Komme mit einem Kollegen absolut nicht aus

Seit ich meine neue Arbeit habe, muss ich mit einem Kollegen zusammen zu Arbeitseinsätzen fahren und ich hege inzwischen richtiggehend Hass gegen den.

Anfangs mussten wir zusammen los weil er seinen Führerschein gerade am machen war, also konnten wir nicht mal getrennt werden.

Ihm fliegt irgendwie vieles handwerkliche zu, ist körperlich viel ausdauernder, kann generell mehr heben usw und ich bin ihm immer zu langsam, habe angeblich zu wenig Kraft, bin immer zu schnell am Ende.

Was ich mittlerweile noch schlimmer finde, ist, wenn wir was zusammen machen, dann fängt er immer an, mir alle Arbeit aufzuhalsen und selber die ganze Zeit am Handy zu spielen.

Obwohl er erst ein halbes Jahr länger im Betrieb ist, ist er irgendwie gefühlt der Liebling vom Chef und da ist es irgendwie unmöglich, zwischen zu kommen.

Auch generell hat er kein Verständnis dafür, dass ich zB. weniger mit Hitze zurecht komme. Der Hammer war eine Aussage gestern nach dem Motto „Ja, mir ist auch warm, wenn der Job nichts für dich ist, dann such dir was anderes!“

ALTER!

Wenn so ne Aussagen kommen, dann fällt mir dazu erst mal nichts ein und ich gehe dann aus Protest extra lange mal aufs Klo. Im Vorliegenden Fall war ich dann mal 40 Minuten weg. Er ist aber so ein soziales Hohlbrot, er erkennt diese versteckten Hinweise wie mal lange weg sein, den Rest des Tages nicht mehr mit ihm reden oder generell angepisste Laune nicht.

Die Arbeit an sich mache ich ja gerne, aber ich hab echt keinen Nerv dafür, ständig wie ein Auszubildender behandelt zu werden, ständig an allem rum gemeckert zu werden und sich selber beim Chef als „Hach bin ich geil!“ hinzustellen.

Der Chef selber hat dagegen sehr wohl Verständnis, wenn man länger braucht, nicht so viel kann wie der andere oder eben bei Hitze mehr Pausen braucht bzw. wenn es zu doll wird, eben für den Tag da abbricht.

Seit der Kollege nun selber fahren kann, wird es schon deutlich besser, weil ich jetzt eben fast ausschließlich alleine meine Einsätze hab und „Oh Wunder“ es dauert nur unwesentlich länger als zu zweit.

Aber wenn wir so wie gestern dann wieder zu zweit wo hin sollen, dann hab ich schon morgens echt Bauchweh wie der Tag wird und würde am liebsten wieder gehen.

Wie bekomme ich es denn hin, da einfach mal mein Ding machen zu können?

Oder einfach wirklich alleine bzw. eben mit wem anders notfalls los zu können?

Wir sind halt leider momentan nur 3 Mitarbeiter, das macht die Auswahl nicht wirklich groß.

Hey du,

ich war bei den besagten Situationen natürlich nicht dabei und weiß nicht, in welchem Bereich du arbeitest, aber es wirkt für mich so als würde er mit dir/anderen so „umspringen“ wie es ihm gerade passt (A…). Das würde ich mir nicht gefallen lassen und verbale Grenzen setzen.

Sprich: Wenn er dich anblafft wegen der Hitze und Jobtauglichkeit, könntest du z.B. mit „Ach was“ reagieren, um ihn den Wind aus den Segeln zu nehmen oder auch „Was du nicht sagst“ sagen und dann einfach weiter arbeiten.
Finde es echt super schade und auch total nervig, sich gegen solche Personen wehren zu müssen.

Ich hoffe, du kannst dich ihm gegenüber irgendwie behaupten. Ruhe oder Gleichgültigkeit ausstrahlen und ihn weniger ernst nehmen, könnte auch helfen. Du hast dasselbe Recht dort zu arbeiten wie er.

Viel Erfolg! :slight_smile:

Das ist ja das.

Weil nicht er hat mich eingestellt sondern der eins weiter oben.

Wir sind halt in erster Linie so ein Zwischending aus Handwerk und Dienstleistung.

Ist etwas durch die Art der Arbeit begründet, daher passt es nicht so ganz zu dem einen oder anderen.

Es nervt halt auch dieses mit zweierlei Maß messen.

Man selber soll quasi so mithalten wie er, aber er selber ist um das mal so klar auszudrücken zu dick um in so Arbeitsbühnen zu passen bzw. dann noch Material mitnehmen zu können.

Vor allem wenn mal größere Leitungen zu verlegen sind, ist das Problem, er hat zwar die Kraft dafür, kann es aber eben aus Gründen nicht umsetzen und wenn ich das machen soll, dann komme ich nicht sonderlich weit oder wie in letzten Fall fällt das dann aus der Halterung wieder raus, auf mich drauf und bin dann mal 2 Wochen nicht in der Lage überhaupt was zu arbeiten. Und der Fall wäre vermeidbar gewesen wenn der andere mich nicht so getrieben hätte von „Ist egal, das muss heute fertig werden“ als ich schon gesagt hatte, ich hab irgendwie Schwindel und ist nicht so sicher.

Also ich lüge nicht, wenn ich morgens schon sein schweres Atmen höre, dann ist der Puls gleich 10 Schläge höher und ich hab so im Kopf die Abneigung aufsteigen.

Er ist ja nicht dein Vorgesetzter oder?

Wenn nicht wäre es wahrscheinlich am sinnvollsten den Chef um ein vertrauliches Gespräch zu führen und dann würde ich das ansprechen das das Feingefühl vom Kollegen nicht so gegeben ist und er dir „wahrscheinlich unbewußt“ auf die Füße mit seiner Art und das er meint zu allem was du sagst oder tust seine Meinung laut raushauen zu müssen und du damit nicht gut zurecht kommst sondern es dich deutlich anfaßz und da du weder Stress noch Ärger möchtest fändest du es super wenn Arbeitsaufträge die zu zweit erledigt werden müssen du sehr gerne mit dem anderen Kollegen in Zusammenarbeit abarbeiten würdest, o
Chef würden sie mir dazu die Möglichkeit geben mit „Walter statt Peter“ die Aufträge abzuarbeiten?

Wahrscheinlich wird sich das dann sogar einrichten lassen

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Ja, mal schauen, wie sich das am besten anbringen lässt.

Immerhin hat er (Chef) ja selber schon gesagt, dass wir so grundsätzlich nicht wirklich gut zusammen passen weil ich eben ruhiger und langsamer bzw. sagte er „gründlicher“ bin.

Der Kollege sei halt zu hibbelig und ungeduldig.

Ich hoffe einfach, wenn unser Kollege Nr. 4 bald wieder da ist, dass es sich dann auch nochmal etwas entspannt.

Weil wir hatten schon eine ausgedehnte Diskussion wegen eines recht folgenreichen Fehlers meinerseits, wo wir zu zweit waren und weswegen ein Kunde von uns nichts mehr wissen will.

Ok, das grenzt schon an Mobbing und ist für dich keine gute Situation. Aber zu meinen, dein Kollege müsse deine subtilen Signale verstehen und entsprechend reagieren, ist sehr schlechter und ineffektiver Kommunikationsstil.

Ich würde an deiner Stelle mal das direkte Gespräch mit deinem Kollegen suchen und ihm erklären, was seine abwertenden Bemerkungen bei dir bewirken. 40 Minuten für einen Toilettengang verschlechtern deine Situation auf jeden Fall noch mehr.

In solch einer kleinen Firma hat der stärkere und bessere Mitarbeitende immer die besseren Karten. Das ist leider so, denn es sind nicht genug Mitarbeitende da, welche die Defizite anderer auffangen könnten.

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Hau dem halt mal eine…

oder du sagst ihm mit gewaltfreier Kommunikation, wie schlecht es dir geht und wie sehr dich das belastet, dass er sich so dir gegenüber verhält. Ob das funktioniert bei so einem, glaube ich nicht.

Edit: nennt sich dann GvK.

Hauen ist da sicher keine adäquate Lösung, zumal er sich damit ja selbst schadet. Ich unterstelle jetzt aber mal, dass du es nicht ernst gemeint hast. :wink:

Ich würde auch von „passiv-aggressiver“ Reaktion abraten (40 Minuten auf der Toilette „schmollen“). Ich kann dir nur nahelegen so selbstbewusst und gelassen wie möglich auf deinen Kollegen zu reagieren. Sachlich, direkt und eindeutig kommunizieren, nicht mit ihm diskutieren oder verhandeln. Oder auch deutlich zu kommunizieren, wenn du das jetzt nicht so machst (wie er vorschlägt) und dann soll er mal schauen, ob/wie er das alleine hinbekommt. Gerade wenn was kaputt zu gehen droht, ihm einfach mitteilen, dass du dann raus bist und er zusehen kann.

Aus meiner Erfahrung mit vielen männlichen Freunden kann ich dir nur raten, zu kontern und dich verbal schlagfertig zu geben. :wink: Leider wird man oftmals (und gerade als Mann in diesen handwerklichen Berufen) erst dann für voll genommen (möchte keine Klischees wiedergeben, ist nur beobachtete Erfahrung), wenn man sich behauptet. Selbstbewusste Kommunikation ist Trumpf. :wink:

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Du könntest auch mal gegensätzliches ausprobieren und schauen was passiert ???

„Interesse“ zeigen und nachfragen ob er immer schon so eine Konstitution hatte oder ob er extra was dafür tut.

Woher sein handwerkliches Geschick kommt, ob er es von Anfang an schon in die Wiege gelegt bekommen hat, oder Vorbilder in der Familie .

Fragen was er so handwerklich alles kann?

Was er so macht um die Hitze besser auszuhalten?

Ob er zu Hause auch viel macht , welches Werkzeug er hat.

Welche Marken er bevorzugt.

Ob er noch weitere Führerscheine anstrebt?

Ich meine diesen Vorschlag wirklich als „Experiment“ von dem du uns dann berichten kannst​:wink: und auch um mit einem anderen Gefühl oder einer Idee in den Arbeitstag mit ihm zu gehen .

Vielleicht hat er ja auch ADHS ? Bei Kollegen mit ADHS je nach Ausprägung muss ich manchmal auch mehr dafür tun um damit klarzukommen. Das liegt dann daran , weil es mein ADHS mit anfeuert oder ich Anteile darin sehe , an denen ich auch kämpfe.

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Das ist natürlich auch ein möglicher Weg! :slight_smile:

Ein bisschen schon, halb ernst. Ich ärger mich nämlich manchmal in mir über mich selber und da ist das irgendwie ähnlich von der Arbeitsaufteilung, und ich finde ich Ich hätte schon mal eins auf die Nuss verdient, vielleicht auf die Imaginäre Nuß, so ein bisschen zumindest. Ist kompliziert.

Na das kommt mir doch mal bekannt vor. Wir sind insgesamt auch nur Drei. Und meine Kollegin (die genauso zu abwertenden oder Sprüchen oder generalisierenden Vorwürfen neigt z.B. „Kannst Du NICHT EINMAL zuhören was ich Dir sage“ etc.) ist dummerweise auch noch meine Chefin.

Da hilft nur per Handy ihre Anweisungen mitschneiden und wenn’s dann doch mal zuviel wird, auch mal zurückkeifen. Weil die Beiden nämlich ohne mich dann doch ganz schön ins rudern kommen würden.

Vor Kurzem der Hinweis daß ich nach wie vor die Stellenvorschläge des Arbeitsamtes abonniert habe, war auch hilfreich…

Hey ADHS-Chaot wer von euch beiden ist denn schon länger im Betrieb?, der Möchtegern Mr. Cool, oder Du?.

Und falls Du z.B. schon länger im Betrieb arbeitest, dann möchte sich der andere vielleicht nur unbedingt beim Chef ein bisschen einschleimen?, während Du Dich bereits bei Deinem Chef als zuverlässige Arbeitskraft bewähren konntest?.

Jedenfalls, und wie auch immer, ich verstehe Dein derzeitiges Unbehagen durchaus.

Anderseits bringt es Dir nichts wenn Du Dein Unbehagen einfach runter schluckst.

Und deshalb führt in solchen Fällen normalerweise nichts daran vorbei das Du am besten mal einen Versuch starten solltest, um ein freundliches, aber dennoch auch möglichst sehr offenes Gespräch mit Deinem derzeitigen Arbeitskollegen zu suchen.

Denn wenn man Frust einfach nur in sich hinein frisst, dann tut einem einerseits das selbst nicht gut, und anderseits aber auch dem Arbeitskollegen nicht, weil er ja dann nicht weiss was bei Dir innerlich am gären ist, sondern vielleicht nur spürt dass irgendwas zwischen euch nicht stimmt.

Doch sollte ein Gespräch zwischen Dir und Deinem Arbeitskollegen irgendwie nichts bringen, heisst das dass Problem zwischen euch bestehen bleibt, dann würde ich persönlich ein Gespräch zwischen Dir, Deinem Arbeitskollegen und Deinem Chef anstreben, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Das würde ich sein lassen. Oder würdest du wollen, dass du von anderen heimlich mitgeschnitten wirst?
Finde ich echt nicht ok.
Lieber ansprechen, was das Problem ist und teilweise eben versuchen die Dinge mehr abprallen zu lassen - das ist sehr schwer, aber ich denke, anders geht es bei ADHS nicht… Ich merke es bei meinem Sohn - er reagiert auch sehr empfindlich und das ist ehrlich gesagt für das Miteinander oft nicht fördernlich.

