Medikamenten Nebenwirkungen MPH Atomoxetin

Hallo,

Ich bin seit einiger Zeit hier am mit lesen und habe mich heute mal entschlossen mich anzumelden.

Ich bin 38 Jahre alt, männlich und seit 5 Monaten in der Medikation. Ich werde von einer ADHS Beraterin begleitet die spezifische mit Erwachsenen arbeitet. Und habe einen erfahrenen Psychiater. Beide arbeiten seit vielen Jahren Hand in Hand. Ich habe zusätzlich eine Ticstörung, nicht massiv aber vorhanden.

Der bisherige Verlauf kurz zusammengefasst. Einstieg mit MPH unretardiert. Dann langsame Steigerung auf 60mg tgl. Ab 4x10mg sehr gute Wirkung und gute Verträglichkeit. Ab 60mg zu viel Push. Wechsel auf Concerta54+falls abends nötig 1-2x10mg Ritalin . Nach einigen Wochen steigende Nebenwirkungen. Überreiztheit, ständiges Blinzeln, stärkere Tics und unterbewusstes Luft anhalten. Bis zu einem Niveau auf dem Konzentration überhaupt nicht mehr möglich war.

Sogar simples hinsetzen und essen hat die Probleme ausgelöst. Weil ich mich nicht auf mein Essen konzentrieren / nicht hin sehen kann. War kaum noch Lebensfähig.

Langsame Dosis Reduktion bis auf 18mg concerta hat das Problem gelöst aber keine vernünftige Wirkung mehr. Steigerung auf 27mg war zuerst ok, testweise 36mg für 1 Tage ging garnicht. Zurück auf 27mg die Dosis hat dann später die selben Nebenwirkungen wie zuvor ausgelöst. Das Ganze zog sich über die letzten 5 Monate.

Jetzt hatte ich 7 Tage ohne Medikation und habe jetzt atomoxetin verschrieben bekommen. Heute ist Tag 3 10mg täglich. Und ich habe das Empfinden, dass mein Zustand sich wieder verschlechtert. Zusätzlich kamen durch atomoxetin regelmäßiges nächtliches Aufwachen hinzu und phasenweise plötzliche Aufgekratztheit.

Hat irgendwer schon mal von so einer Reaktion gehört oder gelesen? Meine Expertin tatsächlich nicht in dem Ausmaße. Und dabei hat MPH zu Beginn wahre Wunder gewirkt.

Ich bin echt am Ende mit meinem Latein und denke stark darüber nach mindestens 4 Wochen Pause von jeglicher Medikation zu nehmen. Ich bin selbstständig und kann kaum meiner Arbeit nachgehen.

Ich wäre für Ratschläge und Erfahrungsberichte sehr dankbar.

Lg

Adam

So erfahren kann der Psychiater nicht sein!

Wenn unretardiertes Methylfinidat gut passte, Concerta aber nicht wieso ging es gleich auf Atomoxetin und nicht auf Medikinet oder Ritalin als retardierte Präperate

Methylfinidat war doch sehr gut wirksam und gut verträglich
Ein Wechsel auf einen vollständig anderen Wirkstoff zeigt mir vom Gefühl zu wenig Erfahrung zu viel rumexperimen ohne plan.

Wenn ich mich nicht irre ist Concerta quasi "Medikinet mit 3 bzw. deutlich längerer Wirkung " und es ist nicht ungewöhnlich bei Concerta das eben die Anfangsdosis nicht ausreicht aber komplette Erhöhung zu viel ist, weshalb einige hier einen Starter nehmen ich weiß nicht ob unretardiert odwr 10 mg Medikinet zu einer passenden Concerta Dosis die am Anfang schlecht ist aber über den Tag gut passt wodurch morgens für den Start mehr genutzt wird. Theoretisch könnte auch unretardiert mit bewährter Dosis gestartet werden und dann müsste rechtzeitig vor Wirkende die am besten passende Concerta Dosis eigentlich zum erhalten reichen oder wie gesagt halt direkt auf Medikinet oder Ritalin als retard Atomoxetin mußt du schauen mit der Suche ob da was auf dich passt aber dirch den Spiegelaufbau (Spiegelmedikament) sind die ersten Wochen durchaus auch unangenehm bis der Spiegel erreicht ist.

Traurig was teils Patienten zugemutet wird

Sorry, das lesen frustriert mich weil ich das in meinem Umfeld viel zu oft höre

Mein Fehler, das habe ich in dem ganzen Verlauf vergessen dazu zu schreiben.

Wir haben am Ende vor der 7 tägigen Pause versucht ob ich auf 10mg Ritalin unretardiert besser anspreche und es war eine Katastrophe. Hatte 20min nach Einnahme sehr starke Symptome.

Meine Beraterin und ich gehen stark davon aus, dass die anfängliche zu hohe Dosis über die Dauer mein Nervensystem stark überlastet hat und ich jetzt extrem empfindlich auf jegliche Form von Stimulanz reagiere (gesenkte Reizschwelle). Tatsächlich triggert sogar Koffein (getestet in der Woche ohne Medikation, während der Medikation natürlich vollständiger Verzicht ) sofort diesen Zustand.

Meine Beraterin ist definitiv sehr viel besser als der Psychiater. Wir ziehen grade in Betracht ob ein völliger Verzicht auf Medikamente für mindestens 4-6 Wochen wieder Ruhe in mein System bringen kann bevor wir niedrig dosiert mit unretardiertem Ritalin neu starten. Oder ggf. mit Guanfacin als Zusatz arbeiten.

Der Psychiater hat sich erstmalig quer gestellt und wollte unbedingt erst Atomoxetin als Monotherapie testen.

