Innere Unruhe durch ADHS Medikation

Hallo ihr Lieben,

ich nehme jetzt seit einigen Monaten Medikinet Adult 10mg Retardiert ein. Anfangs hatte ich was Kopfweh und Kribbeln, nach einer Eingewöhnungszeit ist das aber weg gewesen.

Jetzt kam es durch einige Zwischenfälle dadurch, dass sich meine Angststörung wieder gezeigt hat und ich auf Paroxetin eingestellt wurde. Das hilft mir sehr gut, werde dadurch jedoch recht Müde.

Habe dann nach einiger Zeit angefangen wieder das Medikinet zu nehmen und ich merke stark, dass ich dadurch Herzklopfen und auch Aufgeregtheit habe. Auch nach 2 Wochen noch habe ich dieses Problem und das ist natürlich nicht förderlich für meine Angststörung. Psychiater meinte, ich soll schauen wie ich es vertrage, aber es auch versetzt und nicht direkt hintereinander nehmen.

Ich wollte euch jetzt fragen, ob ihr damit Erfahrung habt und wie ihr damit umgeht?

Mein nächster Termin beim Psychiater ist Mitte Februar, dennoch würde ich mir gerne eure Meinung/Erfahrungsberichte einholen!

Was ist denn wenn du auf ein so aktivendes MPH setzt sondern ggf. eines ausprobierst was nicht ganz so aktivt wie Ritalin und Generika?

Wäre die Frage ob das mit der Medikation besser passen würde gleicher Wirkstoff unt etwas andere Retardierung und wahrscheinlich eine etwas andere Wirkung kann angenehmer werden aber ohne Testen schwierig zu sagen

Ja das war auch mein Gedanke, dass Medikinet in der Ausführung vielleicht nicht das richtige Medikament ist. Ich hatte z.B auch mal Elvanse getestet, aber da ist meine Panik richtig hochgegangen und das war echt nicht soooo schön.

Ich war mit Elvanse auch nicht gut bedient weil es sich mit anderen Medikamenten nicht vertragen hat und große Probleme bereitet hat sowie Dauerentzündungen ausgelöst.

Doch es gibt Ritalin und Generika die bei mir 8std gewikt haben bei den meisten um 6 std und mit 2 Gaben den Tag gut abdecken können oder Concerta und Kinecteen wo wahrscheinlich mit Medikinet oder unretardiertem MPH die Tagesabdeckung dann erreicht werden kann.

Ich denke da findet sich bestimmt was

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@Karottenkopf

Ich habe ähnliche Probleme - schon Baseline erhöhte Ängste, die sich unter Stimulanzien verschärfen. Ist mir auch schon von mehreren Psychiatern gesagt worden, dass bei bestehenden Angst-Problemen dopaminerg/noradrenerge Medikamente Öl ins Feuer sind.

Unter MPH ist der Effekt bei mir am stärksten ausgeprägt. Befördert quasi-psychotische “delusions of reference”.

Opipramol dazu macht es bei mir deutlich besser, als Angstlöser mMn unterbewertet. Aber du nimmst ja schon Paroxetin.

CBD hilft auch. Oder du lässt dir mal 5mg verschreiben und nimmst 2x5 statt 10? Bei mir ist das therapeutische Fenster sehr eng, schon minimal zu viel wird richtig unangenehm.

Hi, seit wann nimmst du Paroxetin? Seit wann Medikinet? Und wie viel?

Das ist sehr interessant! Danke für deine Erfahrung. Was genau ist denn CBD?

Opipranol wäre man nächster Anlauf, danach mal zu fragen!

Hey! Also die “normale” Einstiegsdosis schaffe ich nicht, weil ich sonst den ganzen Tag erschöpft/müde und antribeslos sein würde. Das wären 10 mg Paroxetin. Ich zerteile die Tabletten, was mich da schon sehr müde macht. Das nehme ich jetzt seit über nem Monat. Hatte letztes Jahr schon Paroxetin angefangen, im Frühjahr 25 für 3 Monate. Da war das Ergebnis das selbige: 10mg zu viel, Ärztin sagt, dass ich sie teilen soll. Damit ging es besser, aber die Müdigkeit war trotzdem sehr präsent. Man wollte dann mal Venlafaxin probieren, aber das habe ich so schlecht vertragen, dass ich, wenn ich die Tablette einmal vergessen hatte, Schwindel hatte und so erschöpft war, dass ich flach lag. Weshalb ich es wieder absetzen musste.

