Ich brauche morgens fast immer viele Stunden um wach zu werden. Liegt es am ADHS?

Du scheinst gereizt zu sein. Vielleicht war der Schlaf ja doch nicht so erholsam? :sweat_smile:

Wir meinen es doch alle nur gut, man kann doch auch immer was dazulernen.

Ohne meine persönliche Meinung hättest du das Experiment mit dem Elvanse z. B. nicht gemacht, da kein Arzt oder User so eine Empfehlung aussprechen würde.

Also sei mal etwas entspannter, wir sitzen alle im selben Boot.

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Don‘t feed the trolls?

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Hi Fatih,
Wegen AdHs habe ich auch Schlafstörungen gehabt (unabhängig von Medikation, ich nehme aktuell nichts) und habe mirtrazapin, quetiapin sowie andere freiverkäufliche Schlafmittel dagegen genommen - mit dem Effekt, dass ich übelsten hangover am nächsten Morgen hatte - ganz egal zu welcher Uhrzeit ich die Tabletten am Vorabend eingenommen habe. Ich kann mich da meinen Vorrednern nur anschließen: langfristig boykottierst du dich mit dieser Konter-Spirale aus Schlafmittel-dopamin-Schlafmittel …

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Vielen Dank für die Erinnerung :+1:t2: :slightly_smiling_face:.
Das werde ich in der Zukunft machen.

Hi 777!

Der thread ist schon älter, das Thema aber immer noch aktuell - jedenfalls bei mir.

Seit ich Abi gemacht habe (und das ist jetzt 45 Jahre her :joy:), bin ich freiwillig nicht vor 2 Uhr eingeschlafen - egal wie müde ich war. Jeden einzelnen Abend hat es 2-3 Stunden gedauert. UND: Ich werde morgens (selbst wenn mein Morgen um 10 Uhr beginnt; bin selbständig :wink:) absolut nicht wach. Ein Drama in drei Akten, jeden einzelnen Morgen, den der liebe Gott erschafft. Ich brauche IMMER etwa 3 Stunden, bis ich weiß, wie ich heiße.

Da ich erst vor 2 1/2 Jahren mit adhs - hi und gleichzeitig mit Hochbegabung diagnostiziert worden bin, beschäftigt mich das alles immer noch sehr. MIT diesen Diagnosen wird plötzlich klar, warum machen Dinge in meinem Leben so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind (wobei ich in terms of “äußerer Erfolg “ durchaus mithalten kann; ich merke nur jetzt, wie viel ich unbewusst gecoped habe und was das gekostet hat - und das ein Leben lang!).

Um zurückzukommen: Ja, Schlafprobleme können ein klassisches ADHS-Merkmal sein (und das viele anderer Krankheiten). Es sind sozusagen Status-Wechsel-Probleme zwischen den funktional unterschiedlichen Zuständen. Dass viele Probleme mit der inneren Uhr haben, ist ein Hinweis - aber ist das der GRUND? Der Grund dürfte in der Entstehung von adhs liegen. Hier empfehle ich Ullis Artikel auf adhs.org. Chronischer Stress in welcher Form auch immer (bis transgenerativ) scheinen ein entscheidender Faktor zu sein.

Zurück zum Schlaf: Wichtig wäre zu wissen, WAS GENAU dir Probleme macht:

  • kannst du nicht einschlafen, weil dein Kopf losfährt, sobald du ihn auf ein Kissen legst? –> ADHS, ggfs HB u .a.
  • Kannst du nicht eingeschlafen, weil DEIN KÖRPER sich unangenehm anfühlt? –> ggfs restless legs, kPTBS (hypervigilanz), Fibromyalgie u. a.
  • Kannst du nicht einschlafen, weil dann Ängste kommen –> wieder andere Baustelle (Achtung: es gibt etwa vier verschiedene Angst-Systeme!)
  • Oder etwas anderes? …….. Bitte vervollständigen

Das nächste wäre:

  • Kannst du (im wesentlichen) durchschlafen oder wachst du nachts auf und kannst nicht wieder einschlafen? –> verschiedene Gründe, von Hormon-Spiegel bis Psyche

  • Oder wachst du immer sehr früh auf und kannst dann nicht mehr einschlafen? –> vermutlich psychologisch zu bearbeiten

    Wenn du sagst, du schläfst nicht gut und erholsam:

  • auf jeden Fall mal Richtung Schlafapnoe hinschauen. Ich persönlich finde zwar, dass sie es derzeit übertreiben damit, aber es ist ein relevanter Punkt.

