Medikinet adult retard - Nebenwirkungen (einseitiges) Muskelzuckungen

Hallo an Alle,

weil ich bisher nirgendwo (weder bei Ärtz*innen, noch Google noch Foren) ähnliche Erfahrungen gefunden habe, wollte ich mal einen eigenen Thread starten. Vielleicht gibt es ja doch Menschen mit ähnlichen Nebenwirkungen oder Erfahrungen?

Kurz der Kontext zu meiner Dosierung:
Ich habe Ende März mit Medikinet adult retard meine ersten AD(H)S-Medikamente ausprobiert, mit 5mg 1-1-0-0 gestartet und dann innerhalb eines Monats auf 20mg 1-1-0-0 erhöht. Da bin ich also ca. Ende April angekommen. Bis auf Müdigkeit & Schlafprobleme, die sich innerhalb der ersten Woche erledigt hatten habe ich keine Nebenwirkungen wahrgenommen. Die Wirkung bei 20mg war für mich auch wirklich enorm, was mich (als Studentin, die gerade an ihrer Bachelorarbeit sitzt) wirklich so gefreut und beruhigt hat.

Jetzt zu den Beschwerden:
Mitte Mai, also ca. 2 Wochen nachdem ich bei 20mg angekommen bin, habe ich plötzlich abends und nachts eine unglaubliche Unruhe verspürt, die sich hauptsächlich in meinem linken Bein bemerkbar gemacht hat. Ich würde es folgendermaßen beschreiben: Als wäre mein Bein kurz davor einzuschlafen, also ein leichtes Kribbeln bis Zittern, das Gefühl mich Bewegen bzw. Dehnen zu müssen. Das Gefühl war eigentlich vom Po/Hüfte bis zu den Zehenspitzen vorhanden, aber vor allem im Oberschenkel. Sehr unangenehm, aber nicht weil es weh tut - Schmerzen habe ich gar nicht - sondern weil es durchgängig spürbar und störend ist. Ich konnte daraufhin kaum (ein)schlafen. Mir kam das Ganze recht plötzlich vor, weswegen ich davon ausgegangen bin, dass ich mir den Ischias-Nerv eingeklemmt hatte und eine Verbindung zum Medikinet eher ausgeschlossen habe. Nach verschiedenen Hausarztbesuchen die mir diese Vermutung bestätigt haben, Physio aber nicht geholfen hat, wurde ich zu verschiedenen Neurolog*innen geschickt, die festgestellt haben, dass die Nerven & Beweglichkeit an sich nicht beeinträchtigt sind, und auch ein MRT des Lendenbereichs solche physischen Diagnosen und Nervenerkrankungen ausgeschlossen hat. Verzweifelt habe ich auch nochmal bei meiner ADHS-Psychiaterin nachgefragt, die aber auch davon ausging, dass es keinen Zusammenhang zum Medikinet gibt.

Zuletzt war ich bei einem anderen Neurologen, der (nach eigener Auskunft) zwar wenig Ahnung über ADHS-Medikamente hat, aber felsenfest davon ausging, dass meine Symptomatik eine Nebenwirkung vom Medikinet sind, das auch nicht so selten wäre. Die Art wie er auf meine Symptomatik reagiert hat, welche Fragen er gestellt hat, hatte mir auch erstmalig das Gefühl gegeben, dass jemand zumindest versteht wie sich diese Beschwerden äußern.

In den Nebenwirkungen vom Medikinet stehen zwar Muskelzittern, innere Unruhe und Muskelzuckungen dabei, ich hatte das aber eher so generell/ganzkörperlich interpretiert. Da sich meine Beschwerden ja hauptsächlich auf mein linkes Bein beziehen (wobei ich eine gewisse Unruhe auch im linken Bein spüre), hatte ich das also, auch wegen der Aussage meiner Psychiaterin, ausgeschlossen. Hinzukommt, dass ich diese Beschwerden ununterbrochen habe, also auch nachts und morgens, bevor ich die Medikamente nehme.

Ich habe jetzt nach dem Neurologen-Termin (vor einer Woche ca.) mal die Dosierung auf 10mg 1-1-0-0 gestellt, um auszuprobieren ob das einen Unterschied macht. Die ersten Tage kam es mir zwar so vor, allerdings haben sich die Beschwerden die letzten Tage wieder verschlimmert. Mittlerweile gehe ich davon aus, dass zumindest ein Zusammenhang mit Medikinet besteht, sehe mich aber (wegen der Bachelorarbeit) gerade nicht in der Lage, die Medis mal 2-3 Wochen komplett abzusetzen um das zu Testen. Vom Ausprobieren anderer Medis wurde mir deswegen auch erstmal abgeraten. Weil mir aber von den verschiedenen Ärtz*innen versichert wurde, dass diese Symptomatik, wenn auch sehr störend, ungefährlich ist, habe ich mich jetzt zusammen mit meiner ADHS-Psychiaterin dazu entschieden während der Bachelorarbeit die Behandlung mit 20mg 1-1-0-0 fortzusetzen und die dann nach der Abgabe mal abzusetzen oder neue Medis auszuprobieren.

Ich habe das Gefühl, dass Sport & Bewegung hilft, aber auch nur währenddessen - wenn ich wieder ruhig sitze/liege ist es direkt wieder da. Feststellen konnte ich außerdem, dass Schlafmangel die Symptome verstärkt. Magnesium nehme ich jetzt (sehr gering dosiert) auch mehr oder weniger täglich, bin mir aber unsicher ob ich einen Unterschied spüre. Einen Magnesiummangel habe ich aber auch noch nicht untersuchen lassen.

Vielleicht geht es ja doch nicht nur mir so und es hat bisher nur niemand hier veröffentlicht :).

Falls jemand ähnliche Nebenwirkungen hat (oder vielleicht dachte es sind Nebenwirkungen, und es war dann doch etwas anderes), oder sonstige Tipps hat, würde ich mich über Rückmeldungen sehr freuen!!

GaLiGrü :slight_smile:

Bist du sicher, das es von Medikinet kommt oder hast du ggf. ein RLS (Restless Legsyndrom) im Anfangsstadium, was durch Medikinet verstärkt wird?

Ich hab schwerstes RLS und nehme sehr starke Medikamente dagegen und unter Medikinet wurde die Wirkung der Medikamente gegen das RLS gefühlt schlechter.

Und RLS macht große Probleme beim Schlafen, auch eine gewisse Unruhe etc. In der Eindosierung mit Medikinet ist man eh um den Schlaf unruhiger und schläft schlechter (habe ich zu Beginn mit jedem Stimulanz) und sollte das ein getriggettes/ verstärktes RLS würde das deine Probleme unterstreichen.

Vielleicht kann der Arzt das abklären lassen, ob es ein RLS gibt oder nicht