Feinmotorik kann ich fast gar nicht. Ich bin seit einigen Jahren im Musikverein und schaffe es immer noch nicht, die Saiten korrekt zu treffen. Koordination linke und rechte Hand, dazu singen und Gott bewahre, evtl. noch verschiedene Strummings oder Fingerpicking zwischendurch, geht nicht. Ohne Gurt brauch ich gar nicht anfangen zu spielen, selbst im Sitzen schaffe ich es das Instrument vom Schoß rutschen zu lassen.
Die deutsche ‚Unart‘ auf 1 und 3 zu klatschen kann ich nur ablegen, wenn jemand auf 2 und 4 klatscht. Und auch dafür benötige ich einige Versuche bis das sitzt. Für dieses Lied. Genau in dem Moment. Einen Tag später ist dieses ‚Wissen‘ nicht mehr vorhanden.
Im Chor mehrstimmig singen dauert bei mir mindestens doppelt so lang. Selbst bei einfachen Melodien. Aber es wird besser.
Beim Nordic Walking lasse ich die ersten paar 100 Meter die Stöcke einfach mitschleifen. Dann kann das Hirn den ungewohnten Störfaktor einfach als Verlängerung der Arme abspeichern.
Mehr als 2 Sachen gleichzeitig ist eigentlich nicht zu schaffen. Wenn die richtig richtig fest im Hirn sitzen, kann ich eine weitere dazu nehmen. Also z.B. Ukulele spielen und dazu singen ging frühestens nach 6 Monaten. Und das auch nur bei einigen Liedern. Davor war ich mit der Koordination der Hände vollauf beschäftigt.
Herrje, an den meisten Tagen plapper ich mir quasi Knoten in die Zunge, weil das Hirn in Lichtgeschwindigkeit durch die bevorstehende Unterhaltung jagt und die Zunge nicht mitkommt. Gerade erst gestern beim Versuch die Frage des Chefs zu beantworten … Kommt sehr kompetent rüber 
Mails schreiben und gleichzeitig eine Unterhaltung führen ist auch eine schlechte Idee. Ich kann zwar blind tippen, schreib dann aber irgendwann die Unterhaltung mit. Gott sei Dank hab ich vor dem versenden noch mal durchgelesen.
Tanzen versuche ich erst gar nicht. Bis ich mir überlegt habe was ich machen will ist das halbe Lied rum. Und entweder steh ich bis dahin bewegungslos im Weg rum oder zappel Schlaganfallartig rum. Der Wiener Walzer damals in der Tanzstunde hat mich im 3. Takt völlig aus der Kurve gehauen. Zu schnelle Drehungen gehen gar nicht. Und in so einem Anfängerkurs muss Frau ja nicht nur selber lernen, sondern auch noch führen, weil man sonst wie die Ölgötzen rumsteht. Und dann beschweren sich die Herren aus dem Fortgeschrittenen Kurs, dass die Damen sich nicht führen lassen.
Als ich klein war hatte mein Opa einen Schrebergarten. Da sind wir Kinder immer auf den stillgelegten Bahngleisen balanciert und haben auf den Eiswagen gewartet. Da war ich eigentlich recht gut. Ich habe das Gefühl, je älter ich werde desto unkoordinierter werde ich. Gestern bin ich beim aussteigen aus dem Auto fast rausgefallen, weil ich den Fuß nicht hoch genug gehoben hab. 2 Meter weiter bin ich mir selbst auf den Fuß gestiegen und später im Büro wollte ich was aufheben und bin fast ins Hängeregister gefallen, weil ich etwas zu schwungvoll unterwegs war. Von der Unterscheidung links/rechts fangen wir lieber gar nicht an.
Ich male mir gerade aus, was passieren könnte, wenn ich mir beim Alkoholtest nicht auf die Nase tippe, sondern ins Auge pieke …