Ich bin gedanklich gerade so gelähmt

… das ich nicht mal weiß, was ich genau als “Thema” nehmen soll und ob ich überhaupt hier in dieser Rubrik richtig bin.

Achtung, könnte länger werden :wink:

Ich bin seit 2012 mit meiner Frau zusammen und seit 2016, sind wir verheiratet. 2016/2019 kamen unsere Kinder.

Bis dahin war eigentlich noch alles gut. Seit der Geburt unsere Tochter hatte ich aber immer wieder Probleme mit meiner Impulskontrolle und bin hin und wieder lauter geworden. Anfangs keine Gedanken darüber gemacht. spätestens nach der Geburt des zweiten Kindes lief es dann auf der körperlichen Ebene zwischen mit und meiner Frau nicht mehr so wirklich.

2020, hatte ich kleinen Einbruch gehabt. Wobei stopp, fangen wir da weiter vorne an.

2012, war ich wegen Schlafstörungen im Schlaflabor, das stand dann irgendwo im “Kleingedruckten”, Verdacht auf eine leichte Depression. Was ich hab ich gemacht? Natürlich, gibt es nicht, nicht bei mir, ist nur der Stress usw.

wie oben geschrieben, 2020 dann einen kleinen Einbruch und schließlich im Dezember 2021, den so richtig großen, mit Verdacht auf verdeckten Schlaganfall.

Erst jetzt habe ich die Situation angefangen zu begreifen und gesagt, ich brauche Hilfe. Dann kam Klinik, Therapie usw.

Aber seit dem hat sich was zwischen mir und meiner Frau verändert. Am krassesten wurde es jetzt Anfang des Jahres als ich das zweite mal gesagt habe, ich gehe in eine Klinik, weil ich es für mich und die Familie machen möchte.

Seitdem geht es nur noch bergab.

Ich habe meiner Frau zig Elfmeter vorgelegt, das sie mit mir mal ins Gespräch kommt, über mich, über uns… nichts. Ausschweigen. Im Gegenteil, irgendwann um Ostern rum, hatte es zwischen mir und meiner Tochter (6) gekracht, mehrmals. Was sagt meine Frau (sie hat es mir Abends per WhatsApp geschrieben)? “Nur kurz für dich. Wir müssen das diskutieren vor den Kindern lassen. Das schadet beiden…
Wenn es so weiter geht müssen wir getrennte Wege gehen. Die Kinder haben so etwas nicht verdient.”
Selbst auf meine Reaktion danach, kein Gesprächsversuch von ihr.

Aber selbst da habe ich es noch nicht wirklich realisiert gehabt. Aber körperliche Nähe? Fehlanzeige! Versuche meinerseits? Wurden abgeschmettert!

Irgendwann im Mai, ist der Satz dann noch mal geflogen, aber diesmal von meiner Seite aus, da ich eine Reaktion oder auch Aktion von ihr provozieren wollte. Nichts, schweigen.

Später hatte ich sogar folgende Vorschläge gemacht: Paartherapie, Familienhilfe, gemeinsam für eine Sitzung zu meinem Therapeuten… Alles wurde totgeschwiegen.

Als ich dann jetzt in den letzten Wochen die Gewissheit bekommen hatte, das ich ADHS im Erwachsenenalter hatte und das wohl der Auslöser für die Depressionen war. Hatte ich meiner Frau 2 Videos geschickt, wo es um ADHS geht. Reaktion? Nichts!

Letzte Woche Freitag hatte ich handschriftlich einen 4,5 Seiten langen Brief geschrieben, in dem es darum geht, wie es mir geht, was mein Zustand mit mir macht usw. und auch, das ich mich danach sehen, damit gesehen und verstanden und angenommen zu werden.
Die Brief habe ich auch meiner Frau gegeben und eine digitale Variante an die Menschen geschickt, die mir wichtig sind.

Jetzt dürft ihr 3x mal raten, wer bisher noch 0,0 Reaktionen dazu gezeigt hat? Richtig, meine Frau.

Ich habe langsam keine Ahnung mehr, was ich noch machen soll. Klammere ich mich an etwas, das schon gar nicht mehr existiert? Habe ich evtl. doch zu wenig getan? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur eins, das Gedankenkarussel wird immer mehr und schneller und ich weiß nicht mehr wo vorne und wo hinten ist. :frowning:

Ich weiß auch nicht, was ich von diesem Post hier erwarte, aber ich wollte es einfach mal loswerden.

