Hello,
ich stecke gerade ziemlich fest und hoffe, dass es vielleicht Menschen gibt, die Ähnliches kennen – gerade mit ADHS / AuDHS / hoher Reizempfindlichkeit und auch Ekel (z. B. bei menschlichen Gerüchen, Schweiß, Nähe, Besuch generell oder auch Handwerker im Haus).
Kurz zu meiner Situation:
Ich bin vor ca. 3 Jahren relativ schnell mit meinem Partner zusammengezogen (400 km entfernt), ohne seine Kinder vorher wirklich zu kennen. Rückblickend ziemlich blauäugig. Parallel dazu ist bei mir extrem viel passiert: massiver Stress im Job (inkl. Mobbing), gesundheitliche Probleme (körperlich + depressive Phasen), mehrere Jobwechsel, Krankenhaus, lange Erschöpfung etc. – ich hatte im Prinzip nie wirklich eine Pause.
Jetzt zum eigentlichen Thema:
Mein Partner hat zwei Kinder (14 & 15), die alle zwei Wochen und in den Ferien bei uns sind. Und ich merke mittlerweile ganz klar:
Mein Nervensystem kommt damit überhaupt nicht klar.
Es ist nicht „ich mag Kinder nicht“, sondern eher:
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ich reagiere extrem auf Geräusche, Gerüche, Bewegung im Haus
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ich brauche viel Kontrolle über meinen Raum
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ich fühle mich super schnell „überrannt“ in meinem eigenen Zuhause
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ich ziehe mich komplett zurück oder gehe raus, weil ich es nicht aushalte
Zusätzlich ist der Sohn schwierig (lügt, hat geklaut, redet kaum, zieht sich komplett zurück), was mich emotional auch noch triggert, weil ich einerseits Mitgefühl habe und andererseits völlig überfordert bin.
Das Ergebnis:
Wenn die Kinder da sind, ist mein Stresslevel extrem hoch.
Wenn ich alleine bin, fährt mein System sofort runter.
Ich habe lange gedacht, ich muss mich einfach mehr anstrengen / anpassen / lernen damit klarzukommen. Ich habe auch Coaching, Beratung etc. gemacht (immer zum Thema Patchwork, weil ich dachte, ich muss einfach „besser werden“, weil es andere ja auch hinkriegen). Aber es wurde eher schlimmer.
Meinem Psychologen habe ich auch geschildert, was das alles mit mir macht, aber wir sind nie wirklich an dem Punkt gelandet, das Grundsetup zu hinterfragen. Ich habe erst jetzt verstanden, dass mein Nervensystem vermutlich einfach anders tickt und dass „zusammenreißen“ oder Flucht (ich bin oft einfach stundenlang rausgegangen) das Problem nicht lösen.
Jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich ehrlich sagen muss:
Ich weiß nicht, ob dieses Lebensmodell (zusammen wohnen + Kinder regelmäßig im Haus) überhaupt zu mir passt.
Gleichzeitig:
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ich liebe meinen Partner, er unterstützt mich und wir haben viel an uns gearbeitet (er ist eher autistisch unterwegs, hat Schwierigkeiten mit Emotionen und reagiert oft pragmatisch, während ich eher emotional überflutet bin und dann blockiere)
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ich habe ein großes schlechtes Gewissen und denke oft, dass alle ohne mich besser dran wären
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ich fühle mich, als müsste ich einfach funktionieren
Mein Partner sagt eher:
ich habe noch nicht genug versucht / ich muss mich entscheiden und meine Themen wirklich angehen.
Ich hingegen merke:
ich bin gerade komplett überlastet und brauche eigentlich erstmal Entlastung.
Zusätzlich habe ich nach Weihnachten meinen Job verloren. Ich war bisher eigentlich sehr erfolgreich (verdiene normalerweise über 200k), kann Druck gut aushalten – aber sobald mehrere Dinge gleichzeitig zusammenkommen (Job + Privatleben + gesundheitliche Themen), kippt bei mir alles.
Meine Fragen an euch:
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Kennt jemand diese extreme Reizüberforderung im eigenen Zuhause durch andere Menschen?
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Wie geht ihr mit Patchwork / Partner mit Kindern um, wenn ihr sehr sensibel seid?
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Habt ihr Lösungen gefunden (z. B. getrennt wohnen, klare Strukturen etc.)?
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Oder habt ihr gemerkt, dass das Lebensmodell einfach nicht passt?
Ich bin gerade echt hin- und hergerissen zwischen „an mir arbeiten“ (was sich aktuell eher nach Druck anfühlt) und „realistisch anerkennen, dass es vielleicht nicht passt“. Ich nehme seit 2 Jahren ca. Elvanse, wurde erst mit 40 diagnostiziert, mein Psychologe war selber ganz erstaunt, wie ich als Frau ticke, weil ich eben wirklich so ausgeprägt unterwegs bin und immer nur in extremen. Autismus wurde nicht diagnostiziert, aber mittlerweile ist klar, dass ich da ebenso Anteile habe. Dass ich andere Menschen fühle und vor allem auch die negativen Dinge mich mit fertig machen, habe ich auch erst anhand des Sohnes gelernt. Ich schaffe da bei ihm auch keine Abgrenzung.
Freue mich über ehrliche Erfahrungen.