LDX und Atomoxetin Kombinationstherapie

Gibt es hier jemanden, der beides kombiniert nimmt?

LDX hilft mir bezüglich innerer Anspannung und Unruhe nicht entscheidend, deshalb würde ich ausprobieren, ob die Kombination LDX und Atomoxetin hilfreich ist.
Ich würde nicht gleich mit den üblichen 40mg Atomoxetin anfangen, sondern weil die Datenlage zu Kombinationstherapie eher dünn ist, innerhalb eines Monats von 10 auf 40mg. Das erstmal so lassen. Laut meiner Recherche sind bei Kombination selten mehr als 60mg notwendig.

Guanfacin/ Intuniv klang fast besser geeignet, aber das gibt es nur off label für Erwachsene. Damit das von der Kasse getragen wird, wird man wohl auch erst mal bereits verfügbaren Optionen versucht haben müssen.

Ich habe genau das gleiche Anliegen.

Ich habe starke Probleme mit innerer Unruhe und habe auch diese Grundanspannung. Dagegen hilft Elvanse bei mir nicht gut. Daher bin ich auch auf der Suche nach Erfahrungsberichten.

Ich habe meinen Psychiater wegen Guanfacin/Intuniv angesprochen. Er hat es noch nie verschrieben und wollte es mir auch nicht verschrieben, obwohl ich die Kosten selber tragen würde.

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Prinzipiell ähnlich. Kannte mein Behandler auch nicht und wollte sich erstmal informieren. Reine Psychiater für Erwachsenen dürften damit auch kaum Erfahrung haben, sofern sie nicht in jüngster Zeit doch mal mit betroffenen Kindern in Deutschland oder im Ausland gearbeitet haben. Wenn sie spezialisiert auf Neurodivergenz sind, müsste es zumindest bekannt sein.
Bei Atomoxetin gab es bei mir dann schon mehr Aufgeschlossenheit.

Aber ich würde es durchaus erstmal mit allem was zugelassen ist versuchen, sofern medizinisch möglich. Dann sind die Chancen gut, dass Guanfacin off label letzlich übernommen wird.

Ich fand die Kombi gut, wobei ich sagen muss, dass mir Elvanse dadurch oft etwas zu lang gewirkt hat, morgens um 9:30 genommen und hatte teilweise um 0 Uhr noch eine Wirkung. Seit ich das Atomoxetin weglasse, wirkt es nicht mehr solange und ich habe auch das Gefühl, die “Grundstabilität” fehlt. Hab aber auch erst vor 2 Wochen nach 1 jähriger Einnahme abgesetzt, vielleicht muss sich mein Gehirn noch umgewöhnen, denn ich hab gerade allgemein das Gefühl, dass Elvanse nicht so wirkt wie vorher. Ich war bei 25mg Atomoxetin und 30mg Elvanse. Habe jetzt deutlich das Gefühl, mehr Elvanse zu brauchen, aber ich warte noch etwas mit dem aufdosieren.

Abgesetzt wurde es zum einen, weil es sowieso mein Plan war das langfristig wegzulassen aber eigentlich mit ausschleichen auf zuerst noch 10mg, aber mein Psychiater meinte ich soll es sofort weglassen, weil es ja bei Erwachsenen erst ab 40mg zugelassen ist (bzw 40mg die Einstiegsdosis). Ich nahm vorher aber 1 Jahr nur Atomoxetin (normale Dosis 60mg lange Zeit) und hatte davor nur Elvanse 50mg. War aber unzufrieden und daher kam dann Atomoxetin. Da das aber auch nicht der Bringer war wieder zu Elvanse. Das ist deutlich besser. Aber ich habe das Gefühl, die Kombi aus Atomoxetin und Elvanse ist nochmal deutlich besser. Werde das aber beim nächsten Termin mit ihm durchsprechen, denn normalerweise spricht nichts gegen die Kombination wenn 1 Medikament alleine nicht ausreicht, es ist nur unüblich. Gibt auch Leute die Elvanse mit Methylphenidat kombinieren.

