Lässt sich das alles mit ADHS erklären?

Hallo!

Ich versuch mich kurz zu halten nachdem ich vorher bereits einen Wall of Text geschrieben habe, den ich kurz vor Abschluss wieder gelöscht habe…

Bin männlich und 32 Jahre alt und wurde in der Kindheit von Lehrern und Eltern als hyperaktiv bezeichnet. Die Noten waren immer sehr gut und die Unterstufe hab ich mit Leichtigkeit geschafft.

In der Oberstufe ist meine Leistung, dann deutlich abgefallen. Hatte erstmals Schwierigkeiten mich zu motivieren und zu konzentrieren. Hab nur mehr minimalen Aufwand betrieben und bin gerade so durchgekommen.

Sowohl in der Oberstufe, als auch in der Unterstufe gab es aufgrund meines Verhaltens einige Probleme mit Lehrern und Mitschülern.

Mit ca. 19 hat sich mein Verhalten komplett geändert - ich war plötzlich ruhig und schüchtern - außer bei vertrauten und nahestehenden Personen - da bin ich bis heute sehr überdreht und redselig.

Anschließend begann ich als Informatiker zu arbeiten. Es waren zwar immer alle (außer mir) mit meiner Leistung zufrieden, ich war aber seit Anfang an oft von der Schnelllebigkeit und der Komplexität überfordert und überwältigt. Aufgaben zu beginnen/beenden fällt mir seitdem sehr schwer (sowohl beruflich, als auch privat). Ich schaffe zwar komplexe Aufgaben zu lösen, laufe dabei aber innerlich oft auf 180 und hab das Gefühl ich kämpfe dabei gegen mich selbst an.

Mit 21 hatte ich dann erstmals Panikattacken und eine Angststörung. Die Panikattacken bin ich dank Therapie los, die Angst betrifft seitdem abwechselnd, mal mehr mal weniger, verschiedene Lebensbereiche. Ein paar Zwänge kamen aufgrund der Angst auch dazu. Irgendwann wurde auch eine Depression diagnostiziert. Da ich mich aber nie depressiv gefühlt habe, sondern nur überfordert und dadurch ohne Energie, hab ich das nie akzeptiert.

In letzter Zeit merke ich immer mehr wie es in mir wühlt und dass mein Kopf ständig am rattern ist, die Ängste sind aber eher in den Hintergrund getreten. Aufgrund meiner Symptomatik bin ich vor kurzem bei AHDS gelandet und plötzlich habe ich den Eindruck es ergibt alles Sinn:

  • die Verhaltensänderung auf schüchtern (Masking)
  • die Panikattacken und Angststörung (weil durch das Masking mein Ventil weg war, hat sich meine Energie und mein Gehirn auf mich fokusiert)
  • Temperaturempfindlichkeit (einmal zu kalt, einmal zu warm)
  • für Urlaub packe ich den halben Kleiderschrank ein, weil ich mich nicht entscheiden kann was ich mitnehme
  • Probleme beim Wohnung verlassen bei Terminen (bin eine Stunde vorher fertig, schaff es aber trotzdem nicht pünktlich außer Haus)
  • kaufe neue Sachen, welche mich nach am nächsten Tag nicht mehr interessieren
  • immer wechselnde Hobbies
  • Reizdarm (kann scheinbar auch mit ADHS zusammenhängen)
  • ich liebe es mich in neue Themen einzuarbeiten, aber sobald es schwierig wird lass ich es bleiben
  • Anfälligkeit beim Gaming hängen zu bleiben (speziell MMOs)
  • ich hör nicht zu wenn mich Dinge nicht interessieren weil ich mit den Gedanken wo anders bin und unterbreche Leute
  • die Sensibilität bei Sonnenlicht in der Wohnung - vor allem in Kombination mit Tierhaaren (Reizüberflutung)
  • gewisse Sachen check ich x-mal weil ich vergesse ob ich sie schon erledigt habe
  • ich schiebe Aufgaben bis zur letzten Minute auf
  • ich verlege oft Dinge in der Wohnung (vor allem die Wäsche landet nie dort wo sie hin soll)
  • verbringe Stunden auf der Couch und starre ins Handy (Social Media, Doomscrolling,…) anstatt mich mit wichtigen Sachen zu beschäftigen
  • habe das Gefühl ganze Wochenenden zu verschwenden weil ich nur am nachdenken bin
  • bin morgens immer müde und fühle mich meistens erst am Abend gegen 18 Uhr wach
  • ich lese Bücher nicht zu Ende und vergesse was ich gelesen habe (selbiges bei Filmen)
  • ich schreibe Listen und plane private Projekte welche ich nach kürzester Zeit verwerfe
  • ohne Energy Drinks geht nichts bei mir
  • habe seit Jahren Schlafstörungen
  • ….