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Erstmal. Eine Umarmung.
:people_hugging:

Und das ist hier schon richtig…

Ich kann euch beide verstehen. Weißt du, du hast sie mit zwei kleinen Kindern allein gelassen. Und so fühlt sie sich immer noch. Bitte versteh das nicht falsch, es war natürlich wichtig, dass du dich um deine Gesundheit kümmerst, damit du wieder für sie da sein kannst. Ich verstehe das ganz genau. Ich musste meinen Sohn damals bei seinem Alkoholiker-Vater lassen, als ich in der Klinik war, ging nicht anders und hat heute noch Folgen, war trotzdem richtig.

Nun klingt es so, als würdest du deine Frau bedrängen mit deinem Wunsch, das in Ordnung zu bringen. Das kann täuschen. Es kann auch täuschen, dass sie nicht mehr will, auch wenn es ein bisschen so wirkt.

Ich sehe das so: Du hast im Moment alles getan, um ihr zu erklären, was mit dir ist… Sie muss aber die Gelegenheit bekommen, das zu verstehen und auch zu verzeihen. Sie muss selbst erkennen, dass du dich nicht dahinter versteckst und als Generalentschuldigung benutzt. Auch wenn du das gar nicht tust, weiß sie es noch lange nicht… Gib ihr die Zeit und den Raum.

Und noch etwas, weil es wichtig ist und wir erwachsen sind: Lass die körperlichen Annäherungsversuche, die darauf abzielen, mit ihr Sex zu haben. Das geht jetzt nicht. Du musst dich ihr quasi ohne Absichten nähern. Spürbar ohne Absichten.

Jetzt weiß ich nicht, wie euer Alltag ist, aber vermutlich dreht sich fast alles um die Kinder. Da musst du jetzt einfach deinen Teil übernehmen, sie so sehr entlasten, dass sie sich nicht um die Kinder kümmern muss, wenn sie nicht will.

Weißt du, das, was du sprichst und schreibst ist das eine… Sie misst dich aber an dem, was du tust… was du aus der Diagnose machst, ob du Medikamente nimmst (nimmst du welche?), ob du ein Coaching machst oder Selbsthilfegruppe. Vielleicht reicht es schon, dass du ihr erklärst, was es mit diesem Forum hier auf sich hat, dass das nicht nur fröhliches Rumgeschreibsel ist usw.

Du kannst jetzt nur Geduld mit ihr haben.

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Wahrscheinlich dein Gedankenkarusell, hatte ich vor den Medikamenten auch so schlimm zu dem irgendwelche Eigen- und Fremdwahrnehmungsstörungen - vielleicht nimmst du ggf. wie ich damals kleine Zeichen nicht wahr, dazu ggf. deine Frau überfordert, vielleicht auch mit sich selbst. Denn es kann sein, daß sie viele Antworten nicht mal für sich hat und überfordert ist und ggf. genug gefordert ist alles am Laufen zu halten, denn sie wird ja auch genug Jahre auch mit dir in einer Art Auswirkungen auf ihr Leben haben und wenn sie dich nicht lieben würde wahrscheinlich schon viel früher weg.

Ich mußte in der Zeit am meisten lernen, das meine Bedürfnisse nicht die des Umfeldes sind bzw. nicht so wie ich sie habe so Bedürfnisse des Umfeldes sind, denn sie haben ja kein Adhs und teils sind sie selbst in anderen Phasen mit eigenen Unsicherheiten und setzen oft auch viel weicher und kleiner Signale teils auch Stopps die ich dann so nie wahrgenommen habe und wahrnehmen konnte und damit teils plump und „gefühlsstumpf“ wirkte und es kann nicht mehr sein, je mehr du provozierst das es eher nach hinten als nach vorne losgeht und wenn du zu viel provozierst dann irgendwann das eine mal zu viel provoziert hast und plötzlich alleine dastehst.

Vielleicht sich Ergotherapie und Therapie suchen und dann versuchen damit an dir zu arbeiten sowas hilft und könnte dann weil du dich veränderst auch Raum schaffen wo deine Frau sich richtig wahrgenommen fühlt oder insgesamt ein anderes Klima herrscht in dem sie sich wohler fühlt und vielleicht auch dann eine Perspektive siehst wo sie alleine der Ansicht ist das reden Sinn macht weil es dann auch für sie der richtige Moment ist.

Leben bei uns hat so viele Facetten das es kein richtig falsch ja oder nein gibt sondern wesentlich komplexer ist, gerade weil es durch die Kinder, wahrscheinlich alles rund um Schule und ggf. auch mit der Arbeit deiner Frau plus Haushalt funktionieren muß, daß sie damit mehr als ausgelastet ist und auch ein Stückchen Platz im Kopf um zur Ruhe zu kommen, alles zu verdauen finden muß und ggf. sich auch einlesen muß um zu verstehen was die Diagnose bedeutet und was da jetzt auf alle zukommen kann/ wird.

