Jobsuche mit ADHS

Ich bin Anfang 2023 mit der Ausbildung fertig gewesen, danach 4 Monate
bei einem Arbeitgeber gearbeitet, wo ich die Probezeit nicht geschafft
habe und danach war ich bei insgesamt 7 anderen Firmen im Zuge von
Leiharbeit. Die Einsätze liefen meist nur wenige Wochen und wurden
seitens des Kunden beendet.

Gründe waren immer so ADHS typische Sachen wie Zu langsam, zerstreut,
kann nicht im Team arbeiten, vergisst Dinge usw.

Ich bin dann Anfang Dezember da ausgestiegen, weil der letzte Kunde
ne Zumutung war. 3 Stunden Fahrzeit am Tag, 9 Stunden Arbeitstage
Minimum und so ein ewiggestriger Chef, der alle Ideen im Keim erstickte,
noch dazu Handwerk (Hab Industrie gelernt).

Ich weiß echt nicht, wie ich nen neuen Job finden soll, weil ich habe mich
seitdem auf locker 50 Stellen beworben und bei 40 davon gab es keine
Antwort und der Rest Absagen bzw. nach dem Gespräch ne Absage.

Das Amt ist dabei leider keine Hilfe und ich hab echt Angst, als Berufsanfänger
ohne Erfahrung nie einen Job zu finden.

Erschwerend kommt dazu, dass ich keine Nachtschichten machen kann und
bei Montagearbeiten stumpf nach Plan läuft mein Hirn Amok.

Wie kann ich es denn Schaffen, mit meinen ADHS Problemen Arbeit zu finden?

Ne Therapie bekomme ich nicht vor 6 Monaten.

Guten Morgen :smiling_face:

also ich kann dir garantieren, dass du bestimmt nicht nur einen Job finden wirst.
Jobmäßig habe ich schon unglaublich viel durch. Gastro (viele verschiedene Lokale), Einzelhandel(auch hier viele verschiedene Läden), Callcenter, Kundenbetreuung etc. meine Ausbildung habe ich damals im sozialen Bereich gemacht und ich Frage mich bis heute wieso ich das nicht geblieben bin. Ich bin zwar erst seit kurzem diagnostiziert, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Problematiken schon immer vorhanden waren. Egal ob in der Schule, in der Ausbildung oder bei meinen gefühlt 1000 Arbeitgebern. :smile:

Okay, du kommst aus der Industrie, da wird es bei vielen schwer sein auf Verständnis zu stoßen. Dennoch würde ich schauen, dass du so ehrlich wie möglich damit umgehst, deinen Arbeitgebern gegenüber. Sicher hast du in einigen Bereichen Defizite, allerdings doch in vielen Sachen nicht.

Was eine Therapie angeht, wenn du schneller an eine Therapie kommen möchtest, dann Versuch es mal bei verschiedenen Lehrinstituten. Dort sind langjährig Erfahrungene Therapeuten und auch ausstudierte, die noch Berufserfahrung sammeln. Diese Lehrinstitute wurden mir von meiner Therapeutin aus der Psychiatrie ans Herz gelegt. Ich habe jetzt keine 3 Monate auf einen Therapieplatz gewartet. Nachste Woche geht es schon los (vor 2,5 Monaten hatte ich den ersten Kontakt dorthin). Hier bekommst du schneller einen Termin als bei den niedergelassenen Praxen.

Ich hoffe meine Antwort bringt dir wenigstens ein bisschen was. :joy:

Sag mal, was wären denn solche Lehrinstitute?

Ich wüsste da gar nicht, nach was ich da suchen soll.

Darf ich fragen wo du herkommst? Ansonsten einfach mal nach Psychotherapeutischen Lehrinstituten googlen. Aber ich sage dir gleich, du musst wirklich SEHR oft anrufen. :see_no_evil: Meistens gibt es nur ein bestimmtes Zeitfenster um einen Termin zu bekommen und dann rufen auch viele an. Ich habe in einer Stunde knapp 1400x angerufen (sobald besetzt kam, habe ich direkt wieder auf „grün“ gedrückt), weil es so viele versuchen. Da darfst du nicht von abgeschreckt sein. Es kann auch sein, dass du erst in der 3. Woche durchkommst. Ich habe 4 Wochen gebraucht (Telefonische Sprechzeiten waren nur dienstags von 10-11 Uhr).
Für meinen Sohn bin ich so auch ganz schnell fündig geworden. Habe bestimmt 50 verschiedene Therapeuten angerufen, alle haben mind. 1 Jahr Wartezeit. Jetzt hat er bald sein „Vorstellungstermin“.