Medikamente bei Reizoffenheit

Hallo,
ich bin 20 Jahre alt, bekam als Jugendlicher eine Autismus Diagnose und ca. vor einem Jahr kam noch die ADHS Diagnose dazu. Ich kämpfe schon mein ganzes Leben lang mit extremer Reizoffenheit, dementsprechend bin ich schnell von allem überfordert.

Seit der ADHS Diagnose habe ich bereits Methylphenidat und Elvanse ausprobiert, die Wirkung war teilweise gut bis sehr gut, jedoch meistens nicht. Es gab wenige Tage an denen ich mich richtig gut und kaum gestresst fühlte und sogar teilweise den ganzen Tag konzentriert arbeiten konnte. An den meisten Tagen war die positive Wirkung wenn überhaupt jedoch nur für ein paar Stunden zu fühlen und ich war mindestens genauso gestresst wie ohne Medikamente. Ich habe alle erdenklichen Dosen ausprobiert, zu viel vertrage ich gar nicht, aber bei sehr wenig tritt kaum eine positive Wirkung ein, jedoch trotzdem schon sehr unangenehme Nebenwirkungen wie vor allem starkes Schwitzen und sobald die Wirkung dann nachlässt get es mir richtig beschissen.

Bei Methylphenidat habe ich an den guten Tagen mich besser konzentrieren können als mit Elvanse, dafür war ich bei Elvanse deutlich entspannter.

Ich habe jetzt überlegt vielleicht nochmal Strattera auszuprobieren, da diese in der Wirkung denke ich nicht so stark im Tagesverlauf schwankt wie Methylphenidat und Elvanse und ich hoffe dann eine dauerhafte Dosis zu finden, die mir hilft besser mit dem Leben klarzukommen. Jedoch mache ich mir etwas Sorgen, da man bei Strattera über mehrere Wochen einen Spiegel aufbauen muss.

Habt ihr vielleicht noch irgendwelche Ideen, die mir helfen könnten? Und was haltet ihr von Strattera?

@Quark , ich nehme Elvanse. Es hilft mir, mich zu strukturieren. Ich sehe klarer, was zu tun ist und komme eher ins Handeln. Der Weg vom Kopf in die Hand ist kürzer. Ich muss mich allerdings schon bewusst dafür entscheiden, etwas tun zu wollen. Wenn etwas erledigt ist, fühle ich mich gut. Darin sehe ich den Nutzen von Stimulantien bei ADHS. Es sind keine Stimmungsaufheller, sie helfen eher in den ToDo-Modus zu kommen. Wenn das geschafft ist und ein Ergebnis sichtbar, verbessert sich die Stimmung. Meine Erfahrung.

Herzlich willkommen!

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Danke für die schnelle Antwort.
Eine stimmungsaufhellende Wirkung ist bei mir auch gar nicht erwünscht. Mein Hauptgrund ist, dass ich einfach mal einen Termin wahrnehmen möchte oder einkaufen gehen kann ohne durch die andauernde Überflutung durch Geräusche und Licht danach total erschöpft zu sein.

Okay. Möglicherweise wirkt in solchen Situationen eher der Autismus. Soweit ich weiß, gibt es in diesem Bereich keine medikamentöse Therapie.