Lehrerin sucht hilfreiche Tipps

Hallo an Alle!

Ich bin Lehrerin an einer österreichischen Mittelschule und habe in meiner Klasse mehrere Kinder mit einer ADHS Diagnose. Vor allem einer davon (11 Jahre) hat es gerade echt schwer. Laut eigener Aussage nimmt er 30mg Ritalin - davon wird ihm aber regelmäßig schlecht. Weniger würde aber keinem spürbaren Effekt haben,so seine Aussage und die seiner Eltern. Wir führen demnächst wieder ein Gespräch miteinander,wie wir ihn besser untersützen können. Aktuell bemerken auch wir von der Medikamentierung kaum etwas (außer regelmäßige Höhen und Tiefen in seiner Stimmung). Kurz und bündig: was hat euch bzw euren Kindern geholfen,um im der Schule besser mitzukommen und nicht in die krasse Überfordern zu gelangen? Fidgedtoys sind ja bei weitem nicht genug Unterstützung von Seiten der Schule :slight_smile:

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Wow, ich finde es toll, dass du so eine engagierte Lehrkraft bist.

Das würde ich mir für mein Kind auch so wünschen. :smiley:

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Was habt ihr denn bisher umgesetzt und wo sind seine schlimmsten Schwachstellen?

Er kann mir ein Zeichen geben und kurz raus in den Gang,um sich zu bewegen usw.

Kopfhörer, Fidgettoys oder kleine Massagekissen stehen allen zur Verfügung und er benutzt auch vieles davon.

Die größten Problemstellen sind folgende: das Anfangen von Aufgaben ist eine riesen Hürde für ihn. Wenn wir zu zweit im Unterricht stehen, versuch ich ihm Kleinteile Anleitungen zu geben (z.b. nimm den Stift und schreib mal zuerst nur die Überschrift). Oft ist das aber bei 26 Kindern in der Klasse nicht möglich. Dann erledigt er oft gar oder kaum was. Durchs ständige Übelkeit fehlt er oft und kommt mit dem Nachholen der Aufgaben schwer hinterher. Durch die gleichzeitige Hochbegabung kompensiert er grad aber noch halbwegs gut.

Sozial ist es z.T. schwer in kompetitiven Situationen (Sport boykottiert er dann oft), und manchmal spricht er einfach schneller,als er denkt und stößt damit andere vor den Kopf. Ich glaube es wäre super, wenn die Klasse von seiner Diagnose wüsste, aber er will partout nicht dass wir darüber mit ihnen sprechen und das respektieren wir natürlich.

Dankeschön. Wir tun unser Bestes :slight_smile: Nur leider wird unser Schulsystem einfach so vielen Kindern nicht gerecht…

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Ich finde es auch super, dass du dir so viele Gedanken machst!

Funktioniert es für ihn, wenn du für vergleichbare Aufgaben Checklisten erstellst, wie er kleinteilig vorgehen kann? Wenn ihr im Unterricht mit digitalen Medien arbeitet, kann er auch eine App dafür nutzen.

Wenn die Möglichkeit besteht, kannst du versuchen, ihm anspruchsvollere Aufgaben als dem Rest der Klasse zu geben, die z.B. seinen Forschergeist wecken. Bei schnell laufendem Gehirn und hoher Intelligenz kommt oft Langeweile auf, das macht die Aufgaben dann besonders dröge und das Anfangen sehr schwer.

Mit hilft es bei Startschwierigkeiten auch, einen Timer auf 5 Minuten zu stellen und erstmal nur für diese kurze Zeitspanne dransitzen zu müssen. Damit komme ich oft rein - und bleibe dann viel länger als die 5 Minuten an der Aufgabe kleben.

Über Kopfhörer Musik hören kann auch sehr bei der Konzentration helfen.

Wegen der Übelkeit klär bitte ab, ob er zur Einnahme von Medikinet genug isst.

Das wollte ich gerade auch schreiben. Zwar sagst du, er kriegt Ritalin, das ist jedenfalls nicht abhängig vom Essen was die Wirkung betrifft, aber wenn man nichts isst und dann Stimulanzien nimmt, kann einem schon mal schummrig werden.

Mit „Ritalin“ ist die Retardkapsel gemeint, nehme ich an? 30 mg unretardiertes Ritalin (also drei 10-mg-Tabletten) wäre schon eine sehr sehr hohe Dosis, die dann auch noch nicht länger als drei Stunden wirkt.

