Hallo uzlopak,
ich finde es wichtig auf frühe Anzeichen einer ADHS zu achten, zumal sie in der späteren Diagnostik von Relevanz sein werden. Meiner Beobachtung nach, zeigen ca. 1/3 der Kinder mit ADHS auch schon im Kleinkindesalter ungewöhnliche Verhaltensweisen, wobei diese sich bei vorhandener Hyperaktivität viel deutlicher herauskristallisieren als ohne.
Was mir bisher aufgefallen ist:
-ein geringeres Schlafbedürfnis, Einschlaf- und Durchschlafprobleme schon als Babys
-während des Fütterns immer wieder daran erinnert werden müssen, weiter zu essen, weil das Kind abgelenkt ist z.B. durch einen Gegenstand, den es mit den Augen fixiert oder durch ein Geräusch usw., öfteres verlangen nach Zwischenmahlzeiten
-Zappeligkeit, ungewöhnlich unruhiges Strampeln, Händewedeln, Beine kreisen lassen (ausgiebiger als andere Kinder) usw.
-Körperliche Anspannung: Muskelsteifheit, häufiges Fäusteballen bis hin zum Moro-Reflex-ähnlichen Zuckungen, Zehengang und ab ca. drei Jahren bewusstes überdehnen der Hände und anderer Körpergelenke (marfanoid)
-nicht selten, ungewöhnlich frühes Sprechen und oft schon in kurzen Sätzen
Die Aufmerksamkeitssteuerung ist mit zwei noch nicht wirklich ausgereift. Das dauert noch sehr lange. Irgendwo habe ich gelesen, dass das bei Männern bis Mitte zwanzig dauern kann. Ich würde mich den Empfehlungen der anderen hier anschließen, keine Bildschirme, viel herausgehen, das Kind bei der sensorischen Suche unterstützen z.B. im Sand spielen lassen. Reize, wie Lärm, die Stress und Reizüberflutung verursachen könnten vermeiden und lieber etwas weniger Spielzeug zur Verfügung stellen.