Ehrlich gesagt wächst mir das grade über den Kopf und mich beschleicht einfach das Gefühl, das ich solange ich Medikamente nehme aus diesem Zustand nicht so recht raus kommen werde. Meine Beraterin ist da wirklich toll und unterstützt mich sehr. Der Psychiater eher nicht.

Ps: concerta 18mg ist halt extrem wenig und ich spüre davon kein Verbesserung. 27 war ganz ok aber halt am Ende leider ebenfalls die Symptome hervorgerufen. Ich vermute, dass 10mg Ritalin alle 3,5 Stunden für mich optimal wären. Das hat bei der ersten Einstellung gut geholfen. Nur in meinem jetzigen Zustand nach der Überdosierung geht’s halt wirklich nicht.

Aber ehrlich wäre nicht einfach mal 14 Tage Pause und ggf. dann der erneute Versuch allerdings mit 5 mg besser gewsen? ( ok 7 Tage Pausen waren, doch ggf. geringer)

Ich habe festgestellt das Ruhe und Zeit, gerade wenn nach Problemen Medikamente neu angefangen werden am besten mit Pause, geringster Dosis, viel Zeit und Ruhe (langsamer steigern als zuvor) eher den Erfolg bewirken. 10 mg retariert sind 5 mg unretardiert und später nochmal 5mg unretardiert

Wirklich unretardiert?? Sprich Tablette und nicht Kapsel??? Nur um sicher zu gehen, da unretardiert bei Erwachsenen eher selten verordnet werden.

Das kann nix mit dem Nervensystem zu tun haben, das könnte eher mit dem Anfluten und der Anflutgeschwindigkeit zu tun haben, vielleicht das du es anders genommen hast wie vorher? Wenn du es sonst immer auf das Frühstück genommen hadt und plötzlich nüchtern??? Weil da könnte ich mir vorstellen das dann plötzlich schneller und mehr aufgenommen wird wenn du weißt was ich meine

Oder warst du gnadenlos unterdosiert??? Unterdosiert reagiere ich überreizt, bisschen agro, zickig, will Ruhe, mir ist alles zu viel etc, weil duch viel Concerta ist der Körper auch mehr gewöhnt als zum Einstig. Ggf. wären Tests mit 12,5 mg, 15 mg, 17,5 mg, 20 mg vielleicht besser gewesen.

Unterdosiert ist immer sehr viel unangenehmer als überdosiert meiner Erfahrung nach. Überdosiert sitze ich eher total ruhig, konzentriert aber eher „introvertiert“ ohne Medikamente sehr extrovertiert. Nervös, gereizt, hektisch, unangenehm aus der Situation wollend eigentlich nur Unterdosiert

Lob nicht immer so viel die Leute, auch wenn sie engagiert sind, damit trottest du zu viel hinter dir her, es ist aber wichtig, daß du mehr bei dir und den Empfindungen gehst.

Engagiertes Personal ist zwar gut, muß aber nicht immer helfen, weil gewisse Beschreibungen von Problemen auch auf die Probleme bezogen falsch bewertet/ gedeutet wurden.

Sicherheitshalber nüchtern bzw. das du nach der Einnahme nichts mehr ißt ist aber kein Problem oder?
Nüchtern unterzuckere ich schnell, was durch starkes schwitzen und vieler anderer Symptome recht hektisch, unruhig

Guanfacin ist meines Wissens nicht für Erwachsene zugelassen und wird ggf. nur über Begründung und müsste per OffLable Use Antrag bei der Kasse beantragt und dann erst bewilligt werden, wenn der Arzt die Gefahr von Regressansprüchen ausschließen möchte.

Ja unretardiert. Wird hier zumindest in Österreich häufig zur Dosis Feststellung gemacht. Von ganz niedrig rauf bis zur optimal Dosis und dann wird in der Regel retardierung angepeilt.

Unretardiert erlaubt das schneller reagieren bei starken Nebenwirkungen und das genaue herausfinden der Geschwindigkeit der individuellen Verstoffwechselung. Meine Beraterin fliegt teils um die ganze Welt zu den aktuellsten Seminaren und hat selbst ADHS. Sie arbeitet seit Jahrzehnten nur mit Erwachsenen und nur mit ADHS. Also bei ihr bin ich mir 100% sicher, dass sie kompetent ist. Besonders wenn ich die gesamte Diagnostik mit der meiner Freunde vergleiche die auch adhs haben bin ich froh, nicht bei deren Psychiatern zu sein.

Die Pause und mit geringerer Dosis wieder einsteigen ist auch der Ansatz der mit meiner Beraterin besprochen ist. Allerdings ist my Psychiater obwohl er das schon lange macht mir nicht sehr sympathisch. Er steckt sehr in seinem Schema fest. Da bin ich echt nicht zufrieden.

Unterdosiert war ich auf keinen Fall. Ich hatte ab 40mg täglich keine adhs Beschwerden mehr also wirklich garkeine. Mein Psychiater wollte allerdings trotzdem anpassen und dann kam halt die retardierung (concerta) dazu.

Ich war deutlich überdosiert und das halt Wochen/Monate lang. Der Nervensystem kann da durchaus eine Rolle spielen. Ist ähnlich wie bei Burn Out. Da sinkt die Reizschwelle dann so stark ab, dass alles zu viel ist. Egal wie wenig.

Ich weis halt nur nicht, ob das alles ist. Nebenwirkungen die erst nach Monaten auftreten gibt es ja auch. Und eine gute anfreunden verträgt PH nach knapp 2 Jahren plötzlich nicht mehr.

Dass meine Symptome bei 18mg deutlich besser wurden als ich von 54mg runter bin und bei Dosis Erhöhung sofort schlimmer werden zeigt den Zusammenhang ziemlich deutlich.