Ich kann nur als neuronormaler Mensch sagen, wie es sich für mich anfühlt:
Erst wird überall hingeschaut und -gehört nur nicht dahin, wo man gerade versucht etwas zu erklären. Man bekommt wirklich kaum den Focus, auf das, was gerade wichtig ist - Frust stellt sich ein
Man versucht den Focus irgendwie zu holen - erster Grant stellt sich beim Gegenüber ein - man wird ungeduldig und der Frust steigt
Man versucht die Sache zu deeskalieren, aber das Gegenüber mag gefühlt sowieso gerade nicht und fängt an zu schmollen - Frust wird zu Grant
Es rutscht einem nun ein entsprechender Kommentar raus, weil man total genervt ist - das Gegenüber geht in den Modus Trotz und Grant und ist jetzt absolut gar nicht mehr dazu zu bewegen sich dem eigentlichen Thema zu widmen.

Dazu meine Gefühle:
Wenn ich etwas erkläre, versuche ich auf das Gegenüber einzugehen - aber egal, wie ich es versuche, es geht nicht.
Meine Zeit erachte ich als wertvoll, wie vermutlich alle Menschen. Daher hätte ich gerne Gehör und Aufmerksamkeit, wenn ich etwas wichtiges mitzuteilen habe.
→ Ehrlich es ist verdammt schwer.

Von erwachsenen ADHS-lern im beruflichen Kontext würde ich mir ganz ehrlich erwarten, dass sie lernen, diese Situationen entsprechend zu handeln. Denn auch NN sind nur Menschen und keine Übermenschen.

Bitte nicht als Angriff jetzt verstehen. Aber es geht um ein Miteinander und das kann nur entstehen, wenn BEIDE Seiten ihr bestes geben.
Ich weiß echt bis jetzt nicht, wie ich einen ADHS Focus „einfangen“ kann ohne Drama…

NN sagt man bei Unaufmerksamkeit: Bitte, schau mal her, das ist echt wichtig - dann hat man denjenigen wieder auf das Thema gebracht.

Ich sehe hier wirklich Potential für Probleme…

@40min auf Toilette verschwinden
Sorry, das finde ich ehrlich gesagt kindisch und damit tut man sich selber nichts gutes, weil es nicht gerade die Arbeitshaltung ist, die Chefs wohl erwarten.
Abgesehen davon, ich kann auch nicht Gedankenlesen und daraus folgern, dass ich jetzt wohl was falsch gemacht habe.

Ich bin auch oft angebissen in der Arbeit, aber dann muss ich das reflektieren und versuchen damit umzugehen. Das geht mal besser und mal schlechter. Außerdem kann es sein, dass man mit jemanden nicht gut kann. Aber dann muss man versuchen es professionell zu handeln - solange es halt noch im Rahmen ist.
Blöde Kommentare nerven natürlich und da muss man das Gespür haben, was zu viel ist… da können natürlich Gespräche mit anderen helfen, wie man das einordnen soll.
In einer kleinen Firma hat man da aber bei Mobbing wohl ohnehin ein Problem, es sei denn das ChefIn ist sehr gut und kann das handeln…

Achso, diese Dynamik kenne ich auch von einer erwachsenen ADHS-Person in einer Hobbygruppe.
Leider konnte vor allem eine Person damit gar nicht und es entstand eine total ungute Dynamik…

Ich fand es echt schade, die ADHS betroffene Person ist dann bald wieder aus der Gruppe raus.
Und ja, ehrlich gesagt war es für alle anstrengend. Nur ich denke noch immer, mit bisschen bemühen und eingehen, wäre es gegangen.
Nur es gibt genug Leute, die können damit echt gar nicht und für mich war es ein Lehrstück, wie stark ADHS-ler anecken können…
Für mich fühlte es sich sehr unangenehm an, wie die eine Person agierte, aber ich weiß bis jetzt nicht, wie man das hätte entschärfen können. Manchmal passt’s wohl auch einfach nicht… im beruflichen Kontext stelle ich mir das weit schwerer vor. Da die ADHs-ler, die ich beruflich kenne, sehr „angepasst“ sind, kann ich da nichts weiter sagen…

Wer sagt denn, daß ich das heimlich tue?

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NAch dem Schreiben dachte ich mir auch, vielleicht nimmst du nur die Anweisungen auf.

Sorry, ich habe da wohl falsch reininterpretiert. :blush:

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