Jedenfalls so richtig scheint gerade entweder die Dosis oder auch das Medikament nicht zu sein, sonst würden er bzw. seine Eltern und du mehr merken. Manche Kinder kommen auch mit Attentin (Amfetamin) besser zurecht; mein 13-jähriger nimmt es schon, seit er 6 ist.

Wenn er nicht möchte, dass die anderen Kinder von seiner ADHS erfahren, solltet ihr das ernst nehmen. Ob es für ihn ein Vorteil wäre, ist die Frage, nicht jedes Kind ist automatisch rücksichtsvoll, Manche mobben dann noch extra.

Ich denke die Medikation sollte nicht Thema hier im Thread sein (man muss nicht jedes Thema da hin ziehen - sorry, wenn ich das so frech sage). Das ist Sache des Arztes und der Eltern. Mutmaßereien finde ich hier nicht sinnvoll und ich persönlich würde mir da auch nicht von der Schule reinreden lassen. Feedback, wie das Kind in der Schule tut etc. ist natürlich ok und sogar sehr hilfreich, alles andere wann, was, wie viel etc. das wäre übergriffig sich da reinzumischen.
Da ich quasi von der Schule gezwungen wurde mein Kind unter Medikation zu setzen, bin ich da erst recht echt eine Gegnerin…

Das ADHS geheim zu halten finde ich schon gut. Bei mir mobbt ja schon der Bruder den kleinen wegen ADHS (nicht so extrem, aber ganz ehrlich Jugendliche sind da oft echt blöd) - will mir das nicht in der Klasse vorstellen…

Routineaufgaben sind sicher schwierig. Wenn es für dich machbar wäre, würde ich die Aufgaben für die Woche in eurem Schulkommunikationstool reinstellen.
Ich würde ihn im Unterricht auffordern es zu machen. Wenn er dann nicht zieht, soll er es jeweils für die Woche nachholen - müsstest du mit den Eltern absprechen.
Extra Aufgaben geben ist toll. Aber das ist halt doch Zusatzaufwand und wie du das klappt, müsstest du rausfinden. Vielleicht ginge es 1-2 mal die Woche. Beziehungsweise, vielleicht kannst du generell für die Klasse überlegen, welche Extraaufgaben es gäbe. In Mathebüchern gibt’s dafür ja z.B. extra markierte Aufgaben. In anderen Fächern weiß ich nicht, wie man das gut umsetzen könnte.

Mir wäre oft recht, wenn mein Sohn mal wie durch ein Wunder früher fertig ist, dass er dann die HÜ anfangen darf…

Ich würde das, was gesagt wurde, gern einfach nochmal unterstreichen.

Wenn die Medi nicht passt, kannst du machen was du willst, das ist einfach ein sehr präsenter Faktor.
Meine Kinder haben beide Medikinet nicht vertragen und das war am Ende fast schlimmer, als komplett ohne Medikament. Die Eltern sollten sich hier zu Alternativen informieren und mit dem behandelnden Arzt sprechen. Der Junge kann ja offenbar gut ausdrücken, was nicht passt und das sollte dringend ernst genommen werden. So wie es jetzt ist, macht es ihn zusätzlich unzufrieden und frustriert, weil er ja nichts dafür kann, dass die Medi nicht gut für ihn passt, ändern kann er allein aber auch nichts. Er ist hier stark von den Erwachsenen abhängig, die das ernst nehmen und ihn einbeziehen müssen. Man sollte auch vermitteln, dass es normal sein kann, verschiedene Medikamente zu testen. Das bedeutet nicht, dass man versagt hat oder falsch ist oder eh nichts hilft. Dieser Prozess kann länger dauern und erfordert von allen Beteiligten Geduld und Zuversicht.

An dieser Stelle sei einfach noch der Vollständigkeit halber erwähnt, dass gerade HB Kinder besonders schnell frustriert werden, wenn ihnen nicht zugehört wird. Das passiert ihnen je nach Umfeld nämlich häufiger, weil sie ja dem Alter nach ein Kind sind, intellektuell aber schon weiter. Klar, man muss jedes Kind ernst nehmen, aber ADHS und HB sorgen leider für häufigere Konfliktsituationen, denen man daher auch mehr positive Erfahrungen entgegen setzen muss.