Der Test hier ergab 32 von 43 Symptomen und auch ChatGPT hat mir mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ADHS diagnostiziert. Bisher hab ich vieles davon als gegeben, unorganisiert, zu wenig Motivation, Faulheit und Folge der Angststörung abgetan. Rede ich mir das gerade alles schön oder habe ich nun nach Jahren endlich die Ursachen meiner Probleme gefunden?

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Hast du denn mal im Forum den Sembsttest und die kostenlosen Selbsttests die es im Internet gibt gemacht?

Adhs ist eine Ausschlußdiagnose und muß in der Kindheit vorliegen. Sie kann Ähnlichkeiten in genug Teilen mit anderen Erkrankungen haben, sie sollte aber auch von Hochbegabung abgegrenzt werden.

Daher können eigentlich nur Selbsttests dir eine Richtung weisen und du solltest dann eine Diagnostik anstreben um für dich Sicherheit zu finden

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Ja diesen Test hier hab ich gemacht Großer ADHS-Symptomtest: Online-Selbsttest zur Einschätzung der Symptome - ADxS.org

Dort war das Ergebnis “starke ADHS Symptomatik” mit Score 10,83.

In der Kindheit wurde mir nie etwas untersucht da das Verständnis in den 90ern dafür noch nicht so vorhanden war. Wenn ich DSM-5 richtig verstanden habe, hatte ich in der Kindheit AHDS-HI.

Diagnostik, hab ich schon geplant, das dauert noch über ein Monat bis zum Termin.

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Dann schau was die Diagnostik ergibt

  • für Urlaub packe ich den halben Kleiderschrank ein, weil ich mich nicht entscheiden kann was ich mitnehme
  • Probleme beim Wohnung verlassen bei Terminen (bin eine Stunde vorher fertig, schaff es aber trotzdem nicht pünktlich außer Haus)
  • kaufe neue Sachen, welche mich nach am nächsten Tag nicht mehr interessieren
  • immer wechselnde Hobbies
  • ich liebe es mich in neue Themen einzuarbeiten, aber sobald es schwierig wird lass ich es bleiben
  • Anfälligkeit beim Gaming hängen zu bleiben (speziell MMOs)
  • ich hör nicht zu wenn mich Dinge nicht interessieren weil ich mit den Gedanken wo anders bin und unterbreche Leute
  • gewisse Sachen check ich x-mal weil ich vergesse ob ich sie schon erledigt habe
  • ich schiebe Aufgaben bis zur letzten Minute auf
  • ich verlege oft Dinge in der Wohnung (vor allem die Wäsche landet nie dort wo sie hin soll)
  • verbringe Stunden auf der Couch und starre ins Handy (Social Media, Doomscrolling,…) anstatt mich mit wichtigen Sachen zu beschäftigen
  • habe das Gefühl ganze Wochenenden zu verschwenden weil ich nur am nachdenken bin
  • ich lese Bücher nicht zu Ende und vergesse was ich gelesen habe (selbiges bei Filmen)
  • ich schreibe Listen und plane private Projekte welche ich nach kürzester Zeit verwerfe

Also für mich hört sich das alles ziemlich dolle nach ADHS an. :wink:

Fast so als hättest du einfach die klassische Symptomliste rausgeschrieben. :sweat_smile:

Jetzt im Ernst: Wenn das wirklich so ist wie oben beschrieben, dann würde ich mich schon sehr wundern, wenn das kein ADHS ist.

In vielen Punkten erkenne ich mich eins zu eins wieder. Bei anderen Punkten muss ich schmunzeln, weil es so prima zu meinem Lieblingspodcast passt und die Betroffenen viele Beispiele bringen, die genau zu deiner Liste passen.

Klar solltest du die offizielle DIagnose abwarten. Nichtsdestotrotz kannst du ja selbst denken und recherchieren und deine eigenen Überlegungen anstellen. Und das machst du ja auch gerade.

Melde dich, wenn du eine offizielle Diagnose hast. Würde mich wundern, wenn nicht.

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Danke für das Feedback! Ja es ist wirklich so, ich könnte die Liste bei noch weiter ausführen, es deutet so extrem viel bei mir darauf hin.

Auch mein aktuelles Verhalten - vor einer Woche hab ich ADHS noch als Kinderkrankheit abgetan. Mittlerweile bin ich durch den tagelangen Hyperfokus darauf “ADHS-Experte”. Gedanken vor dem Einschlafen → ADHS, Gedanken nach dem Aufwachen → ADHS. Ich schlaf teilweise nur 5 Stunden in den letzten Tagen und das Thema ist den ganzen Tag rund um die Uhr in meinem Hinterkopf. Das hatte ich bei so vielen verschiedenen Themen in der Vergangenheit…

Hab mit auch zwei Freunde darauf angesprochen, die mich seit meiner Kindheit kennen. Das Feedback war u.a. “es würde sie absolut nicht wundern” und “dass ich in Gesprächen oft abwesend wirke und plötzlich random ein ganz anderes Thema einwerfe, welches überhaupt nicht dazu passt”.

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