Hyperaktivität und Migräne

Hallo zusammen

Ich fasse mich kurz:

Leide seit meiner Kindheit an Migräne, ADHS Diagnose mit 40 Jahren. Meine Frage:

Bei akuter Migräne fällt es mir trotzdem oft schwer, in meinem abgedunkelten Raum ruhig liegen zu bleiben. Nur bei ganz extremer Migräne klappt das. ADHS Medikation noch am einstellen, darüber möchte ich an dieser Stelle nicht spezifisch diskutieren.

Hat jemand Tipps (ausser Stimulanzien), was ihr in solchen Situationen tut? Zwingt ihr euch, liegen zu bleiben?

1 „Gefällt mir“

Hey, ist bei mir ähnlich! Was ich meist mache: Ich lege mich hin, manchmal mit Kühlmütze, das schirmt dann auch gegen Licht ab, aber mein Gehirn braucht bekloppterweise trotzdem noch Reize. Ich mach mir dann ganz leise ne feel good Serie an, damit mein Gehirn sich darauf konzentriert. Das ist weniger anstrengend, als wenn es die ganze Zeit da oben tausend Gedanken durch rattert.

Mit MPH geht es etwas leichter, die Ruhe „auszuhalten“, die mein Gehirn vielleicht bräuchte, aber in kompletter Ruhe liegen kann ich auch dann meist nicht.

Für mich ist Liegen aber meist trotzdem das, was ich auch „möchte“, bzw. was mir hilft, weil Bewegung bei mir die Migräne deutlich verschlimmert. Daher funktioniert für mich diese Kombi aus Liegen + leichte Reize am besten. Oft schlafe ich dann auch noch mal ein und wenn ich Glück habe, wirkt das Triptan schon, wenn ich wieder aufwache.

1 „Gefällt mir“

Mich machen meine Akutmedikamente sehr müde, d.h. das gleiche Problem wie du habe ich nicht.

Meine Variation davon ist, dass der Kopf nicht still sein will und mich das dann oft noch mehr stresst und ich mich auch in die Schmerzen quasi hineinsteiger und es immer schlimmer wird.

Ich brauche also (auch?) Ablenkung, bis die Medikamente mich einschlafen lassen. Hierfür mache ich normalerweise am Laptop eine Dokumentation an, zu einem Thema das mich ein wenig interessiert, aber nicht so viel, dass ich mich wachhalte um nichts zu verpassen. Ich wähle die Dokumentation so, dass sie auch für mich funktioniert, ohne das ich hinschauen muss und lege mir ein Tuch über die Augen.

Bei Leuten, die gerne Hörbücher oder Podcasts mögen sind die vermutlich eine gute Alternative, aber ich komme mit dem Format garnicht klar.

Das wichtige ist, dass es so ruhig (und leise) wie möglich ist und nur so laut und interessant wie absolut nötig.

Was ich auch oft tue, ist dass ich mich beim auf der Seite liegen hin und her wiege. Das beruhigt irgendwie.

Generell zwinge ich mich bei einem Migräneanfall nur dazu, möglichst viel zu trinken (weil es erfahrungsgemäß sonst noch schlimmer wird), ansonsten zu nix, weil Zwang den Stress noch weiter erhöht und somit die Wahrscheinlichkeit senkt, dass es bald vorbei ist.

Da ist dann halt die Frage, was bei dir persönlich für die richtige Mischung aus Input und Ruhe sorgt. Das hängt auch von deinen Symptomen ab - bei Schwindel oder wenn du nichts siehst ist z.B. liegen bleiben definitiv angesagt, aber ohne spricht jetzt nichts grundlegendes dagegen mal sitzen oder gehen im ganz kleinen Rahmen in einem Kontext, in dem du dich schnell wieder hinlegen kannst, auszuprobieren.

1 „Gefällt mir“

Ich gehe ruhig und langsam entweder im dunklen Flur, oder mit Sonnenbrille. Oft habe ich Kopfhörer mit einem Hörbuch ganz leise dabei an. Manchmal empfinde ich dann den Drang mich doch hinzulegen (meistens weil es etwas schlimmer geworden ist) oder ich mache damit weiter.

Habe es zum Glück mit chinesischen Kräutern soweit in den Griff bekommen, dass es nurnoch selten vorkommt.

1 „Gefällt mir“

Für die Brillenträger: Es gibt Sonnenbrillen, die man über eine reguläre Brille drüber stülpen kann. Die gehen auch rundrum und dunkeln an den Seiten ab, die lassen dann quasi kein ungedimmtes Licht mehr durch, die sind perfekt für Migräne.

Danke euch für die Antworten.

Was laufen lassen habe ich schon probiert. Podcasts funktionieren in der Regel nicht, da ich dabei zu konzentriert bin, was den Kopf zu sehr anstrengt. Die Herausforderung ist vermutlich, was zu finden, was genug interessiert, um es überhaupt laufen zu lassen, aber was nicht zu spannend ist. Vielleicht mal etwas, was ich bereits kenne, das könnte klappen. Lautstärke anpassen ist sicher auch ein guter Hinweis.

