Lisdexamfetamin aufteilen?

Hallo zusammen,

ich bin hier noch nicht sehr bewandert..oder generell mit Foren. Ich hab schon einiges gelesen, und jetzt selbst ne Frage.

Rückblickend war eigentlich immer klar dass ich ADHS habe. Mit 12 wurde es sogar mal von einer Pschiaterin diagnostiziert (hieß damals noch Hyperaktiv und wurde bei Mädchen eigentlich nicht diagnostiziert..daher nicht beachtet). Letzten September dann die Diagnose und kurz drauf Einstellung auf Medikinet. Das waren drei ziemlich beschissene Monate, jetzt seit drei Wochen Elvanse 30 mg. Vor einer Woche habe ich angefangen, weil ich eh immer um vier Uhr aufwache und super schwer hochkomme morgens dann die Tablette zu nehmen und weiter zu schlafen. Hatte ich irgendwo gelesen und find es super. Allerdings ist dann halt auch früher am Tag die Wirkung weg. Ab morgen Erhöhung auf 50 mg. Jetzt meine Frage: macht es Sinn die irgendwie aufzuteilen und mittags ne zweite Dosis zu nehmen oder doch die 50 morgens? Danke schon mal..

Um 4 Uhr die Kapsel zu nehmen, um dann erstmal weiterschlafen zu können ergibt für mich keinen Sinn.

Auch, wenn ich das hier hin und wieder mal gelesen habe, dass sich welche 1-2h vorm Aufstehen den Wecker stellen, um dann beim nächsten Wecker mit Wirkung aufzustehen und loslegen zu können.

Warum sollte man sich eigentlich freiwillig die Schlafzyklen zerschießen wollen, wo doch Schlaf bei einem ADHS Hirn ein so enorm wichtiges Thema ist? :woozy_face:

Das kann‘s nicht sein.

Zu welcher Uhrzeit beginnst du zu arbeiten?

Daran sollte sich der Einnahmezeitpunkt orientieren.

Und bevor man anfängt mit Aufteilen und anderen Methoden zu experimentieren, sollte man immer erstmal den Standardweg gehen, also 1x morgens. So, wie es vom Hersteller gedacht, in Studien getestet und zugelassen ist.

Sonst gibts bald das nächste Thema „Hilfe Hilfe, wieso dies und wieso das?“. Das sieht man hier zu häufig, finde ich.

Das Hirn pickt sich natürlich gern schnelle Wege raus.

Ohne sich in die Wirkverläufe und neurologischen Effekte eingelesen zu haben, finde ich das aber einfach nur fahrlässig und riskant.

Wer unerfahren vom vorgesehenen Einnahmeschema - und erst recht ohne ärztliche Abstimmung - abweicht, muss sich nicht wundern, sollte der Schuss nach hinten losgehen.

Am Ende muss man dann wieder das mit dem Inverted-U erklären, wenn sich gewundert wird, dass mit höherer Dosis oder Split-Dosis alles schlechter, statt besser wird :upside_down_face:

Naja, wie gesagt, ich werd eh zu 99% um vier wach. aufstehen ist an Wochentagen um 6:30. Und seit ich das seit einer Woche so mache komm ich halt wirklich besser hoch morgens. Mein Kleiner dankt es mir. Auch die Psychiaterin hat heute gemeint wenn das klappt ist das doch gut. Ich hatte einfach gehofft hier vielleicht Menschen zu finden die das schon versucht haben, um deren Erfahrung zu hören. Die Erfahrung hat sie Psych ja selbst nicht.

Natürlich kommt man besser hoch, wenn nach 2h beim nächsten Wecker schon die Wirkung da ist.

Das Rest-Amphetamin im Kreislauf sorgt allgemein für einen leichteren Schlaf, sodass man eher aus den Federn kommt.

Dein Arbeitstag beginnt also eigentlich schon um 6:30.

5:30 aufstehen, erstmal in Ruhe (alleine) klarzukommen und die Kapsel einzunehmen wäre für mich plausibel.
Dann aber natürlich nicht mehr hinlegen :face_with_hand_over_mouth:

Das sind übern Tag dann schon +1,5h mehr Abdeckung.

Und die nächst höhere Dosis kann das auch nochmal verlängern, sofern es während des Peaks keine Probleme gibt.

Wenn der Arzt dann (bei Bedarf) für die Abendstunden noch eine kleine Dosis nicht-retardiertes MPH (Privatrezept) verschreibt, um noch 2-4h mehr zu überbrücken, das fände ich plausibel.

Du wirst wahrscheinlich auch ein paar Antworten von denjenigen bekommen, die ihre Dosis aufteilen, um länger hinzukommen.

Eine zweite/ Split-Dosis LDX, die wiederum 11-12h Halbwertszeit hat und zusätzlich über Nacht aufs ZNS wirkt, würde ich aber erstmal versuchen zu vermeiden.