  • Nimmst du noch andere Medikamente? Manche wirken auf den Schlaf (übrigens auch auf Träume!)

  • Hast du noch andere Diagnosen (Depression zb kann unerholsamen Schlaf verursachen)

Letzter Punkt: Aufwachen

  • spürst du einen tiefen WIDERSTAND gegen das Aufstehen? –> psychogener Anteil
  • Wirst du einfach sehr langsam klar? –> vermutlich was mit Cortisol
  • Pendelst du lange zwischen Wachen und Traum hin und her? Bei mir ist das so. Meine Freundin sagte, als ich es ihr beschrieb, so fühle sie sich, wenn sie aus einer Narkose erwacht. –> ??? Ich forsche immer noch.
  • Oder ist es etwas KÖRPERLICHES - ein Gefühl von Schwäche, ..
  • Schilddrüse Werte? Allgemein die wichtigsten Hormone?

KURZER EINSCHUB FÜR ALLE, die es nur gut meinen und zur Vorsicht raten: ALLE diese Symptome hatte ich Jahrzehnte, BEVOR ich irgendwelche Medikamente für oder gegen egal was genommen habe. Medikamente HELFEN mir - wenn es die richtigen FÜR MICH sind. Und das sind oft welche, die selbst Leute nicht auf dem Schirm haben.

Jetzt zu meiner Erfahrung: Ich habe “nur”das Einschlaf- und das Aufwachproblem.; schlafen und durchschlafen ist kein Thema. Genussschläfer :face_savoring_food:.

Tatsächlich habe ich das Einschlaf-Problem nach 30 Jahren Leiden (natürlich MIT ÄRZTLICHER ERLAUBNIS) mit Zolpidem gelöst: ich brauche nicht einmal eine ganze Tablette (7,5 mg reichen) und schlafe mit dem richtigen Timing wundervollst und zuverlässig binnen 15 Minuten ein. Und da es eine sehr kurze HW-Zeit hat, beeinträchtigt es die Schlafarchitektur nur kurz und ich wache morgens immer(!) gut ausgeschlafen auf ALLERDINGS: Ich gehöre zu einer Gruppe von Menschen (deren Größe man nicht kennt), die offenbar keine Toleranz bilden. Ich habe in 13 Jahren die Dosis niemals erhöht; sollte das jemals der Fall sein, würde ich sofort aufhören.
ICH HÖRE SCHON DEN EINWAND: low dose Abhängigkeit!! Ja, das kann schon sein, aber nach einer Herz-Op und eingebauter Schilddrüsen-Unterfunktion nehme ich ohnehin mindestens 6 Medikamente bis an mein hoffentlich seliges Ende, und da sind AD und Attentin noch nicht mitgerechnet. Warum also sollte ich mich über ein weiteres aufregen, noch dazu eines, dass mir soviel Lebensqualität schenkt?

Das Aufwachen habe ich noch nicht gelöst. Da Elvanse bei mir nicht anti-depressiv wirkt, was ich aber brauche, bin ich bei Attentin. Das hilft morgens schon, so nach - 1-1/2 Stunden bin ich deutlich wacher, allerdings dauert es manchmal recht lange, bis ich überhaupt in der Lage, mir die Tablette auf dem Nachttisch zu greifen.
Früher, vor meiner Diagnose und vor Attentin, war meine Routine, nach dem unendlich quälenden Aufstehen bei einem Kaffee (der bei mir absolut keine Wirkung hat) zu LESEN Das scheint mit meiner HB zu tun zu haben, mein Gehirn produziert beim Denken Dopamin, und dann ging es nach einer Zeit.

DISCLAIMER: Ich bin kein Arzt! Wenn ich im Folgenden medizinische Ideen und Namen von Medikamenten in den Raum werfe, dann als Hinweise, Vorschläge, über die mit dem Arzt zu sprechen möglicherweise hilfreich sein könnte. (Es gibt eh kenne Medikamente ohne).

