Die Geschichte mit dem Wirkstoffspiegel ist hirnrissiger Quark.
Den bestimmt man, wenn ein Medikament in der üblichen therapeutisch wirksamen Dosis nicht so wirkt, wie es wirken soll. Dann sucht man nach Ursachen.
Das ist aber bei Dir nicht der Fall. MPH wirkt ja. Anscheinend auch so, wie es soll. Und 36 mg ist eine übliche therapeutisch wirksame Dosis. Die Ärztin ist nur zu doof, das zu erkennen. Oder sie unterstellt Dir Medikamentenmissbrauch.
Es steht nirgendwo geschrieben, dass 18 mg Concerta ausreichen müssen. Wenn das so wäre, würde es ja keine 27, 36 und 54 mg geben. Die Tageshöchstdosis (laut Packungsbeilage) ist 72 mg! Also das Doppelte von dem, was Du nimmst. Mit 36 mg bist Du weit entfernt von Medikamentenmissbrauch.
Wenn die 36 mg bei Dir gut und ausreichend lange wirken, gibt es überhaupt keinen Grund, einen Medikamentenspiegel bestimmen zu wollen. Wenn die Ärztin das trotzdem für nötig hält, dann soll sie das begründen und Dir eine Überweisung ausstellen, damit die KK das zahlt.
Grundsätzlich hatte ich für MPH (unretardiert) was von 2 Stunden nach Einnahme gelesen.
Für retardiertes MPH habe ich folgende Kurven für den Plasmaspiegel gefunden:
Quelle:
Depotpräparate mit unterschiedlicher Freisetzungskinetik - 01 - 2008 - Heftarchiv - PPT (ppt-online.de)
Quelle:
Anhaltende Symptomkontrolle durch mittellang wirksames Methylphenidat - 06 - 2006 - Heftarchiv - PPT (ppt-online.de)
Danach müsste dann wohl 5-6 Stunden nach Einnahme die Bestimmung erfolgen, weil da der Plasmaspiegel am höchsten ist.
Aber nochmal: Die therapeutische Breite des Wirkfensters ist viel zu groß, um da irgendwas ableiten zu können. Ob Du nun am unteren oder oberen Ende des Wirkfensters bist oder in der Mitte, sagt genau nichts darüber aus, wie gut oder schlecht die Wirkung bei Dir ist. Das ist ein subjektiver Eindruck, den man nicht im Blutspiegel messen kann.
Letztlich sagt die Bestimmung des Blutspiegels bei MPH nur eins: Du hast MPH in einer Dosis im therapeutischen Bereich im Blut. (Ich gehe nicht davon aus, dass da bei 36 mg irgendwas anderes bei rauskommt). Und dafür braucht man keine Laboruntersuchung. Dafür reicht eine logische Schlussfolgerung: dass Du MPH im Blut hast, wenn Du Dir MPH einwirfst.
Oder will sie den Test mit 18 mg, um zu sehen, ob Du damit unterhalb des therapeutischen Bereichs liegst? Ist genauso Blödsinn. Weil es eben auch sein kann, dass die 18 mg nicht ausreichen, selbst wenn Du im (unteren) therapeutischen Bereich liegen würdest.
Der untere therapeutische Bereich reicht eben nicht für jeden. Deswegen ist der Bereich ja so groß bei MPH. Weil es individuell sehr große Unterschiede in der Wirkung gibt und manche erst im oberen therapeutischen Bereich drauf ansprechen.
Frag die Ärztin, wozu genau sie Medikamentenspiegel haben will. Sie soll das genau begründen. Am besten schriftlich. Und Dir eine Überweisung dafür geben. Ich würde den sinnlosen Quatsch auf keinen Fall auf eigene Kosten mitmachen. Aber ich streite mich halt auch mit Ärzten, wenn die mich für dumm verkaufen wollen.
Nutze die Zeit lieber, um dir einen Arzt zu suchen, der weiß, was er tut. 