
Ich glaube, dass was wir stereotypisch über Hochbegabung glauben ist mit einigen „positiven“ Auswirkungen von ADHS fast deckungsgleich. Bei mir war es die Fähigkeit, mich stundenlang auf etwas zu konzentrieren, alles mögliche an Fakten im Kopf zu behalten, neue Sachen anzufangen und zu lernen, Dinge mit fast absurder Begeisterung zu tun und mich für vielen sehr schnell begeistern zu können.
Ich sage heute, dass meine Hochbegabung sich in einem Punkt zeigt: ich kann Dinge lernen, in dem ich Menschen dabei zu schaue, wie sie sie machen. Zum Beispiel kann ich sehr gut mit bestimmten Werkzeugen umgehen, weil ich daneben stand als Profis sie benutzt haben, und dann deren Umgang „einfach“ kopieren kann.

Zu deiner Sorge wegen der Fragebögen: es gibt keine richtige und falsche Antwort. Ich hatte einen lustigen Fall bei meiner Diagnostik:
Therapeutin „Ja also sowohl unser Gespräch als auch die Computer tests weisen eindeutig auf ADHS hin und wir sind auch sicher, das Sie davon betroffen sind.“
Ich: „Okay.“
Theapeutin: „Aber eine Frage haben wir noch. Ihre Fragebögen sprechen da eigentlich gegen, wissen Sie was es damit auf sich hat?“

Ich musste so lachen; es handelt sich ja um Multiple Choice Tests. Ich kann das nicht. Ich kann diese Frageformen nicht, ich verstehe sie nicht, ich verstehe nicht was die wollen, was das für Fragen sind, wie man darauf nur mit zutreffend / nicht zutreffend/ antworten kann, das ist doch viel komplexer, das ist doch keine Ja Nein Frage, ich kann mich da außerdem nicht drauf konzentrieren, kann ich da nicht lieber drüber reden…
Stellte sich heraus, dass das eine bekannte Problematik bei ADHS ist :upside_down_face:

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Da bin ich aber froh…ich fand so: hä? Ich kann das nicht mit ja und Nein beantworten…es kommt total darauf an… bin ich gut im organisieren? Wenn ichs toll finde bin och die Königin der Organisation ansonsten? Gar nicht. Dazwischen? Was ist das? :see_no_evil::crazy_face:

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Hey @Susanne ich wurde mit 6 Jahren als hochbegabt eingestuft und bekam dann aber erst mit 19 Jahren (auf eigene Recherche und drängen hin) meine ADHS Diagnose. In der Zwischenzeit dachte ich im Gymnasium eher, dass ich überhaupt nicht intelligent bin… was wohl aber am ADHS und den damit einhergehenden Nachteilen bzw. dem negativen Feedback in meinem Umfeld lag („Du bist doch so klug, wieso kriegst du das nicht hin?“ etc waren an der Tagesordnung, die Erwartungen an ein hochbegabtes Kind waren abnormal groß).

Manchmal hab ich eher das Gefühl, dass die sich damals echt getäuscht haben müssen und dann bekomm ich vom Therapeuten plötzlich wieder gesagt „sie haben eine unfassbare Auffassungsgabe und lernen schneller als der Durchschnitt“, was mich dann wieder dran glauben lässt. Und wenn ich dann im Austausch mit anderen bin, merke ich oft, dass mein Hirn schneller denkt und Zusammenhänge versteht, als mein Gegenüber. Das macht dann oft auch einsam irgendwie… finde das alles nicht so easy.

Aber irgendwie sind mir diese ganzen Labels auch zu viel, ich mag einfach lernen, wie ich mit diesem Tornado-Hirn besser durchs Leben komme, ohne ständig Probleme zu haben :sweat_smile::melting_face: hat jemand Tipps?

Liebe Grüße!
Miriam

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