Kennt ihr das auch, dass ihr euch sogar in die kleinsten Lebewesen hineinversetzen könnt?

Sogar, wenn ich eine Gelse/Mücke erschlagen möchte, versetze ich mich in sie hinein, was denkt sie, was fühlt sie, was passiert mit ihrer Seele, wohin geht sie, sie möchte doch nur leben und bringt das Blut jetzt bestimmt ihren Babys ins Nest…

Ok, letzteres war dramatische Übertreibung. Ja, ich weiß schon… kein Nest xD

Ich kann sie nicht erschlagen, auch wenn ich sie hasse hasse hasse, wenn sie die ganze Nacht in meinem Ohr nervt und mir wünschte, sie wäre tot!

Ich habe gerade in der U Bahn einen Mann gesehen der hat einen kleinen Käfer oder eine Ameise auf dem.Sitz erdrückt, bevor er sich hingesetzt hat.

Es geht mir dann Stunden, manchmal tagelang nicht aus dem Kopf, ich sterbe tausend Tode innerlich wenn ich sowas sehe.

Oft schaffe ich noch diese kleinen ungesehenen krabbler vor dem grausamen Mord von Menschenhand/-Fuß zu retten, ich werde angesehen als wäre das „lächerlich“.

Aber ich weiß, wenn ich es nicht tu, vergess ich es dann nie und fühle mich schuldig.

Ich war schon als Kleinkind so, obwohl ich es mir von niemandem in meiner Familie oder Verwandtschaft abgeschaut habe. Die Biene musste sterben nachdem sie mich gestochen hat, ich hab über diesen Schmerz geweint, nicht über den körperlichen des Stichs. Ich hab mich schuldig gefühlt. Mausefallen hab ich zufallen lassen, die Mama durfte keine Spinne mit dem Staubsauger einsaugen. In meinem Kopf der lange qualvolle Weg durch das Rohr mit Hintertausenden Prellungen und Haxen Brüche und Gehirnerschütterung…

Wenn ihr das nicht kennt, woran denkt ihr könnte das liegen? Ist da irgendwas falsch gelaufen, dass ich so dieses Gefühl habe, für die da zu sein, die niemand wirklich sieht, als läge die Verantwortung für alles Leben in meiner Hand?

Oder ist es vielleicht, nur weil ich mich dadurch irgendwie sinnvoll „nützlich“ machen kann, wenn mir alles andere in dieser lauten oberflächlichen Welt oft so sinnlos vorkommt.

Das kann ich wahrscheinlich nicht mehr „lernen“ oder hinbekommen, da nicht jedesmal so sensibel zu reagieren, dass es mich so beschäftigt, und ich die Welt dann wieder nicht verstehe, oder ich mich auf dem falschen Planeten fühle, oder was denkt ihr. Man macht sich doch damit nur noch mehr fertig

1 „Gefällt mir“

Ich habe das auch….

Vorgestern saß wohl ne Spinne in meinem Putzlappen und ich zog sie beim durchwischen durchs Waschbecken .

Dann hing die Arme da fest und ich konnte sie mit dem Insektenschnapper nicht rausholen und ich machte alles noch schlimmer. Irgendwie bekam ich die Spinne auf ein Stück Papier und konnte sie nach draußen bringen. Als ich zurück ins Waschbecken schaute lag da noch ein zuckendes Spinnenbein. Das tat mir soooo leid.

Vor meinem Küchenfenster war ein Ameisennest und ich hatte keine andere Wahl als mit Chemikeule daran zu gehen . :cry::cry::cry:
Es viel mir so schwer die Tierchen einfach mit so einem Spray direkt zu ermorden.
In meinem schlechten Gewissen habe ich Geld an einen Ameisenschutztverein gespendet.

Sollten die Ameisen in nächsten Jahr wieder auftauchen werde ich versuchen diese umzusiedeln, nochmal so eine Mörderei würde meine Seele nicht aushalten. Ich habe immer noch so ein schlechtes Gewissen.

Ich mag keine Spinnen, aber die können doch nichts dafür, dass sie in meiner Wohnung gelandet sind. Die kommen doch nicht extra nur um mich zu ärgern.

Eines meiner besten Weihnachtsgeschenke, die ich je bekam und immer wieder neu kaufen würde.

Was ist der Vorteil von Snapy zu Glas über Insekt, Karte drunter schieben und raus bringen?

Die Entfernung zum Tier (verlängerter Arm) und ich muss keine Angst haben, dass mir dass Papier aus Versehen wegrutscht . :scream:

Oh ja, so ein Ding will ich mir auch schon ewig kaufen. Bringe immer noch alles mit Bechern und Pappe raus. Geht zwar auch alles, aber eh ich da was passendes zusammengesucht habe, sind sie oft schon auf und davon (unters Bett oder so :eyes: und ich hab zwar keine Angst, aber kuscheln möchte ich mit Spinnen und Insekten jetzt auch nicht…):sweat_smile:

Ich kann das auf jeden Fall auch nachvollziehen und denke auch ganz oft darüber nach, wie es den kleinen Tierchen wohl gehen mag und habe übermäßig viel Mitgefühl. Oder vielleicht auch gar nicht übermäßig - wer legt denn fest, was da wirklich normal ist?