10 auf 40 in einem Monat klingt etwas knapp, Atomoxetin wirkt ja nicht sofort sondern braucht 2-3 Wochen bis die Wirkung kommt. Da solltest du dir etwas mehr Zeit zwischen der Aufdosierung lassen, bevor du nachher noch in eine Überdosierung kommst. Ob man Dosen unter 40mg dann selber zahlen muss, wäre eine gute Frage. Kann ich mir aber nicht vorstellen, da es ja kein direkter off-label use ist weil das Medikament ansich ist ja zugelassen für Erwachsene. Das mit dem Atomoxetin war mit meinem Psychiater auch nur zwischen Tür und Angel, daher gehe ich davon aus, dass er mit “nicht zugelassen” eben meinte, dass es unter der Einstiegsdosis ist, weil er noch betonte dass es unter 40mg einfach nichts bringt bei Erwachsenen…aber das halt darauf bezogen, wenn man es alleine als Präparat gibt und nicht als Unterstützung zum Hauptmedikament.

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Danke für deine Infos.

Nicht zugelassen für Erwachsene bezog ich auf Guanfacin. Denke nicht, dass man kleinere Dosen Atomoxetin selbst zahlen müsste. Das ist imho Entscheidung des Behandlers, wie er dosiert.

Der Plan wäre sich Zehner Atomoxetin als 60er verschreiben zu lassen, und dann würde ich allmählich aufdosieren in 10er-Schritten. 10 und 20 etwas flotter (ca 10 Tage), weil ich eher nicht mit einer Wirkung rechne, eher um abzuchecken, ob es unerwünschte Neben und Wechselwirkungen gibt (insbesondere weil ich noch Mirtazapin in kleiner Dosis zum Schlafen nehme, 5-7mg). Die 30 und 40 dann etwas gemächlicher.

Warum soll es die Wirkung von Elvanse verlängert oder nach Absetzen des Atomoxetin verkürzt haben?

Warum wirkt die Kombination subjektiv „länger“?

  • Additive Pharmakodynamik: Stimulanz (DA/NA-Freisetzung und Hemmung der Wiederaufnahme im synaptischen Spalt) + Atomoxetin (NET-Blockade, ↑NA und indirekt ↑DA im PFC) → abgeflachter Tagesabfall, weniger „Rebound“, oft wachere Abdeckung in den späten Stunden.

  • Schlaf/Insomnie: Atomoxetin kann Einschlafstörungen verstärken; das wird subjektiv leicht als „Stimulans wirkt noch“ fehlgedeutet.


Eine für mich schlüssigere Erklärung wäre:

  • Elvanse in Kombination mit Atomoxetin:

    Noradrenerge Grundaktivierung (verstärkt durch Atomoxetin) bleibt bis abends bestehen → subjektiv längere Abdeckung; Elvanse-Abfall wird maskiert/geglättet.

  • Nach Weglassen von Atomoxetin:

    Nur noch der „klassische“ Elvanse-Zeitverlauf (~12 h) → man empfindet kürzere Wirkdauer und vermutet, die Elvanse-Dosis müsse erhöht werden.

    Wahrscheinlich fehlt jetzt eben die zusätzliche, lang anhaltende NET-Blockade des abgesetzten Atomoxetin.

    Und die könnte eine Erhöhung der Elvanse Dosis um beispielsweise 10mg tagsüber tatsächlich ausgleichen.

    Normalerweise würde man ja auch zunächst eine Monotherapie durchführen, also beispielsweise nur Elvanse und solange erhöhen bis man die optimale Dosis überschreitet und merkt, dass es zu viel ist und sich die ADHS Symptomatik wieder verschlechtert. Dann zurück zur best funktionierenden Dosis und dabei bleiben.

    Da bisher nicht über 30mg ausprobiert wurde, stehen die Chancen ja gut, dass es noch besser wird.