Medikinet nehme ich auch seit Dezember 25, es hat mir sehr gut geholfen vorerst, aber durch PTBS musste ich das Paroxetin wieder ansetzen (seit nem Monat) und gerade fahre ich mit 5mg Paroxetin und 10mg Medikinet.

Versuche Paroxetin jetzt erstmal abends zu nehmen und Medikinet morgens. Bisher klappt das ganz gut. Nur das Müdigkeitstief von Medikinet nach 6-7 Std. ist echt hart.

Also ich geh jetzt mal auf das ein was du bisher von dir erzählt hast, aber seh das bitte nur als Impulse die du mit deinem Arzt besprechen solltest.

Zum Antidepressiva:

Du meintest bei Venlaflaxin ging es dir recht zeitnah schlecht als du die Einnahme mal vergessen hast. Das ist tatsächlich bei diesem Medikament so zu erwarten, wegen des schnellem Abbaus (kurze Halbwertszeit).

Das gleiche gilt für Paroxetin, deßhalb wäre die Frage lieber ein Antidepressiva (SSRI) zu testen welches weniger Absetzproblematik macht, und dadurch auch eine vergessene Einnahme nicht so spürbar ist.

Zu den Stimulanzien:

Auch da, wenn du empfindlich auf Wirkschwankungen reagierst, ist die Frage ob Medikinet so passend ist. Hast du mal probiert eine zweite Einnahme einzubauen?

Ansonsten hätte ich da auch eher an Elvanse gedacht, du meintest das hat nicht gepasst. Welche Dosis hattest du da?

Wenn Stimulanzien nicht vertragen wegen, wäre es auch interessant Atomoxetin zu testen. Vielleicht bräuchtest du dann auch gar nicht noch ein zweites Antidepressiva.

Ansonsten fällt auch auf, das deine bisherigen Dosierung sehr gering sind und nach Beipackzettel nicht in einen therapeutisch wirksamen Bereich fallen.

Es gibt durchaus Menschen bei welchen so mini Dosen ausreichen, nur is die Frage ob das bei dir zutrifft wenn es dir noch nicht so gut geht? Ich denk gerade wenn man Antidepressiva nimmt sollte man schon soweit erhöhen, das man eine spürbare Verbesserung hat. Aber da würde ich lieber ein anderes testen, wg. Deiner Absetzhematik. Das kann sonst später mal mühsam werden.

Hoffe das hilft dir weiter

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Hey! Vielen Dank dass du dir die Zeit nimmst!

Das wusste ich über Venlafaxin noch nicht, das ist interessant!

Mit Paroxetin abends geht es mir besser, keine starke Angst/Unsicherheit mehr, und morgens komm ich zwar ein bisschen schwer aus dem Bett, aber es fühlt sich besser an als die letzten Tage. Ohne Medikinet jedoch wäre das nicht möglich, und ich wäre einfach nur müde, erschöpft und depremiert.

Bei Elvanse hatte ich die geringste Dosis, also auch 10 mg.

Von Atomoxetin wusste ich noch nicht, aber ich kann es gerne ansprechen, denn vor allem hatte ich nie Probleme mit Leistung oder Energie, sondern eher mit Konzentration. Aufstehen, Sachen zu regeln, das alles war immer möglich, nur chaotisch und wüst natürlich. Aber ich war nicht so vergesslich (wie mit Paroxetin oder Venlafaxin) oder aufgedreht/nervös (wie mit Elvanse/Medikinet)

Morgen ist mein Termin, da werde ich wohl einiges zu erzählen haben :slight_smile:

Ob 10 mg die richtige Dosis ist, ist doch gar nicht klar. Weiter steigern wollte deine Ärztin nicht?

Mich interessiert das Thema sehr, da ich mit zunehmendem Lebensalter auch vermehrt eine stärkere Angstkomponente bekam (davor aber auch schon leicht hatte) und Elvanse bzw. jetzt LDX auch teilweise meinen Adrenalin- und Angstpegel nach oben treiben.

Mich wundert ein wenig, dass so viel mit ADs rumgedoktort wird - da die ja auch im Gehirnstoffwechsel mit ADHS einiges verändern.

Ich persönlich bin aufgrund eigener Erfahrungen und Präferenzen in vollem Bewusstsein und auf eigenen Wunsch auf Benzodiazepine eingestellt zur Behandlung dieser Angst- bzw. Unruhezustände Komponente und außer dem schlechten Ruf der Benzos und der (wahrscheinlich vorhanden) Low-Dose-Abhängigkeit fühle ich mich nach Bestimmungsgemäßer Einnahme weder positiv berauscht, noch negativ sediert oder sonst was.