2 „Gefällt mir“

Und man kann es mit einer Hand halten und mit der andern Hand Fenster oder Türen öffnen.

Ich halte es ehrlich gesagt für „normaler“ jedem noch so kleinen Lebewesen ein Recht auf Leben zu geben. Es hat genauso seinen Platz auf der Erde bekommen wie ich.

2 „Gefällt mir“

Ich sehe es eigentlich genauso. Zumal bei uns sozialen Lebewesen die Fähigkeit zur Empathie ja einen großen evolutionären Vorteil hatte und viele glaube ich „automatisch“ Mitgefühl haben für Lebewesen, vor allem wenn sie kleiner und schwächer sind.

Es ist aber ja auch extrem unterschiedlich, wie viel oder wenig Empathie verschiedene Menschen überhaupt empfinden, und dann noch mal mehr worauf sich die bezieht… nur der eigene engste Kreis oder alle Menschen oder auch Tiere, und wenn ja, nur dem Menschen ähnliche Tiere oder alle… komplexes Thema halt.

Und vielleicht war auch diese Unterschiedlichkeit ein Vorteil, als noch irgendwer damals jagen gehen musste. Mit nur Leuten wie uns wäre das wohl schwierig geworden :sweat_smile:

Übrigens latschte hier gerade eine riesige Kellerspinne in aller Seelenruhe auf mich zu. Die trag ich dann jetzt mal nach draußen und such ihr ein nettes Plätzchen im Gebüsch :laughing:

PS.: Ich rede sogar mit der und beruhige sie, dass ihr nix passiert und sie keine Sorge haben braucht. Das ist bestimmt nicht normal :rofl:

Was man vielleicht nicht hört ist, wie sie flucht und einen beschimpft.

Stellt euch das mal vor…

Da irrt Irmchen, die buckelige Spinne, tagelang durch die Pampa bis sie endlich ein offenes Fenster findet, wo sie reinkann und chillt gerade in ihrer Spidey-Hängematte…

… uuuuuuuund *ratzepeng, wird die gefühlt kilometerweit entgegen der Reiseroute ausgesetzt und muss den ganzen Weg nochmal latschen :man_shrugging:


Wie in der Geschichte, wo jemand ne Schnecke vom Balkon flickt. Monate später klingelts an der Tür… „Wat sollte die scheiß Aktion vorhin?!“ :snail: :face_with_symbols_on_mouth::eyes:


Oder diese YouTube Videos, wo Menschen Faultiere am Strassenrand hochheben und auf der anderen Strassenseite an einen Baum hängen.

Der Weg über die Straße ist für‘s Faultier wahrscheinlich der absolute Kick. Quasi in Warp-Geschwindigkeit so *huiiiiiiiiiii… bis es vom Trip runterkommt und bemerkt, dass es sich wieder am Anfang der Reise befindet :grimacing:

6 „Gefällt mir“

Ja, geht mir genauso. Mein Vater setzt die Mückenklatsche ein. Das bringe ich nicht über mich. Ich kann aber das ewige Herumsummen nicht ertragen und auch nicht zulassen, dass ich rücksichtslos zusammengestochen werde. Und literweise Blut aus mir herausgesogen wird. Also setze ich seit neuestem Giftgas ein (Insektenspray, biologisch abbaubar). Leider ein Ofenschuss, da es nicht tödlich, sondern nur betäubend wirkt, und dies auch nur im Direktbeschuss und in verhältnismässig hohen Dosen. Erst am Montag ist eine dieser betäubten Wespen von den Toten auferstanden und hat mich zusammengestochen. In die Pulsgegend, linker arm. Zwei Tage lang habe ich gejault. Und die Stichsalbe hat nicht gekühlt und den Schmerz nur verstärkt. Also ja, übertriebene Tierliebe erfordert Leidensbereitschaft. Seit der Depression ist das Mitleiden mit Tieren schlimmer geworden, auch bei Menschen, wenn gleich nicht ganz so krass. Ich kannte mal einen, der lief immer Schlangenlinien im Wald, weil er Angst hatte, auf irgendwelches Getier zu treten. Eine richtige Zwangsstörung. So weit ist es Gott sei Dank noch nicht gekommen.

Das Insektenmittel aus ihr hast du dann bestimmt gratis mit dazu bekommen. :sweat_smile:.

Dann bin ich auch nicht normal :sweat_smile: …. Unser Stimme strahlt Schwingungen aus, vielleicht kommt es ja beruhigend rüber ? Oder im Gegenteil und wir sollten lieber die Klappe halten :speak_no_evil_monkey::sweat_smile:

Wissen wir es wirklich was ein Tier wahrnimmt oder nicht?; nur weil es keine menschlichen Organe hat?