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Hi, ich nehme die Kombi seit einigen Wochen. Vorher habe ich schon lange (>1 Jahr) Elvanse genommen, hatte aber immer das Problem, dass es einfach zu kurz wirkt und ich deshalb mit mehreren Dosen über die 70mg kommen würde, um tatsächlich den Tag abzudecken. Davon abgesehen komme ich mit Elvanse gut klar, kaum Nw und gute Wirkung, allerdings gibt es andere Belastungen (familiäre Situation, chronische Depression und Schmerzerkrankung etc.), die natürlich davon nicht besser werden.

Nunja, ich ringe grade sehr mit mir, ob ich das ATX wieder absetzen sollte oder ob ich noch abwarte, ob es besser wird.

Ich habe mir 18mg gestartet, das auch 4 Wochen lang genommen und dann auf 25mg erhöht, meine Psychiaterin sagt, dass sie mehrere Patienten mit der Kombi hat und die Erfahrung gemacht hat, dass das ausreicht. Dazu nehme ich momentan 3x20mg LDX.

Positiv finde ich bisher: mein Kopf ist ziemlich ruhig, weniger Gedankenkreisen, ich kann meinen Fokus besser lenken als nur mit LDX oder ohne. Tatsächlich fällt mir das sonst trotz LDX nicht immer leicht, mit einer gewissen Anstrengung geht es dann aber. Der Rebound ist meist sanfter, eigentlich nur durch Müdigkeit und verstärktes Hungergefühl spürbar.

Negativ: ich merke total, wie mein Körper die ganze Zeit auf Spannung läuft, mein Puls ist erhöht, besonders nachts, ich spüre oft unangenehm meinen Herzschlag im Bauch, obwohl der Blutdruck gut ist, jedenfalls wenn ich lange genug wirklich ruhig sitze vor der Messung. Ich schlafe schlecht ein, in der ersten Nachthälfte habe ich laut Whoop einen hohen Stresspegel, das habe ich sonst nur nachdem ich Alkohol getrunken habe oder nach so richtig belastenden Tagen mit krassem Ehestreit o.ä. Ich schlafe auch nicht richtig tief, merke oft, dass ich nur im Halbschlaf bin und komme dann morgens schlecht aus dem Bett. Meine HRV ist auch niedriger. Außerdem habe ich seitdem sehr starke PM(D)S. Dazu kommt noch, dass ich plötzlich ganz komische Gedächtnislücken habe.

Also, momentan würde ich am liebsten sofort absetzen, gleichzeitig möchte ich eigentlich schon wissen, ob es noch besser wird… Vielleicht gewöhnt sich der Körper ja auch mit der Zeit an das erhöhte Noradrenalin. Eventuell probiere ich auch noch aus, ob es mit MPH statt LDX besser laufen könnte… da habe ich aber bisher mit psychischer Instabilität reagiert, das kann ich grade echt nicht gebrauchen. :face_with_peeking_eye: :melting_face:

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Die Kombination von Lisdexamfetamin und Atomoxetin erhöht erwartungsgemäß die noradrenerge und sympathische Gesamtbelastung und kann genau die beschriebenen Nebenwirkungen (erhöhter Puls, innere Spannung, Schlafstörung, niedrige HRV, verstärktes PM(D)S) begünstigen.

Gynäkologische Nebenwirkungen sollen sogar in der Fachinformation / Packungsbeilage beschrieben werden.

Deine Symptomkonstellation passt deutlich zu einer Überstimulation / überschießenden Noradrenalin-Aktivierung.

Die Kombination ist zwar prinzipiell in Spezialfällen einsetzbar, aber sie ist:

  • Off-Label
  • nur begrenzt untersucht
  • und erfordert vorsichtige Dosierung und enges Monitoring (v.a. wenn kardiovaskuläre Symptome und Schlafstörungen so ausgeprägt sind, wie du sie schilderst).

Wichtig ist, dass solche Symptome in der klinischen Praxis ein klarer Anlass zur erneuten Nutzen-Risiko-Abwägung sind.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die Kombination „falsch“ ist – aber dass eine differenzierte ärztliche Bewertung (inkl. ggf. Anpassung von Dosis/Schemata oder Substanzwahl) angezeigt ist.

Darfst auch nicht vergessen, dass du 3 x 20mg Elvanse über den Tag versetzt nimmst. Ob es eine ADHS-therapeutische Wirkung hat oder nicht - da überlappen sich 3 Wirkkurven und die wirken im ZNS auch noch über Nacht.

Und bei der Konstellation mit Depression und offensichtlichen Erschöpfungszuständen und der Unfähigkeit des Körpers, sich über Nacht zu erholen, spricht eigentlich alles gegen die Kombination oder die Dosierung eines oder beider Medikamente.

Aber das gehört unbedingt in die Hände des verschreibenden Arztes. Der sollte dringend vom bisherigen Verlauf erfahren, falls noch nicht geschehen.

Klingt so jedenfalls nicht zielführend :four_leaf_clover:

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Was ich sehr interessant finde, dass du einerseits Elvanse 3x am Tag nimmst. Also auf eine Art, wie es nicht der Zulassung entspricht, die der Hersteller beantragt hatte. Das ist kein Üroblem, aber über die 70mg zu gehen, wäre dann eins.
Also ich kenne deine Behandler nicht und kann ihre Reaktionen nicht einschätzen. daher kann ich nur sagen, dass ich das seltsam widersprüchlich und inkonsequent finde: Einerseits eine patientenindividuelle Lösung mittragen, die bei dir ja gut zu sein scheint, andererseits dann eine patientenindividuelle Lösung abzulehnen, weil sie (vermutlich nur ein wenig) über die 70mg geht.

Hättest du die finanzielle Möglichkeit Guanfacin selbst zu zahlen? Rein von den bilogischen Mechanismen her könnte das die bessere Lösung sein (wobei mir immer noch scheint, nach dem was du schreibst, dass eigentlich eine 4. Dosis Elvanse einer Kombitherapie vorzuziehen wäre).

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Danke für deine differenzierte Einschätzung! Mit meiner Ärztin bin ich in engem Kontakt, aber sie sagt eben auch, man kann sowas nur ausprobieren.

Meine Überlegung ist: Wenn ich das richtig verstehe, beruht die Wirkung von selektiven Noradrenalinwiederaufnahmehemmern (wie auch bei SSRI oder SSNRI) darauf, dass durch den erhöhtem Spiegel der Neurotransmitter im Synaptischen Spalt nach einer gewissen Zeit die entsprechenden Rezeptoren vermehrt werden und erst dann die erwünschte Wirkung einsetzt und die Nw zurück gehen.
Also, zumindest theoretisch könnte es dann sein, dass auch bei mir die Nw zumindest besser werden… Die hormonellen Schwankungen machen das ganze halt leider echt kompliziert.

@Einfach_Ich Also, sie geht durchaus auch bis 80mg mit, das haben wir probiert, auch die Kombination mit wenig Attentin für den Nachmittag. Ich hatte mit der Zeit das Gefühl, dass ich eine Toleranz entwickle und habe dann selbstständig in den Sommerferien für einige Wochen alles abgesetzt um mein System zu resetten und überhaupt mal zu schauen, wie es ohne Medis ist. (War ganz gut in den Ferien, aber funktioniert nicht dauerhaft mit der vollen Alltagsbelastung.)
Deshalb hat sie das ATX vorgeschlagen und ich dachte mir, eine gewisse antidepressive Wirkung nehme ich eh mit Kusshand, also probiere ich es, ich bin generell experimentierfreudig. :sweat_smile: Achja, Bupropion habe ich vor ca. einem Jahr auch probiert, fand die emotionale Veränderung aber total unheimlich und hab mich damit sehr unwohl gefühlt.

Naja, hier gehts ja eigentlich nicht um mich, aber ich schreibe gerne, wie es weitergeht.

Die Symptome, die du beschreibst, sind die, die ich bei der Kombination von LDX und ATX befürchte, aber es kann ja auch das Gegenteil eintreten. Deshalb muss ich es wohl probieren.

Ob ein Abbruch in deinem Fall sinnvoll ist, kann ich nicht einschätzen. Für mich wäre entscheident, ob sich die Problematik mit steigender Dosis eher weiter verschlimmert. Dann entweder zurück oder ganz absetzen, zumindest wenn es sich auch nach einigen Wochen nicht bessert.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass man aber oftmals einige Wochen Geduld braucht, dann regulieren sich viele Nebenwirkungen. Bei meinem Ältesten waren es eher Monate.

Im Kontext Schlaf finde ich insbesondere 3 Dosen LDX plus ATX eher ungünstig, was ich darüber gelesen habe. Sehr spät Stimulanzien nehmen kann ja auch ohne ATX schon zu Schlafschwierigkeiten führen. Vielleicht besser nur eine oder zwei Dosen (nicht nach spätem Mittag) und am besten auch reduzieren, also zB 40mg morgens oder 2x 20mg?
Vielleicht vorübergehend auch was für den Schlaf, möglicherweise pendelt sich dann alles besser ein? Sofern es von Wechselwirkungen und Nebenwirkungen her vertretbar wäre.

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Wie ist es denn bei dir, hast du schon mit deiner Ärzt*in gesprochen? Übrigens, du willst ATX aufteilen, hab ich das richtig verstanden? Soweit ich weiß ist das nicht gut machbar, anders als bei LDX, weil das Pulver zu fein ist und reizend auf Schleimhäute wirkt, selbst hab Ichs aber nicht probiert. Und wie gesagt, meine Ärztin sagt, dass sie für die Kombi eher nur bis 25mg verschreibt.

Ich warte jetzt auf jeden Fall noch ab, wie es in den nächsten ca. 2 Wochen weitergeht, momentan habe ich zusätzlich starke PMS Symptome und will mal abwarten, wie es ist wenn das sich wieder ändert.

LDX nehme ich spätestens um 14 Uhr, die erwünschte Wirkung endet dann gegen 17:00/17:30. Am Wochenende lass ich die auch öfter weg, wenn ich eh morgens später aufstehe und so. Damit hatte ich vor dem ATX jedenfalls teilweise bessere Nächte, insgesamt nicht besser oder schlechter als ganz ohne Medis. Ich schlafe ja auch jetzt durchaus ok, nur der Puls ist in der ersten Nachthälfte abartig hoch, die HRV sehr niedrig und ich komme dadurch nicht richtig ausreichend in den Tiefschlaf. Und ich brauche etwas länger zum Einschlafen, das wäre allein aber kein großes Problem.

Ja, seitens Behandler ok. Wir erhöhen erst nochmal das LDX alleine.
Würde nichts aufteilen, sondern mit 10ern ATX arbeiten, dann kann ich ganz klein anfangen und langsam eindosieren. Sofern der Behandler einverstanden wäre.

Ok, 14 Uhr ist ok, bei 3 Dosen dachte ich, dass du vielleicht erst am späten Mittag nimmst. Wobei ich vermute, dass das schon etwas länger wirkt als gute 3h, aber individuell schon möglich und sofern du nicht um 21 Uhr schlafen willst, müsste es passen.

Sneedle hat den versiertesten Kommentar abgegeben. Könnte insgesamt eine Überrstimulierung durch die beiden Medikamente zusammen sein. Hast du mal ein paar Tage nur mit ATX probiert ohne LDX? Falls der Puls dann direkt runter ginge und du besser schläfst, könnte es zuviel sein. Bleibt es, könnten es Nebenwirkungen des ATX sein.

Puls bei mir pendelt sich meist nach vielen Wochen, wenigen Monaten gleiche Dosis ein und geht dann oftmals sogar runter.

Update von mir: Ich habe das ATX abgesetzt und jetzt bin ich wieder ich selbst. Tatsächlich hat es mich selbst erstaunt, wie viel besser ich mich jetzt wieder fühle… Definitiv hat es die PMS bei mir verstärkt in einen wirklich unerträglichen Bereich hinein und auch generell hat es meine Stimmung gedrückt und meine exekutive Dysfunktion verstärkt.