Man kann niemanden zur Aussprache zwingen, doch muß ihm dann auch Freiräume lassen und das so annehmen. Ihr habt ja nicht mal geheiratet und Kinder bekommen weil du ihr ein Schloß und eine Kiste mit Diamanten geschenkt hast sondern aus einer innerlichen Überzeugung ein Leben miteinander verbringen zu wollen und somit gemeinsam auch gute und schlechte Zeiten miteinander überstehen zu wollen. Und auf diese Verbundenheit und auf den Willen gemeinsam in guten und schlechten Zeit das Leben gemeinsam verbringen zu wollen würde ich vertrauen und darauf bauen.

Sowas ist nicht plötzlich weg nur nicht jeden Tag als Leuchtturm so bewußt, das kann und darf man sich aber doch bewußt machen, das ist dich eine viel stärkere Kraft als alles andere und dann könnte das dich vielleicht ja auch etwas mehr ins heimische Gleichgewicht tragen oder? ?

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Wer weiß wie es deiner Frau innerlich geht und ob sie bei der ganzen Belastung in den letzten Jahren nicht selbst an ihrer Grenze ist.
Es geht ja bei dir auch viel darum, was du hast und wo du verstanden werden möchtest und das du dich viel erklärst.
Auch wenn der Partner für seine gesundheitliche Situation nichts kann ist es eine enorme Belastung das mitzutragen vor allem wenn man auch noch Kinder hat . Somit hat es wohl die ganzen letzten Jahre wenig Raum für deine Frau gegeben.
Ich weiß ja nicht wie schlimm deine Impulsprobleme waren, aber vielleicht hat es was tieferes in deiner Frau ausgelöst und daraus resultierte eine Blockade ?

Ich weiß nicht ob noch was zu retten ist, aber wenn dann geht es nur noch über Tatsachen wo sie eine Veränderung spürt und das wäre zunächst Entlastung und zuverlässige Unterstützung.
Schenke ihr Zeit für sich , nimm ihr was ab. Vielleicht auch irgendwann mal Zeit für euch zwei alleine (Mini Urlaub)
Weißt du , in der Zeit wo du den Brief geschrieben hast hättest du auch was für sie tun können.
Für dein ADHS musst du eh selbst die Versntwortung übernehmen und für dich selbst und für die Familie an dir arbeiten.

So weit es deine eigene physische und psychische Kraft zulässt Sorge dafür , dass deine Frau nach all den Jahren wieder auftanken kann. Sie musste vermutlich verdammt viel auffangen und hat vielleicht auch das Gefühl deine Kinder schützen zu müssen und das kostet auch viel Energie .
Hey , und bis jetzt ist deine Frau ja immer noch bei dir geblieben und noch nicht weggelaufen. Bezüglich körperlicher Nähe kann es so sein, dass deine Frau einfach keine Kraft und Energie mehr dafür hat und vielleicht auch einfach im Moment keine Lust. Schenke ihr Nähe durch kleine Geesten der Freude und Entlastung.

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Ich danke für die Ermutigung und die netten Worte, aber lohnt nicht. Seit Dienstag letzter Woche habe ich Gewissheit, das es keine weitere partnerschaftliche Beziehung geben wird. Und ihre Formulierung und die Art und Weise wie sie es rüber gebracht hat auf meine Frage, lässt vermuten, das die Entscheidung schon länger gefallen ist.

Ich hatte Tage zuvor einen sehr langen Brief geschrieben, handschriftlich (Sah aus wie ein archäologischer Fund aus Pompeji, gut). fast 5 Seiten lang, habe ich mich von meiner verletzlichen Seite gezeigt und selbst daraufhin keinerlei, aber wirklich keinerlei Reaktion von ihr bekommen.

Ich bin ihr nicht böse, ich kann mir nicht böse sein, es ist das Leben und fertig.

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Hallo Flowi,

Ich empfinde viel Mitgefühl für deine ziemlich verfahrene Situation und die deiner restlichen Familie, mit der du wohl gerne zusammenbleiben möchtest. Dich hat es ganz schön aus der Bahn geworfen. Jetzt irgendwo nach Schuldigen suchen hilft nicht, weil es nichts ändert an der Situation. Sie ist, wie sie ist.