Vielleicht gibt es ja bei den Spinnen auch ADHS ? Da können wir ja nur froh sein keine acht Beine zu haben, falls wir mal,wieder nicht so achtsam sind. :zany_face:
Ne ADHS Spinne kann man bestimmt am chaotischen Spinnennetz erkennen :sweat_smile:

:pleading_face::sneezing_face::heart:

Wenn im Leben alles irgendwie, irgendwann zurück kommt…

1 „Gefällt mir“

Nun, ich lebe vegan.
Das sollte die Frage beantworten :pig: :goat: :duck: :cow_face: :mouse: :cat: :fish:

1 „Gefällt mir“

Oh, schön zu lesen, dass sich auch andere einen Kopf über sowas machen!

Bei Mücken und Motten mache ich persönlich eine Ausnahme, weil deren Daseinsgrundlage zu sehr mit meinem Wohlbefinden kollidiert. Die müssen aber immerhin nicht lange leiden.

Aber zappelnde Mini-Insekten aus Pools oder Seen fischen und Ihnen bei Bedarf gut zuzureden passiert bei mir ganz automatisch. Oder 15 Minuten lang einer Fliege zu helfen, den Weg aus dem Zimmer zu finden.

Habe tatsächlich auch noch keine seltsame Reaktion in meinem Umfeld wahrgenommen… Möglicherweise hab ich die bisher auch einfach nur sehr erfolgreich ignoriert … :thinking: :woman_shrugging:

Mir geht es genau so wie dir! Und ich finde es eine wundervolle Eigenschaft. Da bin ich selbst auch eichtig stolz drauf. Ich finde, dass wir als Menschen keine Sonderrechte auf diesem Planeten haben, nur weil wir Menschen sind. Und ich fühle mich viel mehr im Einklang mit allem, wenn ich auch das kleinste Lebewesen als Leben respektiere. Man ist einfach ein Teil des Ganzen. Und nicht das Ganze selbst. Die Menschen werden so oder so jeden Tag schlimmer und da finde ich es schon sehr wichtig, dass es unter uns auch Menschen mit friedlichen Eigenschaften gibt.

Ich verstehe auch sehr gut, wenn du von deinem schlechten Gewissen erzählst! In dieser Hinsicht sind meine beiden jungen Katzen aktuell mein persönlicher Endgegner. Ich liebe sie so sehr, bereite ihnen ein unglaublich tolles Leben und trotzdem kommen mir Gedanken, in denen in ein schlechtes Gewissen habe, weil ich selbst mehr von dieser Welt erleben kann als die beiden. Es ist schwer zu erklären, aber das schlechte Gewissen ist einfach da. Ich weiß auch, dass es den beiden bei uns zuhause besser geht als an einem anderen Ort. Aber das Gewissen kann ich nicht regulieren :see_no_evil_monkey: deswegen fühle ich total, was du beschrieben hast!

2 „Gefällt mir“

Ich habe endlich eine Lebendfalle für Fruchtfliegen gefunden und konnte heute ganz viele wieder freilassen.
Es hat mich immer geschaudert die ertrunkenen Fruchtfliegen in den Abfluss gießen zu müssen.

2 „Gefällt mir“

Ich denke, man sollte solche Gedanken ausblenden können oder lernen das zu können. Ich habe mir einen großen Garten zugelegt um viel Obst, Gemüse in Bildqualität ernten zu können. Und selbst wenn mann vegan, vegetarisch etc. lebt, muss man schnell lernen haufenweise Tiere zu töten. Ansonsten funktioniert das nicht mit eigenen Lebensmitteln. Ich war Mal auf einer Bildungsreise in Thailand. Die Bauern sind Buddhisten, dürfen keine Tiere töten, aber müssen natürlich verhindern das ihr Reis von Vögeln gefressen wird. Also werfen sie Netze über die Vögel, damit tötet die Sonne die Vögel und nicht die Bauern. Dieser langsame Tod ist natürlich viel qualvoller als ein direktes töten, aber religiös haben die Bauern die Vögel nicht umgebracht. Ähnlich wenn in Deutschland jemand Mäuse fängt und sie irgendwo anders aussetzt, was für die Mäuse ein qualvoller Tod bedeutet, häufig als panisch er Herzinfarkt. Wenn man solche Gedanken nicht ausblendet, muss selbst ein Veganer bei jedem Sack Reis gequält daran denken, wieviel Vögel und andere Tiere für seinen Veganismus qualvoll sterben mussten.

Ja, du hast da auch vollkommen Recht mit deiner Ansichtsweise… Denn wie viele Insekten schon sterben, wenn das Korn geerntet wird… Oder der Rasen gemäht… Oder auf was man alles tritt, wenn man durch eine Wiese geht… Und und und… :persevering_face: