LDX und Atomoxetin Kombinationstherapie

Hi, wie ist es dir ergangen?

Ich nehme seit 15 Tagen Atomoxetin sogar nur 10 mg. Weil ich immer sehr stark auf Medikamente reagiere.

Ich vermute, ich benötige zusätzlich Stimulanzien. Ich hatte mit Elvanse aber immer eine starke Erschöpfungsreaktion und Ichiasschmerzen bekommen. Ich hatte es 8 Monate probiert.

Ich frage mich, ob es mit Atomoxetin zusammen besser wird.

Ich bin vor 10 Tagen auf 40mg ATX hoch, die 50mg LDX habe ich beibehalten. Die Nebenwirkungen der Kombination waren eine Woche echt heftig, insbesondere Übelkeit und vor allem Unterleibsschmerzen. Das war zumindestens an einzelnen Tagen so intensiv, dass ich schon ziemlich immobil war, bis 25mg ATX ging das deutlich besser.

Gegen Ende der ersten Woche, als die 40mg ATX dann auch langsam einen Spiegel aufgebaut hatten, habe ich gemerkt, dass 50mg LDX zu viel sind. Da ist dann mein Blutdruck durch die Decke gegangen. Ich habe deshalb zwei Tage mit LDX pausiert, das war aber nicht so toll, auch wenn der Blutdruck wieder runter ist.
Heute habe ich es mit der Hälfte LDX probiert, auch das kommt mir aber noch immer zu viel vor. Aber jetzt muss ich mich wohl erst wieder dran gewöhnen.

Mein Eindruck ist, dass das bei ATX und LDX zusammen in den Dosierungen bei mir einfach zu viel Noradrenalin ist, entweder muss ich mit der Dosis LDX noch deutlich weiter runter oder wieder zu MPH switchen, weil dass das Noradrenalin nicht so stark boosted.

Gerade um die innere Unruhe managen zu können, bin ich ohnehin am überlegen, ob Stimulanzien bei mir der richtige Weg sind, auch ATX ist möglicherweise der falsche Ansatz. Mit mehr Dopamin und Noradrenalin fahre ich gefühlt nur schneller vor die Wand, selbst wenn ich dann etwas mehr gebacken bekomme.

Tendenz aktuell ist, sofern die volle Wirkung ATX keine entscheidende Verbesserung mehr bringt, es mit Guanfacin zu probieren. Vielleicht passt das mit einer kleinen Dosis Stimulanzien ja besser zusammen, um meine Symptomatik besser in den Griff zu bekommen.
Aripiprazol steht noch im Raum, das funktioniert bei einem meiner Kinder zusammen mit LDX ganz gut.

Hi, danke für deine Antwort.

Ich vermute auch, dass Stimulanzien nicht das richtige für mich sind und zu aktivierend auf mein Nervensystem wirken.

Ich habe hier bei ADXS etwas fachlich passendes gelesen und finde es nicht mehr. Google zeigt mir einen Auszug davon, aber ich kann es trotzdem nicht mehr finden. Aber ich vermute es genau so. Ich bin mit Depression diagnostiziert fühle mich aber eigentlich nur dauerhaft erschöpft. Ich habe gehofft, die Stimulanzien regulieren mich, aber ich spüre dann erst recht die Erschöpfung und es geht mir auf Dauer schlechter.

Ich zitiere mal die Stellen von google:

  • Paradoxe Wirkung: Normalerweise wirken Stimulanzien bei ADHS beruhigend, indem sie die Dopaminverfügbarkeit regulieren. Ist das System jedoch durch chronische Erschöpfung leer, kann die Wirkung ins Gegenteil umschlagen, was zu innerer Unruhe, Nervosität oder „gehetztem“ Gefühl führt.

  • Burnout-Situation: In einem Zustand, in dem das Nervensystem Erholung benötigt, pushen Stimulanzien über die eigenen Grenzen hinweg, was die Erschöpfung langfristig verschlimmern kann.

Ich habe aber auch schon mehre Antidepressiva probiert und hatte bei keinem eine positive Wirkung. Ich habe allerdings bei der kleinsten Menge immer schon Nebenwirkungen.

Ich nehme weiterhin 10 mg Atomoxetin und merke zumindest, dass es mir beim geradlinigerem Denken hilft. Ich kann auch besser Sätze bilden und bei einem Thema bleiben. Durch das geringere Gedankenchaos schaffe ich es Anrufe zu tätigen. Was mir sonst schwer fällt, geht jetzt einfacher. Das ist interessant.

Aber ich schlafe schlechter. Ich schlafe nicht so tief und habe morgens Nackenschmerzen. Dadurch fühle ich mich morgens nie ausgeschlafen. Ich werde wohl bei 10 mg bleiben. Da mit einer Erhöhung sicher schlechterer Schlaf kommt.

Ich denke ab und zu über Elvanse 20 mg nach. Da mir etwas Antrieb fehlt. Ich mache normalerweise gerne Sport und momentan bin ich so unmotiviert.

2 „Gefällt mir“

10mg ATX alleine sind allerdings deutlich subklinisch (das dosiert man in Bezug auf das Körpergewicht), es kann natürlich trotzdem wirksam sein. Ich würde aber vermuten, dass es mehr braucht. 40mg sind ja üblicherweise der Einstieg.

20mg LDX dürften dagegen ein ziemlicher Turbo sein imho. Im Vergleich, hoch ist diese Dosis ja auch nicht. LDX ist positiv für die Stimmung, könnte passen.

Wenn Autismus und Spiel kommt, dürfte es oft komplizierter werden. Weil auch das Reizmangement und autonome Nervensystem ins Spiel kommen. Da passt Guanfacin theoretisch besser, um Hyperintrozeption und daraus folgend -arousel einzugrenzen. Ich nehme körperliche Zustände und Veränderungen stark wahr und das koppelt auf mein Befinden zurück. Das führt dann durch zu hohe Dosen LDX zu einem Alarnzustand durch erhöhtem Puls und Blutdruck, nicht zu Entspannung.
Und dieser Mechanismus der Reizüberflutung und permanenten Verarbeitung beschert mit vermutlich die dauerhafte innere Anspannung, die sich wahrscheinlich alleine über den Dopamin-/ Noradrenalinansatz (LDX, MPH, ATX) nicht lösen lässt.

Aber mein Schlaf ist bei 40mg ATX zumindest stabiler, insbesondere seit ich das LDX deutlich reduziert habe. Das gibt mir ein bisschen Hoffnung, dass eine weitere Steigerung der Dosis ATX doch noch den Durchbruch bringen könnte…