Bei allem, was ich hier drunter schreibe, bemühe ich mich, in die Rolle eines guten, wohlmeinenden Freundes zu gehen. Ein guter Freund sollte auch mal klare Worte finden. Es werden auch viele Worte sein.

Leider drückst du dich, so kommts bei mir an, sehr nebelhaft und unklar aus. Nicht nur in dem Zitat hier weiter unten, sondern auch in viele anderen Dingen. Zu den Unklarheiten, die ich fand, stelle ich jetzt etliche konkrete Fragen:

Was kam beim ersten Klinikaufenthalt raus? Diagnose, Welche Therapie?
Warst du in diesem Jahr zum zweiten Mal in einer Klinik? Wenn ja, was für eine und wegen welcher Diagnose?
Wie legtest du ihr “Elfmeter” vor? (konkrete Bespiele bitte)
Das WhatsApp von ihr finde ich knapp, aber soweit korrekt und verständlich. Wie sah deine Reaktion aus? (konkret bitte)
Poppen wollen, Triebabfuhr, typisch Mann, (“körperliche Nähe”) in dieser eisigen Situation? Was hast du denn erwartet!?!
Welcher Satz ist im Mai nochmal geflogen?
Waren deine Vorschläge an sie schriftlich oder im Gespräch? Wenn sie es totschweigt, kann es nur ein Monolog gewesen sein.
Was heißt “in den letzten Wochen”? Du schriebst, “dass ich ADHS im Erwachsenenalter hatte”. Nimmst du ADHS-Medikamente? Ist das ADHS jetzt (von alleine) weg? Vielleicht findest du meine Frage kleinlich, mag sein. Du drückst dich leider selten präzise aus, so dass LeserInnen viel spekulieren Können / müssen, um was es konkret geht.
Aus welchem Grund geht es in deinem 4,5 Seiten (da bist du mal sehr konkret) nur um Dich? Dass es auch um sie gegangen wäre, lese ich nirgends.

Jetzt werde ich nochmal ganz deutlich und grob:
Bis du bescheuert, diesen Brief auch an Dritte zu schicken? Oder war der gar nicht für deine Frau, sondern eine öffentliche Bekanntmachung? Dann hättest du deiner Frau eine persönlichere Variante geben sollen.

Das, was du geschrieben hast, ist für mich mehr Interpretation als Information. Nach dem ich deine Interpretation dessen, was sie (gesagt oder geschrieben?) hat, gelesen habe, interpretiere ich folgendes Möglichkeiten:

Variante a) Sie hat sich schon eine Wohnung gesucht und zieht mit den Kindern dorthin.

Variante b) Sie hat dich aufgefordert auszuziehen.

Variante c) Sie ist schwanger von einem anderen.

Variante d) Sie fand die Mitleidstour mit der “verletzlichen Seite” im handschriftlichen Brief (noch ein Brief? Oder meinst du den selben wie vorher schon?) nicht für sie verständnisvoll.

Variante d) Sie hat die Schnauze voll von dir und erwartet konkretes Handeln (nicht Klinik) von dir.

Du wusstest nicht, was du hier erwartest.
Nun, du hast viele Zuwendungen und Empfehlungen bekommen von @Kathy @Seven @Nelumba_Nucifera . Und von mir gab es Gegenwind, Spiegel vorgehalten und Aufforderungen, dich endlich klar auszudrücken. Ob du dich an etwas klammerst, “das schon gar nicht mehr existiert”, weiß ich nicht. Was genau hat denn deine Frau gesagt?

Noch ein versöhnliches Schlusswort. ADHS und so eine besch… Situation können einen ganz schön kirre machen. Das können Außenstehende besser nachvollziehen als unmittelbar Betroffene (Frau, du). Die Fähigkeit klar zu denken, ist bei persönlicher Betroffenheit auch bei Neurotypischen sehr eingeschränkt. Hast du nach deiner ADHS-Diagnose (eine offizielle oder selbstgemachte) einen anderen Blick auf deine Vergangenheit bekommen? Ich habe erst nach meiner Diagnose begonnen zu verstehen, wie andere unter mir gelitten haben (besonders Frau und Tochter), welche damaligen Verhaltensweisen von mir die beiden und etliche Freunde vor den Kopf gestoßen haben und, und, und. Hast du begonnen zu erfassen, welche Verletzungen du anderen zugefügt hast, aber nicht schuldig bist wegen deines ADHS?

Das waren eine Menge Fragen und hoffentlich Gedankenanstöße für die Zukunft.

Die besten, mitfühlenden Wünsche für dich :heart_hands: :hugs:

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