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Ich nehme seit Ende 24 Stimulanzien, seit Anfang 25 LDX, habe mich im Laufe des letzten Jahres durch sämtliche Dosierungen probiert, bin schließlich bei 50mg als Sweetspot aus Wirkung und Nebenwirkungen gelandet. Über 50mg werden die NW unangenehm, primär die innere Unruhe.

LDX hilft schon zu fokussieren, weniger Schusseligkeit, etwas reflektierter, aber zur Ruhe komm ich trotzdem nicht. Deshalb kann ich in Absprache mit meinem Behandler Atomoxetin ergänzend probieren. Auf meine Bitte hin fange ich mit 18mg an (bei Monotherapie wären 40mg bei Erwachsenen zum Einstieg üblich), um zu schauen, ob ich es grundlegend vertrage (in Kombination). Das würde ich erstmal 14 Tage so nehmen.

Ich weiß, dass es bis zur vollen Wirkung einige Wochen dauern kann und vermutlich muss ich auch die Dosis steigern, bis ich etwas merke. Muss nichts heißen, aber bei MPH hab ich bis 20mg und bei LDX bis 30mg nicht besonders viel gemerkt.

Meine Hoffnung ist, dass ich durch das Atomoxetin und dessen Wirkungs auf den Noradrenalinspiegel grundlegend entspannter und motivierter sein kann. Große Erwartungen habe ich nicht, aber ich will es wenigstens ausprobiert haben.
Falls es wirksam wäre, würde ich ausprobieren, ob es möglich ist, die Dosis LDX zu reduzieren.

Was wären eure Empfehlungen? Was habt ihr für Erfahrungen mit Atomoxetin (in Kombination) gemacht?

Hallo @NeuroMax ,

ich habe den Beitrag mal an deinen bestehenden Thread zu der gleichen Frage (oder habe ich etwas übersehen?) angehängt.

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Und wie sind die zwei Wochen gelaufen? :slight_smile:

Ich nehme selbst die Kombi Elvanse und Atomoxetin, hab aber umgekehrt angefangen.

Also seit ca. einem halben Jahr nehme ich Atomoxetin. Nach anfänglichem Hochdosieren bin ich bei 18mg gelandet, da höhere Dosen mich sehr reizbar und agressiv machten. Es hilft mir persönlich vor allem beim Thema Angst extrem gut. Ich hatte jahrelang totale Platzangst, bin seit ca. 2 Jahren nicht mehr mit einem Lift gefahren, Panikattacken in Autobahntunneln usw. und dank Atomoxetin war diese Angst von einem Tag auf den anderen plötzlich weg! :smiley:

Ebenfalls meine lebenslange “Zuckersucht” bzw. Gier nach diesem Kick vom Zucker war einfach weg und ich kann nun bewusste, gesunde Entscheidungen treffen und habe Binge Eating nach Jahrzehnten endlich hinter mir lassen können.

Also in den beiden Bereichen war es extrem hilfreich für mich, leider im Bezug auf andere Symptome wie Antrieb, rejection sensitivity, Ruhe im Kopf usw. nicht so wirklich bzw vielleicht erst in höheren Dosen.

Die mögliche Kombination mit Elvanse habe ich selber vorgeschlagen, nachdem das nach Atomoxetin die nächste Option wäre, die meine Ärztin probieren wollte. Sie war dafür offen, hat aber mit einer Kollegin Rücksprache gehalten weil es doch unüblich ist(bin in einer Klinik ambulant in Betreuung).
Das Atomoxetin haben wir gelassen, weil es eben in den anderen zwei Bereichen wirklich lebensverändernd war.

Die Elvanse Eindosierung war bisher etwas holprig für mich, das ist aber meinem mangelnden Wissen geschuldet bzw meiner Ungeduld und dem ständigen Hin und Her Switchen von Dosis, Mehrfachgabe usw. und immer wieder aufhören wegen Nebenwirkungen.