Ich kann mit der Kombination aus LDX u. Alprazolam mit dem ADHS einigermaßen normal Leben und Arbeiten - ohne beides allerdings fast gar nicht oder nur sehr schwer.

Zum Glück sind mir Nebenwirkungen der Benzos ansonsten (zum Glück) fremd und ich habe Beispielsweise kein Problem mit Libido, Arbeiten, Autofahren, fühle mich auch absolut nicht emotional gedämpft oder sonstiges.

Hat jemand vielleicht sonstige Erfahrungen mit ähnlicher Medikation oder sogar komplette Alternativen zur Behandlung der (besonders von Stimulanzien induzierten) Unruhezustände, Angstzustände?

Ansonsten hatte ich noch die Kombi Paroxetin + Bupropion (kann off label bei adhs verordnet werden). Fand das nicht schlecht, auf Dauer hat das Bupropion aber meine adhs Symptome nicht ausreichend gebessert. Könnte aber deinen Antrieb anheben.

Ich würde dir trotzdem empfehlen elvanse nochmal eine Chance zu geben. 10mg gelten nicht als Einstiegsdosis. Bei Erwachsenen sind es 30mg, in Ausnahmefällen auch 20mg. Angstsymptome können bei höheren Elvanse Dosen besser werden (v.a wenn diese eher Adhs bedingt waren, das gibt es oft). Und auch wiederum können Symptome sich verschlimmern bei Unterdosierung.

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Hallo zusammen,

ich möchte mich kurz einklinken, was die Thematik Angst + ADHS + Medikation angeht.
Zur Einordnung vorab: Ich hatte mit 17/18 Jahren sehr starke (nur nächtlich auftretende) Panikattacken aus heiterem HImmel, sprich: Ich bin aufgewacht, hatte Herzrasen, Atemnot und Todesangst und dachte - wie wohl alle, die so etwas zum ersten Mal erleben - ich müsse sterben oder in die Notaufnahme. Mein Hausarzt verschrieb mir daraufhin ein Benzodiazepin, das ich ca. 3 Monate und somit also länger als über den Zeitraum der üblichen empfohlenenen 6 Wochen einnahm. Ich kann jetzt natürlich nur für mich sprechen, aber ich hatte solche Sorgen, dass nicht meine Angst, sondern eine etwaige Abhängigkeit ein noch größeres Problem verursachen könnte, so dass ich das Medikament dann - mit Willenskraft und einem klarem Ziel vor Augen - wieder ausschlich, wobei ich immer nur die minimale Dosis genommen hatte. Ich war damals ehrlich gesagt heilfroh, dass es die Pharmaindustrie gibt und ich nicht im Globalen Süden oder an einem abgeschiedenen Ort mit Panikattacken irgendwie zurechtkommen muss… Dennoch muss ich sagen, dass ich allerdings kaum für Abhängigkeiten empfänglich bin, d.h. ich trinke gar keinen Alkohol (mehr, auch nicht zu Silvester, also wirklich zero) und rauche auch nicht. Wenn jemand also Benzos nimmt und zusätzlich raucht oder Alkohol konsumiert, würde ich auch sehr stark davon abraten und mich hier der herrschenden medizinischen Ansicht anschließen. :smiley:

Zur ADHS-Medikation: Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich durch die Medikation weniger (!) Ängste habe, was für mich auch Sinn ergibt, da ja bestehende Komorbiditäten wie Ängste, Depressionen etc. oft auf ADHS zurückführbar sind.

Zur Medikation gegen Ängste und an BesserWisser: Zunächst möchte ich sehr stark von Benzos abraten, die ja als Notfallmedikation gelten und das auch aus gutem Grund, da sie zu starker Abhängigkeit führen können. Sprich: Benzos werden in der Akuttherapie in akuten Notfallsituationen wohl dosiert gegeben, ADs sind für längerfristige Behandlungen gedacht. Andererseits kann ich natürlich sehr gut nachvollziehen, dass man im Beruf funktionieren und performen möchte, allerdings denke ich, dass hier dann - wie hypo auch schreibt - Paroxetin die deutlich bessere Wahl wäre. Die Problematik, mit der man sich meines Erachtens befassen sollte, ist Folgende: Was ist, wenn es einer Person aufgrund irgendeines eintretenden unvorhergesehenen Lebensereignisses plötzlich schlecht geht und er/sie dann auf die Benzos zurückgreift (= erlerntes Verhalten im Umgang mit schierigen Situationen und daher auf das zurückgreifen, was sich bewährt hat)? Das kann schnell nach hinten losgehen und für mich persönlich wäre das ein viel zu großes Risiko, was ich in keinster Weise in Kauf nehmen würde - für mein Leben. Da ist die “Kosten-Nutzen-Rechnung” nicht ausgeglichen bzw. mit einem immensen nicht vorher einkalkulierbaren Risiko behaftet, denn erstens kommt es anders und zweitens als man(n) denkt. :wink:

