Ist das typisches ADHS-Verhalten?

Ich sitze ich 24/7 am Laptop und arbeite, oder wenn Arbeit erledigt ist, beschäftige ich mich mit anderen Sachen am Laptop. Z.B. code ich.

Auch im Urlaub 24/7 am Laptop und wenn ich mit an den Strand gegangen bin, hole ich direkt danach erstmal wieder Zeit am Laptop nach.

Muss immer irgendwas arbeiten / machen. Und wenn ich gerade kein cooles Thema habe, an dem ich arbeiten kann, bin ich launisch.

Ich habe zwar ADHS diagnostiziert bekommen „Kognitiv kompensiertes ADHS mit ASS Overlap“, aber ich traue der Diagnose nicht ganz (mein Psychotherapeut auch nicht), weil ich eigentlich normal wirke.

Ich bin halt 24/7 am denken und brauche immer einen großen Plan an den ich denken kann, sonst bin ich schlecht gelaunt.

Oft habe ich für 2-3 Wochen eine Hyperfokussierung auf ein Thema und verliere dann das Interesse. Dadurch habe ich Produkitvitätsboosts, aber kann es leider nie in ein längeres Projekt wandeln, weil so schnell wie das Interesse kommt, so schnell geht es auch wieder.

Da ich Softwareentwickler bin und nen M.Sc. hab, komm ich in der Berufswelt ganz gut klar. Hab das Glück, dass meine Hyperfokussierungs-Interessen immer mit Programmierung zu tun haben. Das ist so ein roter Strang, der mir sehr hilft, weil sich deshalb in diesem Gebiet meine Kompetenz stetig verbessert.

Naja, ich wollte das hier eigentlich nur einmal runterschreiben, damit mir jemand von euch (die Erfahrung mit echtem ADHS haben), mir sagen können, ob das bei mir nach ADHS klingt oder eher nicht.

Danke!

Liebe/r 1A3,

wir sind jetzt nicht dafür da, dir zu sagen, ob du ADHS hast oder nicht, wenn du schon eine Diagnose hast.

Wobei, das

kann ein ADHS-Symptom sein, muss aber natürlich nicht. Wenn du eine ADHS-Diagnose hast, ist es wahrscheinlich eines.

Die Frage ist aber: Stört es dich? Mich würde es stören. Oder wenn nicht dich, stört es dann dein/e Partner/in? Oder führt dieses Leben dazu, dass du kein/e Partner/in hast?

Jedenfalls im März hattest du Medikamente genommen und geschrieben

Also gibt es von dir so bezeichnete ADHS-Symptome, wogegen das Medikament jedenfalls damals auch geholfen hatte.

ist auf keinen Fall ein Argument gegen ADHS. Es soll dir ja gut gehen, normal wirken allein bringt dir wenig.

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Da ich es mein ganzes Leben schon so mache, stört es mich irgendwie nicht. Habe da so eine Art eigene Welt, in der ich glücklich bin.

Habe mit Medikinet aufgehört, weil ich dadurch öfter lange krank wurde. Habe meine Körpersignale nicht mehr wahrgenommen und mehr gemacht, als gut für mich ist. Wurde dadurch in den letzten 6 Monaten häufiger und länger krank als normal.

Habe den Eindruck das Laptop könnte eben mein Weg sein mit ADHS umzugehen… Quasi mein Medikinet-Ersatz :stuck_out_tongue:

Also das klingt für mich schon mal sehr nach ADHS

Dopamin-/Belohnungsschleife: Typisch ist, dass das Gehirn für anhaltende Aktivität einen ausreichenden „Belohnungspegel“ braucht. Wenn der Reiz nach ein paar Wochen sinkt (und es weniger neu wird), fällt die Motivation schneller ab als bei Menschen ohne dieses Muster.

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Damit kann ich mich stark identifizieren. Meistens dreht sich mein Leben auch darum mir diese Dopaminschleife bewusst aufrechtzuerhalten.

(Z.B. mich regelmäßig an die große Vision dahinter erinnern).

Denn Dinge, auf die ich keine Lust habe, kann ich schlichtweg nicht machen.

Was mich halbwegs normal werden lässt, ist Kraftsport mit schweren Gewichten. Dadurch fühle ich mich eher wie ein normaler Mensch.

Beispiel: Nachdem meine Eltern starben, übernahm ich 2021 die Herstellung des Grabmals.

Damals allerdings noch frisch traumatisiert und auf der Suche nach der richtigen Diagnose - also ohne jegliche passende Medikation.

Infolgedessen konnte ich mich zwar anfänglich gut in die Arbeit reinfuxen - aber dann wurde es von Monat zu Monat schwerer - bis die Arbeit dermaßen stagnierte, daß ich einfach nicht mehr vorwärts kam.

Erst mit der ADHS-Diagnose und dem finden einer für mich passenden Medikation (und dem Streß der Friedhofsverwaltung) konnte ich wieder Schwung ins Projekt bringen. Jetzt habe ich als Anfang Oktober als Versetzdatum festgelegt und arbeite jede Woche mindestens 2 mal 8 Stunden am Stein.

In einer alten Scheune eines Zunftkameraden. Mit Musikbeschallung nach meinem Belieben. Und jetzt geht wieder richtig was voran.

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