Jetzt wo ich dank Forum weiß wie es richtig geht, bin ich seit einigen Wochen gut dabei, steigere wöchentlich um 10mg und bin aktuell seit einigen Tagen bei 50mg.
Bisher habe ich das Gefühl, dass es eine tolle Ergänzung ist, auch wenn ich noch nicht ganz am Ziel angekommen bin. Ich habe auch keine groben Nebenwirkungen wie Herzrasen, Schlaflosigkeit usw. mehr.

Ich nehme übrigens auch täglich 200mg Lamotrigin, das hat sicherlich auch noch einmal einen Einfluss auf das ganze.

Finde ich übrigens SUPER dass du gleich wegen 18mg statt 40mg Startdosis gefragt hast. Man liest so viele negative Erfahrungen mit Atomoxetin, wo schon nach 1 Woche aufgrund der Nebenwirkungen abgebrochen wurde. Mir war auch von den 10mg am Anfang richtig übel für 1 Woche, da möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie das mit 40mg Startdosis gewesen wäre :melting_face:

Aber jetzt erzähl mal, wie gehts dir denn bisher damit? :blush:

Danke für deinen ausführlichen Bericht.
Eine Wirkung des ATX verspüre ich bisher kaum, ist aber noch etwas früh vermutlich bzw die Dosis etwas zu gering. Wenn ich etwas gemerkt habe, war es angenehm.

Nebenwirkung sind im Rahmen, leichte Übelkeit am (späten) Nachmittag, etwas öfter Kopfweh, etwas abführend (das ist auch schon beim LDX alleine ein Thema). Ich hoffe, Übelkeit und Kopfweh legen sich noch, bei Letzterem ist mein Eindruck, dass das Problem nicht immer vorliegt und ich noch daran arbeiten muss den idealen Zeitpunkt zu finden, wann ich was nehme.
Bisher zum bzw nach dem Frühstück ATX, 1-2h später LDX. Sofern es keinen negativen Einfluss auf den Schlaf hat, würde ich ATX auch mal mittags/ nachmittags/ abends probieren, um kummulative Nebenwirkungen zu vermeiden.

Vom bisherigen Eindruck her tendiere ich aktuell dazu, das LDX zukünftig zu reduzieren, wenn die Wirkung noch intensiver wird, aber das wird sich noch zeigen.

Da wäre ich vorsichtig, oder würde das hier zumindest im Hinterkopf behalten:

Bei ATX baut sich die volle Symptomwirkung meist über Tage bis Wochen auf.

Man würde bei solch einer Kombination - laut Onkel Barkley - aber tatsächlich die LDX bzw. DEX Dosis reduzieren.

DEX wirkt direkt noradrenerg und dopaminerg, indem es hemmt, aber auch die Ausschüttung ankurbelt.

ATX hemmt hauptsächlich Noradrenalin aber wirkt über bestimmte Mechanismen indirekt dopaminerg.

Sollte die noradrenerge Wirkung am Ende zu doll sein, muss man genau hinschauen.

Man könnte schnell meinen, eins der beiden Medikamente wäre zu niedrig und dosiert höher. Ein Zuviel an Noradrenalin kann aber ebenso in die entgegengesetzte Richtung wirken.

ATX gilt bei passender Dosis mehr oder weniger eigentlich als wirksam über „den ganzen Tag“. Es ist eigentlich kein Bedarfsmedikament. Dafür wirkt es zu lange aktiv (auch, wenn man es nicht im Sinne eines On/Off Effekts merken mag).

Dose-Splitting kommt zwar auch mal vor, aber das würde ich nicht versuchen, ohne die Kombi LDX/DEX + ATX über einige Wochen hinweg morgens gemeinsam getestet und den Verlauf dokumentiert zu haben.

Ich nehme es aktuell beides mehr oder weniger zusammen, morgens oder mittags (je nachdem, wie lange ich schlafe), da bin ich eben nicht sicher, ob das optimal ist. Nehme ATX täglich. Splitten will ich nichts, nur den Zeitpunkt verschieben, wie spät schau ich mal, wenn ich die Dosis erhöht habe und wie das mit dem Schlaf wird.
Ähnlich mache ich das bei der Dosis LDX, ich beobachte mal, wo das hinführt.