Ich habe bisher von vielen Personen gehört, dass die ADHS-Medikation ihre Ängste eher verringert hat. Daher kann die Dosis mitunter auch zu hoch sein, was natürlich ein Facharzt beurteilen müsste. Was mich wundert: Welcher Arzt verschreibt denn dauerhaft Benzos?

Mich wundert ein wenig, dass so viel mit ADs rumgedoktort wird - da die ja auch im Gehirnstoffwechsel mit ADHS einiges verändern.

Vieles wirkt sich ja auf den Gehirnstoffwechsel aus, aber auch Erkrankungen können das ganz gut. :wink: Ich habe Migräne mit Aura, was als neurologische Erkrankung gilt, aber insgeheim natürlich eine immense Superkraft ist (Marie Curie hatte ja auch Migräne, hehe). Da ich aber nur jedes Jahr ein bis zwei Migräneattacken habe und die mit zunehmendem Alter glücklicherweise auch immer glimpflicher verlaufen, lebe ich ziemlich gut damit und kann andere damit gut entertainen, wenn ich ihnen von meinen Aura-Symptomen erzähle (früher wäre ich wahrscheinlich als Hexe auf dem Scheiterhaufen gelandet, aber mein Mann sagt immer, ich hätte gar nicht erst gebrannt :smiley: :smiley:).

Es gibt zudem auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, die ihr Leben lang Medikamt X und Y nehmen müssen, die also von vornherein keine Wahl haben.

Und dass ADs die Persönlichkeit irgendwie drastisch verändern, ist meines Wissens ein Mythos. Wir leben alle nur einmal und was hindert dich daran, es im Urlaub einmal auszuprobieren, die Medikation umzustellen? Ich kann verstehen, wenn du Angst davor hast, aber ich an deiner Stelle könnte keine Nacht mehr ruhig schlafen, weil ich ständig darüber sinnieren würde, was wäre, wenn es bei mir im Leben zu einem Notfall käme und ich dann die Dosis der Benzos erhöhen würde…. Sucht ist so, so gefährlich und wird so dermaßen - besonders hier in Deutschland - unterschätzt!

Liebe Grüße

Quantico

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Meine jetzige neue Ärztin meinte, da alles sehr frisch (Paroxetin + Medikinet) eingenommen wird, möchte sie diese Schiene erst einmal weiter fahren und das beobachten, anstatt viel herumzuexperimentieren.

Da die Dosen sehr gering sind, meinte sie, dass man Paroxetin, wenn es so wie es jetzt ist gut wirkt, nicht erhöhen sollte, Medikinet aber bei bedarf schon. Das Herzrasen ist mittlerweile schon weniger geworden.

Ich werde auf jedenfall beobachten und weiter schauen, ob Elvanse nicht irgendwann eine Option wäre. Ich vermute stark, weil ich da sehr sensibel reagiere, sich der Körper an alles erst einmal gewöhnen musste und das jetzt langsam sich einpendelt.

Ich bin nur immer etwas skeptisch, wenn Ärzte etwas einfach hinnehmen, verschreiben, aber nicht viel aufklären oder erklären, aber vielleicht ist das auch normal? Es wäre ja gut zu wissen, dass man Medikinet in einem Jahr ja kurzweilig absetzen soll/muss? damit der Körper die Gewöhnung an das Medikament wieder verliert… Das haben mir schon einige Leute berichtet, die Medikinet genommen hatten und die Wirkung irgendwann flöten gegangen ist.

Ich bin auf jedenfall gespannt!

Vielen Dank für deine Tipps, Anregung und Zeit! Das hat mir ganz doll geholfen!

Cannabidiol

Eingestellt im Sinne von täglich Xanax? In welcher Dosis denn?

Würde mich interessieren. Vor Benzos habe ich Ehrfurcht wie vor nichts anderem.

Das ist nicht schön und belastend und das tut mir sehr Leid. Hat es sich denn bei dir wieder normalisiert?