Wenn du, 777, so gar nicht wach wirst und keine anderen Gründe dafür gefunden werden, könnte

  • Modafinil einen Versuch wert sein
  • Du läufst auf Elvanse: eventuell könnte (bei reduzierter Elvanse-Dosis) ein gleichzeitiges (oder leicht versetztes, hängt von deiner Verstoffwechselung ab) Kick-Starter Attentin dich schneller hochtreiben, und dann übernimmt das Elvanse
  • Zum einschlafen: Es gibt seit etwa zwei Jahren ein neues Medikament, das Orexin hemmt, ein ganz neuer Mechanismus. Ich kenne es nicht aus eigener Anschauung, aber es heißt (wie immer am Anfang :zany_face:) es mache nicht abhängig
  • Schließlich: Ich weiß nicht, wie Du sonst beieinander bist. Wenn ohnehin eher unruhig, dann ist das folgende keine gute Idee: Ich habe eine Zeitlang Duloxetin genommen (wegen Depression), das im Gegensatz zu reinem SSRI auch noradrenerg wirkt); ich merkte, dass ich etwas weniger schlief und auch etwas schneller aufwachte - im Gegensatz zu Amphetamin erhöht es tonisch, also sozusagen die Baseline von NA.

So. Das war ein SEEEEHR langer Artikel, ich bitte um Entschuldigung. Aber ich wollte das Thema einmal komplett ausbreiten, es betrifft viele von uns und wird immer unter “ferner liefen” behandelt, auch bei den Ärzten, irgendwie als Add-on-Problem. Das ist es nicht. Ich glaube, dass Schlaf absolut essentiell ist. Ohne guten Schlaf brechen die Strukturen der Psyche erst ein und dann zusammen. Wenn meine Aufführungen sich nur einem abwerten Menschen einen Impuls gegeben haben in eine Richtung, die ihm/ihr hilft, die Schlaf-Probleme zu lösen, dann war es nicht umsonst!

Sleep we everybody! :sleeping_face:

Amadeus

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Ich habe auch das Problem, nicht einschlafen und nicht durchschlafen zu können.
Das komische bei mir ist, als ich noch in Arbeit war, habe ich das Aufstehen so lange wie möglich hinausgezögert, und bin auf dem letzten Drücker aufgestanden, und dann musste alles sehr schnell gehen. Die ersten paar Stunden war ich auch nicht wach.

Jetzt aber in Rente, mache ich von allein viel zu früh auf, und habe den Impuls sofort auf zu springen, was ich auch mache. Dann versuche ich sofort hellwach zu werden durch Kaffee, weil ich diesen Hirnnebel einfach nicht ertrage. Es entsteht Angst bei mir, weil ich in dieser Zeit zu keiner logischen Handlung fähig bin. Was, wenn ich jetzt eine Entscheidung treffen muss? Muss ich nicht, aber ich fühle mich so hilflos in diesem Moment.

Ist das ein Tastwechselproblem von Schlaf zu wach? Oder ist das ein Symptom meiner Depression, dieses angstvolle früh erwachen?

Das Medikament zum Schlafen was hier angesprochen wurde, ist wahrscheinlich Daridorexant, Handelsname Quiviq.
Das erleichtert für mich die Einschlaflatenz und auch wenn ich zwei bis dreimal nachts wach werde,kann ich wieder einschlafen. Ich kann mich darauf verlassen, dass ich wieder einschlafe, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Auch einen Überhang am nächsten Morgen gibt es nicht. Es ist ein recht neues Medikament, und wirkt ganz anders.
Die Traumqualität hat sich dahingehend verändert, dass ich vermehrt und lebhafter Träume, aber es sind nicht mehr diese Angstträume, dieses stressige des Traums. Fast schon positive Träume, was ich mein Leben lang nie kannte.
Und es soll auch nicht abhängig machen, und ist für den Dauergebrauch zugelassen.

Früher nahm ich zum Schlafen Trimipramin, und das hat mich auch tagsüber sediert, so dass ich tagsüber weniger Ängste hatte. Aber irgendwie hat mir das Zeug die Prostata zerschossen, ich bekam massiven Harnverhalt.

Wahrscheinlich springe ich auch morgens aus dem Bett, weil mir die sozialen Kontakte fehlen, die ich im Berufsleben hatte. Schlafe ich mal unter Menschen ist das Problem nicht so ausgeprägt.