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Eltern von autistischen Kindern erleben teils massive Belastungen – etwa Suizidalität, Selbstverletzung, Aggressionen oder lebensgefährliches Weglaufen ihres Kindes. Eine Studie zeigt: Fachleute bewerten oft unterschiedlich, ob das als Trauma im Sinn einer PTBS-/Komplex-PTBS-Diagnose zählt. Das deutet darauf hin, dass die bisherigen Kriterien diese Erfahrungen nicht gut genug abbilden.

Verständliche Zusammenfassung der Studie durch Chatgpt

In der Studie ging es darum, ob Psychologinnen und Psychologen zu ähnlichen Einschätzungen kommen, wenn sie beurteilen sollen, ob die belastenden Erfahrungen von Eltern autistischer Kinder als „traumatisches Ereignis“ im Sinn der Diagnosekriterien für PTBS oder komplexe PTBS gelten. Dafür wurden die Beschreibungen von 200 Eltern ausgewertet, die bereits Belastungssymptome auf dem Niveau von PTBS oder komplexer PTBS zeigten. Zehn australische Psycholog:innen bewerteten diese Berichte anhand zweier internationaler Diagnosesysteme: DSM-5-TR und ICD-11. Grundlage war ein Selbstbericht-Fragebogen (Life Events Checklist).

Der Kern der Frage war also nicht: „Haben diese Eltern Symptome?“, sondern: „Werden ihre Erfahrungen von Fachleuten überhaupt als Trauma im diagnostischen Sinn anerkannt?“ Das ist wichtig, weil diese sogenannte Criterion A-Prüfung oft die Eingangsvoraussetzung für eine PTBS-Diagnose ist.

Das Ergebnis war: Die Übereinstimmung zwischen den Beurteilenden war nur gering bis mittelmäßig und damit schlechter als wünschenswert. Das heißt: Verschiedene Psycholog:innen kamen bei denselben Schilderungen oft nicht zum gleichen Urteil, ob das Ereignis die Trauma-Voraussetzung erfüllt.

Etwas besser schnitt das ICD-11 ab: Damit war die Übereinstimmung zwischen den Rater:innen signifikant höher als mit dem DSM-5-TR. Trotzdem war auch sie insgesamt nicht wirklich stark.

Überraschend war außerdem: Wenn Eltern in ihren Berichten ausdrücklich von Lebensgefahr, schwerer Verletzung oder Tod sprachen, wurde die Übereinstimmung nicht besser, sondern sogar niedriger.

Der Schluss der Studie ist deshalb recht deutlich: Die heutigen Diagnosekriterien erfassen die besonderen Belastungs- und möglichen Traumaerfahrungen von Eltern autistischer Kinder wahrscheinlich nicht gut genug, zumindest dann nicht, wenn man sich nur auf solche Selbstberichte stützt. Dadurch besteht das Risiko, dass PTBS oder komplexe PTBS bei diesen Eltern uneinheitlich beurteilt oder übersehen werden. Die Autor:innen schlagen deshalb vor, die Trauma-Erfassung zu verbessern, Fachleute gezielter zu schulen und langfristig zu prüfen, ob die Kriterien erweitert oder angepasst werden sollten. Sie betonen aber auch, dass ihre Studie keine persönlichen klinischen Interviews untersucht hat, bei denen Rückfragen möglich wären.

Edit: Auch wieder so ein Kreislauf der Hölle.

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