Hallo alle zusammen,
ich bin aktuell noch im Studium, arbeite aber bereits Teilzeit an einer Schule. Ich studiere Sonderschullehramt und habe vor allem SuS im Spektrum, Trisomie, aber auch welche mit emotionalen Förderschwerpunkten, vor allem aber geistige Entwicklung.
Ich bin so glücklich, dass ich mich für das Lehramt entschieden habe, es gibt eine feste Struktur, feste Pausen und viele Möglichkeiten für meine Kreativität und immer ist etwas anderes los - spannend für mein Gehirn und ADHS.
Was mir so dazu einfällt
Merken, wann die Pausen anfangen (Zettel auf dem Schreibtisch, Timer gelogenerweise für mich selbst benutzen und nicht für die SuS ;))
Ich manage alles selber, wir haben Schulbegleitungen und immer eine zweite Person (Erzieher*innen), ich habe Schwierigkeiten klar zu sagen, was ich von der Person brauche, wie sich mich unterstützen kann etc. Ich habe gefühlt 20 Ohren unf Arme für alles und bin dann danach sehr ausgelaugt, wenn man keine eingespielte Zweitbesetzung hat…
Meine Sensibilität ist mir größtenteils sehr willkommen, ich werde oft in schwierigeren Klassen eingesetzt, weil ich irgendwie oft ein gutes Verhältnis pflegen kann und intuitiv nützlich handeln kann, auf der anderen Seite muss ich aktiv meine Ohren schützen, habe LOOPs und bin sehr empfindlich. Ich versuche ganz klar feste Regeln aufzubauen und versuche auch mit mehr Körpersprache statt Stimme zu arbeiten, daran muss ich mich aber erst erinnern. Außerdem, was leider zunimmt, denke ich öfter drüber nach, wie meine Handlung jetzt rübergekommen ist und gerade bei älteren Kolleg*innen, interpretiere ich oft deren Mimiken und Aussagen und zerbreche mir manchmal aus unnötiger Unsicherheit den Kopf.
Grenzen sind ja so eine Sache, generell fällt es mir schwer zu Sachen nein zu sagen, Floskeln wie „Ich überlege es mir, danke“ muss ich schon sehr aktiv im Kopf provozieren und vergesse sie auch oft und ärgere mich aus Überforderung am Ende.
Alles auf dem letzten Drücker:
Zeugnisse sind ja nicht oft dran, aber zu den Zeiten mache ich alles auf dem letzten Drücker und habe im Gegensatz zu meiner privaten Aufschieberitis manchmal ein schlechtes Gewissen, da meine Arbeit ja Jugendliche und deren Leben maßgeblich beeinflussen kann.
Unterrichtsplanung:
Ich habe viele Ideen, die Umsetzung ist dann zurDeadline (nächste Stunde) eher mittelmäßig, ich nutze keine feste Zeit dafür am Nachmittag, sondern meine Freizeit und kurze Slots dazwischen. Mir helfen die Erstellung von festen Spielen oder Materialien, die ich wöchentlich öfter benutzen kann und auch in div. Klassen.
Fazit:
Ich glaube, damit ich irgendwann Vollzeit arbeiten könnte, muss sich einiges noch ändern und dann kommt ja erstmal noch das Ref.
Habt ihr ähnliche Erfahrung oder Gedanken? Ich freue mich.
VG