Ja, das mache ich immer so. Irgendeine Serie, die ich schon mehrfach gesehen habe und die mir ein gutes Gefühl gibt. Das mache ich auch jeden Abend zum Einschlafen so, das geht nämlich auch schlecht ohne meinem Gehirn etwas als Alternative zum Gedankenchaos anzubieten :wink:

1 „Gefällt mir“

Schwierig find ich übrigens auch, dass Koffein bei der Eindosierung der Stimulanzien weggelassen werden soll, ich dies aber zur Kopfschmerzregulation brauche: Koffein gegen Kopfschmerzen: So wirkt es

Ein doofes Dilemma…

1 „Gefällt mir“

Einschlafen klappt bei mir am Abend glücklicherweise gut. Ich bin immer so gerädert, dass mein Hirn dann einfach ins Träumen wechselt (natürlich die irrsten Stories…) :wink:

Ganz ehrlich: ich hab da nie drauf verzichtet, aus genau dem Grund. Da muss man für sich das kleinere Übel abwägen. Bei mir hat es auch mit Kaffee funktioniert :wink:

(Wobei nee, bei einem Präparat hatte ich Probleme mit Kaffee, aber bei allen anderen hab ich es vielleicht mal nen halben Tag ohne getestet und dann gleich wieder normal Kaffee getrunken. Wenn es dann keinen Unterschied gab, hab ich nicht eingesehen, darauf zu verzichten. Aber das sind meine Prioritäten, möchte da niemanden was empfehlen :innocent:)

2 „Gefällt mir“

:open_mouth:

Mein Arzt hat zu mir gesagt, dass ich erstmal weitermachen kann, wie bisher bzgl. Koffein, aber wenn ich mich besonders unruhig fühle oder mehr Kopfschmerzen bekomme als sonst, dann soll ich es für einige Wochen weglassen.

Ich würde mich da jetzt auch erstmal weiter an meine ärztlichen Anweisungen halten, auch wenn ich gerade festgestellt habe, dass das online anders steht.

2 „Gefällt mir“

Schon mal überlegt eine Migräne Therapie einzuleiten? Sowas wie Botox oder Antikörper Therapie gegen Migräne?

Bei mir wirkt es extrem effektiv nach 2,5 Jahren das ich bequem bei 3 bis 5 Migränetagen max bin und letzten Monat sogar keinen Rag Migräne oder Kopfschmerzen hatte was wirklich eine Wohltat ist

Bekomme ich (Antikörper) und hilft auch, aber ich habe trotzdem noch einige Migränetage pro Monat. Ist ja der Normalfall und das Ziel, dass man vielleicht eine Reduktion um 50% hinbekommt. Das ist ja auch schon mal super, und für die verbleibenden Tage helfen dann die Strategien oben :wink:

Würde ich aber auch empfehlen, das mal mit der Neurologin zu thematisieren, falls ihr mehr als 4 Tage Migräne im Monat habt. Wird aber meines Wissens immer noch erst dann von den Kassen übernommen, wenn mindestens 3 andere Prophylaxen (Betablocker, Topiramat etc.) versucht wurden und nicht ausreichend geholfen haben, weil die Dinger echt teuer sind.

Und Botox ist meines Wissens weiterhin nur bei chronischer Migräne zugelassen.

Von diesen Therapieansätzen weiss ich bisher nicht. Laut meiner Neurologin wäre der nächste Schritt jetzt Antidepressiva, Betablocker oder irgendein Epilepsiemedikament, falls ich das richtig verstanden habe. Bin derzeit noch mit Magnesium und Vitamin B2 am rumprobieren. Hab meine Migräne seit ich 7 Jahre alt bin, aber seit einiger Zeit ist es schlimmer geworden, hab wohl bald Diagnose chronische Migräne. Bin bei 11-18 Schmerztagen und 5-9 Migränetagen pro Monat seit April. Ich denke allerdings, es könnte auch mit den Hormonen zusammenhängen und frage mich, ob ich doch nochmal zur Gynäkologin sollte, das abklären lassen… hab nicht so Lust auf Antidepressiva und Nebenwirkungen…

Ja, das ist leider korrekt so. Das Epilepsiemedikament ist Topiramat. Bei mir hat das alles nicht geholfen und die Nebenwirkungen sind natürlich auch nicht der Knaller… aber bei vielen helfen die auch und natürlich sind diese Medikamente sehr viel günstiger, daher müssen die zuerst probiert werden.

Ob das bei Botox aber auch so ist, weiß ich gar nicht mehr. Wenn du aktuell also die Kriterien für eine chronische Migräne erfüllst, wäre das sicher am besten. Ich kenne Betroffene, denen das sehr gut hilft!

Bei mir war es vor über 30 Jahren ein TCM und ja ich weiß, viele sagen nun dass es Hokuspokus ist.

Wir haben darauf geachtet, dass es ein Arzt (mit Schulmedizin Studium) + Weiterbildung ist. Nennt man das so? :see_no_evil_monkey:

Ich habe mich bei jedem Migräneanfall irgendwann vor Schmerzen übergeben müssen, bevor es besser wurde. An Schlaf war trotz Medikamente nicht zu denken. Das Ganze bestimmt 2x im Monat, seitdem ich 6 Jahre alt war. Mein adhs wurde unter anderem deshalb nicht erkannt. Die Probleme wurden meiner Konzentrationsstörung und diese den starken Schmerzmitteln zugeordnet.

Seit dieser Therapie habe ich mich nie wieder vor Schmerzen übergeben müssen, die jetzigen Anfälle sind nicht mehr mit denen von damals zu vergleichen. Ich habe zwar heute noch eine Abneigung gegen Tee, aber damit kann ich leben :rofl:

Bin wirklich glücklich und dankbar, hier viel Lebensqualität zurück bekommen zu haben.

Es gibt mittlerweile ja schon viele verschiedene Möglichkeiten. Bei starker Migräne würde ich wirklich alles ausschöpfen um Linderung zu bekommen.

1 „Gefällt mir“