Das wundert mich jetzt etwas. Ich kenne es tatsächlich so, dass Ärzte (teilweise berechtigt, teilweise etwas übertrieben meiner Meinung nach) Benzodiazepine nur in Sonderfällen verschreiben, oder wenn man wirklich austherapiert ist.

Der empfohlene Zeitraum der Einnahme am Stück hängt sehr von den individuellen Umständen, dem genauen Medikament und dem Ermessen des Arztes ab.

Also du hattest in Grunde genommen Angst vor der Angst?

Ich finde natürlich sollte es auch in der Entscheidung des Patienten liegen womit er sich wohlfühlt oder nicht.

Wenn du aber Angst hast wegen der Horrorgeschichten über Benzos - die sicherlich in Einzelfällen geschehen können, dann zeigt es für mich dass man mit der Vorsicht seitens der Mediziner bei dieser Medikamentengruppe etwas übertrieben hat und eher in Richtung Panikmache unterwegs ist.

Das finde ich sehr vernünftig und sehr stark von dir. Man sollte sich auch mit der Medikation wohl fühlen (im Sinne dessen, dass man die Warnhinweise natürlich ernst nimmt aber keinem geholfen ist, wenn sie noch mehr Angst in dir hervorrufen).

Naja, Benzos werden auch bei starken Alkoholikern auch oft im stationären Entzug eingesetzt.

Also scheinen sie ja ihre Berechtigung und Notwendigkeit zu haben.

Das freut mich für dich. Allerdings sind selbst ohne Angststörung parallel zum ADHS z.B. bei Elvanse Angstzustände und Unruhezustände eine Nebenwirkung die laut Packungsbeilage mehr als 1 von 10 Patienten betrifft.

Das stimmt so nicht. Es gibt Benzodiazepine gegen Epilepsie die dauerhaft eingenommen werden, es gibt Benzodiazepine gegen verschiedene Formen der Angststörungen die als akut-Medikation genutzt und verschrieben werden, genauso wie für bestimmte Zeiträume zur Behandlung chronischer Unruhezustände.

Gleiches gilt z.B. für Schlafstörungen.

Das kann man auch z.B. in der Gelben Liste oder in den Packungsbeilagen nachlesen.

Dir ist bewusst, dass das Abhängigkeitspotenzial und Missbrauchspotenzial von Amphetamine sehr groß ist und sie daher auch als harte Drogen gelten?

Natürlich muss man mit Benzos aufpassen.

Aber bei ADHS überwiegen ja auch für die meisten mit mittelschwerem bis schwerem ADHS die Vorteile durch z.B. Lisdexamfetamin - obwohl die Substanz ein hohes Abhängigkeits- und Missbrauchspotenzial besitzt und gleichzeitig wird es als Erstlinientherapie eingesetzt, obwohl ADHS mit stark erhöhter Anfälligkeit für Suchterkrankungen einhergeht.

Es ist immer eine Abwägung wie lebenseinschränkend die Erkrankung ist - sei es ADHS oder seien es Angststörungen - und dementsprechend liegt es im Ermessen des Arztes, über die Medikation zu entscheiden.

Das steht exakt so in meiner Packungsbeilage der Alprazolam Tabletten - dass es gegen akute und chronische Erkrankungen eingesetzt werden kann, die Einnahme über einen längeren Zeitraum wegen des Abhängigkeitspotenzials beschränkt werden sollte, es allerdings letzten Endes der Entscheidung des Arztes obliegt, ob eine längere oder dauerhafte Medikation notwendig und sinnvoll sein kann.

Aber genau dann tritt doch der Fall ein den du nanntest - dass es als Akutmedikation eingesetzt werden kann im Fall z.B. eines schweren Trauerfalls o.ä.

Ich hatte genau so einen Fall und neben meiner Einnahme bei Bedarf und zeitweise auch fest eingestellt mit Medikationsplan habe ich nach einem privaten Notfall (Trauerfall mit sehr schlimmen Umständen) direkt mit meinem Psychiater gesprochen und während des akuten Notfalls bei Bedarf die Dosierung für einige Tage um eine Tablette erhöht.

Denn die Behandlung der chronischen Angstzustände ist das eine, und dann der Einsatz als Notfallmedikation bei extremen Lebensereignissen kann kurzzeitig in Form einer Dosiserhöhung in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Das ist ja auch in Ordnung, dass du persönlich so denkst und fühlst.

Für mich war mein Leben eben so eingeschränkt, mehr als durch ADHS im Grunde, so dass ich erst wieder ein normales Leben führen könnte und ein lebenswertes und funktionierendes Leben hatte, durch verschiedene Medikamente - zu denen auch bestimmte Benzodiazepine gehörten.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung kann bei anderen Menschen mit anderen Krankheitsbildern aber eben auch völlig anders aussehen.