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Hast du mal Circadin getestet? Das ist retardiertes Melatonin. Könnte bei solchen Durchschlafproblemen helfen.

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:+1:

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Nein, sagt mir nix. Ich schau es mir mal an, danke :upside_down_face:

Hallo MamaJess, was mir dazu einfällt:

Ist das Problem das nächtliche Aufwachen, oder das morgendliche Hochkommen? Oder kommst Du nicht hoch, weil Du um 4 Uhr aufwachst und einige Zeit wach liegst? Kommst Du nicht hoch, weil Du eigentlich mehr Schlaf brauchst?

Jedenfalls würde ich das LDX nicht in den 2,5 Std. Schlaf verschwenden, ich würde es höchstens kurz vor dem Aufstehen nehmen, z.B. wenn der Wecker klingelt und man danach noch 10-20 Minuten liegen bleibt.

Falls Du nachts wachliegst, weiblich und über 37 bist, könnte es auch die Perimenopause sein. Ich wäre sehr froh gewesen, ich hätte das damals gewusst.

Falls Du bis auf ein kurzes Aufwachen um 4h eigentlich gut durchschläfst, könnte es sein, dass Du einfach mehr Schlaf brauchst, aber nicht früh genug ins Bett kommst, um um 6:30 (räusper) “erfrischt”, aufzustehen. Gerade in diesem Fall besteht die Gefahr, sich mit Elvanse nun zu “dopen” anstatt genügend zu schlafen. Hier im Forum habe ich viele Fallbeispiele gelesen, wo das nach hinten losgegangen ist, d.h. wo die Menschen sich - nun leistungsfähiger - übernommen haben und gesundheitliche Probleme bekommen haben. Man findet das dann in den Diskussionen wo sich die Menschen fragen, was nun eine Nebenwirkung der Stimulanzien ist, was vom Stress kommt und so weiter.

Und nun die positive Nachricht - wobei Dir Elvanse helfen kann: Du kannst in der wachen Zeit mehr auf die Reihe kriegen, bzw. vergisst die wichtigen Dinge nicht so leicht. Wenn Du Dich besser organisierst, schaffst Du es auch, früher ins Bett zu gehen und kannst genug schlafen. Denn gerade wenn Du aufgrund von Elvanse mehr powerst, solltest du auch wirklich genügend schlafen.

P.S. Ehrlich gesagt nehme ich Elvanse auch geteilt. Aber ich stimme allen zu, Die Dir für den Anfang davon abraten. Du musst eindeutig merken, welches die zu hohe Dosis ist, und die merkst du nicht, wenn Du es geteilt nimmst. Die geteilte Dosis hilft mir, da ich Abends Dinge tue, bei denen ich mich konzentrieren muss. Ich achte darauf, dass ich die zweite Dosis spätestens 12 Std. vor der geplanten Schlafenszeit nehme. Ich achte darauf, dass immer mindestens 8 Std. Schlafenszeit (plus eine Stunde zum runter kommen!) geplant werden können.

P.P.S. Ein zweiter Grund für meine geteilte Dosis ist, dass ich morgens zwar eine lange Anlaufzeit habe (ohne Elvanse sehr schlimm) aber ich mich grundsätzlich morgens am besten konzentrieren kann.

P.P.P.S. Nehme Elvanse seit 10 Monaten.

Na ja, bei beiden Kindern mach(t)en wir das jahrelang so.

Allerdings eine halbe Stunde vor dem Aufstehen, nicht zwei Stunden. Und mit Methylphenidat bzw. Attentin.

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Ich habe die Zeitweise auch mindestens 1 Stunde vor dem Aufstehen genommen, damit ich mich nicht kaputt geprügelt gefühlt und Depersonalisiert Morgens durch die Gegend gestolpert bin. Stimmt schon was der Winkler sagt, wirkt wie ein spinales Schmerzpflaster. :heart:

Edit: Schnellvanse

Hab damals während der Eindosierung mal 1-2 Wochen mit 70mg getestet, mich einmal nach der Einnahme nochmal kurz hingelegt, den Radiowecker überhört und einfach den halben Tag verpennt :grinning_face_with_smiling_eyes: :man_shrugging:

Nee. Ich schlafe lieber solange, wie ich kann und rechne die Zeit, die ich morgens zum Hochfahren brauche, gleich mit ein.

Das ist dann meine Aufstehzeit.

07:00 raus → Küche → Glas Wasser um den Körper anzukurbeln, Kapsel und noch ein Glas Wasser.
Dann gibts auch bald schon Frühstück.

Bis um 9 Uhr die Arbeit beginnt ist die Kurve schon unterwegs nach oben. Bis dahin müssen andere Strategien ausreichen. Dafür funktionierts dann bis abends ohne Murren. Morgens schnell fit aber abends inne Fritten wäre für mich schlimmer :crossed_fingers:t2:

Während der Eindosierung gleich herumzuexperimentieren wäre jedenfalls nicht mein erster Rat für Neueinsteiger.

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