Innere Unruhe durch ADHS Medikation

Danke erstmal für deinen Beitrag, Kathy!

Ich finde du erwähnst viele wichtige Punkte zur Thematik und stimme dir allgemein überwiegend zu :+1:

Ja, da sind viele vor allem Hausärzte sehr vorsichtig und streng mit (was ja auch seine Richtigkeit hat).

Aber die Weisheiten entsprechen nicht unbedingt den Empfehlungen der zugelassenen Medikamente und Fachärzte. Da gibt es Szenarien, die unterschiedlich sein können.

Ja, ohne spezifische Indikation für eine länger andauernde Medikation verordnen die meisten Ärzte berechtigterweise eher streng und unter den von dir genannten Prämissen.

Bei speziellen Erkrankungen und Fachärzten und wenn bereits alle anderen Möglichkeiten bei chronischen Erkrankungen nicht geholfen haben, sieht das aber schon wieder anders aus.

Das ist glaube ich ein Trugschluss.

Süchtig werden kann natürlich theoretisch jeder, der die Wirkung als besonders angenehm empfindet und beispielsweise dann zum Vergnügen diese Medikamente nimmt.

Ja, das sehe ich ähnlich. Ich kenne auch keine Ärzte bzw. habe noch keine Ärzte erlebt, die Benzos leichtfertig verschreiben.

Ich kenne es eher so, dass viele es gar nicht verschreiben - selbst wenn es in einem Fall medizinisch sinnvoll wäre.

Da stimme ich dir voll und ganz zu - Danke dass du diesen Aspekt noch einmal deutlich machst. Finde ich sehr gut.

Auch das mit der Abwägung ist völlig richtig was du schreibst.

Auch da stimme ich zu.

Wobei ich von diesem alleinigen Thema Notfallmedikation und Akutphase noch differenzieren würde.

Chronische schwere Schlafstörungen, die austherapiert sind oder verschiedene Formen von chronischen Angststörungen sind auch Indikationen in denen Benzodiazepine nach Abwägung durch den Arzt und wenn andere Therapien und Medikamente keine ausreichende Besserung brachten für einen längeren Zeitraum verschrieben werden können und dann auch mit einem festen Einnahme Schema samt Dosierung vom Arzt verordnet werden können.

Natürlich kann man sagen die Schlafstörungen oder Angststörungen sind in den Auswirkungen ja auch manchmal sehr akut lebenseinschränkend.

Aber wie gesagt das ist eher ein Facharzt-Thema, denn mit chronischen schweren Leiden sind es dann eher Fachärzte die versiert genug sind abzuwägen und solche Medikationen zu verschreiben und zu verantworten.

Exakt so sehe ich das auch. Und das gilt auch für Benzodiazepine.

Wer nicht anfällig ist oder wem die Wirkung nichts gibt außer die reine Linderung der Symptome schwerer Erkrankungen, der wird zumindest psychisch eher nicht süchtig werden denke ich.

Das finde ich etwas interessant, denn aus meiner Sicht sind viele ADHS-Stimulanzien wie LDX aus genau diesem Grund verlockend für viele.

Und zumindest meine Erfahrung ist, dass mit der ADHS-Medikation (bei mir Elvanse) die Grenze und der Übergang zwischen Medikation gegen ADHS und leistungssteigender Substanz fließend ist.

Nicht umsonst stehen Amphetamine im Sport auf Dopinglisten und gelten als leistungssteigernde Mittel.

Und ich benötige 70mg Elvanse um mein ADHS in den Griff zu bekommen - aber gleichzeitig liegen Nebenwirkungen wie gesteigerte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit dabei automatisch imho in der Natur der Substanz.

Bloß dass ich sie nicht gezielt für z.B. sportliche Leistungen einnehme (stört mich auch eher beim Sport).

Aber ist ein gutes Beispiel dafür sich der stärke der Medikamente bewusst zu sein.

Volle Zustimmung zum oberen Teil.

Beim Rest ist dann die Frage was mit Sucht gemeint ist. Ich denke du meinst Sucht im Sinne von Missbrauch. Und da stimme ich dir zu.

Das andere ist, dass bei längerer Einnahme natürlich auch trotz medizinischem Rahmen eine körperliche Abhängigkeit entstehen kann.

Das heißt der Körper hat Absetzsymptome beim abrupten absetzen nach längerer Einnahme.

Die lassen sich aber, sofern man eben psychisch nicht drauf ist, durch ausschleichen und absetzen auch wieder beenden.

Aber ja, ich möchte mich anschließen und an jeden appellieren verantwortungsbewusst mit Medikamenten umzugehen.

Egal ob Benzos, ADs, Opioide oder Amphetamin-Derivaten.

Alle haben ihr Einsatzgebiet und sind daher verschreibungsfähige und verkehrsfähige Medikamente in Deutschland.

Aber man sollte sich informieren und Respekt vor diesen Medikamenten haben.

Mir wäre das in meinem Fall ein Rätsel wie und wofür ich meine ADHS Medikation missbrauchen könnte.???

Es gibt den passend Bereich meiner Dosis und alles was drüber ist oder nicht in den Abend hinein abgestimmt ist fühlt sich Kacke an.

Ich schrieb ja gar nicht direkt etwas von Missbrauch im letzten Satz, auf den du dich offenbar beziehst.

Ich schrieb, dass die Grenzen zur Leistungssteigerung fließend sein können.

Meine Dosierung von 70mg LDX entsprechend ca. 20mg Dexamphetamin ist beispielsweise in der Drogenprävention an der Grenze zur wirksamen “Rauschdosis” (laut BZgA z.B.).

Da ich mittelschweres bis schweres ADHS habe bleibt der Rausch in Form von Euphorie o.ä. natürlich aus - sondern bringt mein Dopamin nur auf ein gesundes und normales Niveau.

Aber: die allgemeinen Effekte von Dexamphetamin wie starke Zügelung des Appetits und eben eine erhöhte Wachheit und Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit z.B. im Sport treten als Nebenwirkungen bei der Dosierung ja trotzdem auf.

Das sind ja Grundwirkungen bzw. Nebenwirkung vom “Weckamin”, als das Amphetamine auch bezeichnet werden.

Und genau das meinte ich damit.

Und klar: wenn ein langer Tag ansteht z.B. mit Hochzeitsfeier nachts, dann macht sich die wachhaltende Wirkung bemerkbar.

Und zum Missbrauch möchte ich niemanden auf falsche Gedanken bringen. Aber auch mit ADHS kann man LDX natürlich wenn man unvernünftig ist gezielt überdosieren und dann auf Rave-Parties gehen um wach zu bleiben usw.

Ist das verständlich und kannst du es nachvollziehen?