Hi,
meiner Erfahrung nach werden wieso/weshalb/warum Fragen fast immer konfrontativ empfunden. Das Mitgesagte ist hier nämlich: das würde ich (und jeder) anders machen.
Was ja gar nicht unbedingt der Fall sein muss, oft kommunizieren auch ADHSler (nicht nur die ohne ASS) sehr literal, also überwiegend wortbedeutungsorientiert. Sie meknen das nicht unbedingt konfrontativ. Neurotypische in der Regel schon und deshalb kommt es auch so an.
Besser wäre hier also z.B.: ‘habt ihr gute Erfahrungen mit dem Vorgehen… oder: auf welchen Grundlagen wurde dieses Vorgehen so festgelegt?
In der anderen Situation sind die beiden Knackpunkte 1. die Impulsivität: schnelle, einfache, da für dich offensichtliche Lösung, mitkommuniniziert hier u.a.: warum seid ihr da nicht selbst drauf gekommen? (Ihr Idioten)? Probleme wie diese löse ich in fünf Sekunden!…
und 2. das helfen wollen. Das ist zwar nett von dir, aber die Leute dort haben in der Regel Erfahrung mit dem, was sie machen. Warum solltest du als Newby da die besseren Ideen haben? Eventuell sind die da auch schon selbst drauf gekommen und mussten die Idee wieder verwerfen, weil sie sich nicht umsetzen ließ, aus Gründen, die in der Struktur des Unternehmens o.ä. begründet sind…
Es ist nämlich häufig keine besondere Stärke von ADHSlern, die vielen kreativen spontanen Ideen dann auch praxistauglich umzusetzen (ich nehme mich da nicht aus).
Besser wäre vielleicht in so einem Fall ein Weichmacher wie z.B.:
Spontan fällt mir dazu ein…. aber sicher habt ihr das bereits schon durchgespielt….
Oder: möchtest du meine spontane Idee dazu hören? … und dann wirklich die Klappe halten, wenn die andere Person das lieber nicht möchte und das dann keinesfalls kommentieren.
Ich weiß, leichter gesagt als getan.
Gutes Gelingen wünsche ich Dir. Der Chef scheint ja schonmal super zu sein!