Ich kenne mich nur im deutschen Schulsystem aus, daher weiß ich nicht, was bei euch möglich ist. Hat er Anspruch auf eine Schulbegleitung? Diese könnte beim Anfangen der Aufgaben helfen. Kann aber sein, dass er das ablehnt, weil er zusätzliche Stigmatisierung befürchtet. Meine Tochter hätte auch Anspruch darauf, will aber so wenig wie möglich auffallen und so normal wie möglich sein. Da passt eine Schulbegleitung dann nicht.
Taskwechselprobleme sind ein Kernsymptom der ADHS. Im Idealfall helfen hier die richtigen Medikamente zur besseren Überwindung, aber da sind wir wieder bei Punkt eins.

Die Tochter selbst berichtet immer wieder, dass Langeweile das Schlimmste an der Schule ist.
Gerade in der Grundschule wurde überhaupt keine Rücksicht auf ihre Fähigkeiten genommen (wir wussten auch noch nichts von ihrer Begabung). Sie hat dann nur gelernt, dass sie mit null Anstrengung immer sehr gute Leistungen erzielt. Dummerweise kam sie dann später nicht mit dem Frust klar der entsteht, wenn man mal ein bisschen an einer Aufgabe zu knabbern hat. Es hat eine Weile gedauert und Anstrengung erfordert, bis wir diese Frustrationstoleranz erarbeitet hatten.

In der Schule ist es also wichtig, dem Niveau des Kindes entsprechend anspruchsvolle Aufgaben zu geben, die die Entdeckerlust fördern und das Kind anspornen. So kann es lernen, dass nach der Anstrengung das gute Gefühl des Erfolges eintritt.
In Deutschland gibt es in den Schulämtern Referate für HB. Diese geben Tipps, was man in Schule konkret tun kann, um hier bedarfsgerecht zu fördern und zu fordern.

Außerdem kannst du dich, falls noch nicht geschehen, zum TEACCH-Konzept informieren.
Das hilft am Ende jedem Kind, wurde aber ursprünglich für Kinder im Autismusspektrum entwickelt.
Dabei geht es um Strukturmaßnahmen. Das können Ablaufpläne sein, aber auch die Zuordnung bestimmter Orte zu bestimmten Tätigkeiten, Arbeitsplatzorganisation und noch vieles mehr. Das Bekannteste Tool ist wahrscheinlich der Time-Timer mit der Visualisierung der noch verfügbaren Zeit.
Für den Unterricht würde das z.B. bedeuten, dass du zu Beginn eine klare Struktur hast und diese auch für deine Schüler visualisierst. Metacom Symbole eignen sich hierfür gut. Zu Beginn der Stunde heftest du dann z.B. 4 Karten untereinander an den Rand der Tafel, die den Ablauf der Stunde visualisieren. Im Verlauf kann man vergangene Punkte abnehmen oder aber auch einen Pfeil weiterschieben.

Achtung! Es gibt Kinder, die reagieren ein bisschen paradox auf Ablaufpläne und vor allem Belohnungskarten und sowas. Das kann bei ihnen zusätzlich Druck aufbauen, weil sie z.B. Angst haben, die Aufkleber, Stempel, was auch immer nicht erreichen zu können. Das sei nur erwähnt, falls du auf ein solches Verhalten triffst und dich dann wunderst. Da muss man dann nochmal neu schauen, was helfen könnte.
Grundsätzlich sind Verlässlichkeiten, Struktur und Abläufe aber sehr wichtig und hilfreich.

Wichtig ist, dass ihr ein Netzwerk ums Kind aufbaut. Dazu zählt die Zusammenarbeit unter den Lehrkräften genauso wie die mit den Eltern und Ärzten.
Gerade in meinem Arbeitsumfeld erlebe ich es immer wieder, dass Ärzte und Therapeuten extrem überrascht sind, wenn wir als Schule uns melden und nachfragen oder Rückmeldungen geben möchten (natürlich mit Wissen und Erlaubnis der Eltern). Sie kennen das so nicht und meinen immer, dass wir ja die ersten seien, die mal nachfragen würden. Das ist traurig und fördert leider eine Art Einzelkämpfer-Gefühl. Es kann also durchaus lohnenswert sein, hier mal nachzufragen, ob eine engere Zusammenarbeit gewünscht ist. Hole auch du dir noch zusätzlich Hilfe aus dem schulischen Umfeld, falls es da was an Fachberatern gibt.

