Medikinet adult wirkt quasi null

Hallo zusammen,

ich bin w/24 Jahre und wurde Ende letzten Jahres mit ADHS diagnostiziert. Mein ehemaliger Therapeut hatte das mal vorgeschlagen, ich war da eher skeptisch, doch der Therapeut, der mich getestet hat (spezialisiert) war sich da sehr sicher mit.

An einer körperlichen Unruhe oder massiven Konzentrationsproblemen leide ich weniger - es ist eher dieses Zerstreute, Vergessliche, Impulsive und vorallem seit einigen Jahren sehr schlimm mit Reizüberflutung (da leidet dann auch die Konzentration). Unruhe verspüre ich eher innerlich, habe das Gefühl von rasenden Gedanken und bin eigentlich immer auf Achse, hab immer was zu tun. Depressionen hatte ich auch lange Jahre, mit SVV um dieses Gedankenrasen zu unterbinden, das ist aber alles im Griff seit 5-6 Jahren.

Dann hatte ich mich jetzt sogar gefreut, dass es Medikamente geben soll, die mir helfen könnten, da die Erfolge durch langjährige Verhaltenstherapie langsam sehr stagnierten. Beim Feiern hatte ich etwa 3x Ecstasy genommen und da ein richtiges Wow-Gefühl gehabt - die Gedanken waren aus! Es gab maximal einen, der war viel langsamer als sonst, dadurch war ich tiefenentspannt und hab nur da gesessen und das genossen. Danach war ich jedes Mal noch tagelang total happy und baff, dass das überhaupt geht, so wenig zu denken.

Long Story short, jetzt hab ich mit Medikinet adult angefangen. 10mg die erste Woche, dann immer um 10mg wöchentlich steigern (nur 1x tägliche Einnahme). Inzwischen bin ich bei 40mg und merke quasi nichts. Die ersten zwei Tage war ich etwas nervös, aber das lag mehr an der Angst vor Nebenwirkungen. Hatte das Gefühl, das mein Gehirn und Körper leicht zeitverzögert kommunizieren und war die ersten 2 Wochen etwas appetitlos und jetzt mit 40mg bin ich ein bisschen tachykard. Aber das war’s dann auch. Ich bin genauso reizüberflutet, erschöpft nach der Arbeit, chaotisch, impulsiv und hab das Gefühl ich mag meinen Freund plötzlich weniger als sonst :sweat_smile:

Hatte jemand vergleichbare Erfahrungen? Bei 40mg wären doch die meisten schon voll überdosiert oder nicht? Ich hatte wahrscheinlich auch zu hohe Erwartungen nach der Ecstasy-Erfahrung, weil ich eine vergleichbare Stille im Kopf erhofft hatte - aber so gar nichts? Könnte Elvanse besser sein?

Ich werde die Tage auch zu meinem Psychiater gehen und ihm davon berichten, bloß interessieren mich zunächst auch eure Erfahrungen :slight_smile:

Hast du schon mal Kaffee oder etwas Koffeinhaltiges dazu ausprobiert? Wenn du aber schon Herzrasen hattest, sprich erst mit deinem Arzt!

Hast du bei 10-40mg keine Verbesserungen gespürt? Wie is so dein grundsätzliches Gespür für dein inneres, Konzentration etc.? Hat dein Umfeld was gemerkt?

Von dem Kommentar über mir würd ich dringend abraten. Koffein egal welches Präperat bitte meiden, erst langsam testen wenn eine passendes Präperat und Dosis gefunden wurde.

Wenn du wirklich von 10-40mg keine Vorteile merkst, würde ich eher mal Elvanse ausprobieren.

Ich hatte bei Medikinet tatsächlich auch keine Wirkung. Bin auch bis 40mg hochgegangen und hatte „nix“.

Bei Elvanse ist jetzt eine Wirkung da, aber auch nicht so krass wie ich das manchmal hier so lese.

Bei meinem Sohn ist es ähnlich, ich denke, wir haben tatsächlich das Problem, dass wir „uns“ nicht so gut spüren können wie andere das vielleicht können.

Ich würde behaupten, dass ich mich schon sehr auf dem Schirm hab, meine Emotionen, deren Ursachen, ob ich gestresst bin oder nicht etc. Wenn auch nicht immer direkt, aber ich reflektiere sowas ansonsten im Nachhinein viel, weil ich generell Probleme mit meiner Außenwirkung habe.

Es war gar kein Unterschied, ob 0, 10, 20 oder 40mg, ich kann auch 30mg am frühen Abend nehmen und trotzdem um 23 Uhr selig schlafen. Das einzige woran ich jetzt objektiv eine Wirkung festgemacht hätte, wäre die Tachykardie bei 40mg, aber die ist auch subtil, nicht im kritischen Bereich oder so, bloß etwas schneller als gewöhnlich.

Mein Umfeld hat nichts gemerkt. Ein paar Leute wissen von der Einnahme und einige nicht, keiner hat was bemerkt bisher.

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Ich hatte 2x auch einen Kaffee dazu, ohne Effekt. Bin aber grundlegend kein Tee- oder Kaffeetrinker.

Hm, eher ungewöhnlich aber kommt schon vor. Dann vielleicht wirklich einen anderen Wirkstoff testen.

Rund 30 % der Betroffenen sind Methylphenidat-Nonresponder. Dann mit Amfetaminmedikamenten testen. Bei denen sind rund 20 % Nonresponder, aber nicht deckungsgleich. Auf beide Wirkstoffe Nonresponder sind wohl so um die 12 %.

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