Und das Risiko ist natürlich einkalkulierbar.

Für mich ist es eben wie für andere eine notwendige/wichtige Herztablette o.ä.

Die Frage ist also was meint man mit Abhängigkeit: Missbrauch? Spaßkonsum? Oder einfach die Tatsache, dass man unter kontrollierter Aufsicht und laut Arzt und Packungsbeilage die Tabletten lediglich zur Linderung schwerer Symptome einnimmt - die durch nichts anderes therapierbar und in den Griff zu bekommen waren. Und natürlich bin ich von daher sicherlich irgendwo davon abhängig - genauso wie ich von Elvanse abhängig bin um ein normales und einigermaßen qualitatives Leben zu führen.

Abrupt abgesetzt habe ich beides schon und mehrmals teilweise längere und kürzere Episoden ohne die Medikation verbracht. Funktioniert auch, aber es hat mein Leben eben nicht besser gemacht - sondern mittelfristig teilweise enorm verschlechtert.

Ein renommierter Facharzt für Psychiatrie, bei dem ich seit über einem Jahrzehnt in Behandlung bin und mit dem wir wohl fast alle erdenklichen Möglichkeiten und Alternativen ausprobiert haben.

Das ist laut Packungsbeilage und Gelber Liste in solchen Fällen auch absolut legitim.

Ich bekomme die Medikation übrigens ganz offiziell auf Kassenrezept und habe nachdem die dauerhafte Dosierung in meinem Medikationsplan auch ganz offiziell in meiner Elektronischen Patientenakte - samt Medikament, Dosierung und Menge pro Tag.

Stimmt. Ich persönlich finde es aber schwierig wenn man ein starkes Betäubungsmittel und Suchtmittel wie Amphetamin wegen des schweren ADHS verschrieben bekommt um die gestörte Dopaminregulation auszubalancieren - und wenn man gleichzeitig dann mit dopaminergen und Noradrenalin betreffenden Medikamenten wie SNRI oder anderen AD in genau diesen komplexen Hirnregionen und Rezeptoren rumzudoktern.

Dagegen ist die pharmakologische Wirkungsweise von Benzos über Regelung des GABA-Systems eher etwas, das in die Rezeptoren und Ausschüttungen von Dopamin nicht direkt eingreift.

Ja, und wenn du in der Gelben Liste bei Alprazolam nachschaust, dann wirst du sehen, dass es eben auch ein Medikament ist das zeitweise gegen chronische Erkrankungen eingenommen werden kann/darf und in Sonderfällen - nach sorgfältiger Abwägung durch den behandelnden Facharzt - auch als eine Dauermedikation gegen z. B. Chronische Erkrankungen eingesetzt werden kann und darf, wenn alles andere nicht ausreichend hilft und die Lebenseinschränkungen ansonsten entsprechend schwer sind.

Und wie gesagt es gibt Erkrankungen wie Epilepsie oder chronischen Muskelkrämpfen in denen auch dort in entsprechenden Härtefällen Benzodiazepine als Dauertherapie verordnet werden können - natürlich streng unter ärztlicher Kontrolle.

Und das geschieht wohlgemerkt bei den für diese Anwendungsfällen speziellen Benzos auch nicht “off-label” sondern “on-label”.

Die Horrorgeschichten über Benzos sind aber auch in vielen Punkten Mythen oder durch Extremfälle geprägt.

Es gibt Menschen die trinken morgen erstmal 2 Flaschen Wodka. Extrem!

Und es gibt Menschen die eben morgens erstmal missbräuchliche Mengen an Benzodiazepinen konsumieren - aus Rauschzwecken o.ä.

Das auf Patienten mit medizinisch entsprechend notwendiger und bestimmungsgemäßer Anwendung anzuwenden halte ich aber für keine Seite zielführend.

Und was die ADs angeht: was ich hier im Forum zum Thema absetzen oder ausschleichen von bestimmten ADs lese - die Nebenwirkungen, die Entzugserscheinungen und die von den sogar im Forum in diversen aktuellen Themen beschriebenen Persönlichkeitsveränderungen und Dinge wie sexuelle Dysfunktion - das sind alles Dinge die ich weder bei der bestimmungsgemäßen Einnahme meiner Benzodiazepine Medikation je erlebt habe oder mir vorstellen kann, und auch beim abrupten absetzen oder halbieren der Dosierung auf Dauer habe ich sowas bei Benzos persönlich zum Glück nie erlebt.