In Kurz, was ich also empfehlen würde:

  • Medikament überprüfen und optimieren (!!!)
  • Dem Niveau des Kindes angepassten Material
  • TEACCH-System
  • eventuell in Verbindung mit Metacom-Symbolen
  • Interdisziplinäres Netzwerk ums Kind aufbauen
  • Betroffenen selbst mit einbeziehen

Alles Gute und viel Erfolg!

Nein, in Ö gibt es wegen ADHS keine Schulbegleitung.

Genau das Spiel habe ich durch - meiner hätte eine bekommen sollen (wäre von der Schule auch erwünscht gewesen), aber ohne ASS Diagnose keine Chance.
Nur wegen dem Unsinn, haben wir einen richtigen Marathon hinter uns für nix… wobei ich noch immer vermute, dass er AuDHS hat, aber wir hier vor Ort niemanden haben, der das richtig diagnostizieren kann. Aber das Thema ist fertig…

Es tut mir leid, dass bei euch so gelaufen ist.
Ich selbst arbeite aber in Schule und das Thema Medikamente ist da enorm wichtig und muss Teil der Fördermaßnahmen sein.
Dabei meine ich ausdrücklich nicht, dass die Schule hier ihre Kompetenzen überschreitet.
Es geht um Zusammenarbeit und den ganzheitlichen Blick auf das Kind und sein Umfeld.

Im geschilderten Fall liegt die Sache ja anders als bei dir.
Hier gibt es ein Kind, welches schon Medikamente bekommt, von den Eltern anscheinend gewollt, welche aber nicht optimal wirken.
Die Medikamente sorgen offenbar zusätzlich dafür, dass das Kind die Schule nicht besuchen kann.
Sie sind also Teil der Gemengelage und dürfen nicht ignoriert werden, weil das ja nur Sache der Eltern und der Ärzte sei. Ist es nicht, weil das Kind ja mit dieser Medikation in die Schule kommt, oder eben nicht.
Dieses Thema auszuklammern halte ich für nicht zielführend.

Dass hier ein professioneller Umgang mit der Thematik erforderlich ist, sollte klar sein. Deine Negativerfahrungen sind schlimm und ich kann absolut verstehen, wenn du diesbezüglich von Schule erwartest, dass sie sich da raus hält.
Besser wäre es aber, Schule wäre Teil des Teams. Im hier besprochenen Fall kann ich mir gut vorstellen, dass ein professioneller und respektvoller Umgang untereinander möglich ist. Damit wäre allen mehr geholfen, als das Thema schulseitig zu ignorieren.

Die Rückmeldung, dass die Medikation nicht passen dürfte, ist ja ok. Aber mehr kann man von der Schule aus doch nicht sagen. es hilft jetzt nichts, wenn wir hier lang und breit über die genaue Dosis und welcher Wirkstoff etc. schreiben, finde ich.
Wir wissen doch noch nicht mal, wie lange das Medikament so schon gegeben wird usw.
Meiner hatte anfangs auch ständig Bauchweh und keinen Appettit…

Doch , weil hier erfahrenen Leute aufgrund von Erfahrung einfach nur mitdenken. Es wäre an dieser Stelle fatal bei den Aussagen , das Thema Medikation auszuklammern.

Und wie sollen Arzt und Eltern was mitbekommen wenn die Schule nichts zurückmeldet? Hinweise/Ideen aus dem Forum kann man erwähnen und dann können Arzt und Eltern entscheiden ob das eine gute oder schlechte Idee ist. Der Schüler kann froh sein, dass seine Lehrerin ihn so gut im Blick hat.

Es redet da doch keiner rein , sondern möchte helfen . Eine falsche Dosierung von ein paar mg oder ein falscher Einnahmezeitpunkt ein falsches Präparat von einem eigentlich passenden Wirkstoff kann total kontraproduktive Folgen haben. Es kann durchaus auch sein das jemand zu hoch in der Dosis ist und der Hinweis von der Schule bedeutet, das ein Kind einfach nur weniger nehmen muss oder ganz banal zur passenden Zeit was essen.

Aus meiner Sicht müsste Schule viel mehr involviert sein so fern es möglich ist. Es geht ja nicht darum einen Schüler so ruhig wie möglich zu stellen um Ruhe zu haben. Sondern zwischen Lebendigkeit und Lernfähigkeit und vor allem Wohlbefinden die Waage zu finden.

Ich glaube du nimmst selber keine Medis oder ? Aber falsch dosiert kann einen echt einschränken und aufgrund dieser eigenen Erfahrung oder Beobachtung am eigenen oder fremdem Kind möchte man hier helfen.

