Ich bin neu in diesem Forum, dies ist mein erster Beitrag. Ich bin m 30. Ich halte mich bewusst kurz. Sonst würde dieser Beitrag wohl ziemlich lang werden. Es soll nicht um spezielle Problematiken/Merkmale gehen, sondern eher ums Ganze.
Ich vermute - eigentlich weiß ich es, dass ich an ADHS leide. Ich bin wegen privater, beruflicher und auch gesetzlicher Probleme den Schritt gegangen, mich endlich diagnostizieren zu lassen. Zumindest versuche ich es momentan, denn…
Statt eine ADHS Diagnose zu bekommen, bekam ich nach einer! Therapiestunde die Diagnose F61, Borderline mit der Empfehlung einer stationären Therapie. Man könne mir „vor Ort nicht helfen“. Ich würde dieser Diagnose zu 60% zustimmen und lasse es auch abklären aber der Fokus liegt weiterhin auf ADHS. Nun habe ich hier die diversen Tests gemacht und auch bei ASS einen überdurchschnittlichen Wert erhalten. Das war mir vorher nicht wirklich bewusst und ich habe es auch nicht als wirkliches Problem gesehen. „Ich bin halt so“ dachte ich.
Beim ADHS Selbsttest hier habe ich 83% bekommen, beim ASS Test - ich müsste lügen, 75%±
Frage dazu: Dass ASS eine bekannte Komorbität zu ADHS ist, ist mir bekannt. Ebenso wie Borderline. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ich neben ADHS (Wo ich mir zu 10000% sicher bin) und Borderline, auch ASS habe? Wenn ich mir das so überlege, bin ich ja gar nicht mehr lebensfähig… (true words)
Hi
Deinen ersten Abschnitt verstehe ich nicht. Bzw die intention dahinter. Ich denke du wolltest ausdrücken, dass es per Ferndiagnose schwer für Außenstehende ist?
Zum Thema lebensfähig: hier definiert als allg. Fähigkeit zur Teilnahme am gesellschaftlichem leben.
Vorab, mir sind diese fließenden Grenzen zwischen den Störungsbildern auch nicht ganz klar.
Es gibt viele Überschneidungen und doch auch wieder Unterschiede.
Und dann gibts bei ADHS auch wieder diese Subtypen mit unterschiedlichen Ausprägungen in der Symptomatik.
Dann gibts eine Menge Kompensationsstrategien, wodurch man die ein oder anderen Symptome dann auch wieder mehr oder weniger verstecken könnte. Das sogar oft unbewusst und dazu kommt dann eventuell auch noch eine schlechte Selbstwahrnehmung.
Da gibts so viele Optionen und mein Kopf bekommt dann manchmal einen Knoten im Hirn.
Aber es gibt immerhin z.B. die neuen ICD11 Diagnosekriterien. Und dazu gibts zumindest schon mal Videos und Vorträge, z.B. auf Youtube.
Ich kenne den Youtuber nicht, aber er scheint auf dem Gebiet bekannt zu sein, ist selber Autist und scheint da auch aktiv mitzuwirken in der Forschung.
Beim durchstöbern der Videos habe ich auch einiges zu ADHS und auch Borderline gefunden.
Vielleicht ist das ein guter Einstieg, um etwas mehr über alle 3 Diagnosen zu erfahren und eventuelle Unterschiede besser verstehen zu können.
Bin selber noch dran und schaue noch ein bisschen weiter (morgen aber)
kann gut sein, dass du alles drei hast.
Könnte auch sogar sein, das Borderline eine „Verlegenheitsdiagnose“ ist, dass muss halt von Spezialisten abgeklärt werden.
Wichtig wäre auf jeden Fall erstmal das ADHS abzuklären und zu behandeln, damit ein wenig Licht in das Chaos für die Behandelnden kommt, sollte alles drei vorliegen.
Anbieten würden sich dazu am Besten Spezialisten, ADHS Ambulanz oder niedergelassene Ärzte mit ADHS Erfahrung.
Hallo @Seelenlos erstmal herzlich willkommen hier im Forum
Ich glaub Du hast es bestimmt oft gar nicht leicht im Leben gehabt.
Ablehnung, Zurechtweisung, es selber versuchen und doch nicht hinkriegen.
Von sich selber genervt sein und dann von anderen genervt werden - wer explodiert denn dann nicht schon mal… und dann Psychologen die sich ja immer nur aus dem, was unsereins gerade mal als erstes sagen, weil es aus dem Wattekopf rauskommt, rauspicken und darauf herumreiten… hrr…
Andere Menschen können ja in unseren Kopf nicht rein schauen…
Bei Elemenenten von ASS und ADHS ist es ja erst recht für einen selber mühsam - die eine Hälfte des Hirns sucht Inspiration, Reize und die andere Hälfte ist genervt und will ihre Ruhe haben… wieder - wer explodiert denn nicht dann ab und zu mal…!
Also insofern… nach dem, was ich so mitbekommen habe, gibt es das öfters mal, dass das fälschlicherweise für Borderline gehalten wird.
Ich kann nur raten, sich bei den Tests hier jeweils für jede Frage zu notieren, was bei einem selber das individuelle Problem ist.
Und vielleicht notierst du auf einem extra großen Blatt in einer Art Tabelle mit drei spalten, welche Frage oder Symptom in welchen Bereichen der drei Diagnosen gleichzeitig eine Rolle spielen, also überlappen.
Mach Dich vielleicht mal im Bereich der Exekutivfunktionen schlau - gib in adxs.org den Begriff in die Suchfunktion ein und schau da mal weiter…
Ist bei mir passiert, inklusive falscher Behandlung ABER ich bin nicht die Regel, hoffe ich zumindest. Kann auch sein, dass es eine „Verlegenheitsdiagnose“ bei manchen ist, um schnelleren Zugang ins Behandlungssystem zu bekommen, soll wohl auch vorkommen. Sollte eine BPD tatsächlich vorliegen, sollte man diese natürlich ernst nehmen, was wir jetzt in diesem falle mal nicht hoffen.
„Diagnosen verändern sich“ ein Grund mehr, genau nachschauen zu lassen und vor allem sich selbst informieren um evtl. Fehler aufzeigen zu können, zur not mit einer Stichpunktliste die man in den Terminen parat hat, damit folgendes
nicht passiert. Will aber noch hinzufügen, dass nicht alle Psychologen/ Therapeuten so sind.
Man muss diese auch nicht immer verstehen, reicht wenn die einen verstehen, dazu muss man ihnen aber auch dabei helfen, denn die können nun mal nicht „in den Kopf schauen“. Ist wichtig zu verstehen, dass das keine Telepathen sind.