Medikinet bei 6-jährigem ADHS Kind

Hallo Zusammen,

mein Sohn hat seit ein paar Monaten die ADHS Diagnose. Er hat auch eine Entwicklungsstörung.

Seit knapp fünf Wochen nimmt er jetzt Medikinet. Aktuell sind wir bei 10 mg und sollten laut Plan auf 15 mg hoch. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die Nebenwirkungen zu doll sind. Er wirkt leider sehr emotionslos und gleichgültig unter der Einnahme. Auch im Kindergarten sucht er viel weniger Kontakt zu anderen Kindern und zieht sich zurück. Ist das normal? Eigentlich ist er ein super offenes und fröhliches Kind. Bin so verunsichert, nehme auch Medikinet, merke diese Nebenwirkungen bei mir allerdings nicht.

Klar, er ist konzentrierter und weniger impulsiv, wirkt reifer. Aber halt auch emotionslos, fast schon roboterartig. Seine Schwester fragte mich neulich, ob er traurig sei. Bei 15 mg z.b. war er sehr traurig ohne ersichtlichen Grund. Deswegen sind wir wieder runter auf 10 mg.

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Medikinet nicht zu ihm passt. Ich habe natürlich bereits eine E-Mail an die behandelnde Ärztin geschickt, warte aber noch auf Rückmeldung.

Hat hier vllt jemand Tipps oder hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

Das klingt ein bisschen nach Überdosierung.

:+1:

Was sagt er denn, wie er sich mit den 10mg fühlt? Kann er das schon benennen?

:four_leaf_clover:

Ja, klingt für mich auch nach zu hoher Dosis. Hattet ihr auch 5mg versucht?

Sprechen wir eigentlich von Tabletten (unretardiert) oder Kapseln (retardiert)?

Er kann es leider noch nicht wirklich benennen. Wenn ich ihn frage ob er traurig ist, sagt er nein. Aber er wirkt dennoch, auch bei 10 mg, relativ emotionslos und ernst. So kennt man ihn halt gar nicht. Ich habe aber zum Glück schon eine Rückmeldung vom SPZ, kommenden Montag haben wir spontan einen Termin bei der Ärztin. Scheint mir so, als wäre sie auch nicht ganz so zufrieden mit meinen Beobachtungen.

Kapseln, retardiert.

Haben mit 5 mg gestartet. Da hat man noch nicht ganz so viel gemerkt. Aber vllt sollte ich die Dosis wieder runtersetzen, ja. Zum Glück hat unsere Ärztin sich zurückgemeldet, wir haben spontan einen Termin kommenden Montag bei ihr bekommen.

Habt ihr 5mg ausprobiert? Das wäre ein Versuch wert.

Ganz am Anfang, ja. Da hat man eigentlich kaum was gemerkt. Also auch keine positiven Effekte. Aber ich glaub ich versuche das lieber nochmal und geh auf 5 runter.

Wenn 5 zu wenig und 10 zu viel ist, könntest du auch eine 5er Kapsel öffnen und die Hälfte der Kügelchen zusätzlich zu einer 5er Kapsel geben. Dann wärst du bei ca. 7.5mg. Die Kügelchen kann man auf Joghurt o.ä. streuen, einfach nicht zerkauen!

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Was ist denn wenn du die Dosis läßt und schaust ob er in 3 bis 4 Wochen wenn er sich etwas mehr an die höhere Dosis gewöhnt hat wie es dann ist bzw. ob er wieder mehr er ist. Hatte auch mit Stimulanzien anfangs einen sehr deutlichen Rückzug was sich nach ich glaube 10 Wochen deutlich besserte

Aber beobachten und bewerten mußt du!

Wie war er mit 5 mg? Sind wir retardiert oder unretardiert mit den 10 mg zum bewerten? Du weißt sicherlich 10mg unretardiert ist ganz schön mehr zu 10 mg retardiert und zumindest fände ich es leichter das einordnen zu können und hat er Probleme mit nem Rebound?

Vielleicht würde auch 5mg retard und 2,5 mg zur Kapsel mit unretardiertem reichen weil dann die Startdosis funktioniert und zum erhalten dann weniger oder schauen ob eine5mg unretardiert Tablette geviertelt zum Start mit 5mg retard funktioniert

wie gesagt ich war am Anfang aber auch zurückgezogen und das wurde besser - ggf. bisschen beobachten und schauen wie es wird alternativ ob 10 mg Ritalin LA ggf. besser funktionieren und nicht ganz so hart abschotten wie Medikinet weil andere Retardierung und sanfteres An- und Abfluten

wenn er das selbst nicht äußern kann und auch nicht sagt das es " voll doof" ist stört es ihn nicht sehr und könnte auf einen Anfangseffekt hindeuten, würde er das Gefühl voll doof finden würde es mich wahrscheinlich mehr beunruhigen

Aber wie gesagt beurteilen mußt du das ggf. durch sprechen ob sich warten lohnt und kommt irgendwann ne Rückmeldung das es doof ist oder unangenehm das erst dann runter und deshalb eher noch mal warten …

Er hat retardierte Kapseln.

Rebound am Abend ist ziemlich stark, er ist fast aufgedrehter, als vor der Medikation :sweat_smile:

Aber gut zu wissen, dass das weggehen kann. Bin gespannt was die Ärztin am Montag sagt.

Ich habe ihm heute 7,5 mg retardiert gegeben. Das hat ganz gut geklappt.

Habe das heute gemacht und meiner Meinung nach hat das gut geklappt. Eine leichte Wirkung war da, aber keine starken Nebenwirkungen. Allerdings habe ich kein Feedback von der Kita bekommen. Mal gucke, wie es morgen wird.

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Das klingt ziemlich genau wie bei meiner Tochter. Sie hatte auch mit 6 Jahren gestartet - erst 5mg → kein Effekt, dann 10mg → völlig apathisch. Vor lauter Schreck erstmal wieder auf 5mg gegangen.

Ein paar Wochen später ist sie wieder auf 10mg gegangen. Dabei ist sie immernoch (1 Jahr später). Sie sagt zwar, wäre die Dosis höher, würde sie sofort einschlafen, fühlt sich aber sehr wohl mit der Dosis und will nicht drauf verzichten.

Wobei sie als kleines Kind auch ohne Medikamente oft so voll bei sich und ruhig war - vielleicht ist es also auch ihr Normalzustand.

Kanntest du das von deinem Kind vielleicht auch schon, wenn es mal nicht „drüber“ war?

Edith: Achso, diese krasse Apathie hat sie aber nicht mehr, sie ist einfach ruhig und entspannt :slightly_smiling_face:

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Ah ok, danke fürs Teilen eurer Erfahrung!

Vllt sollte man echt erstmal länger auf einer Stufe verweilen. Die Kinder müssen sich ja auch erstmal daran gewöhnen, dass die Wahrnehmung auf einmal anders ist.

Ich selbst konnte jede Woche erhöhen ohne krasse Nebenwirkungen, aber das ist ja so unterschiedlich bei jedem.

Hmm, also eigentlich kenne ich diese Ernsthaftigkeit so gar nicht von meinem Sohn :sweat_smile: im Gegenteil, er ist halt dieser ADHS Stereotyp, zappelig, macht viel Quatsch und große Emotionen.

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