Es beziehen sich ja nicht alle hier nur auf Medikamente sondern geben auf der anderen Ebene ja auch Tips.

Aber alle guten Maßnahmen funktionieren besser wenn ggf. eine Medikation zusätzlich unterstützt.

@Kat2 wir müssten viel mehr Lehrer von deiner Sorte haben, schön, dass du den Schüler so im Blick hast, und was du alles versuchst.

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Ein „Medikation passt nicht wegen xxxx“ reicht aus meiner Sicht, wie erwähnt von Seiten der Schule.
Edit - siehe schon mein erstes Posting (Hervorhebung hier durch mich):

äh für mich ist das Thema Medikation hiermit beendet, weil es nimmt sonst noch mehr Raum ein. :smiling_face_with_sunglasses:

Noch nicht erwähnt wurde:
Hat er eventuell Probleme mit dem Schreiben? Das ist klassischerweise ein Riesenthema. Und wirklich ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Dann wäre eine einfache Methode - ohne viel Aufwand - ihn am Tablet schreiben zu lassen.
Da kann man ja sicher eine Dockingstation mit „ordentlicher“ Tastatur und Co am Platz einrichten.

Das Teil hat er ohnehin und er hat ja aktuell Tippen als Unterrichtsfach, oder hatte es letztes Jahr. Müsste also problemlos umsetzbar sein.

Geht evt. ja auch bei Bedarf, wenn er „den Stift nicht hochbekommt“ :wink:

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Der Hinweis allein hätte mir damals nicht geholfen. Dass was nicht passt war ja ohnehin mein Wissensstand zum damaligen Zeitpunkt.
Ich war froh, hier dann mehr erfahren zu haben.
Schon allein, dass es mehrere Medikamente gibt, dass gleiche Wirkstoffe bei unterschiedlichen Herstellern verschieden wirken können, Unter- als auch Überdosierung Nebenwirkungen hat, Essen wichtig ist, Einnahmezeitpunkt,…

Die Lehrkraft muss und soll das ja nicht entscheiden. Sie sollte aber um all diese Dinge wissen, um fundiert hinsehen, erkennen und mit den Eltern sprechen zu können. Das gehört zum professionellen Umgang dazu.

Zumindest empfinde ich das so. Sobald ein Kind meiner Klasse eine Diagnose hat, informiere ich mich. Sobald es ein Medikament bekommt, lese ich mich ein. Auch ohne Weiterbildung von seitens des Arbeitgebers. Bei mir in der Schule habe ich die Kinder Teils 8 Stunden des Tages mit Ausnahme meiner halben Stunde Pause in meiner Obhut. Meist bin ich die Einzige, die die Wirkung der Medikamente wirklich beobachten kann. Wenn ich hier kein Hintergrundwissen hätte, wäre das nicht gut. Ich habe in dieser Zeit die Aufsichts- und Fürsorgepflicht von den Eltern übertragen bekommen und trage die Verantwortung. Für das komplette Kind, mit all seinen Facetten.

Oft bin ich dann sogar die Einzige, die sich informiert hat. Leider klären Ärzte nicht immer so auf, wie sie sollten und lassen Eltern damit allein und Eltern haben oft so viel um das Kind herum zu tun, dass sie Ärzten in Sachen Medikamente vertrauen und froh sind, sich mal nicht informieren zu müssen.
Meine Hinweise zählen hier dann genauso wie wenn ich motorisch Auffälligkeiten sehe und die Eltern frage, ob sie sich mal Richting Physiotherapie umsehen wollen oder wenn ich vermute, dass das Kind vielleicht eine Brille benötigt.

Übergriffe und Kompetenzüberschreitungen dürfen natürlich niemals passieren. Das ist klar.
Ich muss da auch je nach Vorerfahrungen der Eltern abwägen, wie ich etwas formuliere. Wer schonmal übergriffiges Verhalten erlebt hat, reagiert da natürlich sensibler und mit erhöhter Alarmbereitschaft. Gerne auch mal mit Ablehnung oder Angriff. Da kann ich mich bei den „Fachkräften“ bedanken, die keine Ahnung von Grenzen und Elternarbeit haben.

Wie gesagt, es tut mir leid, wenn man als Betroffener diese Erfahrungen macht. Kenne ich ja selber. Umso schöner finde ich es, dass @Kat2 es besser machen will.

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