Medikinet adult - optimale Dosis finden (=weniger Nebenwirkungen?)

Moin zusammen,

ich habe folgendes Problem:

Ich nehme seit letztem Jahr nach jahrelanger Pause wieder Medikinet adult und ich habe jedes Mal Probleme bei Erhöhung der Dosis. Mein Körper scheint sehr sensibel zu reagieren auf die kleinsten Veränderungen.

Also ich nehme seit Mitte letztes Jahres nun 10 MG adult (Medikinet) 2x täglich. So ein bisschen besser konzentrieren kann ich mich bereits, aber die anderen Probleme wie Reizüberflutung killen mich einfach im Alltag. Egal ob helle künstliche Lampen, helles Tageslicht, diese ganzen bunten Verpackungen im Supermarkt und diese Masse an Produkten, viele Menschen auf einem Haufen - ich gehe morgens aus dem Haus zur Arbeit und ich bin bzw. mein Nervensystem ist wirklich konstant den ganzen Tag über massiv überreizt/auf Anschlag. So überreizt, dass mein Gehirn abschaltet, meine Augen werden starr, alles ist einfach zu viel.

Jetzt kommt das eigentliche Problem:

Ein Dosiserhöhung (zunächst nur morgens) von 10 mg auf 20 mg bringt da keine Besserung (7 Tage lang ausprobiert), im Gegenteil: ich fühle mich matschig, die Reizüberflutung bessert sich nicht. Also wieder zurück auf 10 mg.

Jetzt mache ich eine Beobachtung und denke mir, das kann doch nicht sein:

Wenn ich eine rauche (ich bin Gelegenheitsraucher), dann habe ich in Kombi mit MPH 10 MG adult genau die Wirkung, die ich brauche. Alle Reizüberflutung ist plötzlich verschwunden! Wie weggeblasen. Ich bin super klar. Das bedeutet für mich im Umkehrschluss, dass da irgendwas mit der Feinjustierung im Gehirn nicht stimmt. Nun ist die Frage, ist es das Dopamin oder eher das Acetylcholin aus der Zigarette, das so unglaublich Abhilfe schafft? Da mein Körper bzw mein Nervensystem so sensibel reagiert denke ich mir halt, dass unretardiertes MPH vielleicht die bessere Wahl wäre? Oder ein Umstieg auf Ritalin adult ein Versuch wert ist?

Das Problem, was ich bei 20 MG adult morgens hatte war, dass ich trotz 10 mg adult am Mittag/Nachmittag total depressiv wurde am nächsten Morgen bis zur Einnahme der nächsten morgendlichen Dosis. Ich kann das irgendwie alles nicht so richtig für mich einordnen.

Ich habe mir alte Klinikberichte von mir durchgelesen; da wurde ich damals mit einer Tagesdosis von 50-20-0-0 mg Medikinet adult entlassen. Und da war ich so dermaßen klar in meiner Birne - den Zustand habe ich nie wieder danach erreicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich bei so niedrigen Dosen, die ich jetzt nehme, schon derartige Nebenwirkungen hatte. Mich nervt vor allem diese andauernde Reizüberflutung.

Wäre es aus eurer Sicht eine Überlegung wert, mal von Medikinet auf Ritalin zu wechseln, von retardiert auf unretardiert (um einfach mal grundsätzlich zu schauen, welche Dosis jetzt wirklich die richtige für mich ist)? Oder was mache ich falsch? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Und hat bei einem von euch ein Medikamentenwechsel geholfen?

Im Übrigen habe ich damals unter Bupropion in Kombi mit Medikinet Ängste entwickelt, weshalb ersteres Medi dann abgesetzt wurde. Elvanse vertrug ich auch nicht.

Ich werde das natürlich auch mit meiner Psychiaterin besprechen.

Danke für eure Hilfe. :slight_smile:

Gruß

Unterdosierung kann auch Nebenwirkungen machen - wenn du damals mit 50mg gut eingestellt warst, ist wohl 10 wie auch 20mg noch zu wenig. Vielleicht mal 30mg testen? 30-10 oder 30-20

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Wenn du unretardiertes bekommen kannst , würde ich mich damit in Ruhe eindosieren und dann schauen welches Retard eine Option wäre .

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Was ißt du denn vor der Einnahme mit Medikinet?

Medikinet braucht zwingend eine reichhaltige Mahlzeit vor der Einnahme

und warum sollten eigentlich 10 oder 20 mg das bringen was damals 50 mg und 20 mg brachten?

Hattest du mal 30mg probiert ob du das besser wie 20mg verträgst?

Unterdosiert fühlt sich oft schlimmer wie überdosiert an…

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Hi Kathy,

ich esse immer eine Stulle Schwarzbrot mit dick Butter und ner Scheibe Gouda, zusätzlich ne Schüssel Haferflocken.

Aber wenn es mit 10 mg besser ist als mit 20 mg, wieso sollte es dann mit 30 mg besser werden? Ich weiß leider nicht mehr, wie das damals eindosiert wurde in der Klinik. In welchen Schritten. Könnte man denn einfach auf von 10 auf 30 mg hoch? Ich meine, wenn es die richtige Dosis ist, müsste es doch auch sofort einen merklich positiven Effekt geben oder? :slight_smile:

Danke auf jeden Fall.

Leute, ich möchte mich nochmal bedanken.

Habe nun heute Morgen einfach mal 30 mg eingenommen und ich merke eine spürbare Besserung! Überreizung deutlich weniger. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich seit Juni 2025 (seitdem nehme ich MPH) dauerhaft unterdosiert war. 10 mg war wahrscheinlich zu wenig, um überhaupt irgendwas von den Symptomen der Unterdosierung wahrzunehmen und bei 20 mg war’s dann spürbar unangenehm - ich habe das alles nur völlig fehlinterpretiert als Überdosierung und bin deshalb wieder runter auf 10 mg. Meine Güte.

Ich werde jetzt die 30 mg morgens erstmal weiter nehmen und vielleicht die zweite Dosis am Mittag in ein zwei Wochen ebenfalls erhöhen. Ende April habe ich wieder einen Psychiatertermin.

Denke mal, dass es mir auf lange Sicht mit einer Dosis von 40-20-(10)-0 besser gehen wird. Das bespreche mit dem Arzt. :slightly_smiling_face:

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Ich hatte eine Vermutung, weil Nikotin ja auch ein Stimulans ist, und das ja geholfen hatte.

Wünsche frohe Ostern :tulip::hatching_chick::rabbit_face:

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schön

Du siehst unterdosiert ist viel unangenehmer als überdosiert auch wenn man es kaum glauben kann

aber schön das die Probleme weg sind

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