Ich habe doch bereits über Jahrzehnte alle alternativen und anderen Medikationen mit den Fachärzten gemeinsam probiert - und es hat einfach für mich nicht funktioniert.

Genauso wie für andere Menschen halt Benzos nicht funktionieren oder diese ihnen nicht gut tun.

Gerade weil wir nur einmal leben ist mir wichtig ob ich im hier und jetzt ein so weit wie möglich normales Leben führen kann ohne große Nebenwirkungen der Medikamente.

Schlafstörungen habe ich auch zusammen mit meinem ADHS seit ich ein Kleinkind bin.

Ich habe persönlich noch niemanden erlebt oder gesehen bei dem es derart massiv ist wie bei mir - und das hatte ich auch lange vor jeglicher Medikation. Und es war nicht auszuhalten und hat mein Leben mehr eingeschränkt als das ADHS.

Da ich Z-Drugs nicht vertrage (bekomme davon schwere Nebenwirkungen, werde dadurch wach statt müde - also paradoxe Wirkung und bekomme zudem starke Sinnestäuschungen), erhalte ich auch dagegen nach jahrelanger Suche einer Möglichkeit zum Einschlafen ein dafür spezialisiertes Benzodiazepin von meinem Facharzt.

Und ja, ich bin eine Ausnahme und ich kann auch nur jedem abraten diesen Weg zu gehen, wenn es nicht absolut notwendig ist.

Das sieht auch mein Facharzt so. Der wie gesagt renommiert ist und natürlich einen Namen zu verlieren hat.

Aber es läuft alles offiziell über die GKV, nichts davon off-label und ist offiziell in meine EPA für die Krankenkasse ja auch einsehbar und medizinisch begründet nachvollziehbar.

Ja, die Frage ist wie man Sucht hier definiert. Ich habe Beispielsweise nie einen Rausch o.ä. erlebt durch meine Medikation - und auch nie ein angenehmes Gefühl oder ähnliches.

Ich finde es eben gefährlich medizinisch notwendige oder zumindest begründete Einnahmen solcher Medikation in einen Topf zu werfen mit Spaßkonsumenten oder missbräuchlichem Konsum.

Das ist als Patient einfach kein schönes Gefühl mit einem Junkie verglichen zu werden, weil man gegen seine schweren Erkrankungen und deren Symptome im erlaubten Rahmen on-label über die GKV von einem renommierten Psychiater gemeinsam nach den Versuchen mit dutzenden verschiedenen Medikamenten und Therapien eine stabile und nebenwirkungsarme Therapie bzw. Medikation gefunden hat.

Das ist aber nur meine Meinung - gerade daher halte ich von Menschen die diese wichtigen Medikamente für Spaß oder Missbrauch konsumieren auch sehr wenig.

Danke aber für deinen konstruktiven Kommentar und liebe Grüße :slight_smile:

Zeitweise ja. Natürlich ist das Ziel die Dosis zu gering wie möglich zu halten und nur soviel wie notwendig und auch regelmäßig mit dem Facharzt (Psychiater) zu schauen ob man die Dosierung verringern oder das Medikament irgendwann ganz absetzen, wenn die Umstände das erlauben und beide oder eine Seite das wünscht.

Früher 1mg bei Bedarf (also nicht täglich).

Mit dem Alter dann gemäß den Richtlinien zeitweise 1mg pro Tag, dann 1,5mg am Tag.

Zeitweise war ich in Absprache mit dem Arzt aufgrund mehrerer schwerwiegender Umstände dann bei den bis zu 3 x 1mg pro Tag - die übrigens auch in der Packungsbeilage als reguläre Aufteilung und Dosierung bei bestimmten Formen der Angststörungen zeitweise oder mit Einverständnis des Arztes in Sonderfällen längere Zeit und dauerhaft gegeben werden können.

Alprazolam ist was die Dosierung und Menge angeht, ebenso wie die Wirkung aber auch ein Sonderfall (keinerlei Rauschgefühl, normales Arbeiten ist möglich, Auto fahren ebenso wenn man darauf eingestellt ist - das habe ich sogar mit einer Klinik besprochen die medizinische Gutachten erstellt, da ich sichergehen wollte dass ich keine Probleme bekomme aufgrund meiner Medikation).

Im Gegensatz zu anderen Benzos bei denen Studien ergaben, dass sie Depressionen verschlimmern können ist Alprazolam dafür bekannt dass Studien ergeben haben, dass Alprazolam bei depressiven Symptomen und Depressionen förderlich sein können und auch gegen die Depressionen unterstützend wirksam sein können.

Das alles ist übrigens nichts tolles und ich rate auch jedem schwere Medikamente ernstzunehmen.

Das gilt wohlgemerkt allerdings auch für LDX u. Dexamphetamin - welches hohes Suchtpotenzial und Missbrauchspotential hat - auch bei ADHS!

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Aus eingen Erfahrungen mit Süchtigen in einer Therapieeinrichtung wo sie wieder Alltag, Struktur und eine Methadonsubstitution bekamen und durch verschiedene meiner Ärzte die mir auch Bezos verordnen und immer gesagt haben, daß man wegen der Suchtgefahr Benzos grundsätzlich max 2 mal pro Woche einnehmen soll und niemals länger als 14 Tage am Stück. Das raten und sehen sie grundsätzlich so auch das Benzos (Benzldiazipine) grundsätzlich nur als Notfallmedikamente angesehen werden sollten weil sie in Akutkriesen, in plötzlich auftretenden Emotionsüberreaktionssituation wie Flashback bei Ptbs, Panikattcke etc. weil man sich ja akut aus der Situation nehmen soll besonders wenns unterwegs, auf der Arbeit etc. pasdiert oder man in Situationen muß, die Panik machen aber nicht meiden kann wie bsp. bei Platzangst ins MRT etc. dann kann einem nichts bezüglich Sucht passieren.

Verschreibt ein Arzt sehr schnell für alles sofort ein Benzo würde ich deutlich hinterfragen, ob er da wirklich weiß was er tut bzw. ob er das nicht dank Verkaufsschulung Pharmareferenten erlegen ist und man sein Verhalten besser hinterfragt!

Aber es gibt bestimmt auch gut begründete Einzelfälle in denen ein Arzt ein Benzo auch über einen längeren Zeitraum als einzige oder als beste Lösung findet und auch für sich abgewogen hat, daß es hinsichtlich der schwere und extrem psychischen Akutphase sieht und diese extreme Akutphase vorraniger als die Sucht ist und dann lieber dem Patienten hilft sollte die Sucht entstanden sein wieder aus der Sucht zu begleiten. Diese Ärzte vertragen auch eine ängstliche oder kritische Frage bezüglich der Suchtgefahr.

Was ich auch in meinen Erfahrungen gelernt habe, hat der Körper nie Süchte entwickelt wenn er Medikamente wie Opioide (Tramal, Tillidin, Oxycodon,Hydromorphon, Fentanyl [ich hab bestimmt noch 2 Opioide vergessen]) unbedingt braucht weil die Verletzungen so groß und schwer sind. Ganz gleich ob Operationen, Verbrennungen, Quetschungen und sowas. In den Zusammenhängen wurde das im eigenem Erleben aber auch im beruflichen Bereich nie gesehen. Die meisten schweren Abhängigkeiten konnte ich gut bei Menschen wahrnehmen die nach schweren Verletzungen, als es ihnen wieder gut ging und sie das Gefühl des Medikamentes, dessen Wirkung bzw. den Zustand während der Einnahme als sehr warm und angenehm empfunden haben oder auch meinten mehr zu schaffen ob beim Sport weil plötzlich beim Marathon keine großen Schmerzen auftreten, sie sich generell körperlich stärker belasten konnten was quasi dann immer eine Überlastung war (auf dem Bau, im Handwerk wo schwer geschleppt, viel falsch gebückt, viel schwer gehoben etc werden mußte)

Ihr wisst ja es wird ja mit manchen Medikamenten einiges vermeindlich leichter - oft verdrängt man dann aber gerne das auch wo es vereinfacht wird eher eine Warnfunktion hat, einen zu ungesunden/ selbstzerstörenden Verhalten abzuhalten oder andere Schutzfunktionen.

Deshalb nochmal die Hymne auf, wer gut informiert ist, wer ehrlich zu sich selbst und wer verantwortungsvoll mit Medikamenten umgehen kann braucht sich eigentlich keine Sorgen über Sucht bei Benzos haben und sollte sie als eine sehr gute und sehr effektive Hilfe sehen, die in Akutsituationen schnell und effektiv hilft. Selten, gezielt eingesetzt ggf. zusätzlich zu anderen Therapien zu seinen Akutsituationen (Ängste, Panikattcken etc.) ein sehr guter Partner in eine bessere Zukunft und ein schönes Leben

sorry mir war gerade danach

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